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09.08.2021 | 04:25

HighTech in der Zwickmühle – Metalle sind knapp! Varta, Carnavale Resources, Airbus

  • Rohstoffe
  • Technologie
Bildquelle: pixabay.com

Die Metallpreise beruhigen sich derzeit nicht! Das bringt Druck auf die Lieferketten. Denn viele Konzerne hadern derzeit mit ihrem Warenlager. Wird zu viel geordert, könnten aufgrund von Verzögerungen in der Fertigstellung die Regale überquellen und später extreme Kosten verursachen, denn ein hohes Working Capital ist ein Margen-Killer für die Industrie. Das Problem ist aber auch eher aktueller Natur. Es liegen viele Bestellungen vor, doch wichtige Bauteile wie Chips sind immer noch nicht lieferbar. Damit geht der Umsatz zurück, trotz voller Auftragsbücher. Im Umkehrschluss: Wenn sich dann mal alles normalisiert, werden die Preise für Metalle wahrscheinlich wieder scharf korrigieren müssen, weil wegen dann voller Lager keiner mehr nachbestellt. Ein wahres Dilemma für Minen wie für industrielle Abnehmer.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CARNAVALE RESOURCES LTD | AU000000CAV5 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , AIRBUS | NL0000235190

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
    "[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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    Varta – Der Ausbruch ist erst einmal geschafft

    Dass Preise vor allem einer psychologischen Komponente geschuldet sind, ist im aktuellen Marktgeschehen ablesbar. Für dringend benötigte Komponenten ist der Markt derzeit bereit, hohe Aufschläge zu zahlen, obwohl die Lieferung defacto erst Jahre später erfolgen wird. Genauso verarbeitet die Börse schon Phantasien, die sich erst in ein paar Jahren bilanziell niederschlagen werden. Das betrifft vor allem Batterie- und Wasserstofftechnologien.

    Die Varta AG ist ein Paradebeispiel für einen solchen Hoffnungs-Hype. In der ersten Euphoriewelle Januar-Februar 2021 wurde sie auf über 180 EUR hochgejubelt, bis dann der Realitätsschock viel geringerer Wachstumsraten und hoher Entwicklungsaufwendungen zu Buche schlug. Schon Anfang März stand der Wert wieder bei 105 EUR. Aus dem langem Seitwärtstrend ist die Aktie nun erneut ausgebrochen, denn die neue Batteriefabrik für die E-Mobilität schafft wieder emotionsgeladene Kaufargumente.

    Letzte Woche dann ein doppelter Rittberger! Rauf auf 160, runter auf 142 und zuletzt wieder über 160 EUR. Die Shorties in der Aktie haben wohl kalte Füße bekommen und deckten bis Freitag wieder Alles ein, was vorher leer verkauft wurde. Insgesamt bleibt für Varta aber ein beeindruckender Kursanstieg von 50% in nur fünf Monaten. Der fundamentale Rahmen hierfür passt jedoch keinesfalls. Bestände sollten unter 154 EUR konsequent ausgestoppt werden!

    Carnavale Resources – Viele Metalle auf einen Schlag

    Wer eine Antwort auf die knappe Rohstoff-Situation sucht, richtet seinen Blick auf Australien. Der rohstoffreiche Kontinent beherbergt alles, was die HighTech-Industrie braucht. So auch bei dem noch jungen australischen Explorer Carnavale Resources. Sein erfahrenes Management-Team um den CEO Humphrey Hale hat Zugriff auf mehrere hochgradige Projekte im Gold-, Kupfer-, Nickel- und Platingruppenelemente-Bereich. Alle Liegenschaften befinden sich in Westaustralien und zeigen sich nach den ersten Bohrungen sehr vielversprechend.

    Bislang ist die Ausrichtung auf Industrie- und Edelmetalle fokussiert. Treibend ist aktuell vor allem der Industriesektor, denn hier schlägt die Nachfrage regelrechte Kapriolen. Vor allem die Sektoren Energie, Renewables und die e-Mobilität zerren an den knappen Ressourcen. Das bringt die Preise nach oben und ruft so manche Projekte auch in abgelegenen Gegenden auf den Plan.

    Bei Carnavale sticht neben dem Nickel-Projekt Grey Dam vor allem das Barracuda-Projekt hervor. Es umfasst Vererzungen von Nickel-, Kupfer- und Platingruppenmetallen. Neueste Meldungen gibt es indes vom Edelmetallprojekt Kookynie mit ersten Nachweisen von herausragenden Goldgehalten. Das dritte Bohrprogramm lieferte hochgradige Abschnitte von zwei Metern Länge mit Erzgehalten von 3,34 bis 16,25 g/t AU.

    Carnavale Resources hat nun seine Option zum Kauf von 80% des Kookynie-Goldprojekts ausgeübt und dabei neben 250.000 AUD auch 50 Mio. neue Stammaktien ausgegeben. Der Verkäufer Western Resources Pty Ltd hat einer freiwilligen dreimonatigen Treuhandschaft für die ausgegebenen Aktien zugestimmt. Das nachfolgende Arbeitsprogramm in Kookynie umfasst nun die RC-Bohrungen zur Erprobung in der Tiefe und entlang der oberflächennahen hochgradigen Goldmineralisierung, die durch die jüngsten Bohrungen vordefiniert wurde.

    Mit 2,38 Milliarden ausgegebenen Aktien liegt aktuell eine Marktkapitalisierung von 18,2 Mio. AUD vor. Das Unternehmen befindet sich zu 50% in festen Händen, auch das Management ist signifikant beteiligt. Die Summe der Projekte und die gute Diversifikation bei Carnavale Resources macht Sinn und sollte mittelfristig zu wesentlich höheren Kursen führen.

    Airbus – Erstes H2O-Flugzeug kommt in 14 Jahren

    Ein weiterer Industrieriese, der dringenden Bedarf an komplexen Metallen hat, ist der Luftfahrt-Experte Airbus SE. Die europäische Technologie-Holding ist gerade dabei, die unterschiedlichen Ordereingänge nach der ersten Pandemiewelle in eine strategische Planung zu überführen. Komischerweise haben gerade die Airlines ganz unterschiedliche Bedarfe geäußert, je nachdem ob sie bereits vor der Krise hoch ausgestattet waren oder ihren Flotten-Erneuerungsbedarf krisenbedingt erst mal aufgeschoben haben. Kein leichtes Unterfangen für die Planungsmannschaft in Toulouse, denn der Konzern macht über 50 Mrd. EUR Umsatz und beschäftigt weltweit über 80.000 Mitarbeiter.

    Der Flugzeugbauer hat im Juli erneut deutlich weniger Jets an seine Kunden übergeben. Mit 47 Maschinen lag die Zahl der Auslieferungen deutlich unter den 77 vom Juni zuvor. Zwar holte der Konzern trotz der Corona-Krise Bestellungen über zwei neue Verkehrsflugzeuge herein, allerdings wurden Aufträge im Umfang von sieben Jets auch wieder storniert. Airbus-Chef Guillaume Faury will im laufenden Jahr etwa 600 Verkehrsflugzeuge an seine Kunden übergeben, das sind 6% mehr als die 566 Maschinen aus dem Corona-Jahr 2020. Die Zahl von 863 ausgelieferten Jets aus dem Rekordjahr 2019 bleibt aber weit entfernt.

    Eine neue Hoffnung könnte die Entwicklung des ersten Wasserstoff-Passagierjets sein. Bis zum vergangenen Dezember stellte Airbus vier Konzepte für H2O-betriebene Flugzeuge vor. Aus diesen Ideen soll bis 2035 mindestens ein betriebsbereites Verkehrsflugzeug entstehen. Zwei Kompetenzzentren für das Projekt namens Zero E werden laut Airbus bis 2023 in Nantes und Bremen betriebsbereit sein, um Wasserstofftanks zu bauen. Ein erster Flugtest ist dann für 2025 geplant, dabei hat Airbus auch Tests mit dem an sich ausrangierten A380 im Visier. Interesse von Kundenseite war von Lufthansa zu hören, einem der größten Airbus-Kunden.

    Die Airbus-Aktie hat auf Sicht von einem Jahr nun 70% zugelegt und steht mit 117 EUR nur noch rund 20% unter seinem Vorkrisen-Niveau. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht. Halten sie ihre Bestände mit engem Stop bei 111 EUR.


    Knappe Metalle machen der HighTech-Branche zu schaffen. Tendenziell werden diese zu Margenbeeinträchtigungen bei Varta und Airbus führen. Der lachende Dritte ist Carnavale Resources, sie besitzen eine Menge der gefragten Multi-Metalle im Boden.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    3. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen

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    Die globale Konjunkturerholung nach der Pandemie und die steigenden Investitionen in eine klimafreundlichere Energie-Infrastruktur sorgen bei gleichzeitigen Lieferkettenunterbrechungen für höhere Preise bei den Rohstoffen. Die Knappheit bei Industriemetallen, die dringend für die Klimawende gebraucht werden, dürfte sich in den nächsten Jahren weiter materialisieren. Durch den schwellenden Handelskonflikt zwischen den USA und China wird diese noch einmal deutlich verschärft. Es drohen massive Engpässe bei der Produktion und stark steigende Preise bei den jeweiligen Materialien.

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    • Lithium
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