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Interview Prospect Ridge Resources: Diese Filetstücke schmecken dem Markt


Stefan Kempf, Vorstand, aifinyo AG

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Interview mit Stefan Kempf, Gründer und Vorstand des B2B-Fintechs aifinyo AG


27.10.2021 | 04:44

NEL, Clean Logistics, Ballard Power, Fuelcell Energy – Wasserstoff in der dritten Welle!

  • Wasserstoff
  • Technologie
  • Logistik
Bildquelle: pixabay.com

Der Wasserstoff-Hype geht in die dritte Welle. Ein Preisanstieg bei fossilen Brennstoffen verstärkt den Druck, auf alternative Energien und neue Antriebskonzepte umzusteigen. Weltweit haben sich die Regierungen deshalb zu einer schnellen Dekarbonisierung entschlossen. Für die EU sind die Beschlüsse schon in 2020 verabschiedet worden, in den USA hat Joe Biden sein Umweltpaket nun auf 1,5 Mrd. USD ausgedehnt. Ob hierbei stärker die Batterie- oder die Wasserstofftechnologie zum Zuge kommt, wird der Markt entscheiden. Wichtig ist nur die schnelle Freigabe der Mittel für die Finanzierung der anstehenden Forschungsprojekte. Die Zeit drängt, denn die Pandemie hat viele Branchen ins Abseits bugsiert. Gerade die Transportbranche lebt vom Warenumsatz und der soll in Zukunft ohne negative Umwelteinflüsse vonstatten gehen.

Lesezeit: ca. 5 Minuten. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Clean Logistics SE | DE000A1YDAZ7 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , BALLARD PWR SYS | CA0585861085 , FUELCELL ENERGY DL-_0001 | US35952H6018

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Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE
"[...] Wir können Busse und LKW vollständig klimaneutral umbauen. Dabei gehen wir modular und inkrementell vor. So können wir mit allen gängigen Fahrzeugtypen arbeiten und zudem auf neue Technologie und Innovation reagieren [...]" Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE

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Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Nel ASA – Endlich höhere Umsätze bei den Norwegern

Die norwegische Nel ASA ist ein global operierendes Unternehmen mit Sitz in Oslo, welches Lösungen für die Herstellung von Wasserstoff aus elektrischer Energie, sowie dessen Speicherung und Verteilung liefert. Nel ist einer der liquidesten Anlagewerte aus dem Bereich Wasserstoff und gleichzeitig einer der langen Bestperformer in europäischen Nachhaltigkeits-Indizes bis Anfang 2021. Wasserstoff ist heute ganz klar einer der Energieträger, der die Transformation von fossilen in nachhaltige Treibstoffe begleiten kann.

Mit den aktuellen Zahlen zum dritten Quartal können die Norweger endlich eine operative Verbesserung zeigen. Der Umsatz stieg um 55% auf 229,3 Mio. NOK, das ist eine neue Rekordmarke. Im Vorjahr schafften die Norweger nur 147,7 Mio. NOK. Das EBITDA verschlechterte sich allerdings von -42,1 auf -113,0 Mio. NOK. Dabei werden aber die Anlaufkosten für die neue Anlage in Heroya berücksichtigt. Das operative Ergebnis liegt mit -138,9 Mio. NOK (Vorjahr: -116,3 Mio. NOK) leider immer noch im roten Bereich. Deutlich positiv kann sich aber der Auftragsbestand mit einem Plus von 8% auf 1,01 Mrd. NOK steigern. Ob das für ein Revival in der Aktie reicht?

In Heroya hat man jüngst die ersten Elektrodenchargen erzeugt. Das Abarbeiten der Aufträge von Nikola und Everfuel soll dort im vierten Quartal starten, der grüne Wasserstoff scheint nun endlich in die Produktion zu gehen. Durch die neue Anlage in Heroya ist man auf dem wachsenden Markt jetzt gut positioniert, um die Chancen im alternativen Energiemarkt zu nutzen.

Mit diesen Meldungen hat die Nel ASA-Aktie schon mal einen guten Kurssprung zeigen können. Die letzten Tiefs bei 1,30 EUR scheinen Geschichte. Charttechnisch fehlt jetzt nur noch die Überwindung des Widerstands bei 1,80 EUR, dann kann es weiter nach oben gehen. Behalten sie den Wasserstoff-Liebling daher auf der engen Watchlist, wenn der Kurs wieder unter 1,55 EUR fallen sollte, wird es allerdings frostig. Operieren sie daher mit engen Stops.

Clean Logistics – Dekarbonisierung der Transportbranche im Fokus

Bis 2030 soll der Straßengüterverkehr in Deutschland um weitere 19% ansteigen. Die aktuellen Beschlüsse der Politik geben vor, dass der CO2-Ausstoß gleichzeitig um fast die Hälfte reduziert werden muss. Ehrgeizige Pläne, zu deren Erfolg die Clean Logistics SE durch die Dekarbonisierung des Lastverkehrs beitragen will. Das Unternehmen aus Hamburg, das kürzlich über einen Unternehmensmantel erfolgreich an die Börse ging, konvertiert LKW und Busse des ÖPNV mit Dieselantrieb zu Fahrzeugen mit emissionsfreien Wasserstoffantrieb.

Für die Transportbranche sind Ansätze der Energieeinsparung kein Novum, denn herstellerseitig haben sich die Verbrauchsdaten in den letzten Jahren schon deutlich nach unten bewegt. Dieselmotoren der neuesten Generation brauchen bei höherer Leistung bereits 40% weniger Sprit als vor 20 Jahren. Damit aber nicht genug. Nun sollen neue Antriebssysteme diese Emissionen noch viel stärker reduzieren oder gänzlich eliminieren. Clean Logistics rüstet herkömmliche 40-Tonnen-Diesel-LKW und Busse des öffentlichen Nahverkehrs auf einen emissionsneutralen Wasserstoffantrieb um. Bei dieser sogenannten Konvertierung wird bei im Einsatz befindlichen Flotten der komplette Diesel-Antriebsstrang gegen einen emissionsfreien Wasserstoff-Antrieb getauscht. Das macht Sinn, denn gerade bei den 40-Tonnern muss gehandelt werden. Diese Fahrzeuge machen zwar nur 7% der LKW-Fahrzeugflotte über 3,5 Tonnen auf Europas Straßen aus, sie sind aber gleichzeitig für rund 45% der Gesamtemissionen des Güterlastverkehrs verantwortlich.

Der Plan der Bundesregierung sieht eine Reduktion der Verkehrsemissionen von ca. 48% bis 2030 vor. Dazu müssten jährlich mindestens 1.250 emissionsfreie Busse im ÖPNV und ca. 27.000 klimaneutral betriebene LKW auf die Straße gehen. Unterstützt werden sie dabei von zahlreichen Initiativen auf Länder- und Bundesebene. Die Gesamtkosten für einen Konvertierungsprozess belaufen sich aktuell auf rund 500.000 EUR. Diese Summe überrascht im ersten Augenblick, allerdings wird die Anschaffung klimaneutraler LKW und Busse mit 80% Kostenübernahme bis insgesamt 2,9 Mrd. EUR vom Bundesverkehrsministerium gefördert. Die Ausgabenplanung ist erst mal bis zum Jahr 2024 budgetiert. Beste Aussichten also, am Subventionstopf der Regierung teilhaben zu können.

Nach einem schnellen Anstieg im Sommer 2021 auf 15,20 EUR bildete sich der Aktienkurs wieder auf ca. 8,20 EUR zurück. Mit rund 13,7 Mio. Aktien sind die Hamburger aktuell mit etwa 112 Mio. EUR bewertet. Das lässt für die kommenden Monate noch Raum für eine positive Entwicklung in der Peergroup der Wasserstoffaktien.

Ballard Power vs Fuelcell Energy – Welche Wasserstoff-Aktie jetzt kaufen?

In der technischen Betrachtung der beiden Wasserstofftitel Ballard Power und FuelCell Energy gibt es deutliche Parallelen. Beide Werte profitierten von der Kaufwelle im ersten Quartal 2021 und konnten dort ihre Bewertung vervielfachen. Ballard stieg gute 100% von 16 auf über 34 EUR, bei FuelCell explodierte der Kurs um 300% von 8 auf 24 EUR. Rechnet man ausgehend von der niedrigen Basis in 2020, so gab es bei diesen Werten Entwicklungen von bis zu 2.000% - soweit der märchenhafte Anstieg.

Beide Werte konsolidierten nach dem Hype ordentlich und bildeten sich von den Höchstständen um 50 bis 80% zurück. Wer heute den besseren Wert selektieren möchte, muss auf die Fundamentaldaten blicken. Bei Ballard Power wird sich der Umsatz im Jahr 2021 auf etwa 120-140 Mio. CAD entwickeln, das aktuelle Eigenkapital beträgt etwa 1,7 Mrd. CAD, fast ebenso hoch ist allerdings die Verschuldung. Die Börse bewertet dies mit einer Kapitalisierung von 6 Mrd. CAD. Bei FuelCell sprechen wir von ca. 70-100 Mio. USD Umsatz in 2021 und einem Nettoeigenkapital von 300 Mio. USD, die Firma hat aber seit Bestehen noch nie einen Gewinn ausweisen können. In Sachen Kapitalisierung wird 2,6 Mrd. USD aufgerufen. Beide Werte sind somit immer noch sehr teuer.

Nebeneinander gelegt hat Ballard mit 46 versus 31 das deutlich höhere Kurs-Umsatz-Verhältnis. Das Unternehmen verfügt aber offensichtlich über mehr marktfähige Produkte als FuelCell und wächst im Umsatz deutlich stärker. In 2024/25 soll die Gewinnschwelle bei beiden Unternehmen erreicht werden. Charttechnisch befinden sich die Titel in einer engen Tradingzone. Wegen der hohen Kursdynamik sollten die operativen Meldungen daher genau studiert werden. Bei aufkommendem Momentum kann für einige Wochen eine spekulative Positionierung durchaus Sinn machen, in der derzeitigen Neubewertung der Branche ist es aber noch zu früh für langfristige Investitionen.


Der Cleantech-Sektor ist mit bekannten Titeln besetzt. Hier den Weizen von der Spreu zu trennen, ist eine herausfordernde Analyse-Aufgabe. Wir werden regelmäßig einen Blick auf den Sektor richten. Der Neuling Clean Logistics hat einen sauberen Start hingelegt und muss jetzt operative Fortschritte vermelden, dann läuft die Aktie richtig vom Stapel.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
  2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
  3. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen

Interessenskonflikt & Risikohinweis

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Kommentar von André Will-Laudien vom 25.11.2021 | 04:44

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Es klingt verrückt, aber wir sind in den Zeiten angekommen, wo Milliardäre soziale Plattformen befragen, ob sie einen Teil ihrer Aktien versilbern, um etwas Geld in die leeren Staatskassen zu spülen. Im Zeitalter der mächtigen Vermögensverschiebungen zu Gunsten der Aktienbesitzer ist das vielleicht legitim oder nett, wie es bisweilen in der Presse bezeichnet wird. Doch der Schein trügt. Hinter einer allgemein formulierten Frage, ob man Aktien verkaufen sollte, liegt das klare Kalkül der Schuldabwälzung, falls durch den angekündigten Verkauf ein größerer Kursschaden entsteht. Was dann passiert, ist eine selbsterfüllende Prophezeiung, mit einem kleinen Unterschied: Die Verkaufsabsicht wurde vorher durch eine öffentliche Abstimmung quasi legitimiert.

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Kommentar von André Will-Laudien vom 22.11.2021 | 04:44

TeamViewer, SAP, Aspermont, Palantir – Lockdown in spe: Corona treibt die Online-Welt!

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Die Börsen erreichten auch in der letzten Woche wieder neue Höchststände. Der geneigte Beobachter fragt sich langsam, was hier von einer Woche auf die andere immer gefeiert wird? Die Regierungen verhängen wieder unterschiedliche Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung, selbst der Lockdown wird durch die Maßnahmen in Österreich wieder salonfähig. Eigentlich hatten viele gehofft, dass die Impfungen uns einen besseren Winter bescheren als im vergangenen Jahr. So scheint es aber aufgrund historischer Ansteckungszahlen in Deutschland nicht zu sein. Wer hier noch an eine florierende Wirtschaft glaubt, muss schon starke Nerven haben. Wir blicken auf ein paar Unternehmen, die trotz des Pandemiegeschehens weiter stark wachsen können.

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