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17.11.2021 | 04:44

Varta, Sierra Grande Minerals, Leoni, Nordex – Kritische Rohstoffe, explodierende Preise!

  • Rohstoffe
  • Metalle
  • E-Mobilität
Bildquelle: pixabay.com

Geht es nach den aktiven Vorschlägen vieler Klimaschützer, fahren wir am besten alle mit dem Fahrrad. Denn die Klimamaßnahmen, hier insbesondere die CO2-Steuern, werden eine Bewegung mit fossiler Energie bald unmöglich machen. Im Oktober erreichte der Spritpreis E10 an manchen Tankstellen die 2,00 EUR-Marke. Damit ist das in den 90iger-Jahren formulierte Benzinpreis-Ziel der Grünen von damals 5,00 D-Mark zu 80% erreicht. Auf den Ölpreis berechnet, würde ein Liter rafinierter Treibstoff nur etwa 0,60 EUR kosten, der Rest setzt sich bekanntlich aus Abgaben und Steuern zusammen. Interessant ist, dass in Aufzeichnungen des Bundesrechnungshofs gerade die politischen Klimaschutz-Protagonisten mit herausragend vielen Autofahrten und Flugkilometern auffallen. Einschränken sollen sich anscheinend nur manche, andere eher privilegierte Gruppen, genießen dann eine freie Fahrt. Ist das die Zukunft der individuellen Mobilität?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Sierra Grande Minerals | CA82631L1085 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , LEONI AG NA O.N. | DE0005408884

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Inhaltsverzeichnis:


    Varta – Die Zahlen haben wieder enttäuscht

    Geht es nach den politischen Treibern in Deutschland, soll E-Mobilität einen elitären Anstrich bekommen. Schließlich zeigen sich die Verfechter dieser Antriebstechnologie extrem zukunftsorientiert. Von steuerlichen Motiven wollen wir an dieser Stelle nicht sprechen, denn was politisch gefordert wird, funktioniert meist nur mit entsprechenden Anreizen, denn dann hört das Publikum wenigstens zu. Im Falle eines Elektromobils summieren sich die staatlichen Zuschüsse beim Neuwagenkauf auf fast 10.000 EUR – das entspricht dem Preis eines VW Golf aus dem Jahr 1995.

    Mit einer Innovation könnte in den nächsten zwei Jahren Varta in den Markt eintreten. Nach viel Hoffnung im Markt, haben die Ellwanger mit ihren Q3-Zahlen leider wieder Realismus einkehren lassen. Die Entwicklung einer leistungsstarken Autobatterie für die E-Mobilität verschlingt Geld und dauert länger als Visionäre wahrhaben wollen. Ein wichtiger Schritt ist aber getan, denn laut Varta haben die in den vergangenen Jahren neu entwickelten Lithium-Zellen eine etwa 30% verbesserte Energiedichte. Diese Technologie wird künftig auch auf größere Batterieformate übertragen werden müssen. Daran arbeitet man hochkonzentriert und kostenträchtig.

    Der Aktienkurs war offensichtlich seit Monaten einem möglichen Überraschungs-Event vorausgelaufen, der aber erst im Verlauf 2022 oder 2023 so richtig ans Tageslicht kommt: Die Super-Batterie, Made in Germany! Bis dahin ist weiterhin Rationalität angesagt. Das heißt nicht, dass ein Trading-Investment bei 111 EUR nicht vielleicht auch zum 4. Mal gut gehen kann! Sollte die Aktie allerdings signifikant unter 100 EUR schließen, wird es wohl dunkel um den Kurs.

    Sierra Grande Minerals – Eine Multimetall-Liegenschaft in Nevada

    Die Industrie arbeitet mit großem Aufwand an der Reduzierung von Treibhausgasen. Entscheidend für den Erfolg vieler Technologien bleibt aber die Verfügbarkeit von Kupfer und anderen technischen Metallen. Der kanadische Explorer Sierra Grande Minerals fokussiert sich in seinen Liegenschaften in Peru und Nevada vor allem auf Kupfer sowie auch auf Silber, Gold und Molybdän.

    Nun gibt es die ersten Ergebnisse aus den angekündigten geochemischen Bodenprogrammen. Sie beziehen sich auf die Liegenschaften B&C Springs-Mildred im westlichen Zentral-Nevada, welche eine wichtige Schürfstelle in der südlichen Paradise Range im Fairplay Mining District abbilden. Paradise Peak ist eine aktive Tagebaugoldmine, frühere Explorationsaktivitäten auf B&C Springs konzentrierten sich auch auf kupfer-molybdän-haltige, nichtedelmetall- und edelmetall-haltige Skarn- und Gangvorkommen. In Mildred lag der Fokus bisher eher auf Edelmetallen. Die insgesamt 544 geochemischen Proben zeigen einige Anomalien und Multimetall-Vererzungen, die eine industrielle Ausbeute durchaus nahelegen. In der Nähe der Mine Mildred und in Richtung des südwestlichen Teils der Liegenschaft, wo es zahlreiche historische Prospektionsgruben, Stollen und flache Schächte gibt, bestätigt die geochemische Bodenanalyse auf Gold und Silber das Potenzial dieses Gebiets für eine Edelmetallvererzung.

    Die Knappheit an strategischen Metallen gibt den Geologen von Sierra Grande ausreichend Argumente in die Hand, das noch junge Projekt schneller voranzutreiben. Aktuelle Lieferengpässe nötigen bestehende Betriebe aktuell zur Höchstleistung. Sierra Grande Minerals kann in ein paar Jahren ein neuer Minenbetrieb werden und wichtige Versorgungslücken schließen. Die Sierra Grande-Aktie ist seit Mai in Frankfurt notiert, ein limitierter Einstieg zu einer Bewertung von 7 Mio. CAD möglich.

    Leoni – Der operative Kampf geht weiter

    Der zuletzt schwer angeschlagene Autozulieferer Leoni bleibt operativ weiter in der Gewinnzone, kämpft aber noch immer gegen einen Berg von Schulden. Die langfristigen Netto-Verbindlichkeiten sind zum Ende des dritten Quartals auf 1,67 Mrd. EUR geklettert, im Vergleich zu 1,50 Mrd. EUR im Vorjahr. Die Eigenkapitalquote bildete sich dabei weiter zurück auf 7,2 nach 10,2%. In den ersten neun Monaten hatte Leoni seine Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33,3% auf 3,82 Mrd. EUR erhöhen können, beim EBIT steht ein Plus von 76 Mio. EUR, nach einem Minus von 217 Mio. EUR ein Jahr zuvor. Das Nettoergebnis blieb mit 8 Mio. EUR noch im negativen Bereich.

    Vorstandschef Aldo Kamper gab sich optimistisch, dass der Turnaround nicht mehr weit ist. Obwohl Lieferkettenprobleme und damit verbundene temporäre Nachfrage-Ausfälle vor allem aus der Autoindustrie zu großen Problemen führten, bleibt man in der Führungsetage ruhig. Dort sieht man den Cash-Flow in 2022 deutlich verbessert, denn ein mit 450 Mio. EUR bewerteter Teil der Kabelsparte konnte erfolgreich verkauft werden. Der Deal soll in Q1 2022 über die Bühne gehen und senkt die Verschuldung spürbar.

    „Insgesamt hat sich Leoni unter den im dritten Quartal erheblich eingetrübten Rahmenbedingungen weiter stabilisiert", sagte Kamper. Durch den Stop-and-Go-Betrieb bei einigen Kunden und den anhaltenden Störungen hat sich Leoni aber weiter flexibilisiert und robuster aufgestellt. Leoni wird mit dem durchgeführten Kostensenkungsprogramm von kommendem Jahr an jährlich 700 Mio. EUR an Kosten einsparen. Die Leoni-Aktie hat seit August wieder 33% verloren und kostet aktuell 12,10 EUR. Wenn man den Schätzungen der Analysten glauben darf, ist das auf Basis 2023e ein KGV von 5.

    Nordex – Technisch gedreht, aber das operative Geschäft bleibt schwierig

    Nordex kämpft immer noch mit viel Gegenwind. Die Zahlen zum 3. Quartal zeigen deutlich, dass der Windanlagenbauer das Margenproblem nach wie vor nicht in den Griff bekommt. Die angespannten Lieferketten und hohe Rohstoffpreise streuen Salz in die Suppe. Gut gefüllt bleiben dagegen die Auftragsbücher, denn jüngst hat Nordex einen neuen Großauftrag vermeldet. In der Türkei hat man vom Kraftwerksbetreiber Enerjisa Uretim einen Auftrag über zwölf Turbinen des Typs N163 erhalten. Insgesamt beträgt das Volumen des beauftragten Windparks immerhin 68,4 Megawatt. Zum Auftrag zählt auch ein Premium Service zur Wartung und Instandhaltung über 20 Jahre. Errichtet werden soll der Park im Sommer 2022, Ende des kommenden Jahres ist dann die Inbetriebnahme.

    Noch ist der Turnaround nicht eingetreten, aber die Auftragslage stimmt optimistisch. Dass die Börse auch mal bereit ist, 12 Monate nach vorne zu blicken, zeigt der aktuelle Kurs. Nach einem Oktober-Tief von 12,73 EUR geht es jetzt wieder über den Widerstand von 15 EUR hinaus. Damit werden zumindest wieder tradingorientierte Investoren zurückkehren. Einsammeln und engen Stop bei 14,50 EUR setzen!


    Der Klimaschutz stellt hohe Anforderungen an Rohstoff-Produzenten und Technologieunternehmen. Das große Projekt kann hierbei nur mit vereinten Kräften gestemmt werden. Aktuell sind viele Bauteile zu teuer oder können nicht geliefert werden, das hemmt den weiteren Ausbau umweltschonender Anlagen. Sierra Grande Minerals ist ein Kandidat, der erst später ins Spiel kommt, aber derzeit auch extrem niedrig bewertet ist.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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