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23.03.2022 | 05:10

Rheinmetall, Altech Advanced Materials, K+S – Das Momentum nutzen

  • Elektromobilität
  • Rüstung
Bildquelle: pixabay.com

Seit dem Ausbruch des Ukraine-Konfliktes vor etwa drei Wochen und der Verkündung von Sanktionen gegenüber russischen Gütern und Unternehmen kristallisierten sich die Gewinner und Verlierer am Aktienmarkt deutlich heraus. Waren Rüstungsfirmen in jüngster Vergangenheit aus ethischen Gesichtspunkten weder für Fondsmanager noch für private Anleger ein Anlageobjekt, wird nun kräftig in Unternehmen wie Rheinmetall, Hensoldt & Co. investiert. Dabei sind bislang weder Rüstungsaufträge durch die Bundesregierung vergeben, noch ist unklar, ob dafür die nötigen Rohstoffe zur Verfügung stehen werden. Es wäre somit wenig verwunderlich, wenn die aktuell aufgeblasenen Bewertungen bald implodieren würden.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888

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Inhaltsverzeichnis:


    Neue Hochs bei Rheinmetall

    Aus charttechnischer Sicht ist es nichts Ungewöhnliches, wenn eine Aktie, nachdem sie eine mächtige Kurslücke eröffnet, diese nicht sofort schließt, sondern noch einmal ein neues Hoch markiert. So geschehen beim Düsseldorfer Rüstungsunternehmen Rheinmetall. Nach Verkündung der Aufstockung des Bundeswehretats um 100 Mrd. EUR, explodierte Rheinmetall am darauffolgenden Handelstag um mehr als 50% auf 160 EUR.

    Wie in einem ausführlichen Report erläutert, habe der Konzern der Bundesregierung bereits eine umfassende Lieferung von Rüstungsgütern angeboten. Insgesamt hätte das Paket bestehend aus Munition, Hubschrauber sowie Ketten- und Radpanzer ein Volumen in Höhe von 42 Mrd. EUR. Zudem erwartet der Vorstandchef nicht nur Aufträge aus Deutschland, sondern auch von anderen Ländern. Er habe bereits Anfragen aus einer Reihe von NATO-Ländern, vor allem aus Osteuropa erhalten.

    Hier drängt sich natürlich die Frage auf, wie die Abarbeitung der Aufträge zum einen aus personeller Sicht zu garantieren sind. Noch dramatischer ist die Lage jedoch bei den benötigten Rohstoffen. Bereits im abgelaufenen Jahr hatten die Düsseldorfer mit Ausfällen durch Angebotsmangel von benötigten Werkstoffen zu kämpfen, was zu geringeren Kundenabrufen und somit zu Umsatzausfällen führte. Der Gesamtumsatz lag hier bei lediglich 5,66 Mrd. EUR, das mögliche Auftragsvolumen, das auf Rheinmetall zukommen könnte, hätte den Faktor 7,4.Insgesamt gilt für investierte Anleger, einen engen Stopp zu setzen und die positive Entwicklung laufen zu lassen. Langfristig dürfte das Gap bei 107 EUR geschlossen werden und eine Normalisierung eintreten.

    Innovator der Klima- und Mobilitätswende

    Bei Altech Advanced Materials geht es weder um die Produktion von Rohstoffen, noch um den Bau von Panzern. Vielmehr könnten die Heidelberger, deren Marktkapitalisierung aktuell lediglich 8,58 Mio. EUR beträgt, den Markt für Lithium-Ionen-Aggregate revolutionieren. Herkömmliche Lithium-Batterien verlieren schon beim ersten Ladezyklus deutlich an Leistung und die Autobauer suchen global nach alternativen Technologien. Altech verwendet eine Anodenbeschichtung mit hochreinem Aluminiumoxid (HPA) und einer Anreicherung von Silizium.

    So kann die Leistungsfähigkeit von Batterien um mehr als 15% gesteigert und die Lebensdauer sogar um bis zu 30% erhöht werden. Aktuell forscht das Unternehmen daran, den Silizium-Anteil an der Anode zu erhöhen, was Performance-Steigerungen zwischen 50 und 100% zur Folge hätte.

    In naher Zukunft plant Altech den Bau eines Produktionswerks für Anodenmaterial, das eine Kapazität von rund 10.000t jährlich produzieren soll. Über ein Tochterunternehmen konnte kürzlich ein rund 14 Hektar großes Industriegelände erworben werden. Das Grundstück liegt im Industriepark Schwarze Pumpe in der Gemeinde Spreewald in Sachsen. Da die Lithiumpreise immer neue Hochs aufweisen, dürfte die Automobilindustrie für ihre Batterieentwicklung ein wachsames Auge auf die Entwicklung der Altech-Technologie werfen. Somit küren sich die Heidelberger nach unserer Meinung bereits jetzt zu einem interessanten Übernahmekandidaten.

    K+S als Profiteur der Sanktionen

    Eine ähnliche Performance wie die des deutschen Bergbauunternehmens mit den Schwerpunkten Kali- und Salzförderung sah man in Vergangenheit nur von Hightech- bzw. Krypto-Werten. Knapp 400% Kursperformance stehen seit September 2020 zu Buche. Durch die Sanktionen gegen russische Konkurrenzunternehmen, im Speziellen gegen die russische Uralkali sowie Belaruskali aus Weißrussland wurde das Kaliangebot noch einmal um rund ein Drittel für die westliche Welt gekürzt.
    Neben dem drittgrößten europäischen Anbieter K+S kommen aktuell nur noch die zwei weiteren Kali-Produzenten Nutrien und Mosaic in Frage. Nun hat der kanadische Kaliproduzent Nutrien bereits angekündigt, die Produktion aufgrund der ausgerufenen Sanktionen gegen russische Unternehmen zu erhöhen, was den Kalipreis und somit die Aktie von K+S belasten dürfte. Ähnlich Rheinmetall gilt hier die Strategie, einen relativ engen Stopp zu setzen und die Gewinne laufen zu lassen.


    Die Profiteure der aktuellen Krise wie Rüstungs- oder Rohstoffunternehmen legten in den vergangenen Wochen eine beeindruckende Performance hin, sind jedoch bereits heiß gelaufen. Dabei dürfte uns das Thema Angebotsknappheit bei Rohstoffen wie Düngemittel noch länger belasten, was langfristig K+S in die Karten spielen dürfte. Rheinmetall dürfte bei Entspannung der Situation stärker korrigieren, Altech Advanced Materials könnte durch seine Innovation für jeden Elektroautobauer interessant werden.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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