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10.01.2022 | 04:44

Tembo Gold, BioNTech, Valneva, Morphosys – Turnaround oder Absturz in 2022?

  • Biotechnologie
  • Pharma
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  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

Zu Jahresbeginn gibt es wieder viel Gesprächsstoff über die scheinbar ewig laufenden Börsen und den unendlichen Reichtum derer, die alles richtig gemacht hatten. Klar war es ein Risiko, Tesla zu shorten, es ging auch zu 85% schief. Aber ist es seit den „Minutes“ der amerikanischen Notenbank FED vielleicht nicht ein erneuter Short mit Ansage? Denn die Zinsen werden wohl steigen müssen, wenn das Tapering erst mal so richtig in Fahrt kommt. Über die Inflationsentwicklung scheiden sich übrigens auch die Geister: Manche Banken schätzen eine Eins vorm Komma, andere sehen die Fünf. Also was jetzt? Zinsen hoch heißt Probleme für die Wachstumswerte, Zinsen runter könnte eine Fortsetzung der Hausse bedeuten. Wir blicken auf interessante Titel mit eigenen Geschichten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: TEMBO GOLD CORP. | CA87974N4057 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003

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Inhaltsverzeichnis:


    Tembo Gold – Viel Phantasie in Tansania

    Wird 2022 vielleicht ein Jahr der Edelmetalle? Als einer der ambitionierten Neulinge unter den Goldschürfern in Ostafrika hat sich die Tembo Gold in 2021 gezeigt. Bis Ende August war es recht still um die Aktie, sie schwankte mit wenig Umsätzen zwischen 0,10 und 0,16 CAD lustlos hin und her. Doch dann kamen Gerüchte auf, die sich letztlich auch bestätigten. Der Bergbauriese Barrick Gold hat tiefergehende Interessen an Tembo und kauft sich signifikant ein. Für sechs Teilgebiete legte Barrick 6 Mio. USD auf den Tisch, das ganze kann sich je nach Bohrerfolg auch noch auf 45 Mio. USD hochschwingen.

    Der Schwerpunkt des Ziel-Unternehmens Tembo liegt in der Entdeckung und Erschließung von mehreren Goldprojekten in Ostafrika. Direkter Nachbar ist Barricks Bulyanhulu-Mine mit 14 Mio. Goldunzen nachgewiesener Reserven, ein anderer bekannter Player ist auch Anglogold Ashanti. Tembo wird sein aktuelles Bohrprogramm über 7.000m im Jahr 2022 vollenden. Barrick verkündete vereinbarungsgemäß in den kommenden vier Jahren weitere 9 Mio. USD in die Liegenschaften von Tembo zu investieren. Als initiale Beteiligung wurden in der letzten Platzierung auch noch 5,5 Mio. Aktien zu 0,27 CAD übernommen. Für Tembo ist das eine gut gefüllte Kasse als Ausgangsposition für die kommenden Explorations-Vorhaben.

    Tansania hat in 2021 einen Machtwechsel erlebt, die neue Regierung wird als „mining friendly“ bezeichnet. Mit ca. 95 Mio. emittierten Aktien beträgt die Marktkapitalisierung aktuell 25 Mio. CAD. Für ähnliche Projekte wurden im Übernahmefall auch schon ein Vielfaches bezahlt. Summa summarum kann das kommende Jahr 2022 somit ein richtiges Tembo-Jahr werden.

    BioNTech – Zurzeit eher eine heiße Kartoffel

    Momentan gleicht jeder US-Börsenstart einem Abverkauf in der BioNTech-Aktie. Seit Erreichen der 330 EUR-Marke Ende November, geht es nahezu täglich nach unten. In der ersten Januarwoche wurden Kurse von unter 200 EUR erreicht, charttechnisch ist die Aktie aber auch dort immer noch stark unter Druck. Ein Boden wird aktuell gesucht.

    Abseits jeglicher Prognosen zur Pandemie-Entwicklung sind die Analystenmeinungen zur BioNTech-Aktie in der Breite sehr gut. Im Rahmen einer Branchenstudie bewerten zum Beispiel die Analysten von Berenberg die Aktien von BioNTech als recht aussichtsreich. Man zeigt sich für das neue Jahr und den zu erwartenden Impfstoff-Weiterentwicklungen weiterhin optimistisch. Das Kursziel von 400 USD wird in der aktuellen Studie mit einer verbleibenden Kaufempfehlung bestätigt. Große Erwartungen haben die Experten auch von der mRNA-Onkologie-Pipeline von BioNTech.

    Glaubt man den Konsensus-Schätzungen, so erreicht BioNTech im Jahr 2021 einen Gewinn je Aktie von ca. 36,5 EUR, dieser soll dann in 2022 um knappe 12% tiefer liegen. Mit einem Kurs von 187 EUR liegt das rechnerische KGV 2022e bei etwa 5,8 – bei den üppigen Gewinnen aus 2021 könnte sogar eine Dividende winken. Bleiben Sie am Ball.

    Valneva – Kommt die Zulassung doch nicht so schnell?

    Was ist denn hier passiert? Zu Weihnachten stand die französisch-österreichische Valneva noch über 27 EUR, jetzt fehlen ganze 10 EUR. Die ansteckende Corona-Virusvariante Omikron verliert anscheinend zusehends an Schrecken. Manche Experten gehen davon aus, dass die Mutante zu einem zeitnahen Ende der Pandemie führen wird.

    Schlecht für Valneva wirkte sich die Tatsache aus, dass erste Studiendaten zu einem chinesischen Totimpfstoff keine Wirkung gegen die Mutante nachweisen konnten. Valneva möchte in ein paar Wochen einen solchen Totimpfstoff auf den Markt bringen. Die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante könnte also für Hersteller von Totimpfstoffen zum Problem werden. Inwiefern Valneva davon betroffen ist, lässt sich aktuell schwer abschätzen und befindet sich auch im Bereich der Spekulation. Eventuell gibt es ja von Valneva selbst wieder ganz andere Aussagen zur Wirksamkeit.

    Aktuell belastet natürlich das angeschlagene Chartbild. Mit dem zweistelligen Kursrutsch zu Anfang der Woche wurde der zuletzt ausgebildete Aufwärtstrend klar gebrochen. Leider fiel diesem Abverkauf auch die psychologisch wichtige Marke von 20 EUR zum Opfer. Operativ schaut der Markt bei Valneva derzeit nur auf die Corona-Forschung. Dabei wird übersehen, dass das Unternehmen auch eine interessante Pipeline abseits des Virus hat. Die Aktie ist daher interessant, bleibt aber hochspekulativ.

    Morphosys – Völlig aus dem Tritt gekommen

    Was ist eigentlich mit Morphosys los? Der Chart des Biotech-Pharma-Unternehmens zeichnet einen schon länger andauernden Leidensweg, seitdem der erhoffte Wachstumsbringer Constellation Pharmaceuticals für ganze 1,7 Mrd. USD übernommen wurde. Damals lag die Marktkapitalisierung der Morphosys-Aktie noch bei etwa 2,58 Mrd. EUR. Heute ist der fusionierte Konzern mit nur noch 1,14 Mrd. EUR an der Börse bewertet.

    Mit einer Zwischenerholung bis knapp 35 EUR fiel die Aktie zuletzt wieder wie ein Stein auf unter 30 EUR zurück. Von Analystenseite meldete sich im neuen Jahr JPMorgan zu Wort und senkte das Kursziel von 54 auf 40 EUR. Das Rating lautet weiterhin „Neutral“. Als Argumentation wurde angeführt, dass die Kursrally im europäischen Pharmasektor noch nicht zu Ende sei und die Fundamentaldaten weiter positiv sind, schrieb Analyst Richard Vosser in einer seit Jahresbeginn vorliegenden Branchenstudie. Morphosys sei dabei weiterhin attraktiv bewertet, aber die Marktschätzungen für das Krebsmittel Monjuvi sind für das laufende Jahr einfach zu hoch.

    Achten Sie bei Positionierungen in Morphosys unbedingt auf die Tagesumsätze. Ein Turn in der Aktie sollte sich mit hohen Umsätzen identifizieren lassen. Derzeit überwiegen immer noch die Verkäufer und Shortseller. Das Investmenthaus BlackRock meldete kurz vor Weihnachten eine Absenkung der Investitionsquote. Weiter nur beobachten!


    Das Jahr 2022 bietet Chancen wie auch naturgemäß viele Risiken. Der Bio- und Pharmabereich zählt zu den Top-Sektoren in 2021, das laufende Jahr 2022 könnte wegen des Inflationsdrucks durchaus auch eine Überraschung bei den Edelmetallen bringen. Die kanadische Tembo Gold ist super aufgestellt und verfügt mit Barrick Gold über einen starken Partner.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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