Menü schließen




27.06.2022 | 05:30

SAP, Kleos Space, RWE – krisenresistente Aktien, die ins Depot gehören

  • SAP
  • Kleos Space
  • RWE
  • Satelliten
  • Big Data
  • Künstliche Intelligenz
  • Wasserstoff
  • ERP
  • Strom
  • Cloud
Bildquelle: pixabay.com

Auch wenn sich die Stimmung an den Märkten in der vergangenen Woche etwas aufgehellt hat, der Fear and Greed Index stieg von 14 auf 18, also ist die Unsicherheit an den Märkten nach wie vor spürbar. Man muss sich Unternehmen rauspicken, deren Geschäftsmodelle langfristig gut funktionieren werden. Auch diese Firmen haben Rückschläge durch das gegenwärtige Marktumfeld erlitten, sind aber für die Herausforderungen, die auf uns zukommen, gut gewappnet. Wir haben drei Unternehmen herausgesucht, die von den kommenden schweren Zeiten profitieren sollten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SAP SE O.N. | DE0007164600 , KLEOS SPACE CDI/1/1 | AU0000015588 , RWE AG INH O.N. | DE0007037129

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    SAP - Insiderkäufe

    Die SAP Software ist heute in vielen mittleren und großen Unternehmen Standard. Jetzt, wo viele Unternehmen vor Herausforderungen stehen, muss die Effizienz der Geschäftsprozesse wieder verstärkt optimiert werden. Digitalisierung lautet das Zauberwort. Dabei kommt es dem SAP Konzern zugute, dass Unternehmen, die einmal den Schritt mit SAP gegangen sind, eigentlich kaum noch auf die Software verzichten können. Von daher ist das Geschäft der Walldorfer als krisenfest zu bezeichnen. Allerdings wird das Neukundengeschäft in Zeiten einer drohenden Rezession möglicherweise zurückgehen.

    Die Nachrichtenlage rund um den Konzern ist momentan auch eher negativ. Laut dem Beratungsunternehmen Universum ist die SAP im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber bei Studierenden zurückgefallen. Auch im Management scheint die Stimmung laut dem Manager Magazin schlecht zu sein. CFO Luka Mucic verlässt nächstes Jahr den Konzern, da seine Kommunikation gegenüber dem Kapitalmarkt als zu schlecht empfunden wurde. Zuletzt wurde bekannt, dass der Hedgefonds Bridgewater auf fallende Kurse bei SAP wettet. Insgesamt wurden Aktien im Wert von knapp 600 Mio. EUR geshortet.

    Das könnte der Grund für den Druck auf die Aktie sein. Auch Blackrock hat seine Anteile am Konzern leicht reduziert auf 5,1%. Seit Ende Mai wurde die Aktie bis auf 86,40 EUR gedrückt. Seitdem hat eine Gegenbewegung eingesetzt, die sie bis auf 92,33 EUR nach oben trieb. Oberhalb von 95 EUR hätte sich die Aktie erst einmal aus dem Abwärtstrend befreit. Im Bereich von 90,00 EUR sind aber seit Mai immer wieder Insiderkäufe zu sehen. Auch die Analysten sind seit Mai positiv gestimmt und vergaben reihenweise Kaufempfehlungen mit Kurszielen zwischen 120 und 146 EUR.

    Kleos Space – der Starttermin für den vierten Cluster steht

    Spätestens mit Ausbruch der Ukraine Krise befindet sich die Welt wieder im Aufrüstungsmodus. Neben Waffen sind dabei vor allem Daten von größter Wichtigkeit. Kleos Space betreibt Satelliten-Cluster und sammelt damit Hochfrequenzsignale (RF-Signale). Mittels Künstlicher Intelligenz kann das Unternehmen seinen Kunden RF-Geolokalisierungsdaten zur Aufklärung, Überwachung und Beobachtung als Data-as-a-Service zu Verfügung stellen. Das Unternehmen hilft somit im Kampf gegen globale Umwelt-, Sicherheits- und Wirtschaftsprobleme. Momentan sind drei Satellitencluster mit jeweils vier Satelliten im All, die täglich die Daten von oberservierten 253 Mio. qkm liefern werden. Der dritte im April gestartete Cluster „Patrol Mission“ wird voraussichtlich ab Ende August in Betrieb sein.

    Am 16. Juni verkündete das Unternehmen den Start des vierten Clusters mit SpaceX. Die Satelliten starten im Oktober 2022 von der Raumstation Cape Canaveral und werden die Datenerfassungskapazität um etwa 119 Mio. qkm erweitern. Gleichzeitig kann die tägliche Überprüfungsrate verfünffacht werden. Ursprünglich sollte der Cluster schon Mitte des Jahres starten, aber aufgrund von Vibrationsproblemen wurde der Start aus Sicherheitsgründen verschoben. Trotzdem ist CEO Andy Bowyer zufrieden: „Mit dem bevorstehenden Start erhöht sich unsere Konstellation in der niedrigen Erdumlaufbahn auf 16 Satelliten, was unsere Fähigkeiten zur Datenerfassung, Nachrichtengewinnung und Aufklärung weiter steigert."

    Wie gut die Daten schon heute sind, zeigt eine Kooperationsvereinbarung mit dem Naval Surface Warfare Center der US Navy, bei der beide Parteien neue Lösungen für militärische Herausforderungen entwickeln wollen. Dazu passt auch der neue Geschäftsbereich von Kleos Mission-as-a-Service, der den Kunden einen exklusiven Zugang zu den Satelliten ermöglicht. Dieser Service soll im ersten Quartal 2023 starten. Anfang April stand die Aktie noch bei 0,48 EUR fiel dann mit der Meldung über den verspäteten Satellitenstart bis auf 0,245 EUR. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben und die Sicherheit der Satelliten geht vor. Die Umsätze kommen gerade erst so richtig ans Laufen und man kann derzeit zu günstigen Kursen einsteigen.

    RWE – alle Augen auf die Klage beim Europäischen Gericht

    Auch beim Energieversorger RWE macht sich die Ukraine Krise bemerkbar, doch im Gegensatz zu vielen anderen Konzernen wirkt sie sich positiv aus. Energie ist knapp, die Gaslieferungen wurden von Russland gedrosselt und so sollen Kohlekraftwerke für den Strom sorgen, den sonst die Gaskraftwerke produziert haben. Damit soll ein Versorgungsengpass bei Gas vermieden werden. Selbst eine Verlängerung der Atommeiler ist im Gespräch. Egal wie es ausgeht, am Ende müsste RWE profitieren. Denn der Verbrauch an Strom wächst, da viele der neuen PKWs in Zukunft elektrisch betrieben werden.

    Im Herbst 2019 hatten sich EON und RWE auf eine Zerschlagung von Innogy geeinigt und deren Geschäftsbereiche verteilt. Damit deckt RWE die verschiedenen Bereiche der Stromerzeugung ab. Gerade im Bereich Erneuerbare Energien ist der Konzern gut aufgestellt. 2020 reichten elf kommunale Versorgungsunternehmen eine Klage beim Europäischen Gericht ein, um die Transaktion für nichtig zu erklären. Ergebnisse aus der Verhandlung, die am 16. Juni begannn, sind bis jetzt noch nicht nach draußen gedrungen. Eine Rückabwicklung des Deals gilt aber als unwahrscheinlich.

    Ansonsten läuft es rund beim Konzern, der am 23. Juni einen 196 Megawatt Solarpark in Betrieb nehmen konnte. Auch im Bereich Wasserstoff ist man aktiv. Anfang Juni investierte RWE 500 Mio. EUR in ein 1,4 Gigawatt Kraftwerk für einen Wasserstoffhub, zuletzt folgte die Nachricht, dass man in Rostock grünen Wasserstoff in einer 100 Megawatt-Anlage produzieren will. Hinzu kommt die Kooperation mit Arcelor Mittal. Im Mai kauften auch einige Organe eigene Aktien. Zuletzt war die Aktie etwas unter Druck und notiert aktuell bei 37,42 EUR und damit gut 6,50 EUR unter dem Jahreshoch von Mai. Der nächste Supportbereich liegt bei 32,52 EUR.


    Bei allen drei Unternehmen stimmen die langfristigen Aussichten. SAP kann immer mehr Kunden von seinem Cloud Geschäft überzeugen. Kleos Space will Ende des Jahres 18 Mio. USD pro Jahr erwirtschaften. Diese Einnahmen sind wiederkehrend und man kann Kunden hinzugewinnen. Noch dazu werden Daten aus diesem Bereich in Zukunft noch wertvoller. RWE ist in Sachen Energieerzeugung sehr gut aufgestellt. Die Preise für Strom werden hoch bleiben, was am Ende dem Konzern zu Gute kommt.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 09.03.2026 | 05:00

    Energieschock? Hier ist die Lösung! Das Potenzial von Linde, Veolia und AHT Syngas

    • Synthesegas
    • Wasserstoff
    • dezentrale Energieversorgung
    • Energiepreisschock

    Börse und Wirtschaft sind volatiler denn je. Gründe sind die militärische Eskalation im Nahen Osten und die faktische Sperrung der Straße von Hormus. Mit Rohölpreisen, die die Marke von 90 USD je Barrel überschritten haben und laut Analysten in einem anhaltenden Krisenszenario auf über 150 USD steigen könnten, steht die Industrie vor einer ernsten Herausforderung. In diesem Umfeld wandelt sich auch die Dynamik der Energiewende: Dekarbonisierung ist für Unternehmen nicht mehr nur ein regulatorisches Ziel, sondern Überlebensstrategie für die eigene Wettbewerbsfähigkeit geworden. Während der Industriegase-Konzern Linde durch seine Expertise in der Wasserstofflogistik das technologische Rückgrat der Dekarbonisierung bildet, sichert Veolia Environnement durch das Management globaler Stoffkreisläufe Ressourcen und generiert sogar krisenfeste Cashflows. Gut zu den genannten Unternehmen passt auch AHT Syngas, dessen Vergasungsanlagen industrielle Abfallströme direkt am Ort ihrer Entstehung zu kostengünstigem Synthesegas und grünem Wasserstoff umwandeln – eine dezentrale Technologie, die heute mehr denn je einen Nerv trifft.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 09.03.2026 | 04:30

    Iran-Krieg und explodierende Ölpreise! Gibt es überhaupt Gewinner? Infineon, First Hydrogen und Aixtron im Fokus

    • HighTech
    • Halbleiter
    • Microindustrie
    • Energiespeicher
    • Robotik
    • Wasserstoff

    Donald Trump fordert die bedingungslose Kapitulation des iranischen Regimes nach einem Blitzkrieg über ganze 7 Tage. Für die internationale Staatengemeinschaft und den laborierenden Ökonomien bedeutet ein nachhaltiger Ölpreisanstieg von 20 % starke Einbußen im Wirtschaftswachstum und einen gewaltigen Inflationsschub in den Ladenregalen durch die nachgelagerten Teuerungseffekte. Auch der Konsument wird in Kriegszeiten in keinen neuen Kaufrausch verfallen, sondern die Taschen geschlossen halten. Börsianer sollten daher ihren Blick nun weiter nach vorne richten als üblich. Denn vielleicht sind die Gewinnbringer nun jene Werte, die in den letzten Tagen arg gelitten haben oder neue Titel, mit entsprechender Langfrist-Perspektive. Wer wird nach der Krise wieder zum Spurt ansetzen?

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 05.03.2026 | 04:15

    Sind Öl und Gas das neue Gold? Jetzt geht´s rund bei Shell, BP, Pure One und Oklo

    • Energie
    • Kritische Rohstoffe
    • Öl und Gas
    • Wasserstoff
    • Kernenergie
    • SMRs

    Nach einer langen Durststrecke für Öl musste es nun ein Krieg sein, der die Notwendigkeit der fossilen Brennstoffe wieder in den Fokus rückt. Aber, man sollte die Kirche auch im Dorf lassen. Die Weltmärkte sind überschwemmt mit Öl, USA und Kanada haben in den letzten 20 Jahren so viele Kapazitäten aufgebaut, dass die 4 Mio. Barrel Iran-Förderung leicht ausgeglichen werden können. „There´s plenty of oil“ war die Reaktion auf die wiederholten Peak Oil-Aussagen nach den Arbeiten des Geologen Marion King Hubbert aus dem Jahr 1949. Im Jahr 2000 sollten die Reserven erschöpft sein, doch es kam anders. Heute gehen Forscher von Reserven für weit mehr als 200 Jahre aus, somit lohnt es sich für Investoren auf Ölwerte zu blicken. Alternativen dazu gibt es viele u. a. von den Unternehmen Pure Hydrogen und Oklo. Im Zuge der Irankrise eine weitere Gelegenheit, das Portfolio neu zu strukturieren.

    Zum Kommentar