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29.12.2021 | 05:50

TeamViewer, Aspermont, ProSiebenSat.1 Media – Digitale Geschäftsmodelle boomen

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Bildquelle: pixabay.com

Spätestens durch die Corona Krise konnte man sehen, dass digitale Geschäftsmodelle boomen, wohingegen herkömmliche Geschäftsmodelle unter dem Lockdown litten. Wenn man es positiv sehen möchte, hat die Krise zu einem Digitalisierungsschub und neuen Geschäftsmodellen geführt. Restaurants stellten plötzlich auf Online-Bestellungen um, Seminare finden online statt und auch virtuelle Messen sind immer mehr im Kommen. Auch an der Börse gibt es Unternehmen, die verstärkt auf digitalisierte Geschäftsmodelle setzen. Drei davon nehmen wir heute unter die Lupe.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900 , PROSIEBENSAT.1 NA O.N. | DE000PSM7770

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Inhaltsverzeichnis:


    TeamViewer – kommt der Turnaround

    Mit dem ersten Lockdown in der Corona Pandemie war TeamViewer der Renner unter Investoren. Homeoffice Arbeitsplätze mussten her, somit auch Videokonferenzen, Fernwartung der PCs etc. All das ist mit der Teamviewer Lösung kein Problem und somit stieg die Aktie von 22,30 EUR bis auf 54,86 EUR. Doch mit dem Höhenflug begannen die Probleme. Man übernahm Ubimax, ein Spezialist im Bereich Augmented Reality, für einen zu hohen Preis. Anschließend unterzeichnete man einen 5-jährigen Sponsorenvertrag mit Manchester United, der zwischen 35 und 50 Mio. EUR pro Jahr kosten dürfte.

    Da nütze es nichts, dass der CEO im Nachhinein Fehler zugab. Die Aktie ging auf Talfahrt, denn die Ergebnisse litten deutlich unter den teuren Deals. Auch wenn im dritten Quartal 18% mehr Jahresverträge abgeschlossen wurden, so wurden die Prognosen des Managements verfehlt. In Zukunft sollte das Management lieber konservativer rechnen und positiv überraschen. Der Finanzchef und die Marketingchefin sind 2022 nicht mehr mit an Bord. CEO Steil hat einen neuen Vertrag bis 2024 in der Tasche. Das kommende Jahr wird zeigen, ob man aus diesem Jahr gelernt hat.

    Sollte es Corona-bedingt erneut zu einer Homeoffice-Pflicht kommen, dann würde es dem Unternehmen sicherlich helfen. Das Firmenkundengeschäft soll das Wachstum in 2022 bringen. Die Aktie steckt seit dem 26. November in einer Range zwischen 12,79 EUR und 10,72 EUR fest. Aktuell notiert der Wert bei 12,27 EUR. Die Analysten sind sich uneins. Während die DZ Bank 13,50 EUR als Kursziel sieht, geht JPMorgan von 21 EUR aus. Das Unternehmen muss in den kommenden Jahren den Gürtel enger schnallen.

    Aspermont – Zahlen überzeugen

    Aspermont hat nicht erst mit Beginn der Corona Krise begonnen sein Geschäft zu transformieren, denn das Internet entzog den Printmedien immer häufiger die Kunden. Aus dem einstigen Printmedien-Verlag, der auch Messen veranstaltete, wurde der führende Mediendienstleister der globalen Rohstoffindustrie. Diese Transformation gelang, indem sämtliche Geschäftsstrukturen umstrukturiert und digitalisiert wurden und bilden die Grundlage für die Skalierbarkeit des Business. Das Unternehmen konnte seine Online-Geschäftsbereiche im vergangenen Jahr deutlich erweitern.

    Als erstes wurde eine Virtuelle Events & Messen Lösung vorgestellt. Im Juni folgte dann die neue „Digging For Climate Change“ Plattform, die sich mit der Nachhaltigkeitsproblematik speziell im Rohstoffbereich beschäftigt. Dort können sich die Unternehmen austauschen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Zuletzt kündigte das Unternehmen den Einstieg ins Fintech Business an, mit dem Ziel, Unternehmen bei der Kapitalbeschaffungen zu unterstützen. Diese Plattform wird 2022 an den Start gehen. Alle drei Bereiche versprechen zusätzliche Einnahmen, neben dem Standard-Abomodell, dem Content-Marketing für Rohstofffirmen und der Everything as a Service-Plattform (XaaS).

    Das Geschäftsjahr endete bereits am 30. September und die Zahlen waren beeindruckend. Das EBITDA stieg um 288% gegenüber dem Vorjahr und das, obwohl der Umsatz lediglich um 6% zulegte. Die Marge konnte ebenfalls um 10% klettern. Der Bereich XaaS kann auf 21 Quartale Wachstum in Folge zurückblicken. Der Geschäftsführer hofft auf live Events in 2022 und erwartet im Zuge dessen ein überdurchschnittliches Wachstum. Die Aktie kommt aber trotz der guten operativen Entwicklungen überraschenderweise noch nicht in Fahrt und verharrt in ihrer Seitwärtsphase zwischen 0,02 AUD und 0,027 AUD.

    ProSiebenSat.1 Media – kommt die Übernahme?

    Bei ProSiebenSat.1 Media (PSM) versucht man schon länger das TV mit dem Internet zu verzahnen. Dazu investiert man in Internetbeteiligungen und bewirbt diese dann im TV. Im September wurde neben The Meet Group noch die Lovoo Dating-Plattform übernommen. Passend dazu hat SAT.1 im Dezember die Show "Liebe auf den ersten Kick - Die LOVOO" und "Jochen Schweizer Extreme-Dating-Show" ausgestrahlt. Auch die Erlebnisse von Jochen Schweizer befinden sich im Portfolio des Konzerns.

    Im Online-Dating-Markt ist das Unternehmen stark vertreten und für 2022 ist ein Börsengang der Dating-Sparte angedacht. Das könnte die Bewertung von ProSiebenSat.1 deutlich aufwerten. All diese Digitalisierungsschritte sind der Mediaset, die Berlusconi gehört, nicht verborgen geblieben. Mediaset kauft seit längerem Aktien von PSM und hält mittlerweile über 23% der Anteile. Ende November soll es ein Treffen mit Werner Brandt, dem Aufsichtsratschef von PSM, gegeben haben. Die Italiener sind dem Vernehmen nach mit der Führung des Konzerns unzufrieden.

    Die Konflikte schwelen schon länger und könnten bei der nächsten Hauptversammlung ihren Höhepunkt erreichen. Berlusconi will wohl eigene Aufsichtsratsmitglieder zur Wahl stellen. Genaueres wird man im Mai 2022 erfahren. Die Aktie, die Anfang des Jahres von 13,80 EUR bis auf 19,00 EUR kletterte, notiert aktuell bei 14,04 EUR. Für die Aktionäre also ein enttäuschendes Jahr. Vielleicht gibt es im kommenden Jahr ein Übernahmeangebot, wenn Mediaset seine Anteile auf 30% erhöht.


    Alle drei Unternehmen sind im Digitalisierungsbereich gut aufgestellt. TeamViewer muss die Managementfehler abstellen, um das Ruder herumzureißen. Aspermont hat den Wandel vom Printmedium zum globalen Medienkonzern für Rohstoffe geschafft und kann seine Reichweite durch zusätzliche Sprachen weiter ausbauen. ProSiebenSat.1 Media versucht TV und Internet zusammenzuführen. Der große Durchbruch lässt aber noch auf sich warten.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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