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15.04.2024 | 06:00

Varta, Carbon Done Right Developments, Bayer – Kaufen, wenn die Kanonen donnern?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Börse ist ein faszinierender Ort an dem Anleger ihre Chancen und Risiken abwägen müssen. Eine oft zitierte Börsenweisheit lautet: "Kaufe, wenn die Kanonen donnern." Dahinter steckt die Idee, dass man in Krisenzeiten, wenn die Stimmung am Markt besonders schlecht ist, Gelegenheiten für lukrative Investments finden kann. Auch Warren Buffett befürwortet die Idee des Kaufens von Wertpapieren oder Unternehmen in Zeiten, in denen die Mehrheit der Anleger pessimistisch ist und die Preise dadurch unter den eigentlichen Wert der Anlagen fallen. Er sagte: „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind, und sei ängstlich, wenn andere gierig sind.“ Wir haben uns drei Kandidaten herausgesucht die zuletzt Federn lassen mussten und beleuchten, ob sich ein Investment lohnt.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , CARBON DONE RIGHT DEVELOPMENTS INC | CA14109M1023 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

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Inhaltsverzeichnis:


    Varta – Aktienkurs im Sinkflug

    Die Varta Aktionäre müssen wahrlich ein dickes Fell haben. Erst wurden die Prognosen nicht mehr erfüllt, dann kam ein Sanierungsplan, ein Hackerangriff und zuletzt mussten die Jahreszahlen verschoben werden. Am Donnerstagabend kam eine neue Hiobsbotschaft. Der ursprüngliche Sanierungsplan reicht nicht aus und muss korrigiert werden. Schwächelnde Nachfrage und aggressive Preiskämpfe am Markt haben den Batterieproduzenten erheblich beeinträchtigt. Hinzu kommt die Betriebsunterbrechung durch einen Cyberangriff, dessen kompletten Auswirkungen noch unbekannt sind.

    Durch die verschärfte Marktsituation muss der bestehende Restrukturierungsplan überprüft werden. Das Unternehmen sucht dabei Unterstützung durch Geldgeber und Berater. In diesem Kontext hat das Unternehmen den Beratungsdienst Rothschild & Co. hinzugezogen, um Optionen für zusätzliche Finanzierungsstrategien zu entwickeln. Trotz der Aufschiebung des Konzernabschlusses und der Unsicherheit, die mit dem Cyberangriff und den Marktentwicklungen verbunden sind, zielt Varta darauf ab, mit einem überarbeiteten Restrukturierungsgutachten von AuxilPartner zu überzeugen und weitere Sanierungsschritte einzuleiten.

    Trotz der zugesicherten Stillhaltevereinbarung der Kreditgeber und des Engagements des Mehrheitsaktionärs bleiben die Aussichten für Varta ungewiss. Diese Unsicherheit hat dem Aktienkurs zugesetzt, der Freitag am Ende des Xetrahandels bei 9,75 EUR lag. Marktexperten und Analysten mahnen zur Vorsicht, wobei einige bereits eine deutliche Abstufung des Kursziels vornehmen und zum Aktienverkauf raten. Derzeit bietet sich bei schlechten Zukunftsaussichten kein Investment an.

    Carbon Done Right Developments – bietet Transparenz bei CO2-Zertifikaten

    Die Greentech Aktien aus den Bereichen Wasserstoff, Erneuerbare Energien und Elektromobilität sind zuletzt nicht gut gelaufen. Die wachstumsstarken Sektoren leiden unter den gestiegenen Zinsen. Dazu gehört auch Carbon Done Right Developments (CDRD), die ehemals unter Klimat X firmierten. Das Unternehmen generiert Emissionszertifikate durch Aufforstungsprojekte in Regenwäldern und Meeresökosystemen, wie Mangroven. Investiert wird dabei in die Sanierung und den Schutz von Ökosystemen, um deren Kapazität zur Bindung von Treibhausgasen zu erhöhen. Dabei verwendet das Unternehmen Risikokapital gemäß verschiedener Vereinbarungen, darunter Kooperations-, Zessions- und Gewinnbeteiligungsvereinbarungen, mit Landbesitzern und Regierungen in diversen geeigneten Jurisdiktionen weltweit.

    Derzeit ist man vor allem in Sierra Leone aktiv, wo man sich 57.000 ha Wald und Mangroven gesichert hat. Dabei setzt man auf das Carbon Quantification System (CQS), ein Fernerkundungs- und Überwachungssystem, das mittels Künstlicher Intelligenz jeden Baum überwacht und den Kohlenstoff quantifiziert. Man hat für CQS ein Betriebs-, Lizensierungs- und Kaufoptionsabkommen geschlossen. Am 8. März gab das Unternehmen bekannt, dass es die London Carbon Exchange in einer Aktientransaktion im Wert von 450.000 USD erwerben will, um das Unternehmen auf dem Markt für Emissionszertifikate zu stärken. Damit hat man ein weiteres Standbein geschaffen. In Kombination mit CQS bietet man seinen Kunden absolute Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Emissionszertifikate.

    Das Unternehmen strebt eine Doppelnotierung an der AIM in London an, um Zugang zu neuen Investoren und weiteren Finanzierungsmöglichkeiten zu erhalten. Die AIM-Zulassung soll bis Anfang des 2. Quartals abgeschlossen sein. Zusätzlich hat das Unternehmen eine vermittelte Privatplatzierung zu 0,05 CAD angekündigt, um rund 2,1 Mio. CAD einzunehmen. Außerdem erhält das Unternehmen von seinen Kunden, unter anderem ein Fortune-100 Unternehmen, immer wieder Meilensteinzahlungen, wenn bestimmte Punkte beim Sierra Leone Projekt abgearbeitet sind. Der Markt für Emissionszertifikate wächst rasant und dieser Trend zur Nachhaltigkeit bleibt bestehen. Die Aktie notiert bei 0,05 CAD, also genau dem Preis der Privatplatzierung. Wer mehr wissen möchte sollte sich die Unternehmenspräsentation auf dem International Investment Forum am 17. April nicht entgehen lassen.

    Carbon Done Right Developments auf dem 11. International Investment Forum

    Bayer – Licht und Schatten

    Bei Bayer bestimmen immer noch Rechtsstreitigkeiten die Nachrichten. Zuletzt reduzierte ein amerikanisches Gericht die Strafzahlungen für das umstrittene Herbizid Roundup von 1,5 Mrd. USD auf 600 Mio. USD. Neben den zahlreichen Glyphosat-Klagen gibt es auch Probleme im Zusammenhang mit Polychlorierten Biphenylen (PCB). Hier sind die Rückstellungen deutlich kleiner. Weitere Probleme könnten aus einer Klage gegen den US-Partner Regeneron wegen angeblicher Manipulation von Erstattungspreisen für Eylea entstehen. Ab dem 15. April stehen außerdem Tarifverhandlungen mit der Chemie Gewerkschaft an, die 7 % mehr Lohn fordern.

    Positive Auswirkungen könnte die Partnerschaft mit Google Cloud haben. Ziel ist es, KI-gestützte Tools für Radiologen zu entwickeln, die repetitive Aufgaben minimieren und Einblicke in umfangreiche Datenmengen ermöglichen sollen. Das Engagement in digitale Gesundheitslösungen zeigt Bayers Bestreben, als Vorreiter im Bereich innovativer Medizintechnik aufzutreten. Die ersten erweiterten Tests der neuen Plattform sind noch für dieses Jahr in Europa und den USA geplant und könnten die Position von Bayer als Innovationsführer im Gesundheitssektor weiter stärken.

    Aus der Pharmasparte gab es eine weitere positive Nachricht. Bayers Medikament Elinzanetant zeigt durch positive Ergebnisse aus der Phase-III-Studie OASIS 3 vielversprechende Wirksamkeit und Sicherheit als potenzielle nicht-hormonelle Behandlungsoption bei moderaten bis schweren vasomotorischen Symptomen (Hitzewallungen) in Verbindung mit der Menopause. Auch wenn die Aktie auf den ersten Blick günstig wirkt, so sollte man die hohen Schulden nicht aus den Augen verlieren. Gelingt es Bayer, die Rechtsstreitigkeiten beizulegen, hat die Aktie aber deutliches Potenzial. Hier prüft der Konzern alle Optionen. Die Aktie notiert derzeit bei 26,97 EUR.


    Es macht nicht immer Sinn Aktien zu kaufen, wenn sie fallen. Das sieht man am Beispiel von Varta, die aufgrund gestiegener Kosten und anderen Faktoren in eine Schieflage gekommen sind. Auch die schwachen Wachstumsaussichten schrecken derzeit ab. Die Wachstumsaussichten bei Carbon Done Right Developments (CDRD) sind dagegen sehr gut. Wollen große Konzerne ihre Klimaziele erreichen, müssen sie Emissionszertifikate kaufen, um ihre Klimabilanz aufzubessern. Mittlerweile kann CDRD die gesamte Wertschöpfungskette der Zertifikate abdecken. Bayers Aussichten sind nicht so schlecht wie immer wieder dargestellt. Der Konzern reduziert die Dividende deutlich, um seine Finanzkraft zu stärken. Gelingt es, die Schulden zu senken oder die Rechtsstreitigkeiten beizulegen, hat die Aktie deutliches Aufwärtspotenzial.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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