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19.04.2021 | 04:40

Q.Beyond, Blackrock Silver, Navstone – neuer Name, neuer Fokus, unentdeckte Potenziale?

  • Transformation
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

„Alles neu, frisch und frei macht der holde Mai“. Diese Textzeile des Lieds, welches Hermann Adam von Kamp vor rund 200 Jahren verfasste, ist heute immer noch in abgewandelter Form ein Ausspruch, der für Veränderung oder einen Neuanfang steht. Wir haben Ihnen drei Unternehmen mitgebracht, die allesamt seit nicht allzu langer Zeit neue Name tragen, welche für einen geänderten Geschäftsfokus, teilweise sogar für einen kompletten Neustart stehen. Wo stecken unentdeckte Renditechancen?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CA09258M1014 , DE0005137004 , NL0009538008

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Inhaltsverzeichnis:


    Patrick Grewe, Asset Manager, van Grunsteyn
    "[...] Nachhaltigkeit ist ein großes und wichtiges Thema. Vielfach wird sie aber lediglich mit ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht. Tatsächlich umfasst der Begriff aber auch finanzielle Nachhaltigkeit. [...]" Patrick Grewe, Asset Manager, van Grunsteyn

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    Q.BEYOND AG – Profiteur der Digitalisierung

    Im Mai 2020 benannte sich die QSC AG in q.beyond um. QSC ging fast auf den Tag genau vor 21 Jahren an die Börse. Die Gesellschaft wollte einen signifikanten Anteil im Markt für High-Speed-Internetzugänge erobern. Damals war das SDSL, was heute angesichts der 5G Perspektive eher wie „Steinzeit“ wirkt. Der enorme technologische Wandel in der Telekommunikations- und Internetbranche hat viele Geschäftsmodelle über die Zeit obsolet gemacht, aber noch mehr entstehen lassen. So gehören Themen wie Cloud oder IoT zu den umwälzenden Trends der Digitalisierung.

    Die Gesellschaft hat 2019 im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung das stagnierende Telekommunikationsgeschäft veräußert. Mit der damit verbundenen kompletten Rückführung der Finanzverbindlichkeiten und der vorhandenen Nettoliquidität stellte das Unternehmen Akquisitionen in Aussicht. q.beyond hat sich zu einem Cloud-, SAP- und IoT-Spezialisten weiterentwickelt. Die Gesellschaft sticht durch zwei Aspekte in dem stark zersplitternden Markt positiv hervor. Erstens deckt q.beyond nahezu die gesamte digitale Wertschöpfungskette durch eine kombinierte Expertise in den Bereichen Cloud, SAP und IoT ab. Zweitens ist es der strategische Fokus, den die Gesellschaft auf wenige auf Branchen (u.a. Handel, produzierendes Gewerbe, Energie) legt und eine große Expertise vorweisen kann.

    Spannend ist auch eine weitere Entwicklung. Die Gesellschaft wurde kürzlich vom EHI Retail Institute als Top-Supplier für den bei Fressnapf installierten Zero-Waste-Assistenten prämiert. Diese Nachhaltigkeitslösung hat das Ziel, die Warenvernichtung zu reduzieren und vorausschauende Preisanpassungen durchzuführen. Diese Facette stellt einen Mehrwert für Kunden dar und ergänzt das Leistungsspektrum signifikant und erhöht die Vermarktungschancen. Letztendlich wird sich die strategische Neuaufstellung mittelfristig in deutlich steigenden Margen niederschlagen.

    In den Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres spiegeln sich die Erfolge der Transformation noch nicht wider. Auch im laufenden Geschäftsjahr gehen Analysten von einem Verlust und erst 2022 mit der Rückkehr in die Gewinnzone aus. Lange Zeit galt die Dividendenkontinuität mit 0,03 EUR als unerschütterlich. Jetzt wird erst einmal keine Dividende ausgeschüttet, angesichts von Verlusten eine gute Entscheidung. In Summe billigen die Analysten der Aktie weiteres Aufwärtspotenzial zu, die Experten von Warburg sind mit einem Kursziel von 2,90 EUR die größten Optimisten.

    BLACKROCK SILVER CORP – Rohstoff-Guru kauft Silber

    Die Investorenlegende Jim Rogers gab zuletzt in einem Interview auf die Frage, in was er momentan investiere, die Antwort: „Silber“. Rogers, der 1970 zusammen mit George den legendären Hedgefonds Quantum Funds gründete, wird von vielen als Rohstoff-Guru bezeichnet, da er vor dem Tech-Crash vor gut 20 Jahren einen neuen Rohstoff-Superzyklus prophezeite. Aber warum gerade Silber? Rogers führte für seinen Favoriten gleich mehrere Gründe ins Feld. Die Modern Monetary Theory (MMT) geht von der Prämisse aus, dass Staaten ihre Schulden nicht mehr auf klassischem Wege abbauen, sondern über Inflation.

    Inflation und Krisen hätten in der Vergangenheit immer dazu geführt, dass Gold aber auch Silber als Krisenwährung gestiegen seien. Ob sich angesichts von Kryptowährungen dieses Argument abschwächt, muss die Zukunft zeigen. Zweitens sprächen der wesentlich größere Abstand des Silberpreises vom Allzeithoch im Vergleich zu Gold, eindeutig für Silber. Drittens verwies Rogers darauf, dass Silber auch als Industriemetall nachgefragt werde.

    Wer also dem guten Riecher von Rogers traut und die Investition in Silber „hebeln“ will, sollte die Explorationsgesellschaft Blackrock Silver detailliert betrachten. Die Gesellschaft fokussiert sich auf die Erkundung und Entwicklung von Projekten im „Silberstaat“ Nevada. Die bedeutendsten, historischen Silberentdeckungen im US-Bundesstaat umfassten die Comstock Lode und den Tonopah Silber District im Westen Nevadas innerhalb des sog. Walker Lane Trend. Das größere Projekt von Blackrock Silver „Tonopah West“ umfasst ein umfangreiches Gebiet westlich des Tonopah-Silberbezirks. Ziel von Blackrock ist, die westliche Erweiterung des District nachzuweisen und den Tonopah-Silberbezirk wieder zu einem bedeutenden produzierenden Gebiet zu machen. Dazu werden im Rahmen des laufenden Bohrprogramms 40.000 Meter niedergebracht. Ziel ist, bis Ende 2021 eine Ressourcenschätzung erstellen zu können.

    Anfang April meldete die Gesellschaft, dass man eine Grundstückstauschvereinbarung mit Nevada Select Royalties und drei weiteren Landeigentümern abgeschlossen habe. Die Vereinbarung umfasst Oberflächennutzungsrechte von drei patentierte Bergbaukonzessionen mit einer Fläche von 14,3 Hektar, die eine Lücke im Konzessionsgebiet Tonopah West darstellten und an die Bergbaukonzessionen angrenzen, in denen das Unternehmen momentan Bohrungen durchführt. Im Tausch gegen die drei patentierten Konzessionen, die Blackrock in den neuen Gebieten „Oberflächenrechte“ bis zu einer Tiefe von 100 Fuß (30,48 Meter) ermöglichen, erhält Nevada Select Royalties die Rechte unterhalb von 100 Fuß auf rund 5,5 Hektor auf den Blackrock-Liegenschaften. Dabei ist das Lagerstättengebiet uneingeschränkt Blackrock zuzurechnen. In der Aktie schlummert viel Potenzial. Der Börsenwert von rund 101 Mio. CAD ist immer noch bescheiden.

    NAVSTONE SE – Neustart als Immobiliengesellschaft, 45% Discount zum NAV!

    Navigator Equity Solutions erfindet sich neu. Die im m:access notierte Gesellschaft hat sich in Navstone SE umbenannt, was dem neuen Geschäftsfokus „Immobilien“ Rechnung trägt. Das Unternehmen schloss das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem geringen Umsatz von 0,2 Mio. EUR (zuvor: 5,7 Mio. EUR), aber dennoch einem deutlich positiven Jahresergebnis in Höhe von 2,6 Mio. EUR (Vorjahr: 4,2 Mio. EUR) ab. Beide Größen lassen sich im Wesentlichen auf die Veräußerung der Beteiligung an der IT Competence Group zurückführen. Weitere positive Effekte entstanden mit Neuausrichtung der Beteiligung net digital AG und der damit verbundenen Aktienkursentwicklung.

    Die Bilanz zeigte zum Jahresende sehr solider Werte. Das Eigenkapital legte um 1 Mio. EUR auf 15,1 Mio. EUR zu, bei einer hohen Eigenkapitalquote von ca. 87 %. Abzüglich der Aktien im Eigenbestand errechnet sich ein Net Asset Value (NAV) von rund 3,30 EUR je Aktie. Damit weist diese für Beteiligungsgesellschaften oder Immobiliengesellschaften wichtige Bewertungskennziffer einen deutlichen Discount von 45% zwischen innerem Wert und Börsenkurs auf. Die Liquidität stieg zum Stichtag deutlich auf 13,4 Mio. EUR (Vorjahr 9,3 Mio. EUR) an.

    Ab sofort konzentriert sich Navstone auf den Erwerb von hochwertigen Wohnungsbeständen zur Vermietung in europäischen Wachstumsregionen. Derzeitiger Schwerpunkt ist der Großraum Dublin. Zudem engagiert sich die Gesellschaft in Immobilienentwicklungsprojekten in ganz Europa, entweder als Finanzierungspartner oder (Co-)Entwickler. Angesichts der sehr soliden Bilanz und des hohen Cashbestands ist die Gesellschaft mit rund 12 Mio. EUR und einem NAV-Discount von 45% deutlich zu niedrig bewertet.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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