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05.07.2021 | 04:34

Nel ASA, Barsele Minerals, Nordex – Die Profiteure der Klimapolitik!

  • Klimarettung
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Der Juni hatte starke Wiederholungseffekte zur letzten Hausse im Januar und Februar zu bieten. Die typischen Börsenlieblinge konnten wieder ordentlich zulegen, vor allem die sogenannten „Klima-Aktien“. Hierbei handelt es sich um Werte, deren Geschäftsmodelle in die Dekarbonisierungs-Strategien der Regierungen passen. Am 12. Dezember 2015 wurde das Paris-Protokoll beschlossen, ein Jahr später trat der internationale Klimavertrag in Kraft. Ein Meilenstein des Abkommens war, dass es auch von China und den USA ratifiziert wurde. Trump stieg zwar formal im November 2020 aus dem Protokoll aus, sein Nachfolger Joe Biden trat aber am 19. Februar 2021 wieder bei und brachte gleichzeitig 500 Mrd. USD pro Jahr bis 2025 für Klima-Investitionen mit.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BARSELE MINERALS | CA0688921083 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
    "[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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    Nel ASA – Klare Ausrichtung in der Klimapolitik

    Nel ASA ist wohl der prominenteste “Klima-Export” Norwegens. Das global agierende Unternehmen mit Sitz in Oslo ist ein Experte für die Herstellung von Wasserstoff aus elektrischer Energie, sowie dessen Speicherung und Verteilung. Das Unternehmen wurde 1927 gegründet und installierte im gleichen Jahr seinen ersten Elektrolyseur in einer Fabrik von Norsk Hydro in Notodden.

    Bereits im Jahr 2012 verabschiedete die norwegische Regierung ein Weißbuch zur Klimapolitik. Das wichtigste Ziel ist die Reduzierung von CO2-Emissionen bis 2020 um 30% verglichen mit dem Niveau von 1990. Des Weiteren will Norwegen bis 2050 CO2-neutral sein. Als Teil eines internationalen Klima-Abkommens wäre Norwegen sogar bereit, bereits bis 2030 defacto eine CO2-Neutralität zu erreichen.

    Nel ASA hat bereits früh alle Weichen gestellt, um im wachsenden Markt für grüne Technologien vorne mitzuspielen. Die Wasserstofflösungen von Nel decken wichtige Teile der Wertschöpfungskette ab. Von Wasserstoff-Produktionstechnologien bis hin zu Wasserstofftankstellen, die der Industrie den Übergang zu grünem Wasserstoff ermöglichen. Auch Brennstoffzellen-Elektrofahrzeuge, die die selbe Kraftstoffversorgung und Reichweite bieten, wie Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen heute, sind im Angebot.

    Zuletzt hadert die Nel-Aktie ein wenig mit der 2,00 EUR-Marke. Sollte der Ausbruch hier gelingen, wäre ein Anstieg bis 2,70 EUR zu erwarten. Falls nicht, sollte man den Wert aus technischer Sicht bei 1,92 EUR vorsichtig ausstoppen.

    Barsele Minerals – Ein interessantes Projekt in Schweden

    Ein weiterer skandinavischer Protagonist in Sachen Zukunftstechnologie ist Schweden. Für das eigene Land hat die Regierung sehr ambitionierte Klimaziele. Bereits im März 2009 stellte die Regierung ihre Ziele für 2020 vor. Gemäß dieser Verlautbarungen wollte das Land bis 2020 komplett von fossilen Energieträgern unabhängig sein und seinen CO2-Ausstoß gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 um 40% senken.

    Das Kyoto-Ziel für 2022 wird Schweden höchstwahrscheinlich erreichen, die Abkehr von der fossilen Energie lässt noch auf sich warten. Derzeit hat die Kohle im schwedischen Energiemix einen Anteil von nur noch rund 5%, Öl ist aber immer noch zu rund 30% vorhanden. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt der Anteil der Kohle 24,5%, beim Öl sind es hohe 36,4%. Natürlich hat Deutschland ungleich weniger natürliche Energiequellen. Insgesamt ist Schwedens Energie- und Klimapolitik dennoch ambivalent: Bis 2025 will Schweden rund die Hälfte seiner Energie mit Windkraft und anderen erneuerbaren Energien erzeugen, dennoch deckt die Atomkraft derzeit ca. 43% des Strombedarfs.

    Ein noch kleines Rohstoffunternehmen mit Sitz in Kanada verfügt über ein interessantes schwedisches Projekt. Es befindet sich in der Bergbauregion Västerbottens Län in Nordschweden, 600 km nördlich von Stockholm und umfasst 33.500 Hektar Fläche im Fennoskandischen Schild. Das Projekt von Barsele Minerals befindet sich am westlichen Ende des proterozoischen "Skellefte-Trends", einem produktiven Gürtel mit vulkanogenen Massivsulfid-Lagerstätten, der sich mit der "Gold-Linie" in Nordschweden überschneidet. Sowohl polymetallische Lagerstätten als auch intrusiv beherbergte Goldabschnitte sind in dieser Region vorhanden. Gold ist im Allgemeinen mit Arsenopyrit und einem geringen Gehalt an unedlen Metallen assoziiert, kommt aber auch als natives Metall vor.

    Die Kanadier waren bis vor wenigen Monaten quasi eine reine Beteiligungsgesellschaft und somit wenig bekannt unter den Rohstoff-Spezialisten. Barsele hatte bislang eine Beteiligung von 45% an dem Barsele-Projekt in Nordschweden. Im Mai veröffentlichte man eine Absichtserklärung, die man mit Agnico Eagle geschlossen hat. Demnach wird Barsele Minerals das gleichnamige Goldprojekt komplett übernehmen und Agnico Eagles Anteil von 55% erwerben. Das Barsele-Management will nun den LOI (Letter of Intent) mit Agnico Eagle in einen bindenden Vertrag gießen und das Projekt vorantreiben. Das Team um CEO Gary Cope gab bereits konkrete Ziele bekannt. So will man in den ersten 18 Monaten mindestens 30.000 Bohrmeter hinter sich bringen, um die bestehende Ressource zu erweitern. Das übergeordnete Ziel ist eine Ressourcendefinition von 3,5 Mio. Unzen Gold.

    Die Barsele-Aktie konnte im Juni bereits 50% zulegen und stieg von 0,50 auf 0,75 CAD. Grund sind die neu gestarteten Bohrarbeiten zusammen mit Agnico-Eagle am Standort. Da es sich um ein historisches Minengebiet handelt, werden gute Bohrergebnisse zu weiteren Kursaufschlägen führen.

    Nordex – Riesige Kapitalerhöhung verschreckt Anleger

    Der Windkraftanlagenbauer Nordex ist ein deutscher EEG-Umsetzer mit großen Ambitionen. Jetzt verschafft sich das Unternehmen mit einer riesigen Kapitalerhöhung einen größeren finanziellen Spielraum. Nordex will insgesamt über eine Bezugsrechtsemission knapp 42,7 Mio. neue Aktien für je 13,70 EUR ausgeben. Das Ganze wurde am letzten Mittwochabend bekannt und schickte den Kurs auf Wochensicht um 17% in den Keller.

    Großaktionär Acciona und die Beteiligungsgesellschaft Skion wollen ihre Bezugsrechte dem Unternehmen zufolge voll ausüben. Die Kapitalerhöhung soll aus einer Barkomponente von brutto 388 Mio. EUR sowie einer Sacheinlage von Acciona über rund 197 Mio. EUR bestehen, mit welcher Darlehensforderungen gegen die Gesellschaft eingebracht werden.

    Gerade Ende Juni hatte die Nordex Aktie ein schönes charttechnisches Kaufsignal erreicht, da kam der Dampfhammer für das zarte Pflänzchen der Aufwärtsbewegung. Die überraschende Entscheidung des Unternehmens ausgerechnet bei einem charttechnischen Ausbruch eine große Kapitalerhöhung anzukündigen, zeugt nicht davon, dass man der eigenen Kursbewegung traut. Der ebenso überraschend niedrige Bezugspreis von 13,70 EUR sowie die Ablösung eines großen Gesellschafterdarlehens malen ein eher verstörendes Bild.

    Wir hatten jüngst bereits nach den schlechten Q1-Zahlen vor der Aktie gewarnt. Die richtigen Klima-Aktien zu finden ist ein Kunststück, denn entweder sie sind analytisch überbewertet, bereits mehrfach gehypt oder eben noch nicht so bekannt. Nordex ist seit 2001 notiert und läuft in schönen Zyklen auf und ab, in Zeiten sinkender Margen ist die Aktie wohl eher ein Verkaufskandidat. Wir bleiben skeptisch!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Elektrofahrzeuge – Fahrzeuge, welche durch elektrische Energie angetrieben werden.
    3. Kapitalerhöhung – Erhöhung des Eigenkapitals eines Unternehmens
    4. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    5. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen

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    Auch wenn die E-Mobilität in Deutschland seit Wegfall der Umweltprämie stottert, läuft die Produktion von neuen Fahrzeugen „Made in China“ auf Hochtouren. Weiterhin versuchen die Hersteller mehr Reichweite, Lebensdauer und Stabilität in die Aggregate zu packen. Konzeptionell lohnen sich Stromer eh nur, wenn günstiger Strom zur Ladung verwendet werden kann. Schnell-Ladestationen an der Autobahn kosten zwischen 0,55 und 0,95 EUR je kWh, Tesla verlangt im Schnitt 0,43 EUR, bittet aber Fremdkunden mit bis zu 0,64 EUR zur Kasse. Ohne Steuernachteil betrachtet, sind optimierte Dieselfahrzeuge in den Betriebskosten einem Stromer gleichzusetzen. Wo der Verbrenner aber klar punktet, ist der Winterbetrieb, die Unabhängigkeit und die Reichweite. Beim Stromer wird überdies ein Austausch der Batterie nach 10 Jahren fällig, der Dieselmotor ist mit 150.000 km Leistung gerade erst mal warmgelaufen. Wo liegen die Chancen für Aktionäre?

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