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17.07.2023 | 06:00

Plug Power, First Hydrogen, Daimler Truck – heute die Gewinner von morgen ins Depot holen

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Bildquelle: pixabay.com

Die Energiewende hat gerade erst begonnen. Der Abschied von den fossilen Brennstoffen ist beschlossene Sache. Neben Elektrifizierung soll grüner Wasserstoff für die Energie von morgen sorgen. Gewonnen aus regenerativen Energiequellen wie Wind- und Solarstrom. Hier gilt es bereits heute die Infrastruktur von morgen zu planen und umzusetzen. Am 12. Juli präsentierten die deutschen Fernleitungsnetzbetreiber ihren Plan für ein Wasserstoffnetz für Deutschland, das eine Länge von 11.200 km haben soll. Neben der Anbindung von Industriestandorten soll auch die Ladeinfrastruktur für Fahrzeuge geschaffen werden. Denn vor allem die Transportbranche ist für den Ausstoß von CO2 verantwortlich. Wer sich als Anleger früh richtig positioniert, kann von dem kommenden Wasserstoffboom profitieren.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013

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Inhaltsverzeichnis:


    Plug Power – rechtzeitiger Turnaround?

    Für die Infrastruktur will sich Plug Power kümmern. Das Problem des US-Konzerns ist, dass er in den vergangenen Jahren viel versprochen hat und dabei selten die anvisierten Ziele erreichen konnte. So waren auch die 1. Quartalszahlen nicht berauschend und das gesetzte Ziel von 1,4 Mrd. USD bei einer positiven Bruttomarge war weit weg. Die Anleger verkauften ihre Aktien und sorgten für einen Kurssturz bis auf 7,44 USD. Doch es scheint als würde das Unternehmen gerade noch rechtzeitig die Kurve bekommen- Zuletzt konnte man immer wieder größere Aufträge vermelden.

    Im Juli gab es gleich 2 nennenswerte Aufträge. Da war zum einen der Auftrag von Countrywide Hydrogen über 2 x 5-MW-Protonenaustauschmembran-Elektrolyseursysteme für grüne Wasserstoffprojekte in Tasmanien, Australien. Damit sollen bis zu 4.200 kg grüner Wasserstoff pro Tag produziert werden. Am 13. Juli erhielt der Konzern einen Auftrag über 100 MW Protonenaustauschmembran-Elektrolyseure. Der Käufer und die finanziellen Bedingungen wurden nicht bekannt gegeben, aber Plug Power erklärte, dass dies das größte Projekt im europäischen Öl- und Gassektor ist. Die Elektrolyseure sollen 2024 geliefert und installiert werden, mit 100 % erneuerbarer Energie betrieben werden und etwa 43 t grünen Wasserstoff pro Tag produzieren.

    Vergangenen Freitag hat Northland Securities das Rating von "Market Perform" auf "Outperform" hochgestuft, mit einem Kursziel von 22 USD. Der Analyst geht davon aus, dass das Unternehmen auf dem besten Wege ist, Cashflow zu generieren. Er hält es sogar für möglich, dass Plug Power bis Ende des Jahres den Break-even erreichen kann. Grund dafür sind die höheren Einnahmen aus dem Elektrolyseurgeschäft. Auch die Citibank hat eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 13 USD herausgegeben. Das wurde auch schon erreicht, bevor die Aktie im Anschluss bis auf 12,14 USD nachgab.

    First Hydrogen – Engagement in Quebec ausgebaut

    First Hydrogen Corp. ist ein Unternehmen mit Sitz in Vancouver und London, das sich auf emissionsfreie Wasserstofffahrzeuge und die Herstellung sowie den Vertrieb von umweltfreundlichem Wasserstoff spezialisiert hat. Gemeinsam mit seinen Partnern AVL Powertrain und Ballard Power hat das Unternehmen Vans, also leichte Nutzfahrzeuge, mit Wasserstoff-Brennstoffzellen nach dem Best-Of-Ansatz gebaut. Nachdem die Fahrzeuge zuletzt schon Rivus bei Testfahrten überzeugen konnten, erhielt der britische Energieversorger SSE PLC Ende Juni die Chance, die Fahrzeuge auf seinem Betriebsgelände zu testen. Am 13. Juli gab es ebenfalls positives Feedback aus diesen Tests. Die Fahrer lobten die Reichweite von über 500 km, die Laufruhe und die kurze Tankzeit von 5 min. Außerdem fiel auf, dass das Fahrzeug auch schwerere Lasten transportieren konnte.

    Parallel dazu arbeitet das Unternehmen mit der FEV Consulting GmbH, Aachen, zusammen, um ein Wasserstoffbetankungssystem zu entwickeln. Um die gesamte Wertschöpfungskette abzudecken, hat man am 28. Juni Optionsvereinbarungen für den Kauf von Grundstücken abgeschlossen. Dort sollen nicht nur bis zu 35 MW grüner Wasserstoff produziert werden, sondern auch bis zu 25.000 leichte Nutzfahrzeuge pro Jahr gebaut werden. Die Regierung von Quebec unterstützt die Transformation hin zu grünem Wasserstoff und hat eine Innovationszone (Energy Transition Valley) geplant. Am 10. Juli wurde Sacré-Davey beauftragt, eine Machbarkeitsstudie für die Produktionsanlage von grünem Wasserstoff und der Montagefabrik in Shawinigan zu erstellen.

    Momentan wird der Markt für den umweltfreundlichen Wasserstoff auf rund 670 Mio. USD beziffert, bis 2027 soll er aber bis auf 7,3 Mrd. USD anwachsen. Auch der Markt für die leichten Nutzfahrzeuge soll jährlich um 5,1 % steigen und 2030 ein Volumen von 752 Mrd. USD erreichen. Da die Staaten ihre Ziele für Null-Emissionen ambitioniert gesetzt haben, sind viele Flottenbetreiber gezwungen ihren bisherigen Fuhrpark gegen emissionsfreie Fahrzeuge zu tauschen. Durch die finanziellen Anreize von Regierungen könnte das Wachstum beschleunigt werden. Die Aktie läuft seit dem Beitritt zur Hydrogene Quebec am 14. Juni seitwärts zwischen 2,87 CAD und 3,30 CAD und notiert derzeit bei 3,03 CAD.

    Daimler Truck – Anhebung der Jahresprognose

    Daimler Truck hat lange Zeit nur auf Elektro-LKWs und Busse gesetzt. Mittlerweile hat ein Umdenken stattgefunden und ab 2025 sollen auch Trucks mit Wasserstoffbrennstoffzellen von Kunden getestet werden können. Der GenH2 Wasserstoff LKW befindet sich bereits in der Testphase und soll am Ende bis zu 1.000 km mit einer Füllung schaffen. Will die Transportbranche die von der EU gesteckten Klimaschutzziele erreichen, benötigt man Alternativen zu den Diesel-Verbrennern. Um seinen Kunden je nach Anwendungsfall das richtige Fahrzeug verkaufen zu können, macht dieser Strategieumschwung Sinn.

    Unabhängig vom Wasserstoff-LKW läuft es operativ prächtig. Der Konzern hat seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben und ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt. Das Unternehmen verzeichnete ein starkes 1. Quartal und einen robusten Absatz von 132.000 Fahrzeugen im 2. Quartal, dank verbesserter Lieferketten, stärkerer Kernmärkte, höherer Preise und einer starken Leistung im After-Sales-Geschäft. Daimler Truck hat seine Prognose für die bereinigte Umsatzrendite (ROS) im Industriegeschäft auf eine Spanne von 8,5 % bis 10 % erhöht. Die Gesamtabsatzprognose für Daimler Trucks wurde auf 530.000 bis 550.000 Einheiten angehoben.

    Auch wenn noch die Verbrenner den Hauptteil des Umsatzes ausmachen, bis 2030 soll die Mehrzahl der verkauften LKWs und Busse emissionsfrei fahren. Die Analysten zeigten sich erfreut hinsichtlich der neuen Prognosen und es gab direkt 5 Kaufempfehlungen von Goldman Sachs, der Deutschen Bank, RBC Capital Markets, J.P. Morgan und Jeffries. Die Kursziele liegen zwischen 39,00 EUR und 53,00 EUR. Lediglich die DZ Bank riet zum "Halten", und erhöhte den fairen Wert von 32 auf 35 Euro. Die Aktie ging am Freitag mit 33,02 EUR aus dem Xetrahandel.


    Wasserstoff wird ein Energieträger der Zukunft sein. Das gilt sowohl für die energiehungrige Industrie, als auch für die Transportbranche. Plug Power deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab und kann eine Vorreiterrolle beim Aufbau der Infrastruktur spielen. First Hydrogen hat sich auf dem Markt der leichten Nutzfahrzeuge spezialisiert. Ein wachsender Markt, da immer mehr Pakete versendet werden. Das Portfolio enthält aber auch Tanksysteme und die Herstellung von grünem Wasserstoff. Daimler Truck ist dagegen auf die großen Fahrzeuge wie Busse und LKWs fokussiert. Der Markt läuft gut und der Druck der EU wird für weiteren Absatz sorgen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.
    3. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

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    Hitzerekorde, Überschwemmungen und Energienotstand. Im Sommer kommen alle Themen der Klimawende auf den Tisch. Seit Abschaltung der Kernkraftwerke fehlt es in Deutschland an einer grundlastfähigen Stromversorgung. Ausgeprägte Netzschwächen häufen sich, eine Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Wirtschaftsminister Habeck möchte so schnell wie möglich Gaskraftwerke bauen, die später mit Wasserstoff betrieben werden können. Nette Idee! Um vorhandene Löcher zu stopfen, kaufen die Berliner Wirtschaftsexperten derweil französischen Atomstrom zu. Den klimatechnischen Unterschied zwischen Hüben und Drüben kann wissenschaftlich niemand belegen, der deutsche Verbraucher bezahlt diesen Unsinn aber gerne über seine Stromrechnung. So funktioniert die EU-Energiepolitik. Die Ausgabenseite steigt also unaufhörlich, wir kümmern uns deshalb um einen höheren Einnahmenstrom. Im Folgenden einige Ideen für ihr Energie-Portfolio.

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