Menü schließen




25.03.2022 | 05:10

SGL Carbon, Almonty Industries, HeidelbergCement – Preise gehen durch die Decke

  • Rohstoffe
  • Infaltion
Bildquelle: pixabay.com

Bereits weit vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine kam es zu Störungen von Lieferketten und der Knappheit an bestimmten Rohstoffen. So führte bereits im vergangenen Jahr der Halbleitermangel besonders in der Autoindustrie zu Kurzarbeit und Schließungen von Produktionsstätten. Die aktuellen geopolitischen Spannungen verstärken die inflationären Entwicklungen. Zwar versuchen die Notenbanken erstmals, entgegenzuwirken. Ein weiteres Ausufern der Preisspirale ist jedoch alles andere als unwahrscheinlich. Profiteuere sind dabei die Rohstoffproduzenten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: SGL CARBON SE O.N. | DE0007235301 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , HEIDELBERGCEMENT AG O.N. | DE0006047004

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Rohstoffproduzenten als Profiteure

    „Die Welt steht vor einer hohen Inflation, einem langsameren Wirtschaftswachstum und einer Verknappung von Rohstoffen. Und wenn es der Federal Reserve nicht gelingt, die Dinge in den Griff zu bekommen, könnte es Jahre dauern, das Problem zu lösen“, so Lewis Black, CEO von Almonty Industries anlässlich eines Interviews mit Kitco News. Der Manager kennt sich aus mit Lieferketten und knappen Rohstoffen. Bei Almonty Industries geht es um Wolfram. Durch seine herausragenden Eigenschaften findet man Wolfram in vielen Anwendungen, etwa in der Schweißtechnik, Lichttechnik, Schneid- und Bearbeitungstechnik von Metallen, aber auch in der Wehrtechnik. Wolfram ist heute für die moderne Hightech-Industrie unverzichtbar.

    Strategisch wichtiger Produzent

    Aufgrund der aktuellen geopolitischen Spannungen und dem sich weiter verschärfenden Handelskrieg zwischen China und Russland auf der einen Seite und den westlichen Staaten auf der anderen, spielt Almonty für die Beschaffung von Wolfram eine strategische Hauptrolle. Denn bisher kommen rund 85% der globalen Wolfram-Erzeugung aus dem Reich der Mitte. Damit besitzt China ein Quasi-Monopol und hat die Hand auf der Preisbildung. Seit drei Jahren hat der Preis für Wolfram-APT (Ammonium Paratungsten) erstmals die Marke von 300 USD pro metrischer Tonneneinheit überschritten. Mit der sich aktuell im Bau befindlichen weltgrößten Wolfram-Mine der Welt, der Sangdong-Mine in Südkorea, dürfte ab Ende des laufenden Jahres eine Entspannung bei den Lieferketten für Wolframkonzentrate eintreten. Rund 50% der weltweiten Wolfram-Versorgung außerhalb Chinas produziert dann die 100%-Tochtergesellschaft der Almonty, Woulfe Mining.

    Neben dem Abbau von Wolfram bietet sich auf der Lagerstätte zusätzliches Potenzial durch ein größeres Molybdän-Vorkommen, das in diesem Jahr näher erkundet werden soll. Zusätzlich besitzt Almonty Industries mit zwei weiteren Projekten in Spanien und Portugal großes Potenzial. Der Kurs der Almonty-Aktie konnte sich auf Tradegate in den vergangenen Wochen stark entwickeln und steht mit 0,70 EUR kurz vor dem Bruch des markanten horizontalen Widerstandes. Sollte dieser gebrochen werden, dürften die Allzeit-Hochs bei 0,90 EUR nur noch eine Frage der Zeit sein. Aufgrund der fundamentalen Voraussetzungen ist Almonty Industries in jedem Fall ein aussichtsreiches Unternehmen.

    Erste Gewinne seit langer Zeit

    Knapp 7% auf 5,47 EUR verlor die Aktie der SGL Carbon nach den Zahlen für das Gesamtjahr 2021. Dabei war das vergangene Jahr das erste mit Gewinnen in Höhe von 75,4 Mio. EUR seit drei Jahren. Negativ fassten die Anleger und Analysten den Ausblick für das unsichere Geschäftsjahr 2022 auf. Hier sieht das Management unterbrochene Lieferketten und Produktionsunterbrechungen bei ihren Kunden ebenso als mögliche Belastung wie die gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten. Der Konzernumsatz soll 2022 auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Beim EBITDA werden 110-130 Mio. EUR angepeilt. Damit würden die Wiesbadener hinter den aktuellen Ergebnissen für 2021 liegen.

    Nach dem Abprallen des Kurses bei 6,00 EUR könnten aktuell noch einmal die Jahrestiefststände bei 4,65 EUR angepeilt werden. Insgesamt erscheinen die Aussichten wackelig, so dass sich der Wert maximal auf der Watchlist befinden sollte.

    Schwach nach Zahlen

    Ebenfalls starke Verkäufe musste der Baustoffkonzern HeidelbergCement nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das Gesamtjahr 2021 hinnehmen. Dabei vermeldete das Unternehmen einen Gewinn in Höhe von 1,76 Mrd. EUR nach einem Verlust von über 2,0 Mrd. EUR im Jahr 2020.

    Für das Geschäftsjahr 2021 wollen die Heidelberger eine Dividende von 2,40 EUR bezahlen. Das sind 0,20 EUR mehr als im Vorjahr. Analysten hatten allerdings mehr erwartet. Das Unternehmen hatte bereits im Februar vorläufige Gesamtjahreszahlen vorgelegt und einen ersten Ausblick auf das laufende Jahr gegeben.

    Auch bei HeidelbergCement hat sich das Chartbild eingetrübt, der Weg könnte ebenfalls in Richtung des Jahrestiefs bei 47,01 EUR gehen.


    Die Inflation steigt, der Ukrainekonflikt verstärkt dies noch weiter. Rohstoffe werden knapper. Preise, wie beim Rohstoff Wolfram, eilen von Hoch zu Hoch. Almonty Industries ist außerhalb Chinas für die Versorgung der westlichen Welt mit Wolfram verantwortlich und langfristig interessant. Dagegen sollten Anleger bei SGL Carbon und HeidelbergCement lediglich beobachten.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 16.09.2026 | 04:00

    Big Data, More Cloud, Less Energy – wer hat die besten Speicher Chips? AMD, Infineon, Aspermont und SK Hynix im Rampenlicht

    • KI-Rechenzentren
    • HighTech
    • Big Data
    • Cloud-Dienste
    • Halbleiter
    • Mikrochips
    • Rohstoffe

    Die Jagd nach der heißesten KI-Rendite des Jahrzehnts ist offiziell eröffnet. Denn die Gier nach Daten wächst unaufhörlich und bringt die Serverräume weltweit zum Glühen. Dabei buhlen vier verlockende Börsen-Kandidaten um das Kapital der Anleger und lassen die Hüllen fallen. Speicher-Spezialist AMD zeigt stolz seine Muskeln und will mit brutaler Rechenpower das große Feld dominieren. Der Chiphersteller drängt sich tief in die Cloud-Infrastruktur und lässt die Konkurrenz vor Neid erblassen. Infineon verführt dagegen mit purer Effizienz und weiß genau, wie man mit weniger Energie maximale Ausdauer erreicht. Die Münchner machen Server sexy, indem sie den Stromdurst der Giganten drastisch zügeln. Der Koreaner SK Hynix dominiert das High-Bandwidth-Memory-Segment und füttert die KI-Anwendungen im Rekordtempo mit frischen Daten. Als wilder Außenseiter bringt Aspermont frischen Wind ins Spiel und sorgt für den nötigen Durchblick im Rohstoff-Universum. Was wie eine Liaison anfängt, erzeugt höchstes Prickeln im Depot. Denn dieses Quartett lässt die Kurse täglich tanzen und treibt Analysten den Schweiß auf die Stirn. Anleger sollten sich jetzt entscheiden, welchen dieser Tech-Lieblinge sie fest in ihr Portfolio einschließen wollen. Denn die Zeit bis zum Weihnachtsfest ist knapp, um die Lichtlein ordentlich scheinen zu lassen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 15.09.2026 | 04:00

    Entwickelt sich Wolfram zum Showstopper fragiler Lieferketten? Rheinmetall, Almonty Industries und Airbus im Fokus

    • Kritische Metalle
    • Defense-Sektor
    • Rüstungsindustrie
    • Rohstoffe
    • Lieferketten

    Der Nahost-Konflikt geht in die nächste Runde. Dabei setzt der explodierende Ölpreis die Weltwirtschaft gehörig unter Druck und rückt strategische Branchen wie Rüstung und Luftfahrt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Rheinmetall und Airbus kämpfen dabei nicht nur mit geopolitischen Risiken, sondern auch um stabile Lieferketten für die dringend benötigten kritischen Metalle. Neben Kupfer gewinnt dabei vor allem Wolfram an Bedeutung: Das extrem harte und hitzebeständige Metall ist für verschleißfeste Werkzeuge, Speziallegierungen und zahlreiche Anwendungen in der Rüstungs- und Luftfahrtindustrie unverzichtbar. Während die anhaltenden Spannungen die Rohstoffpreise also weiter antreiben, sollten Anleger den Blick über den Ölmarkt hinaus auf jene Schlüsselmetalle richten, welche Europas industrielle Zukunft sichern. Im Fokus haben wir deshalb den Wolfram-Lieferanten Almonty, der mit neuen Beschaffungswegen in Afrika die nächste Raketenstufe zündet. Eine klare Prioritätenliste macht Sinn!

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 09.09.2026 | 04:00

    Sachsen-Anhalt, Leipzig, NATO und Gold – Jetzt geht´s los! Ins Rampenlicht rücken Rheinmetall, Renk, DRC Gold und CSG

    • Defense-Sektor
    • Rüstung
    • HighTech
    • Gold
    • Rohstoffe
    • Kritische Metalle

    Es brodelt gewaltig auf dem internationalen Parkett. Und mittendrin mischen Akteure mit, welche für maximale Spannung sorgen. In Sachsen-Anhalt und rund um den Logistikhub Leipzig dreht sich derzeit alles um strategische Weichenstellungen in der Verteidigungspolitik von immenser Tragweite. Die NATO zieht im Hintergrund die Fäden, während die Nachfrage nach Sicherheit und handfesten Sachwerten wie Gold ein neues Allzeithoch erreicht. In diesem hochexplosiven Marktumfeld rückt der Rüstungsgigant Rheinmetall mit neuen Großaufträgen und Kapazitätserweiterungen ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Dicht dahinter folgt der Getriebespezialist Renk und auch der tschechische Rüstungs-Konzern CSG mit ordentlichen Wachstumssprüngen. Gleichzeitig bringt DRC Gold die nötige Würze in das spekulative Spiel um knappe Rohstoffe und Krisenschutz. Diese Mischung aus geopolitischer Notwendigkeit und wirtschaftlicher Dynamik verleiht der aktuellen Lage eine ganz besondere Brisanz. Jetzt sind Weichenstellungen im Depot nötiger denn je!

    Zum Kommentar