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17.05.2021 | 04:50

Plug Power, Defense Metals, Xiaomi – Entspannung oder Eskalation?

  • Energie
Bildquelle: pixabay.com

Seit 2018 tobt ein Handelskrieg zwischen den USA und China. Ende vergangener Woche kam nun die Meldung, dass das amerikanische Verteidigungsministerium Xiaomi, einen chinesischen Technologiekonzern, von seiner schwarzen Liste gestrichen hat und alle Sanktionen aufgehoben werden. Ein Lichtblick in den Beziehungen der beiden Supermächte? Eher nicht, schließlich verstärkt der Streit über die Menschenrechte in China den Konflikt zwischen beiden Staaten. Sollte es zu einer weiteren Eskalation kommen, droht dem Westen ein Ressourcenengpass, der nicht nur die Energiewende gefährdet.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CA2446331035 , US72919P2020 , KYG9830T1067

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Inhaltsverzeichnis:


    Druckmittel Rohstoffe

    Bei den benötigten Rohstoffen für die 'grüne Energiewende' hat das Reich der Mitte westliche Industrieländer aktuell förmlich in der Hand. Ob Solaranlagen, Windräder oder Elektroautos,der Wechsel von fossilen Energieträgern zu einer nachhaltigen Energieversorgung mittels erneuerbarer Energie benötigt inbesondere viele Metalle. Neben Lithium, Kobalt und Nickel braucht die kohlenstoffarme Industrie vor allem seltene Erdmetalle, auch als "Industriegold" bekannt. Jene werden durch die steigende globale Nachfrage immer knapper. Die Produktion der seltenen Metalle findet im Augenblick zu 80% in China statt. Das Land besitzt hier quasi ein Monopol. Bereits seit Längerem schränkte man dort das Angebot für den Export ins Ausland ein. Nun wollen die Chinesen im Hinblick auf Sanktionen gegen die USA einen Schritt weitergehen: So ist der Plan, Exportkontrollen für 17 Metalle der seltenen Erdmetalle einzurichten. Ziel ist es, die Produktion von US-Kampfjets zu bremsen. Ebenso soll eine schwarze Liste entstehen, die vor allem Rüstungsfirmen wie Lockheed Martin, Boeing oder Raytheon enthält, die Waffen nach Taiwan liefern.

    Problem ungelöst

    Schon einmal, im Jahr 2010, begrenzte China den Export von seltenen Erdmetallen an die westlichen Industrieländer. Die Folge war ein extremer Anstieg der jeweiligen Preise. Um nicht noch einmal in eine Situation der Knappheit zu kommen, entwickelte die damalige Bundesregierung eine Rohstoffstrategie. Irgendwo muss dieser Plan noch in einer Schublade liegen, denn umgesetzt wurde er bis heute nicht. So steht die Wirtschaft vor einem noch größeren Dilemma, da sich die Nachfrage nach den Materialien durch die regenerativen Energien noch exponentiell erhöht hat. Allein die Elektroautomobilindustrie verbuchte im vergangenen Jahr Absatzzahlen von knapp 100%. In dieser Branche benötigt man seltene Erdmetalle für Permanentmagneten, die Elektromotoren antreiben.

    Gewährleistung der Versorgungsketten

    Auf internationaler Ebene versuchen nun die USA, Japan, Australien und Indien durch Kooperationen und die Errichtung von seltenen Erdmetall-Projekten ex-China, die Versorgungskette weiterhin zu gewährleisten, was jedoch nicht unter einem Zeitraum von 10 Jahren zu bewerkstelligen ist. Aktuell gibt es sehr wenige Projekte, die adhoc als Alternative parat stehen könnten. Ein Aushängeschild ist dabei das kanadische Mineralexplorationsunternehmen Defense Metals, das sich auf sein 1.708 Hektar großes "Wicheeda Seltene Erden-Projekt" in der Nähe von Prince George in British Columbia fokussiert.

    Firmenangaben zufolge liegen die Mineralressourcen dort bei 4,9 Mio. Tonnen mit einem durchschnittlichen Gehalt von 3,02% LREO (leichte Seltenerdmetalle) und abgeleitete Mineralressourcen von 12,1 Mio. Tonnen mit einem durchschnittlichen Gehalt von 2,90% LREO. In einem Zeitraum von vier Jahren konnten die Ressourcen verdoppelt werden. Durch die erstklassige Infrastruktur kann Defense Metals mit Bohrkosten weit unter dem Branchendurchschnitt aufwarten.

    Starke Entwicklung und zweite Chance

    In der vergangenen Woche glänzte Defense Metals erneut mit positivem Newsflow bezüglich seiner laufenden hydrometallurgischen Testkampagne vor der Pilot-Testphase. Zudem vermeldete das Unternehmen den erfolgreichen Abschluss einer Privatplatzierung über 5,0 Mio. CAD. Im Rahmen der Privatplatzierung gibt das Unternehmen 15.625.000 Stammaktien und Warrants zum Kauf von bis zu 15.625.000 Stammaktien zu einem Kaufpreis von 0,32 CAD pro Stammaktie und dazugehörigem Warrant aus.

    Das Unternehmen wird den Nettoerlös aus der Privatplatzierung voraussichtlich für die Durchführung einer vorläufigen Wirtschaftlichkeitsberechnung, die Durchführung eines Explorationsprogramms, weiterer Umweltverträglichkeitsstudien zu dem Konzessionsgebiet Wicheeda und die Formalisierung eines Vertrags über den Bau einer hydrometallurgischen Pilotanlage nutzen. Im Zuge der Verkündung der Kapitalerhöhung, verlor der Kurs von Defense Metals in den vergangenen beiden Handelssitzungen mehr als 30% an Wert. Langfristig eine gute Einstiegschance, von der Knappheit der seltenen Metalle zu profitieren.

    Befreiungsschlag für Plug Power?

    Sind die Horror-Wochen für Plug Power-Aktionäre nun vorbei? Nach dem Höchststand von 75,49 USD kam der Wert aufgrund von Unregelmäßigkeiten in der Bilanz komplett unter die Räder. Nachdem im Tief Kurse unter 20 USD verbucht wurden, vermeldete das Unternehmen Ende der letzten Woche die Anpassung seiner zuvor veröffentlichten Jahresabschlüsse und die Einreichung der "Form 10-K" für das am 31. Dezember 2020 endende Geschäftsjahr bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC.

    Lediglich leichte Veränderungen haben sich durch die Überarbeitung der Jahresabschlüsse ergeben. "Wie wir erwartet haben, waren die erforderlichen Anpassungen nicht zahlungswirksam und hatten keinen Einfluss auf unseren Geschäftsbetrieb oder die Wirtschaftlichkeit unserer kommerziellen Vereinbarungen", so Plug Power-Chef Andy Marsh in einer Mitteilung des Unternehmens.

    Zudem gab das Management einen Ausblick für die Zahlen zum ersten Quartal und rechnet nun mit einem Bruttoumsatz von 70 Mio. USD, einer Steigerung von mehr als 60% zum vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Aktie setzte zu einer Erholungsrallye an und notierte mit knapp 12% bei 24,55 USD im Plus. Charttechnisch besteht nun zunächst Luft bis zur 30 USD-Marke.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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