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26.07.2023 | 04:44

Klimaschutz ja, aber warum geht die Rechnung nicht auf? Nikola, Nordex, Saturn Oil + Gas und JinkoSolar im Fokus

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Bildquelle: pixabay.com

Die Welt stellt sich oft anders dar, als sie wirklich ist. In Deutschland beispielsweise herrscht ein Öl- und Gasmangel, was für die Industrie und private Verbraucher eine große Bürde darstellt. Die erneuerbaren Energien machen zwar mittlerweile 56 % des installierten Nennwerts aller Kraftwerke aus, sie sind aber leider nicht grundlastfähig. Scheint wenig Sonne und geht kein Wind, müssen Gas- und Kohlekraftwerke noch einen Gang höher geschaltet werden, um den Energiekonsum decken zu können. Gerade das Öl bleibt der Grundstoff für 100.000 Produkte, welche Kunststoff enthalten. Mit dem grünen Traum der gänzlichen Unabhängigkeit von fossilen Energien wird es also erst mal nichts. Wo liegen die Chancen für Anleger?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , NIKOLA CORP. | US6541101050

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Inhaltsverzeichnis:


    Bernd Krüper, President & Director, dynaCERT Inc.
    "[...] dynaCERT hat mit dem Gerät HydraGEN eine Lösung auf den Markt gebracht, die zur Nachrüstung von Dieselmotoren entwickelt wurde, um die Umwelt zu schützen und die zugleich wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. [...]" Bernd Krüper, President & Director, dynaCERT Inc.

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    JinkoSolar versus Nordex – In großen Schritten voran

    Der Proof-of-Concept bei Solarenergie scheint langfristig positiv zu verlaufen. Denn während der größte Solarmodul-Hersteller der Welt JinkoSolar steigende Gewinne vermelden kann, sieht es bei dem Windanlagenbauer Nordex bis 2024 wohl eher mau aus. Völlig außer Acht gelassen in der Öko-Bilanz grüner Politiker ist, dass Wind- und Solaranlagen maximal 20 Jahre laufen, ehe sie recycelt werden müssen. Das sind aber tausende Tonnen von Sondermüll jedes Jahr und die ersten Windräder sind schon im abrissfähigen Zustand.

    Der chinesische Solarspezialist JinkoSolar sieht sich in der Lage, das Welt-Energieportfolio positiv zu gestalten und so Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Laut einer Rede des CEO David Li ist das die Vision seit der Gründung des Unternehmens. Bis zur Jahresmitte 2023 wird JinkoSolar bereits mehr als 150 GW an Modulen ausgeliefert haben. Bislang wurden weltweit 1.320 GW an Solarmodulen installiert, jedes zehnte Element stammt somit aus der chinesischen Produktion von Jinko. Probleme macht noch der Zugang zum US-Markt, der wegen andauernder Handelsstreitigkeiten mit hohen Zöllen belegt ist.

    Nordex möchte den Umsatz Jahr für Jahr um etwa 5 % steigern, in 2024 soll dann ein erster Gewinn eingefahren werden. Nach 3 Gewinnwarnungen in 2022 ist das Unternehmen derzeit wieder im Aufwind. Morgen am 27.07. gibt es Zahlen zum 2. Quartal, Experten taxieren den Verlust je Aktie bei etwa 29 Cent. Ein Grund genauer hinzuschauen.

    Auf der Plattform Refinitiv Eikon votieren 6 von 9 Analysten bei JinkoSolar mit „Kaufen“ und einem durchschnittlichen Kursziel von 58,20 EUR, rund 50 % Aufschlag zum aktuellen Kurs von 38,80 EUR. Bei Nordex sind es 9 von 13 mit positiver Stimme und einem Kursziel von 15,20 EUR. Hier ist man schon deutlich vorsichtiger. Beide Werte passen wegen ihrer Marktstellung in ein „grünes Portfolio“.

    Saturn Oil & Gas – Großaktionäre stocken weiter auf

    Saturn Oil & Gas hat sich durch zwei Megadeals in 2022 und Anfang 2023 in eine neue Größendimension geschwungen. Die noch relativ junge Ölgesellschaft nutzt die Chancen der üppigen Verfügbarkeit von Schieferöl & Gas in Saskatchewan und Alberta. Dabei operiert das Unternehmen sehr nachhaltig und kümmert sich um die Pflege seiner Bohrstellen sowie um die Belange der umliegenden Bevölkerung. Die durchschnittliche Tagesförderung liegt nun bei über 30.000 Barrel-Äquivalenten bestehend aus 95 % Öl und 5 % Erdgas.

    Ein Blick auf die Zahlen begeistert. Die laufende operative Gewinnerwartung für 2023 liegt bei etwa 475 Mio. CAD auf Basis EBITDA. Nach Abzug der Reinvestitionskosten für neue Liegenschaften ergibt sich daraus unter dem Strich ein Cashflow je Aktie von ca. 3 CAD, das liegt gut 25 % über dem aktuellen Börsenpreis. In den kommenden 30 Monaten fließt der verfügbare Cashflow noch in die Tilgung, erst dann ist mit einer Dividende zu rechnen.

    Fünf Analysten auf der Plattform Refinitiv Eikon erwarten einen 12-Monats-Zielkurs von 6,22 CAD. Die offensichtliche Unterbewertung haben der Großaktionär GMT und einige Tochtergesellschaften genutzt, um ihr Engagement um 6,99 Mio. Aktien auf nun 24,91 % Gesamtanteil zu erhöhen. Mit einem EV/EBITDA-Ratio von nur 1,7 führt Saturn Oil & Gas die Liste der günstigsten, nordamerikanischen Ölförderer an. Vor 2 Wochen sind insgesamt 30,54 Mio. Warrants verfallen und mit 2,38 CAD steht der Wert nur 13 % über dem sehr niedrigen Transaktionspreis der Ridgeback-Akquisition.

    Der Chart der SOIL-Aktie liegt in der 12-Monats-Performance mit 17 % im Plus. Nur Nordex kann 48 % verbuchen, die Branchen-Peers Nikola und Nel liegen weit in der Verlustzone. Quelle: Refinitiv Eikon vom 25.07.2023

    Nikola Motors – Der Markt wartet auf das erste Produkt

    Noch lange nicht über den Berg ist die Nikola Motors-Aktie. Das US-StartUp wollte bereits in 2022 den ersten elektrisch-getriebenen LKW auf die Straße bringen. Nun gab es am Firmenstandort in Arizona den Brand eines beschädigten E-LKWs. Mittelfristig hat sich das Management für die Brennstoffzelle als Zukunft für saubere Transport- und Logistik-Lösungen entschieden. Das Unternehmen kann hier zumindest schon erste Deals vermelden. Fortescue Future Industries (FFI) erwirbt das Phoenix Hydrogen Hub Projekt des Unternehmens, um dort eine auf Elektrolyse basierende Wasserstoff-Produktionsanlage zu errichten.

    Nikola muss in seiner kapitalintensiven Energiestrategie mit Partnern zusammenzuarbeiten, um die H2-Strategie auf die Straße zu bringen. Man hofft dabei auf Millionenhilfen aus dem Inflation-Reduction-Act der Biden Administration, um die nächsten großen Schritte zu gehen. Der Erwerb des Phoenix Projekts durch FFI ist ein wichtiger Schritt für eine funktionierende H2-Infrastruktur, ohne die es keine Investitionen des Transportgewerbes gäbe.

    Die Nikola-Aktie bleibt spannend und hochvolatil, denn bis die ersten emissionsfreien Fahrzeuge in den Verkauf kommen, dürften noch viele Monate vergehen. Nach einem schnellen Short-Squeeze um 100 % auf über 2,70 EUR fiel die Aktie gestern wieder auf 2,05 EUR zurück. Die Analysten bei Refinitiv Eikon bleiben neutral und erwarten einen Maximalkurs von 2,60 USD in den nächsten 2 Monaten. Die recht üppige Shortquote von 21 % könnte aber Casino-Spekulanten weiterhin Freude bereiten, wenn gute Meldungen aus Arizona eintrudeln und die Leerverkäufer an den Orderdesk rufen.


    Der Greentech-Markt bleibt im Fokus der Anleger. Während die meisten Unternehmen aus dem Sektor noch kein Geld verdienen, sprudeln die Cashflows bei Saturn Oil & Gas üppig. Reduzieren sie ihr Portfolio-Risiko durch wohlüberlegte Diversifikation.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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