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06.12.2023 | 06:00

Siemens Energy, Defense Metals, Rheinmetall – Seltene Erden als Risikofaktor

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Bildquelle: pixabay.com

Die Knappheit und der Zugang zu Seltenen Erden sind global zu einem wichtigen Thema geworden. China spielt eine entscheidende Rolle in der Produktion von Seltenen Erden, da das Land 60 % aller Seltenen Erden weltweit abbaut und 85 % aufbereitet. Nachdem die USA den Export von KI-Chips untersagt hatten, überlegte China, den Export von Seltenerdmetallen zu verbieten. Diese Handelsblockaden von beiden Seiten sorgen für Spannungen in den internationalen Handelsbeziehungen und Sorgen vor Lieferengpässen. Dabei spielen die Seltenen Erden eine wichtige Rolle im Bereich Windkraft, Rüstung, Medizin, Elektromobilität und der Elektronikindustrie. Als Investor sollte man sich dieser Risiken bewusst sein.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy – Probleme bei Gamesa müssen gelöst werden

    Seltene Erden nehmen in der modernen Windkrafttechnologie eine Schlüsselrolle ein. Neodym und Dysprosium sind entscheidend für die Herstellung von Hochleistungspermanentmagneten, die in den Generatoren von Windturbinen verwendet werden. Die gesteigerte Effizienz und die robuste Leistungsfähigkeit solcher Anlagen erhöhen direkt die Rentabilität und die Nachhaltigkeit von Windenergieprojekten. Bei der Rentabilität hat Siemens Energy, oder besser gesagt die Tochter Gamesa, Schwierigkeiten. Während die anderen Geschäftsbereiche solide Zahlen liefern, reißt die Windkraft-Sparte den Konzern ins Minus.

    Am 15. November stellte das Unternehmen seine letzten Quartalszahlen vor. Die Umsatzerlöse sanken um 2,5 % auf 8,5 Mrd. EUR, vor allem aufgrund von Siemens Gamesa. Auch das Ergebnis wurde von der Tochter beeinflusst und lag vor Sondereffekten bei -487 Mio. EUR. Insgesamt steht ein Verlust von 870 Mio. EUR zu Buche, während im Vorjahr noch Gewinne erzielt wurden. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug -1,04 EUR im Vergleich zu 0,33 EUR im Vorjahr. Der Free Cash-Flow vor Steuern sank auf 1.108 Mio. EUR, im Vergleich zu 1.949 Mio. EUR im Vorjahr. Durch die Bürgschaften vom Bund, Siemens und einigen Banken konnte der Abwärtstrend gestoppt werden.

    Frischen Wind könnte die Zusammenarbeit zwischen BASF und Siemens Energy beim Bau einer Wasserelektrolyse-Anlage zur Erzeugung von CO2-freiem Wasserstoff bringen. Das Projekt in Ludwigshafen soll zur Dekarbonisierung der Industrie und Beschleunigung der Energiewende beitragen und 2025 abgeschlossen sein. Dafür erhalten die Partner 124,3 Mio. EUR Zuschüsse. Während die DZ Bank und die Deutsche Bank die Aktie nach der Wasserstoffmeldung auf Halten gestuft haben, kam zuletzt Goldman Sachs mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 18,60 EUR. Derzeit notiert der Wert bei 11,49 EUR.

    Defense Metals – Mineralressource aufgestockt

    Defense Metals will mit seinem Seltenen Erden (REE) Wicheeda-Projekt in British Columbia, Kanada, die Abhängigkeit von China reduzieren. Die weltweite Umstellung auf Elektrofahrzeuge bietet dem Unternehmen eine große Chance, da die Nachfrage nach Neodym-Eisen-Bor-Magneten in Elektromotoren den Bedarf an Neodym erhöht. Defense Metals ist bestrebt, diese steigende Nachfrage zu befriedigen und einen Beitrag zur nationalen Sicherheit und zum Bedarf an umweltfreundlicher Technologie zu leisten. Um dem nachzukommen benötigt man beträchtliche Mineralressourcen mit hochgradigen Seltenen Erden. Die Wicheeda Lagerstätte bietet genau das. Schon im September verkündete das Unternehmen eine Erhöhung der Mineralressourcenschätzung. Der entsprechende technische Bericht nach NI 43-101 wurde am 30. Oktober bei Sedar eingereicht.

    Die gemessene Mineralressource beträgt 6,4 Mio. t mit einem durchschnittlichen Seltenenerdoxid (TREO)-Gehalt von 2,86 %. Die angezeigte Mineralressource beläuft sich auf 27,8 Mio. t mit einem durchschnittlichen TREO-Gehalt von 1,84 %, während die abgeleitete Mineralressource 11,1 Mio. t umfasst und einen durchschnittlichen TREO-Gehalt von 1,02 % aufweist. Insgesamt ergeben die kombinierten gemessenen und angezeigten Mineralressourcen eine Gesamtmenge von 34,2 Mio. t mit einem durchschnittlichen TREO-Gehalt von 2,02 %. Damit wurde die vorherige Schätzung um 17 % beim TREO-Gehalts und 31 % beim Tonnageverhältnisses übertroffen. Diese Verbesserung basiert auf zusätzlichen Bohrlochdaten der letzten Jahre und einem aktualisierten geologischen Modell.

    Auch bei der Aufbereitung gibt es positive Nachrichten. Die Flotationstests zeigen hohe Gewinnungsraten von 80 % für ein Konzentrat mit 45 % TREO und das bei niedrigem Energieverbrauch. Die aus der Pilotanlage gewonnenen Seltene Erden-Oxide und Karbonate wurden an Interessenten aus aller Welt geliefert, um die potenziellen Kunden von der Qualität zu überzeugen. Dabei wurden die Proben je nach Anforderungsprofil der Interessenten angepasst. Derzeit arbeitet das Unternehmen an der Vor-Machbarkeitsstudie, deren Fertigstellung für das 1. Halbjahr 2024 vorgesehen ist. Die Aktie konnte bislang noch nicht von dem positiven Nachrichtenverlauf profitieren und handelt aktuell bei 0,16 CAD.

    Rheinmetall – neuer 142 Mio. EUR Auftrag

    Seltene Erden spielen in der Rüstungsindustrie eine kritische und oft unterschätzte Rolle bei der Entwicklung und Herstellung moderner Verteidigungssysteme. Dazu zählen Hochtechnologie-Komponenten, von präzisionsgelenkten Munitionssystemen über Radar- und Kommunikationsausrüstung bis hin zu Nachtsichtgeräten und Flugzeugen. In Zeiten geopolitischer Spannungen und fortwährender Innovation in der Militärtechnik ist die Sicherstellung des Zugangs und der Versorgung mit Seltenen Erden deshalb zu einer strategischen Priorität für Nationen rund um den Globus geworden. Dementsprechend ist auch die Produktion von Rheinmetall von dem kritischen Rohstoff abhängig.

    Der Bedarf an Rüstungsartikel ist seit Ausbruch des Ukraine Konflikts deutlich angestiegen. Das Institut Sipri sieht in den kommenden Jahren deutliche Wachstumspotenziale, schon jetzt steigen die Aufträge bei vielen Rüstungsfirmen, doch noch mangelt es an Produktionskapazitäten. Im November gab Rheinmetall bereits bekannt, dass man davon ausgeht, dass sich der Jahresumsatz bis 2026 fast auf 13-14 Mrd. EUR verdoppelt. In diesem Jahr geht man von einem Umsatz von ca. 7,5 Mrd. EUR aus, bei einer Marge von 15 %. Schon bei den letzten Quartalszahlen konnte man die Erwartungen der Analysten übertreffen.

    Erst am 4. Dezember konnte ein Auftrag von rund 142 Mio. EUR für Artilleriemunition aus der Ukraine vermeldet werden. Da die Nachfrage nach dieser Art von Munition sehr hoch ist, will der Konzern seine Kapazitäten 2024 um 700.000 Artilleriegeschosse erhöhen. Allein die Bundeswehr hat Aufträge von über 1 Mrd. EUR in den nächsten Jahren platziert. Gefertigt werden soll in Deutschland, Spanien, Südafrika und Australien. Die Aktie versucht derzeit ihren alten Höchststand von 295,10 EUR zu erreichen und kostet momentan 281,10 EUR. Bis zum höchsten Kursziel von 381 EUR von Barclays Capital ist also noch ausreichend Platz.


    Auch wenn es uns nicht bewusst ist, so stecken Seltene Erden in vielen Elektronikartikeln und nahezu sämtliche neuen Technologien benötigen den kritischen Rohstoff. Siemens Energy hat allerdings weniger Probleme mit Seltenen Erden, als vielmehr mit der Profitabilität seiner Windkraft Sparte. Der Umbau wird Zeit brauchen. Defense Metals ist auf dem Weg zu einem Seltene Erden Produzenten. Durch die Nähe zu den USA sind Absatzmärkte schnell gefunden, auch wenn man Proben in die ganze Welt geschickt hat. Rheinmetall befindet sich in einer boomenden Rüstungsindustrie und ist dafür gut aufgestellt. Die Kapazitätserhöhungen werden sich langfristig auszahlen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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