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23.08.2023 | 06:30

Nel ASA, dynaCERT, Daimler Truck – mit Wasserstoff in die Zukunft

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Bildquelle: pixabay.com

Wasserstoff ist ein vielversprechender Energieträger für die Zukunft, der aus erneuerbaren Quellen wie Ökostrom hergestellt werden kann. Wasserstoff kann in verschiedenen Sektoren wie Industrie, Wärme oder Verkehr eingesetzt werden, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Energieversorgungssicherheit zu erhöhen. Vor allem das Transportwesen stößt eine Menge Emissionen aus. Hier muss man ansetzen. Die Bundesregierung hat bereits eine nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet, um die Entwicklung und Nutzung von Wasserstoff zu fördern. In den USA und Europa gibt es ähnliche Bestrebungen. Wir sehen uns drei Unternehmen an, die Wasserstoff einsetzen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , DYNACERT INC. | CA26780A1084 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013

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Inhaltsverzeichnis:


    Bernd Krüper, President & Director, dynaCERT Inc.
    "[...] dynaCERT hat mit dem Gerät HydraGEN eine Lösung auf den Markt gebracht, die zur Nachrüstung von Dieselmotoren entwickelt wurde, um die Umwelt zu schützen und die zugleich wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. [...]" Bernd Krüper, President & Director, dynaCERT Inc.

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    Nel ASA – Umsatz hui, Gewinn pfui

    Nel ASA gilt als Wasserstoffspezialist in Europa. Obwohl das Unternehmen schon lange aktiv ist, wurden bislang lediglich Verluste produziert. Das hat sich auch mit den Zahlen zum zweiten Quartal nicht geändert. Immerhin wuchs der Umsatz deutlich um 159 % gegenüber dem Vorjahr auf 475 Mio. NOK. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 183 Mio. NOK. Alle Geschäftsbereiche, einschließlich Betankung, PEM-Elektrolyseure und alkalische Elektrolyseure, trugen zu diesem Wachstum bei. Der Auftragseingang stieg im Quartal um 81 % auf 428 Mio. NOK, wobei 54 % der Aufträge auf Elektrolyseure entfielen.

    Der Auftragsbestand von Nel stieg im Vergleich zum zweiten Quartal 2022 deutlich um 106 % auf 2.964 Mio. NOK, was hauptsächlich auf Elektrolyseur-Projekte zurückzuführen ist. Das EBITDA verbesserte sich von -197 Mio. NOK im zweiten Quartal 2022 auf -138 Mio. NOK. Der Nettoverlust für das Quartal belief sich auf -342 Mio. NOK, beeinflusst durch betriebliche Verluste und eine negative Nettoanpassung des beizulegenden Zeitwerts von Beteiligungen, während der Kassenbestand 4.122 Mio. NOK betrug, gegenüber 3.646 Mio. NOK im zweiten Quartal 2022.

    Operativ geht es dank einiger Großaufträge für Elektrolyseure voran, allerdings ist das Unternehmen auch jetzt noch hoch bewertet. Außerdem ist der Bereich Betankung noch immer hoch defizitär. Unter dem Strich steht bei einem Aktienkurs von 11,70 NOK eine Marktkapitalisierung von etwa 21 Mrd. NOK. Die Analysten gehen von etwa 1,5 Mrd. NOK Umsatz in diesem Jahr aus. Eine Bewertung des 14-fachen Jahresumsatzes bei gleichzeitigen Verlusten sollte man als ambitioniert ansehen. Die Rückendeckung der Politik ist vorhanden, jetzt muss der Konzern schnellstmöglich in die Gewinnzone, um eine so hohe Bewertung zu rechtfertigen.

    dynaCERT – Elektrolyseur-Bereich springt an

    dynaCERT nutzt den Wasserstoff in der patentierten HydraGEN™ Technologie, um die Verbrennung der Dieselmotoren zu optimieren. Dadurch werden die Emissionen und der Kraftstoffverbrauch reduziert und die Lebensdauer des Motors verlängert. Mittels der Software HydraLytica™ werden die Einsparungen erfasst, die in Zukunft mit CO2-Zertifikaten vergütet werden sollen. Dazu arbeitet man mit VERRA zusammen und steht dort nach Unternehmensangaben kurz vor der Zulassung. Diese Nachricht wäre ein Gamechanger für das Unternehmen, denn nahezu alle Unternehmen mit großen Dieselmotoren werden in Zukunft CO2-Zertifikate erwerben müssen, um klimaneutral zu sein. Doch schon in den letzten Monaten konnte dynaCERT größere Aufträge vermelden.

    Der letzte Großauftrag über 3.000 Einheiten stammt vom 26. Mai. Obwohl das Unternehmen die erste Zahlung für die ersten HydraGEN™-Einheiten erhalten hat, gab es bei der Lieferung aufgrund noch offener Fragen Verzögerungen, wie beispielsweise bei der elektrischen Spannung. Zur Lösung sind zwei Varianten nach Guyana geliefert worden, um zu klären, welche vor Ort benötigt wird. Das Unternehmen ist dazu bereit, sobald dies geklärt ist, alle Einheiten umgehend zu versenden. Auch in der Zusammenarbeit mit Cipher Neutron (CN), an der dynaCERT die Option auf 50 % der Anteile besitzt, gab es einen Auftrag für einen AEM-Elektrolyseur-Stack mit einer Kapazität von 10 KW von der Kuper Group Africa. Darüber hinaus wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, nach der CN weitere Elektrolyseure mit einer Gesamtleistung bis zu 10 MW liefern soll.

    Die AEM-Elektrolyseure werden von dynaCERT hergestellt. Um die Technologie weiter zu verfeinern befindet sich CN in Gesprächen mit der University of Alberta bezüglich einer Zusammenarbeit. Dabei sollen spezielle Membrankatalysatoren entwickelt werden. Am 16. August wurde zwischen dynaCERT, CN und Strategic Resources ein Kooperationsabkommen vereinbart. Dabei wird der Einsatz der ARM-Elektrolyseure bei der metallurgischen Anlage des Projekts BlackRock geprüft. Final sollen bis zu 30 t grüner Wasserstoff pro Tag erzeugt werden. Die Aktie ist nach ihrem Hoch bei 0,315 CAD Mitte Juni bis auf 0,19 CAD zurückgekommen. Hauptgrund dürfte die Verzögerung bei der Lieferung der HydraGEN™ Einheiten sein. Sobald die offenen Fragen geklärt sind, sollte die Aktie wieder anspringen.

    Daimler Truck – CEO kommissarisch auch CFO

    Daimler Truck setzt neben den E-LKWs auch auf LKWs mit Brennstoffzellenantrieb. Damit ist die Strategie des Konzerns „Ambition 2039“, die darauf abzielt nur noch CO2-neutrale Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, rund. Je nach Anwendungsfall kann dem Kunden der passende Truck angeboten werden. Voraussichtlich wird die Serienproduktion für die Wasserstoff-Fahrzeuge nicht vor 2025 beginnen- Bis dahin sollte auch deutlich mehr grüner Wasserstoff zu günstigeren Preisen zur Verfügung stehen. Die Transportbranche steht vor einer großen Herausforderung. Das sieht man auch an den Zahlen zum zweiten Quartal bei Daimler Truck.

    Nahezu alle Zahlen waren überzeugend, lediglich bei den Auftragseingängen wurden die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Diese gingen um rund 13 % zurück. Die Transportunternehmen scheinen sich in Zurückhaltung zu üben, denn niemand weiß genau, wie der Übergang vom Verbrenner zu den sauberen Technologien genau vonstattengehen soll. Langfristig müssen alle ihre Flotten umrüsten. Der Umsatz im zweiten Quartal lag mit 13,9 Mrd. EUR 15 % höher als im Vorjahreszeitraum. Das EBIT legte sogar um 28 % zu und wies 1,38 Mrd. EUR aus.

    Diese guten Zahlen hat auch Finanzvorstand Jochen Goetz zu verantworten, der Anfang August plötzlich und unerwartet mit nur 52 Jahren verstarb. Er hinterlässt eine Lücke, die das Unternehmen nun füllen muss. Kommissarisch wird der CEO Martin Daum einspringen. Die Analysten sehen die Aktie derzeit als unterbewertet an. Im August gab es 6 Kaufempfehlungen mit Kurszielen zwischen 43,00 EUR und 53,00 EUR. Derzeit notiert die Aktie bei lediglich 33,89 EUR und hat dementsprechend noch einiges Aufwärtspotenzial.


    Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wird auch grüner Wasserstoff immer mehr verfügbar. Damit wird Strom speicher- und nutzbar, sowohl für die energiehungrige Industrie, als auch für die Transportbranche. Nel ASA profitiert von der verstärkten Nachfrage, hat aber noch immer nicht die Gewinnzone erreicht. dynaCERT bietet Flottenbetreibern und anderen Unternehmen mit großen Dieselmotoren die Möglichkeit, sowohl ihre Emissionen, als auch ihren Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. Die Amortisierungszeit liegt bei unter einem Jahr. Auch im Elektrolyseurgeschäft gibt es erste Aufträge. Daimler Truck fährt ebenfalls zweigleisig mit dem Elektro- und Wasserstoffantrieb. Damit ist man für die Zukunft gut gerüstet.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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