Menü schließen




27.07.2022 | 04:44

Hightech-Flaschenhals: Rheinmetall, Defense Metals, JinkoSolar, Nordex: Strategische Metalle nötiger denn je!

  • Rüstung
  • Seltene Erden
  • Alternative Energien
  • Technologie
Bildquelle: pixabay.com

Neben den steigenden Risiken für die Energieversorgung mit primären Energieträgern gibt es in der Industrie auch eine wachsende Knappheit an strategischen Metallen. Sie werden in fast allen Hightech-Anwendungen gebraucht und sind am Weltmarkt nur schwer zu beschaffen. Das Problem: Hauptproduzent China könnte sich jederzeit Russland zuwenden und dem Westen in Sachen Belieferung die Tür zuschlagen. Ohne diese würde aber so manch wichtiges Bauteil nicht mehr produziert werden können. Einige Tech-Titel haben die schwierige Beschaffungslage schon in ihren Kursen abgebildet. Wo liegen aktuell die Chancen und Risiken?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Craig Taylor, CEO, Defense Metals Corp.
    "[...] Im Sommer planen wir ein Bohrprogramm zur weiteren Aufwertung und Vergrößerung unserer Lagerstätte. [...]" Craig Taylor, CEO, Defense Metals Corp.

    Zum Interview

     

    Rheinmetall – Viel Vorschusslorbeeren für das Rüstungsunternehmen

    Die Aktie von Rheinmetall hatte zwischen März und Juni die beste Aktienperformance seit Gründung des Unternehmens. Nach einer 20% Korrektur vom High stehen nach 12 Monaten immer noch 120% Plus auf der Uhr, das Anleger- und Analysteninteresse ist ungebrochen.

    Nach anfänglicher Überspekulation weiß man mittlerweile sehr genau, wie Rheinmetall vom 100 Mrd. EUR Sondervermögen der Bundeswehr profitieren kann. Es geht um Innovationen, den Austausch von altem Kriegsgerät und letztlich um Export. Denn deutsche Waffensysteme sind in der Welt gefragter denn je. Und sogar die rot-grüne Regierung, die sich jahrelang gegen Rüstungs-Exporte stark gemacht hat, sieht mittlerweile einen großen Nachholbedarf vor allem in der NATO. Wegen der stockenden Waffenlieferungen in die Ukraine per Ringtausch, zeigt sich nun auch die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann offen für die direkte Lieferung deutscher Panzer in das von Russland angegriffene Land. Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags räumt ein, dass die osteuropäischen Bündnispartner für ihre Waffenlieferungen in die Ukraine bisher nicht so schnell wie erwartet mit Ersatz ausgestattet werden konnten. "Wenn das für die Partner problematisch ist, sollten wir den Ringtausch einstellen und direkt an die Ukraine liefern - gegebenenfalls auch den Kampfpanzer Leopard 2. Die Zeit drängt.", sagte Strack-Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur.

    Auch wenn der Panzer von Krauss-Maffei Wegmann produziert wird, für Rheinmetall wäre dieser politische Sinneswandel wohl der nächste Auftragsbeschleuniger. Der Analystenkonsens sieht die Aktie der Düsseldorfer Techno-Schmiede als Kauf mit mittlerem Kursziel von 204,6 EUR. Aktuell notiert der Wert bei 179,50 EUR, also rund 13% unter dem gewichteten Kursziel. Nach Unterschreiten der 192 EUR-Marke ist unsere Halte-Empfehlung allerdings durch den aktivierten Stop Loss erloschen.

    Defense Metals – Immer näher zur Produktion

    Nordamerika und Europa haben wichtige Metalle als strategisch erklärt und sorgen mit geeigneten Maßnahmen für die zukünftige Versorgung. Dies erfordert eine gute Verhandlungsleistung mit China, da 80% aller Seltenen Erden aus dem Reich der Mitte stammen. Chinas drei größte staatliche Unternehmen für Seltene Erden schlossen sich im Dezember 2021 zur China Rare Earth Group zusammen. Das Unternehmen ist nun der zweitgrößte Bergbau- und Raffineriekonzern für Seltene Erden in der Welt und produziert fast ein Drittel der chinesischen Produktion.

    In British Columbia ist das Explorationsunternehmen Defense Metals beheimatet. Man fokussiert sich seit einigen Jahren auf die Weiterentwicklung des Wicheeda Rare Earth Projekts mit einer Größe von rund 4.244 Hektar. Die Liegenschaft wurde zu diesem Zweck jüngst sogar in der Landfläche verdoppelt. Im Jahr 2021 wurde bereits eine vorläufige wirtschaftliche Bewertung (PEA) durchgeführt, sie lieferte einen soliden Nettogegenwartswert nach Steuern, abgezinst mit 8% von 517 Mio. CAD. Ein großer Vorteil des vorliegenden REE-Projekts ist die Produktion eines verkaufsfähigen, hochgradigen Flotationskonzentrats. Seit Mai läuft nun ein geotechnisches Feldbohrprogramm. Es soll Daten für eine Vormachbarkeits-Studie liefern, die bis 2023 fertiggestellt wird. Im zweiten Halbjahr soll auch das hydrometallurgische Fließschema finalisiert und mit den gewonnen Seltenen Erden aus der Pilotanlage erste potentielle Kunden angesprochen werden.

    Die Aktie von Defense Metals (DEFN) ist auch in den Abwärtstrend der Ressourcenwerte gelangt. Zu Unrecht, wie man angesichts des großen Potenzials glauben kann. Dafür erhält aber der unterinvestierte Anleger noch einmal bei rund 0,19 CAD eine Einstiegschance. Bei 178,8 Mio. Aktien beträgt der aktuelle Marktwert knapp 34 Mio. CAD. Der spekulative Investor nutzt dieses interessante Niveau.

    JinkoSolar und Nordex – Greentech geht ohne Seltene Erden nicht

    Stark auf Metalle angewiesen sind die Greentech-Unternehmen JinkoSolar und Nordex. Grundlegender Unterschied besteht allerdings in der geographischen Ansiedlung in China bzw. Deutschland. JinkoSolar berichtet seit einigen Wochen von ausverkauften Produktionschargen, so auch die Deutschen. Allerdings liefert Nordex verzögert, denn hier schlagen die unterbrochenen Lieferketten unbarmherzig zu und führen zu terminlichen Problemen in der Erstellung.

    Auf jeden Fall lohnenswert, ist die tiefere fundamentale Betrachtung der beiden Hersteller von Anlagen zur alternativen Energieerzeugung. Beide verfügen über eine große Orderpipeline, für Nordex haben sich die Standortfaktoren in Deutschland leider extrem verteuert, die prophezeite Marge wird somit in 2022 in den negativen Bereich abgleiten. Mit mehreren Kapitalerhöhungen versuchte Nordex seine Eigenkapitalbasis auf das schwierige Gesamt-Szenario einzustellen, der Aktienkurs bewegt sich dennoch nicht aus dem Keller.

    Der chinesische Solar-Experte JinkoSolar ist auf dem Höhepunkt der Unternehmensentwicklung. Die nächsten Quartalszahlen sollen aber erst Anfang September bekannt werden. Es wird mit einem Gewinnanstieg von rund 120% gegenüber Vorjahr gerechnet. Wie der Solarmodulhersteller zuletzt verkündet hat, plant das Unternehmen zudem, Stammaktien im Wert von bis zu 200 Mio. USD innerhalb von 18 Monaten zurückzukaufen. Charttechnisch sind beide Aktien derzeit im Korrektur-Modus, Jinko ist aber auf Sicht von 12 Monaten mit 40% in der Pluszone, der Nordex-Aktionär steht mit einer Kurshalbierung vor einem Scherbenhaufen.


    Strategische oder seltene Metalle sind geologisch nicht unbedingt selten, aber wegen der geringen Anzahl rentabler Projekte eben schwer real verfügbar. Für Hightech-Unternehmen ist dies ein limitierender Faktor. Rheinmetall mutierte an der Börse zum Standardwert, auch JinkoSolar ist auf den Listen institutioneller Anleger. Nordex muss erst den Turnaround schaffen, Defense Metals könnte mit weiteren Projekt-Fortschritten wieder schnell in einen Aufwärtstrend wechseln.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Stefan Feulner vom 01.12.2022 | 05:10

    BYD, Auxico Resources, Hensoldt, Rheinmetall – Für die Zukunft gerüstet

    • Rüstung
    • Rohstoffe
    • Elektromobilität

    Der Einmarsch Russlands in die Ukraine Ende Februar dieses Jahres veränderte alles. Während die globalen Aktienmärkte in eine Schockstarre verfielen, haussierten Aktien von Rüstungsunternehmen. Durch die Aufrüstung in der westlichen Welt sieht die Zukunft für die noch vor dem Angriffskrieg kritisch beäugten Unternehmen rosig aus. Um genügend Panzer, Flugzeuge und andere Kriegsgeräte zu produzieren, benötigt die Industrie jedoch eine Vielzahl von kritischen Metallen, bei denen bereits heute die Nachfrage das Angebot übersteigt.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Juliane Zielonka vom 24.11.2022 | 05:02

    Rheinmetall, Saturn, Oil + Gas, Amazon - diese Aktien wachsen an Krisen

    • Technologie
    • Öl und Gas
    • Rüstung

    Tech-Konzerne wie Amazon entlassen 10.000 Mitarbeiter, um wieder auf Kurs zu kommen. Die Shareholder wird es freuen, die Mitarbeiter der Amazon Alexa Abteilung sollten sich schnell bei Indeed anmelden. Ihr Department verzeichnet die größten Verluste im Jahr 2022. Gut gerüstet durch die Krise startet die Rheinmetall AG. Dank der Ringtausch-Regelung versorgen die Düsseldorfer nun die Griechen mit neuen Panzern. Die Griechen wiederum geben ihre Panzer sowjetischer Bauart an die Ukraine. Die Rheinmetall Aktie ist seit Anfang des Jahres um 127% im Kurs gestiegen. Zu den Krisengewinnern zählt ebenfalls Saturn Oil & Gas. Mit seinen zahlreichen aktiven Ölbohr-Projekten steht den Investoren ein breit gestreutes Portfolio zur Verfügung.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 23.11.2022 | 05:05

    China sorgt für Paukenschlag in Katar: Chance für Nel ASA, Plug Power, First Hydrogen Aktien

    • Wasserstoff
    • Technologie
    • Energiewende
    • grüner Wasserstoff

    Eigentlich wollte sich Deutschland flüssiges Erdgas (LNG) aus Katar sichern, um die Abhängigkeit von Russland zu reduzieren. Doch jetzt grätscht China rein und sichert sich LNG-Lieferungen für die kommenden 27 Jahre aus dem Emirat. In dieser Zeit sollen 108 Mio. Tonnen geliefert werden. Deutschland wollte sich nur für fünf Jahre verpflichten. Der Deal der Bundesregierung ist damit zwar nicht unbedingt vom Tisch, doch es zeigt, dass die Gasversorgung auch in Zukunft alles andere als sicher und billig sein wird. Und es zeigt, wie wichtig Wasserstoff in Zukunft sein wird und dass die Politik die Förderung forcieren muss. Denn Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien kann Erdgas mindestens teilweise ersetzen. Davon können Unternehmen wie Nel ASA, Plug Power und First Hydrogen profitieren. In 2022 hat jedoch nur First Hydrogen überzeugt.

    Zum Kommentar