19.06.2026 | 04:20
Silber, Seltene Erden sowie Wolfram: Wie Aya Gold + Silver, Almonty Industries und Lynas Rare Earths profitieren!
Offenbar kommt der Krieg am Persischen Golf endlich zu einem Ende. Die Schäden, insbesondere für die USA, sind aber immens: politisch, wirtschaftlich und auch militärisch. Denn das Land muss sein Waffenarsenal wieder aufstocken. Unzählige Missiles wurden verschossen, es gingen Kampfflugzeuge und Helikopter verloren. Schon Anfang Mai wies der US-Senator Mark Kelly nach einem Pentagon-Briefing darauf hin, dass die Bestände in Folge des Kriegs völlig „ausgeblutet“ seien. So seien die Munitionsdepots, insbesondere Tomahawk-Raketen, Patriot-Abwehrsysteme und SM-3-Abfangraketen, völlig erschöpft. Nun müssen die USA nachrüsten. Der Wiederaufbau dieser Bestände werde wohl Jahre dauern. Neben der Militärindustrie dürften insbesondere knappe Rohstoffe hiervon profitieren. Da viele Rohstoffaktien im Zuge des Konflikts zurückgekommen sind, bieten sich hier Chancen für Anleger. Wir blicken deshalb auf die Aktien von Aya Gold & Silver, Almonty Industries und Lynas Rare Earths.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Tarik Dede
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , AYA GOLD + SILVER INC. | CA05466C1095 , LYNAS CORP. LTD | AU000000LYC6
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Tarik Dede
Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.
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Aya Gold & Silver: Wachstum und höhere Preise!
Der Silbermarkt befindet sich schon seit Jahren im Angebotsdefizit. Aya Gold & Silver ist eines der Unternehmen, die tatsächlich zu den reinen Silberminern gehören. 70 % des weltweiten Angebots fällt nämlich als Nebenprodukt von Gold-, Kupfer- und Zinkminen an. Die Kanadier aber produzierten im ersten Quartal 1,49 Mio. Unzen Silber-Äquivalent in ihrer Mine in Marokko, ein Plus von 49 % im Jahresvergleich. Die hohen Gewinne von 49 Mio. CAD (+600 %) waren eine Folge des Kostenmanagements. Die Cash-Kosten betrugen lediglich 18,40 CAD pro Unze (AgEq), umgekehrt wurde die Unze Silber zu durchschnittlich 82,22 USD je Unze verkauft. Das künftige Wachstum des Unternehmens wird vor allem aus dem in Entwicklung befindlichen Boumadine-Projekt kommen. Dieses Jahr allein wird dort ein riesiges Bohrprogramm über 240.000 Meter umgesetzt. Aya Gold & Silver plant mit einem Produktionsstart in den Jahren 2028/29.
Silber ist in modernen Raketen unersetzlich. So befinden sich Schätzungen zufolge in nur einer Tomahawk-Lenkwaffe allein zwischen 15 und 20 Kilogramm reines Silber. Das entspricht einer Menge von 480 bis 640 Unzen. Die genauen Angaben dazu unterliegen natürlich der strengsten Geheimhaltung des Militärs. Bei Patriot-Abfangraketen (PAC-2 / PAC-3) sind es laut Branchenexperten 5 bis 10 Kilogramm Silber pro Rakete. Wichtig für den Silbermarkt: Die Rohstoffe aus einer abgefeuerten Rakete können nicht recycelt werden.
Die USA bzw. Unternehmen aus dem militärisch-industriellen Komplex werden dementsprechend aktiv werden müssen. Und das sollte mittel- und langfristig die Silberpreise weiter antreiben. Aya Gold & Silver ist als primärer Produzent des Edelmetalls einer der größten Profiteure. Schon die Zahlen zum Q1 zeigten, wohin die Richtung beim Gewinn geht, wenn Silber zu über 80 USD je Unze verkauft werden kann. Die Aktie hat bereits eine kleine Friedensdividende eingeheimst und befindet sich wieder auf dem Weg zum Jahreshoch. Mit einem Börsenwert von mehr als 4,2 Mrd. CAD gehört Aya Gold & Silver zu den Großen im Silbersektor.
Almonty Industries: Retter in der Not
Wolfram ist aufgrund seiner extremen Dichte und seines hohen Schmelzpunktes ein absolut kritischer Rohstoff für das Militär, der auch für die Raumfahrt unersetzlich ist, wenn es darum geht, wieder in die Erdatmosphäre einzutreten. Rüstungsunternehmen nutzen das Material in der Regel in Form von Wolfram-Schwermetall-Legierungen oder als Pulver/Pellets in Gefechtsköpfen. Es hilft dabei, Bunker oder Panzerungen zu durchschlagen sowie bei der Optimierung der Splitterwirkung. Je nach Schätzung entfallen mehrere Kilogramm bis hin zu zweistelligen Kilo-Beträgen auf Wolfram in einem Gefechtskopf.
Der Wolfram-Markt wurde in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten von China dominiert. Der Marktanteil Beijings wird vom US Geological Survey (USGS) auf weltweit ca. 80 % bei der Förderung taxiert. Rechnet man noch Partnerländer wie Russland und Nordkorea hinzu, steigt dieser Anteil auf nahezu 95 %.
Schlechte Zeiten also für die Vereinigten Staaten, wenn es darum geht, kritische Rohstoffe wie Wolfram für das eigene Arsenal zu besorgen. Doch der Retter in der Not steht schon bereit: Almonty Industries. Die Kanadier mit Headquarter in den USA sowie einer Börsennotierung an der Nasdaq haben im März die historische Sangdong-Wolfram-Mine in der südkoreanischen Provinz Gangwon wieder in Betrieb genommen. Es ist die Flaggschiff-Mine des Unternehmens und Analysten schätzen, dass es sich bei Sangdong um eine der größten und hochgradigsten Wolframvorkommen der Erde handelt. Der Erzgehalt liegt grob dreimal höher als der globale Durchschnitt. Hohe Grade sind auch für die niedrigen Kosten verantwortlich. Almonty rechnet damit, dass die Produktionskosten bei knapp 110 - 127 USD je MTU liegen werden. Auf der anderen Seite sind die Weltmarktpreise für Wolfram in den vergangenen Jahren geradezu explodiert. Nachdem China begonnen hatte, den Export stärker zu kontrollieren und zu begrenzen, sind die Preise von unter 1.000 USD vor dem Jahreswechsel auf mittlerweile rund 3.000 USD je MTU in Rotterdam gestiegen.
Dieses Jahr sollen dank des Produktionsbeginns auf Sangdong die Einnahmen von Almonty Industries deutlich steigen. Die Analysten der Bank of America kalkulieren mit einem Umsatz für 2026 mit 670 Mio. CAD. Im Vorjahr waren es lediglich 33 Mio. CAD. 2027 werden dann von der Investmentbank Einnahmen über 1,32 Mrd. CAD geschätzt, das EBITDA soll aufgrund der niedrigen Produktionskosten auf 1,21 Mrd. CAD etwa verdoppelt werden.
Somit sollte die Aktie von Almonty Industries in den kommenden beiden Jahren von den wachsenden Umsätzen und Gewinnen profitieren. Das Papier notiert aktuell gut ein Viertel unter dem Jahreshoch und bewegte sich bereits in den vergangenen Wochen aufwärts. Mittel- und langfristig dürfte Almonty das Wolfram-Angebot für westliche Nachfrager dominieren.
Lynas Rare Earths: Das Schwergewicht bei Seltenen Erden
Lynas Rare Earths ist das Pendant zu Almonty Industries im Bereich Seltene Erden. Die Australier sind der am längsten etablierte Produzent aus dem Westen. Und wie bei Wolfram dominiert Beijing auch diesen Markt. Bei der Förderung dieser Metalle liegt China laut USGS bei etwa 60 % bis 70 % Marktanteil weltweit. Bei den für das Militär besonders wertvollen Seltenen Erden wie Dysprosium und Terbium beträgt der Wert sogar fast 90 %. Auf der Verarbeitungsebene ist die Volksrepublik noch dominanter, die Anteile steigen auf 85 % bis 90 % - bei einigen Seltenen Erden sogar auf bis zu 99 %.
Die Tomahawk wird gerne als "fliegender Computer" bezeichnet, der eine ganze Menge an Seltenen Erden und anderen kritischen Rohstoffen benötigt. Laut Schätzungen von Rohstoff-Analysten wie Critical Minerals Hub befinden sich bis zu 18 verschiedene, sogenannte kritische Metalle in der Steuerung, Elektronik und dem Antrieb dieser Missile. Kumuliert wird das Gewicht der Seltenen Erden auf mehrere Kilogramm geschätzt. Wichtig sind vor allem Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium mit ihren magnetischen Eigenschaften, die sie auch bei extremen Temperaturen und Vibrationen während des Flugs nicht verlieren.
Neben der Militärtechnik kommen Seltene Erden praktisch in allen High Tech-Produktgruppen vor – vom Smartphone bis zum Automobil. Lynas Rare Earths als etablierter westlicher Anbieter befindet sich hier in einer starken Position. Das Unternehmen kontrolliert das Mt Weld-Vorkommen in Westaustralien, die Verarbeitung findet in Malaysia statt. Wie hoch die Nachfrage ist, zeigten die Zahlen zum Jahresauftakt. Lynas konnte die Einnahmen auf 265 Mio. AUD mehr als verdoppeln. Die Verkaufspreise für die Seltenen Erden lagen zum Teil ein Viertel über dem Vorquartal. Mit einer Cashposition von rund 1,1 Mrd. AUD hat man die finanzielle Firepower, um zu expandieren. Die Aktien von Lynas haben sich seit Anfang 2024 mehr als vervierfachen können, mit dem Beginn der Kampfhandlungen am Golf ging es aber kurioserweise bergab. Aktuell notiert das Papier etwa 20 % unter seinem Top. Mit einem Börsenwert von rund 19 Mrd. AUD ist man ein Schwergewicht in der Heimat.
Fazit: Silber, Wolfram und Seltene Erden. Der Krieg am Golf wird die Nachfrage massiv steigern. Mit Aya Gold & Silver setzen Anleger auf einen reinen Silberminer, der sich börsentechnisch auf dem aufsteigenden Ast befindet. Almonty Industries dominiert den Markt für Wolfram außerhalb Chinas. Die Kanadier mit US-Sitz fahren hohe Gewinnmargen ein und dürften den Markt noch lange kontrollieren. Lynas Rare Earths ist wiederum die Antwort Australiens auf die Dominanz Beijings bei Seltenen Erden.
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