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05.04.2024 | 04:45

KI, Rüstung und Wasserstoff – Die explosive Mischung: Super Micro Computer, First Hydrogen und Renk Group

  • Rüstung
  • Verteidigung
  • Wasserstoff
  • Energiewende
Bildquelle: pixabay.com

Nach einer ausgedehnten Rally an der NASDAQ, im DAX-40 und zuletzt beim Nikkei 225 setzen nun Branchen-Rotationen ein. Ob der KI-Sektor bereits gedreht hat, zeigt sich in den nächsten Wochen. Nur einmal in der Börsengeschichte gab es ein stärkeres erstes Quartal für eine bestimmte Branche. Es war der Wasserstoff-Hype im Übergang von 2020 auf 2021. Plug Power schaffte damals eine Verzwanzigfachung im Kurs. Kaum zu glauben, was liquiditätsverwöhnte Börsen leisten können. Nun sollten Anleger aber die Augen offenhalten, denn die Sektoren Künstliche Intelligenz und Rüstung sind ähnlich überinvestiert, wie die H2-Titel vor einigen Jahren. Die Zeit für Umschichtungen ist wohl gekommen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: RENK AG O.N. | DE000RENK730 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , SUPER MICRO COMPUT.DL-_01 | US86800U1043

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Inhaltsverzeichnis:


    Renk Group – Mit Rückenwind ins neue Jahr

    Das IPO der Renk Group erfolgte passgenau in die Aktualität der kriegerischen Konflikte in der Ukraine und Israel. Ein besseres Timing für den ehemaligen Maschinen- und Zahnradexperten aus dem VW-Konzern hätte es wohl nicht geben können. Seit der Erstnotiz hat sich der Wert nun mehr als verdoppelt, damit auch die Bewertung. Freilich hat das Geschäftsmodell nun zeitgemäße Stärken, nach jahrelangem Rückbau in Friedenszeiten. Öffentliches Geld ist wieder in unendlicher Ausprägung vorhanden und die Aufträge schießen wie Pilze aus dem Boden.

    Mit den nun vorgestellten Zahlen für 2023 konnten die Erwartungen der Anleger sogar ein Quäntchen übertroffen werden. Denn im vergangenen Jahr konnte Renk Ordereingänge mit einem Volumen von 1,3 Mrd. EUR verbuchen und damit einen frischen Rekord aufstellen. Die Erlöse kletterten derweil um 9 % auf 926 Mio. EUR und das bereinigte EBIT erreichte 150 Mio. EUR. Unter dem Strich verdoppelte sich der Nettogewinn auf 32 Mio. EUR. Noch optimistischer stimmt lediglich der Blick nach vorn, denn die Augsburger rechnen auch weiterhin mit starken Geschäften. Der Auftragsbestand konnte auf mittlerweile 4,6 Mrd. EUR gesteigert werden, im Heimatmarkt Europa vollzieht sich gerade auch eine großangelegte Modernisierung der Verteidigungssysteme. Für 2024 werden daher neue Umsatzrekorde prognostiziert, die sich im Bereich von 1,0 bis 1,1 Mrd. EUR abspielen sollen, ein Wachstum von 7 bis 15 %. Auf längere Sicht wird eine Umsatzsteigerung von rund 10 % jährlich bei steigenden Margen in Aussicht gestellt.

    Die Sicherheit in Europa ist gefährdet, eine Investition in Rüstungswerte macht auf längere Sicht Sinn. Im Fall von Renk hat man jedoch die angemessene Bewertung für 2026 bereits heute erreicht. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 3,5 ist die Aktie so teuer wie nie. Es sollte daher nicht wundern, wenn der Kurs noch einmal zum Luftholen unter die 30 EUR-Marke rutscht. Gestern wurde der Titel nach erneuten 37 EUR immer schwächer, ein Stop bei 34 EUR ist technisch aktuell anzuraten. Da das Momentum bereits kippt, bleibt keine Zeit zum Nachdenken.

    First Hydrogen und Plug Power – Grüne Zukunft zu besten Einstiegspreisen

    Der Druck zur Reduzierung schädlicher Klimagase ist hoch. Im Inflation Reduction Act (IRA) der aktuellen US-Administration unter Joe Biden sind einige Programme zur Energiewende enthalten. Sie umfassen vor allem Investitionen von öffentlichen Behörden und Transporteinrichtungen. Auch Internet-Riesen wie Amazon reden medienwirksam über die Notwendigkeit, die Auslieferung von Paketen weltweit mit einer „Zero Carbon-Strategy“ umzusetzen. Dann wären da noch die vielen ESG-Fonds weltweit, die sich nach Unternehmen umsehen, welche positive Klima-Effekte in ihrem Geschäftsmodell umsetzen können.

    Der kanadische Spezialist für wasserstoffbasierte Transporter und angehender Produzent eines Grünen Wasserstoff Ökosystems in Quebec hat im ersten Quartal bereits große Schritte vollzogen. Die Tests der leichten Lieferfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb (FCEV) konnten bereits dreimal erfolgreich absolviert werden, zuletzt mit dem großen Gasversorger Wales & West Utilities (WWU). Aktuell finden Gespräche mit verschiedenen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen über die Aufnahme von FCEVs in die Flotten oder die Umrüstung bestehender Fahrzeuge auf wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen unter Verwendung des Antriebsstrangs des Unternehmens statt. Parallel wurde die Machbarkeitsstudie für den kombinierten 35 Megawatt H2-Produktionsstandort inklusive Montagewerk in Shawinigan, Quebec gestartet. Die ersten Fahrzeuge sollen dort bereits in einigen Jahren vom Band rollen. First Hydrogen geht davon aus, dass Flottenbetreiber wie WWU den Absatz von emissionsfreien Fahrzeugen vorantreiben werden, da sie sich in ihrer Dekarbonisierungs-Strategie im Einklang mit staatlichen Vorgaben bis zum Jahr 2035 von fossilen Antriebssystemen verabschieden müssen. Vorreiter in der Energiewende genießen gerade bei Anlegern höchste Beachtung.

    DataHorizzon Research berichtet, dass der globale Markt für Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeuge von 2,2 Mrd. USD im Jahr 2023 auf ca. 82 Mrd. USD bis zum Jahr 2032 explodieren wird. Die First Hydrogen-Aktie hat ihre Konsolidierung nun endlich hinter sich gebracht. Gestern gab es auf Tradegate Spitzenkurse von 0,81 EUR, das Volumen zog deutlich an. Damit ist das innovative Unternehmen mit knapp 57 Mio. EUR bewertet. Ein Klacks für die herausragenden Perspektiven in einem haussierenden Markt mit einer prognostizierten, jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von über 45 %. Jetzt einsammeln!

    Am 17. April um 15:30 Uhr CET tritt François Morin (VP Corporate and Business Development) vor die Kamera des International Investment Forums und berichtet über die neuesten Entwicklungen. Der Ausblick auf 2024 dürfte spannend werden. Hier geht´s zur Anmeldung.

    Auch die Aktie Plug Power zeigte gestern wieder erste Lebenszeichen. Da dieser Wert Benchmark-Charakter besitzt, könnten die Allokationen zugunsten Wasserstoff in den nächsten Tagen wieder auf den Plan kommen. In der letzten Zwischen-Rally vom Januar konnte Plug Power sagenhafte 140 % in nur einem Monat zulegen. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis ist in 3 Jahren Baisse nun von 25 auf aktuell 1,5 reduziert worden. Plug Power ist bei vergleichbarem Umsatz nur noch halb so viel wert wie Renk.

    Super Micro Computer – Das könnte eine SKS-Umkehrformation werden

    Seit einigen Wochen berichten wir nun schon zur Aktie von Super Micro Computer. Nach einem mehrfachen Hoch bei knapp 1.200 USD versucht der Wert derzeit technisch die Zone um 1.000 USD zu sichern. Freilich war die Verfünfachung seit Dezember 2023 einer ausgeprägten Superhausse im Sektor Künstliche Intelligenz geschuldet. Wie so oft ist ein Großteil dieser Neubewertung nun aber erfolgt und Investoren der ersten Stunde sitzen auf riesigen Gewinnen. Wie seinerzeit bei Wasserstoff- oder Lithium-Aktien sollten sie die Tür allmählich schließen, wenn der Wert ins Taumeln kommt oder die Sektor-Rotation gegen die Künstliche Intelligenz läuft. Im technischen Chartbild sollte die Aktie nicht nachhaltig unter 1.000 USD fallen, denn dann vollendet sich die S-K-S-Umkehrformation mit erster Auffanglinie bei ca. 700 USD. Eine Stop-Linie bei 950 USD kann technisch ausgemacht werden.

    Einen interessanten Gleichlauf zeigen die Aktien von Nvidia und Super Micro Computer. Auch der Neuling Renk Group ist nicht zu stoppen. Wasserstofftitel haben ihren Ausverkauf eventuell beendet, hier lauern tiefe Einstiegskurse. Quelle: Refinitiv Eikon vom 04.04.2024

    Es ist schwieriger geworden, noch ziehende Pferde zu finden. Der KI-Sektor scheint vor einer größeren Konsolidierung zu stehen. Das verschafft den Standardtiteln noch ordentlich Raum, Bewertungslücken zu schließen. Im Sektor Wasserstoff herrscht seit dem Boom in den Jahren 2020/2021 tiefste Tristesse. Aber auch hier geht es seit Wochen nicht mehr nach unten. Zeit für wohldefinierte Umschichtungen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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