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16.12.2021 | 04:40

Memiontec, E.ON, RWE – Mit Grundversorgung gegen die Krise!

  • Wasser
  • Wasseraufbereitung
  • Energie
  • Infrastruktur
Bildquelle: pixabay.com

Ein Gespenst geht um in der Welt – Das Gespenst der Inflation. Die USA melden mit 6,8% für November die höchste Rate seit Juni 1982. Auch in Deutschland lag die Teuerung mit 5,2% so hoch wie seit 30 Jahren nicht mehr. Die Notenbanken geraten unter Zugzwang, an den Aktienmärkten steigt die Spannung. Zwar gehen Experten davon aus, dass 2022 der Inflationsdruck wieder etwas nachlässt, aber niemand weiß, ob neue Varianten des Corona-Virus erneut Störungen der Lieferketten auslösen werden. In solchen Fällen empfehlen sich neben Sachwerten und Rohstoffen Aktien von Unternehmen, die eine Grundversorgung übernehmen. Hier sind interessante Kandidaten, die einen sicheren Hafen für Investitionen bieten könnten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: Memiontec Holdings Limited | SGXE56008290 , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999 , RWE AG INH O.N. | DE0007037129

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Inhaltsverzeichnis:


    Memiontec – Noch ein Geheimtipp!

    Das Unternehmen aus Singapur gilt aktuell noch als Geheimtipp. Der Name ist ein Kofferwort und setzt sich aus den Wörtern „MEMbrane“, „IOn“ und „TEChnology“ zusammen – was ziemlich exakt beschreibt, worum es geht: Das Unternehmen bietet Komplettlösungen zum Thema (Ab-) Wasseraufbereitung, hauptsächlich auf Basis der Membran-Ionen-Austauschtechnologie sowie weiterer chemischer, physikalischer und biologischer Verfahren an. Der Konzern, der über Standorte in Singapur, Indonesien und China verfügt und auf über 20 Jahre Erfahrung zurückblickt, setzt damit auf einen Megatrend der kommenden Jahrzehnte.

    Sauberes Trinkwasser ist in vielen Teilen der Welt eine Ressource, die sich durch das rasante Bevölkerungswachstum immer weiter verknappt – speziell in Asien. Aus diesem Grund ist Memiontec ein begehrter Partner für staatliche Einrichtungen, wie die nationale Wasserbehörde PDAM in Indonesien, aber ebenso für lokale Behörden, Industrieunternehmen oder landwirtschaftliche Erzeuger. Neben modularen Einzelsystemen und Komplettanlagen inkl. Wartungsverträgen hat sich das Unternehmen auf zwei Public-Private-Partnership (PPP) Konzepte spezialisiert: Build-Own-Operate-Transfer (BOOT) und Transfer-Own-Operate-Transfer (TOOT). In beiden Fällen investiert Memiontec mit privaten Partnern und der öffentlichen Hand in eine Wasseraufbereitungsinfrastruktur und wird damit sowohl zum Betreiber der Infrastruktur wie auch zum Verkäufer des aufbereiteten Wassers.

    Die Konzessionen für die Projekte sind in der Regel mit einer Laufzeit von mindestens 25 Jahren ausgestattet und sorgen so für langfristig planbare und kontinuierliche Erträge. Speziell in diesem Bereich plant das Unternehmen, das aktuell mit rund 126 Mio. SGD bewertet ist, in Zukunft zu wachsen, um auch zukünftig eine Dividendenrendite von unglaublichen 25% zu gewährleisten. Die Aktie, deren Kurs sich seit dem Börsengang im März zwischenzeitlich fast vervierfacht hatte, konsolidiert aktuell auf hohem Niveau.

    E.ON – Der Strom- und Gasmulti, der auch 'in Wasser macht'

    Rund 50 Millionen Kunden in Europa vertrauen auf die Leistungen des deutschen Strom- und Gasversorgers E.ON. Und einige davon auch beim Thema Wasser. Denn seit der Übernahme der ehemaligen RWE-Tochter Innogy SE hat E.ON das komplette Geschäft der Verteilnetze inkl. der Wasserversorgung von Innogy übernommen. Im Austausch erhielt RWE den Geschäftsbereich der Erneuerbaren Energien. Schon einige Jahre zuvor hatte E.ON den Bereich der konventionellen Energieerzeugung abgespalten und unter dem Namen Uniper an die Börse gebracht.

    Inzwischen konzentriert sich E.ON hauptsächlich auf Serviceleistungen rund um eine gesicherte Versorgung und bietet umfangreiche Services zum Thema Energie- und Mobilitätswende, wie Beratung zum Thema Solarenergie oder die Einrichtung von Ladepunkten für Elektrofahrzeuge zuhause oder unterwegs. Dabei gehört das Unternehmen zu den großen Profiteuren der steigenden Energiepreise. Das scheinen auch die Anleger zu spüren. Der Titel ist seit März rund 35% gestiegen. Dabei ist die Aktie mit einem KGV 2022 von 13,5 bei einer Dividendenrendite von fast 4,5% immer noch recht günstig bewertet und hat Potenzial für einen neuerlichen Ausbruch nach oben. Auch die Analysten sehen die Aktie momentan als Kauf und verorten das Kursziel im Mittel bei rund 12,20 EUR.

    RWE – Des Einen Leid ist des anderen Freud‘

    Ein weiteres Dickschiff im Energiesektor ist die Essener RWE. Das Unternehmen ist einer der größten Energieversorger in Europa und erlöst rund 70% seines Umsatzes mit dem Handel und Vertrieb von Strom und Gas. Die übrigen 30% verteilen sich fast vollständig auf den Bereich der Energieerzeugung. Während Verbraucher, die Logistikbranche und die produzierende Industrie also über die hohen Energiepreise stöhnen, steht RWE hier auf der Gewinnerseite.

    Die anfallenden Zusatzeinnahmen kann der Konzern auch gut gebrauchen, möchte man sich doch fit für die Zukunft machen und von der Energiewende profitieren. So hat das Unternehmen kürzlich eine strategische Partnerschaft mit dem russischen Novatek-Konzern bekanntgegeben. Diese umfasst eine geplante Produktion von „blauem“ Wasserstoff und Ammoniak aus Erdgas, bei dem der Kohlenstoff abgeschieden und gespeichert werden soll. „Blaue“ Energieträger gelten als Zwischenschritt bei einer Dekarbonisierung der Industrie. Ammoniak soll dabei mittelfristig LNG-Gas ersetzen, da es in etwa auf die gleiche Infrastruktur zurückgreifen kann, und eignet sich als Kraftstoff für Kraftwerke oder für große Schiffsmotoren.

    Darüber hinaus vereinbarten die Unternehmen eine Kooperation im Bereich LNG-Gas, welches für Gaskraftwerke benötigt wird, die zum Ausgleich von Schwankungen bei der Ökostromerzeugung eingesetzt werden. Auf den Aktienkurs haben diese Meldungen aktuell aber kaum Einfluss, auch wenn die Mehrheit der Analyten die Aktie zum Kauf empfiehlt mit einem durchschnittlichen Kursziel von rund 42,50 EUR. Dies entspricht einem Kurspotenzial von rund 24%.


    Megatrends sind das Stichwort. Energiewende, eMobility, sichere Grundversorgung mit Zugang zu sauberem Trinkwasser. Alle drei Unternehmen dürften von diesen Trends profitieren. Wer Sicherheit sucht, für den ist RWE interessant. Auch E.ON ist gerade auch wegen der hohen Dividendenrendite und dem niedrigen KGV verlockend. Am spannendsten dürften aber die Papiere von Memiontec sein. Durch die langfristigen Konzessionsverträge und die hohen Renditen wird die Aktie sicher weiter Richtung Norden marschieren.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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