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08.05.2026 | 05:10

Leonardo, Volatus Aerospace, Hensoldt - Krieg und KI treiben den nächsten Milliardenboom

  • Drohnentechnologie
  • Rüstung
Bildquelle: pixabay.com

Die moderne Kriegsführung verändert die globale Sicherheitsarchitektur grundlegend und schafft gleichzeitig milliardenschwere Wachstumsmärkte. Drohnen, autonome Systeme, digitale Aufklärung und KI-gestützte Verteidigungstechnologien gewinnen durch die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten massiv an Bedeutung. Staaten weltweit erhöhen ihre Militärbudgets und investieren gezielt in elektronische Kampfführung, Cybersicherheit und intelligente Waffensysteme. Unternehmen, die sich frühzeitig mit skalierbaren Plattformen, Sensorik oder autonomen Lösungen positioniert haben, profitieren bereits heute von prall gefüllten Auftragsbüchern und stark steigenden Margen. Besonders gefragt sind integrierte Systeme aus Hardware, Software und Datenanalyse, ein Markt, der erst am Anfang eines langfristigen Superzyklus stehen könnte.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: LEONARDO S.P.A. EO 4_40 | IT0003856405 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF

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Inhaltsverzeichnis:


    Leonardo im Aufwind - Operative Stärke und pralle Auftragsbücher

    Leonardo startete das Geschäftsjahr 2026 mit operativer Dynamik. In den ersten drei Monaten stiegen die Erlöse auf 44,5 Mrd. EUR, was einem Zuwachs von 6,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Besonders hervorzuheben ist die signifikante Steigerung des operativen Ergebnisses, das um ein Drittel auf 435 Mio. EUR zulegte. Zwar erscheint der unbereinigte Überschuss im direkten Vergleich niedriger, doch bereinigt um einmalige Effekte aus dem Vorjahr zeigt sich eine deutliche Erhöhung der tatsächlichen Ertragskraft.
    Ein wesentlicher Pfeiler dieses Erfolgs ist die weiterhin hohe Auftragslage. Allein im ersten Quartal akquirierte der Technologiekonzern neue Projekte im Volumen von 9 Mrd. EUR, was die Gesamtsumme der offenen Bestellungen auf 57 Mrd. EUR hebt. Ein aktuelles Beispiel für diese Nachfrage ist ein umfangreicher Mehrjahreskontrakt über Hubschrauberlieferungen, der ein Volumen von über einer halben Mrd. EUR umfasst. Neben der klassischen Luftfahrtsparte, die zweistellig expandierte, erweist sich zunehmend die digitale Sicherheit als lukratives Zukunftsfeld. Hier verzeichnete das Unternehmen Zuwachsraten von fast 20 %, getrieben durch den weltweiten Bedarf an moderner Verteidigungstechnologie und Cyberschutz.

    Für den weiteren Verlauf des Jahres zeigt sich die Konzernführung äußerst zuversichtlich. Die bisherigen finanziellen Zielsetzungen wurden vollumfänglich bestätigt, wobei ein Jahresumsatz von etwa 21 Mrd. EUR angestrebt wird. Angesichts der stabilen Nachfrage in den Kernbereichen Verteidigung und Elektronik sowie der prall gefüllten Auftragsbücher ist Leonardo hervorragend positioniert, um seine Marktanteile weiter auszubauen und das hohe operative Tempo beizubehalten.

    Volatus Aerospace - NATO, KI und Krieg verleihen Rückenwind

    Der globale Drohnenmarkt entwickelt sich immer stärker zu einem strategischen Zukunftssektor. Steigende Verteidigungsbudgets, geopolitische Spannungen und der wachsende Bedarf an Überwachung kritischer Infrastruktur treiben die Nachfrage nach autonomen Systemen massiv an. Experten erwarten, dass allein der Markt für Drohnenabwehr bis 2030 auf über 20 Mrd. USD wächst. Gleichzeitig gewinnen zivile Anwendungen wie Pipeline- und Stromnetzinspektionen rasant an Bedeutung. Unternehmen wie Volatus Aerospace, die Hardware, Software und operative Dienstleistungen kombinieren, könnten dabei überproportional profitieren.

    Die Kanadier verstehen sich nicht als reiner Drohnenhersteller, sondern als integrierte Aerospace-Plattform. Das Unternehmen verbindet Drohnen, bemannte Luftfahrt, Software, Training und Datendienstleistungen zu einem geschlossenen Ökosystem. Dadurch entstehen mehrere Erlösquellen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Besonders attraktiv sind die wiederkehrenden Umsätze aus Serviceverträgen und der neuen SaaS-Plattform SKYDRA zur Drohnenabwehr, deren Margen laut Unternehmen bei bis zu 85 % liegen könnten.

    Im Verteidigungsbereich profitiert Volatus zusätzlich von Kanadas neuer Defence Industrial Strategy. Über 80 Mrd. CAD sollen künftig verstärkt in heimische Anbieter fließen. Mit einer eigenen Produktions- und Systemintegrationsbasis in Québec sowie engen NATO-Verbindungen ist Volatus strategisch hervorragend positioniert. Mehr als 100.000 geschulte Drohnenpiloten und Aufträge aus NATO-Staaten unterstreichen die operative Stärke. Jüngst verstärkte zudem US-Air-Force-General a. D. Peter Fesler den Beraterkreis.

    Auch die Zahlen zeigen ein dynamisches Wachstum. 2025 stieg der Umsatz um 26 % auf 34 Mio. CAD. Gleichzeitig verfügt Volatus über eine Auftragspipeline von mehr als 600 Mio. CAD sowie rund 40 Mio. CAD Liquidität. Analysten sehen daher erhebliches Potenzial und rufen Kursziele von bis zu 1,25 CAD aus. Sollte der Drohnenboom weiter Fahrt aufnehmen, könnte Volatus Aerospace zu den spannendsten Wachstumsstorys im Sektor zählen.

    Hensoldt übertrifft operative Prognosen

    Auch Hensoldt blickt auf den erfolgreichsten Auftakt eines Geschäftsjahres in seiner bisherigen Historie zurück. Im ersten Quartal 2026 konnte der Elektronikspezialist seine Erlöse um 25 % steigern, was einem Wert von etwa 496 Mio. EUR entspricht. Besonders hervorzuheben ist der Auftragsbestand, der mittlerweile bei 9,8 Mrd. EUR liegt. Diese enorme Summe übertraf die Prognosen vieler Experten deutlich und sorgt für eine hohe Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Auch die operative Gewinnmarge entwickelte sich im Rahmen der Erwartungen, was die solide wirtschaftliche Verfassung des Konzerns unterstreicht. Das Management bestätigte aufgrund dieser stabilen Basis die bisherigen Ziele für das gesamte Geschäftsjahr 2026.

    Das dynamische Wachstum speist sich vor allem aus dem weltweit hohen Bedarf an moderner Sensortechnik und elektronischen Aufklärungssystemen. Hensoldt ist als Schlüsselpartner in große europäische Verteidigungsprogramme eingebunden, darunter der Eurofighter sowie das Flugabwehrsystem IRIS-T. Ein entscheidender strategischer Meilenstein ist zudem die erfolgreiche Eingliederung des IT-Dienstleisters ESG. Durch diesen Zukauf erweitert das Unternehmen sein Portfolio signifikant im Bereich digitaler Dienste und militärischer Software. Dadurch richtet sich Hensoldt zunehmend als ganzheitliches Systemhaus aus, das Hardware und Software aus einer Hand liefert. Diese technologische Verzahnung erweist sich als zentraler Motor für die anhaltende Flut an Neubestellungen.

    Obwohl die Geschäftszahlen operativ voll überzeugten, reagierte der Kapitalmarkt zunächst mit moderaten Kursverlusten. Marktbeobachter interpretieren dies primär als klassische Gewinnmitnahmen nach einer starken Kursrallye. Trotz der kurzfristigen Abgaben bewerten Analysten die fundamentale Lage äußerst positiv, da das Verhältnis zwischen neuen Aufträgen und realisiertem Umsatz weit über dem Branchendurchschnitt liegt. Die enorme Visibilität der künftigen Erträge durch die prall gefüllten Orderbücher festigt das Vertrauen in die langfristige Wertentwicklung, ungeachtet der momentanen Schwankungen an der Börse.


    Leonardo überzeugt mit starkem Gewinnwachstum und einem rekordhohen Auftragsbestand im Bereich Verteidigung und Cybersicherheit. Volatus Aerospace profitiert vom Drohnen-Superzyklus und kombiniert NATO-Nähe mit skalierbaren Software- und Serviceerlösen. Hensoldt baut seine Position als Schlüsselanbieter für moderne Sensorik und elektronische Aufklärung durch volle Orderbücher und strategische Zukäufe weiter aus.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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    Erstmals seit dem Kalten Krieg pumpt die NATO Rekordsummen in die Verteidigung, 108 Mrd. EUR allein für Deutschland. Doch moderne Fregatten, Kampfpanzer und Jets verschlingen kritische Metalle wie Vanadium, Germanium und Seltene Erden. Ohne diese Rohstoffe bleiben selbst Hightech-Waffen unbrauchbar. China dominiert die Lieferketten und schafft eine gefährliche Engstelle. Doch obwohl die Vorzeichen für die Unternehmen in diesem Bereich kaum besser sein könnten, notiert kaum ein Wert an seinen Höchstständen. Wir sehen uns heute mit TKMS, Strategic Resources und Lockheed Martin drei interessante Unternehmen an, die das Potenzial für neue Höchststände haben.

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