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05.05.2021 | 04:32

NIO, Geely, IBU-Tec, Silkroad Nickel – Achtung, passen sie hier genau auf!

  • Rohstoffe
  • Nickel
  • e-Mobilität
Bildquelle: pixabay.com

Gestern kam es zu einer ersten schärferen Korrektur. Die großen Indizes verloren zwischen 1 und 4% - am stärksten erwischte es den TecDax mit einem Minus von 3,7% in der Spitze. Ist das die Kehrtwende von oben? Nein, sagen die Charttechniker. Noch ist Hopfen und Malz nicht verloren, denn die Indizes hatten weit Monaten förmlich nach einer Korrektur verlangt. Seit März 2020 gab es in den meisten Aktien kaum wesentliche Korrekturen. Ende Januar fingen dann die Wasserstofftitel an zu fallen, nun wird in der Breite mal Kasse gemacht. Kein Beinbruch…die Selektion von guten Titeln ist jetzt Trumpf.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: SGXE31916740 , US62914V1061 , DE000A0XYHT5 , KYG3777B1032

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
    "[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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    NIO – Chipknappheit und Kurskorrektur

    Der chinesische Elektro-Autohersteller Nio meldete durchwachsene Ergebnisse in seinem jüngsten Quartalsbericht für das 1. Quartal 2021. Unerwartet berichtete das Unternehmen dabei von einem Verlust von etwa 70 Mio. USD. Der Umsatz stieg zwar um 482% im Vergleich zum Vorjahresquartal an und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich, aber die Stimmung an der Börse trübte sich trotzdem weiter ein. Der Wert hat von seinem Januarhoch nun schon 45% verloren.

    Die gute Nachricht: Nio konnte erneut eine rege Nachfrage nach seinen Autos verbuchen. Insgesamt lieferte Nio 20.060 Fahrzeuge für das Quartal aus. Der größte Teil des Umsatzes wird derzeit weiterhin in China und den USA gemacht. Das Unternehmen liefert momentan drei verschiedene Modelle aus: Eine Limousine, einen Premium SUV und eine Coupé-Version eines SUV. Von der Produktpalette her trifft man so die aktuellen Nachfragetrends, die Absatzzahlen steigen kontinuierlich. Probleme macht allerdings die Lieferkette in besonders knappen Bauteilen wie z.B. Halbleiter. Das Unternehmen musste deswegen die Produktion in einem seiner Werke in der Provinz Hefei schon für fünf Tage stoppen.

    Nio merkte bei der Vorstellung der Quartalszahlen weiter an, dass es mit der Planung und dem Bau eines neuen Werks im Xinqiao Industrial Park in Hefei begonnen hat, was dabei helfen soll, neue Produktionskapazitäten zu schaffen. Ob dies der Nio-Aktie kurzfristig wieder nach oben hilft, bleibt abzuwarten. Achten Sie charttechnisch auf die 30 EUR-Marke.

    Geely Automobile – Milliarden für den e-Lotus

    Geely ist ein chinesischer Automobil- und Motorradhersteller mit rund 80.000 Mitarbeitern. Das Unternehmen verfügt über sieben Standorte zur kompletten Produktion von Kraftfahrzeugen, der Umsatz beträgt in 2020 ca. 140 Mrd. HKD. Die für den Export und Import zuständige „Geely International Corporation“ wurde 2002 gegründet und hat ihren Sitz in Shanghai.

    Geely will nun die britische Sportwagen-Legende Lotus elektrifizieren. Im Sommer 2019 wurde bereits der erste reine Elektro-Sportwagen auf den Markt gebracht, sein Absatzerfolg war aber überschaubar. Das Unternehmen Lotus steht für britische Motoren- und Fahrzeugeffizienz, bekannt ist das unternehmen auch für sein erfolgreiches F1-Team, welches allerdings im Jahr 2015 an den französischen Automobilkonzern Renault veräußert wurde. Nun möchte der britische Traditionshersteller zusammen mit Geely e-Sportwagen in Großbritannien bauen, dabei soll die 2,5 Mrd. Pfund Spritze aus China verwendet werden.

    Geely riskiert mit dem Lotus-Engagement recht viel, denn seit Jahren laufen nur ein paar Tausend Automobile bei Lotus vom Band. In Zukunft sollen es aber mehr als 10.000 Stück pro Jahr sein. Die Geely-Aktie hat auf dieses Vorhaben bislang wenig begeistert reagiert, allein letzte Woche verlor der Kurs rund 10%. Charttechnisch wäre bei rund 2,00 EUR eine schwache Unterstützung auszumachen, wenn diese Linie nicht hält, könnte das kurzfristige Ziel 1,70 EUR lauten.

    IBU-tec – Batteriestoffe der nächsten Generation

    Die Wachstumsambitionen der e-Autohersteller fußt auf der Erwartung, dass Batterierohstoffe in ausreichendem Masse vorhanden sind. Seit der Offensive der deutschen Hersteller hat dies auch die IBU-tec aus Thüringen in ihr Businessmodell integriert, denn man möchte sich in Zusammenarbeit mit renommierten Forschungsinstituten vom Industriestofflieferanten zum Batteriespezialisten entwickeln.

    Im Herbst 2020 kündigte IBU-tec an, ab 2021 das erste eigene Batteriematerial für Elektroautos und stationäre Energiespeicherung anzubieten. Mittlerweile fährt die Gesellschaft die Aktivitäten in diesem Bereich weiter hoch. IBU-tec wird sich überdies an drei geförderten Forschungsprojekten zur Weiterentwicklung innovativer Batteriematerialien beteiligen. Ziel dieser Projekte ist es, neue Batteriematerialien für E-Mobilität sowie für weitere industrierelevante Anwendungen zu entwickeln. Partner sind unter anderen die renommierte Fraunhofer-Gesellschaft, die TU Braunschweig sowie einige bekannte Konzerne aus der Autobranche.

    Neben der Erschließung neuer Stoffkombinationen und Anwendungsbereiche will die Gesellschaft auch die Entwicklung eigener Batterieprodukte vorantreiben. Laut IBU-tec ist die Zukunft im Batteriebau die Entwicklung von Lithium-Eisenphosphat-Batteriezellen, die bei namhaften Zulieferern und OEMs bereits Anklang finden. Die IBU-Aktie sprang jüngst auf 50 EUR und war gestern bei 39 EUR zu haben. In nur 12 Monaten haben die Thüringer bereits 218% zugelegt, die jetzige Konsolidierung liegt noch im Aufwärtstrend.

    Silkroad Nickel – Rohstoffe für zukünftige Batterien

    Silkroad Nickel ist ein indonesischer Minenbetreiber der knappe Industriemetalle wie Nickel und Kobalt fördert und bis zur Exportreife weiterbearbeitet. Das in Singapur notierte Unternehmen hat sich absichtlich mit der Seidenstraße in Verbindung gebracht, denn die zentrale Zugverbindung von Asien nach Europa verläuft neben dieser Route und endet am deutschen Industriestandort Duisburg, eine zentrale Lage für den europäischen Hochofen- und Eisenschmelzbetrieb. Schon über Jahrhunderte laufen wichtige Handelsbeziehungen zu Asien über diese Route.

    Neben festen Liefervereinbarungen mit der chinesischen Tsinghsan, dem größten Edelstahlproduzenten der Welt, investiert Silkroad gemeinsam mit weiteren chinesischen Partnern auch in eine Anlage zur Produktion von Batterie-Grundstoffen. Indonesische Nickelprodukte haben einen weltweiten Ruf, ein Großteil der Erzeugung befindet sich allerdings in staatlicher Hand.

    Wichtig für Silkroad Nickel ist seine Unabhängigkeit und Flexibilität als börsennotiertes Unternehmen. Wie IBU-tec hat man so die Möglichkeit, mit weiteren Investitionen am Megatrend e-Mobilität teilzuhaben, denn sowohl Nickel und Kobalt aus dem eigenen Lateriterz als auch das Lithium des Kooperationspartners Ganfeng Lithium Co, haben höchste Relevanz für große internationale Schlüsselkunden der Fahrzeugindustrie. Nickel ist darüber hinaus ein wichtiger Rohstoff zur Veredelung von Eisen zu rostfreiem Edelstahl.

    Silkroad Nickel ist aus heutiger Sicht exzellent positioniert, um mit dem aktuellen Technologie-Boom trotz der Pandemie stark zu wachsen. Die Perspektiven entfalten sich dabei parallel zur exponentiellen Entwicklung der e-Mobilität, gepaart von der Rohstoffknappheit im aktuellen Konjunkturaufschwung.

    Der Kurs der Silkroad-Aktie steht in Singapur bei 0,42 SGD, damit erreicht die Marktkapitalisierung rund 105 Mio. SGD. Aufgrund des großen Spreads in Frankfurt bitte unbedingt limitieren oder alternativ an der Heimatbörse kaufen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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