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30.06.2023 | 04:44

Verdoppler sind möglich! Bayer, Defence Therapeutics, BioNTech, Valneva – Das ist kaum zu glauben!

  • Biotechnologie
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  • Impfstoffe
  • Pharma
Bildquelle: pixabay.com

Im Jahr 2022 erhielten insgesamt 19,5 Millionen Menschen die schockierende Diagnose „Krebs“. Aktuelle Trends sprechen leider dafür, dass diese Zahl in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Dank wachsender Forschungserfolge besteht allerdings Hoffnung, dass die Biotechnologie das Überleben der Betroffenen deutlich wahrscheinlicher macht. Es geht darum, geeignete Wirkstoffe zu entwickeln oder moderne Therapien auf den Weg zu bringen. Jüngst macht die mRNA-Technologie auch in der Krebsvorsorge von sich reden. Innovative BioTech-Unternehmen sind wieder auf dem Radar risikobewusster Investoren. Wir gehen auf die Suche nach Verdoppler-Potenzial.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851

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Inhaltsverzeichnis:


    Bayer- Kommt jetzt der Durchbruch bei Parkinson?

    Bayer ist eines der deutschen Aushängeschilder für die Krebsforschung. Aktuell machen sich die Leverkusener aber auch im Bereich Parkinson stark. Denn eines der wichtigsten Tochterunternehmen für den Pharma- und Agrarchemiekonzern ist das amerikanische Biotechnologie-Start-up Bluerock Therapeutics, welches an neuartigen Zell- und Gentherapien arbeitet. Mit gut 1 Mrd. USD wurde Bluerock im Jahr 2019 bei der Übernahme bewertet, nun erreicht man in den USA einen ersten wichtigen Zwischenschritt in der Entwicklung einer Parkinson-Therapie.

    Wie berichtet wird, haben die 12 Patienten der durchgeführten klinischen Phase 1-Studie die Therapiemaßnahmen durchweg gut angenommen. Alle Probanden sind im Endstadium an Parkinson erkrankt, ihnen wurde nun lebendes Zellmaterial ins Gehirn injiziert, was immerhin ein unumkehrbarer Eingriff ist. In Deutschland fehlt für so etwas noch die behördliche Zulassung, weshalb solche Studien nur außerhalb Europas durchgeführt werden. Die transplantierten Zellen sollen Schäden an den Nervenzellen beheben, welche durch die Parkinson-Krankheit verursacht werden. Bislang gibt es nur wenige Behandlungsmethoden, welche die Symptome zeitweilig abschwächen, mit einem heilenden Medikament würde Bayer aber sofort einen Blockbuster an Bord holen.

    Auf der Plattform Refinitiv Eikon gibt es 23 Expertenmeinungen zu Bayer. Darunter befindet sich derzeit keine Verkaufsempfehlung. Die mittlere Kurserwartung auf Sicht von 12 Monaten liegt bei rund 71,80 EUR, das ist immerhin 42 % über dem aktuellen Niveau. Die Bayer-Aktie ist u. E. mit Kursen um 50 EUR hochinteressant für die Langfristanlage mit Dividenden-Garantie.

    Defence Therapeutics – Mit weiteren Patenten auf dem Vormarsch

    Der kanadische Biotech-Spezialist Defence Therapeutics (DTC) macht derzeit richtig Freude. Denn mit einer Reihe von guten Meldungen konnte der Kurs in 12 Monaten bereits über 40 % zulegen. Nun nimmt das Unternehmen Kurs Richtung NASDAQ. Dort sind die Finanzierungs-Bedingungen für wachstumsstarke Gesellschaften sehr gut. Damit kann Defence seine umfangreichen Forschungsvorhaben einfacher durchfinanzieren und kommt dem Endziel der Kommerzialisierung seiner Produkte wesentlich schneller auf die Spur.

    Mit der patentierten ACCUM™-Plattform hat man eine flexible Technologie entwickelt, welche in der aktuellen Krebsforschung große Hoffnung macht. Denn die Verbindung der mRNA-Technologie mit modernen Verfahren der Verabreichung an betroffene Zellen ist ein wirklicher Fortschritt innerhalb der neuesten Forschung. Die jüngste internationale Patentanmeldung untermauert die bereits vorhandenen Verfahren der intrazellulären Verabreichung einer Vielzahl von Frachtgütern unter Umgehung des Problems der endosomalen Einschließung. Defence verdeutlicht damit seinen Anspruch einer schnellen Weiterentwicklung im Bereich moderner Impfmethoden.

    Die in der PCT-Anmeldung enthaltenen Ergebnisse zeigen insbesondere die erfolgreiche nukleare Übertragung von funktionalen CRISPR/Cas9- und Leit-RNA-Ribonukleoprotein-Komplexen durch ACCUM™-Varianten. Diese Ergebnisse zeigen nicht nur die breite Anwendbarkeit der ACCUM™-basierten Plattformtechnologie von Defence, sondern ebnen auch den Weg für weitere zukünftige strategische Kooperationen, insbesondere auf dem schnell wachsenden Gebiet des Genome Editing.

    "Die Veröffentlichung dieser neuen PCT-Anmeldung ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Kommerzialisierung innovativer therapeutischer und prophylaktischer Kandidaten, welche sich derzeit im Arsenal von Defence befinden.", sagt der CEO Sebastien Plouffe.

    Die Aktie hat nun Ende Juni leicht korrigiert und bietet interessierten Anlegern wieder eine günstigere Einstiegsbasis bei knapp über 2,00 EUR. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von ca. 90 Mio. EUR ist mit weiteren Fortschritten noch riesiges Potenzial. Beachten Sie hierzu auch den aktuellen Beitrag bei www.researchanalyst.com.

    Im Peergroup-Chartvergleich hat die DTC-Aktie die Nase klar vorne. Auf 12-Monatssicht sind hier über 40 % Gewinn aufgelaufen. BioNTech und Valneva knabbern noch an einer Erholung im volatilen Biotechmarkt. Quelle: Refinitiv Eikon vom 29.06.2023

    BioNTech und Valneva – Ist noch mehr als „Impfen“ im Köcher?

    Bei den stark verprügelten Biotech-Titeln BioNTech und Valneva sind sich die Experten derzeit sehr uneinig über die weitere Entwicklung. Während BioNTech aus der Corona-Pandemie noch auf umfangreichen Barmitteln von rund 18 Mrd. EUR sitzt und damit munter weiter forschen kann, sieht es mit der Liquidität bei Valneva etwas schwieriger aus. Immerhin konnte sich der französisch-österreichische Wert wieder recht schnell von seinem Ausverkaufs-Niveau um 4 EUR erholen. Die Aktie war mit einem Minus von über 60 % bereits einer der großen Verlierer aus 2022.

    Die Reiselust ist nach den Pandemiejahren zurück. Davon profitieren aktuell nicht nur Touristik-Unternehmen, sondern auch Valneva. Denn man hat pünktlich zum Saisonstart die zwei zugelassenen Reise-Impfstoffe Dukoral und Ixiaroim im Angebot. Der CEO Thomas Lingelbach ist deshalb optimistisch, die mehrfach revidierten Jahresziele zu erreichen. Die acht Experten auf der Plattform Refinitiv Eikon sind durchweg optimistisch und setzen ihre 12-Monatskurserwartung im Schnitt auf 9,75 EUR – das ist immerhin 50 % über dem letztgehandelten Kurs.

    Die Marke von 100 EUR zeigt sich bei BioNTech als hartnäckige Wiederstandslinie. Das könnte sich aber schnell ändern, wenn eine der vielen Studien gute Ergebnisse liefert. Mit dem Partner OncoC4 startet BioNTech nun eine klinische Studie der Phase 3 mit dem Therapiekandidaten BNT316/ONC-392. Der auf Monotherapie ausgelegte Wirkstoff dient zur Behandlung des metastasierten, immuntherapieresistenten Lungenkarzinoms. Seit dem vergangenen Jahr besitzt man den Fast-Track-Status der FDA. BioNTech und OncoC4 kooperieren seit dem ersten Quartal dieses Jahres in der Therapieentwicklung, die exklusiven weltweiten Kommerzialisierungsrechte für die Produkte besitzt aber BioNTech alleine. Das Ganze hat neben vielen anderen BioNTech-Forschungsansätzen wirkliches Blockbusterpotenzial. Die Börse wartet derzeit auf solche Meldungen, der Verkaufsdruck wegen sinkender Umsätze nach dem Corona-Impfrausch ist aber noch hoch. Unser Fazit: Beobachten und schnell aufspringen, wenn es mit Momentum Richtung 115 EUR geht! Auch Valneva sollte im Auge behalten werden.


    Die Volatilität ist im Biotech-Sektor besonders hoch, denn die Kurse der Unternehmen schwanken sehr stark mit den veröffentlichten Studiendaten. Jeder möchte an Bord sein oder auch nicht, wenn es schief geht. Bayer und Defence Therapeutics sind charttechnisch gut unterwegs, BioNTech und Valneva müssen wohl erst noch eine wirkliche technische Umkehr vollziehen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 10.04.2024 | 04:45

    Achtung: BioTech-Übernahmen, nach MorphoSys jetzt Bayer, Vidac Pharma, BioNTech und Pfizer auf dem Radar

    • Biotechnologie
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    • Krebsforschung

    Seit der Corona-Pandemie hat sich im Biotech-Sektor nicht viel bewegt. Nach einem schwierigen Jahr 2023 konnte der Sektor aber zumindest behauptet ins neue Jahr starten. Die überraschende Übernahme von MorphoSys ließ die Herzen zuletzt wieder schlagen, denn immerhin legte Novartis für den Krebs-Spezialisten aus München ganze 2,7 Mrd. EUR auf den Tisch. Noch Monate zuvor war MorphoSys nur mit 700 Mio. EUR an der Börse gehandelt worden. Kennzeichnend für die besondere Marktlage war in diesem Fall auch die hohe Shortquote, die in der Schlussphase dann zu einem exorbitanten Anstieg von knapp 400 % in der Aktie führte. Spekulative Investoren blicken nun mit Argusaugen auf mögliche Übernahme-Kandidaten, der Sektor kann wieder deutliche Aufmerksamkeit erzeugen. Wir schauen etwas genauer hin und suchen nach der nächsten Perle.

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    Kommentar von Armin Schulz vom 02.04.2024 | 06:00

    MorphoSys, Defence Therapeutics, Novo Nordisk – Biotech-Deals: Konzerne auf Einkaufstour!

    • MorphoSys
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    Im Jahr 2023 erreichte das Geschäftsvolumen in der Pharmaindustrie mit Fusionen und Übernahmen ein Niveau von 152 Mrd. USD, trotz hoher Zinsen. Experten prognostizieren, dass diese Dynamik anhalten könnte, da Großpharmakonzerne vor einer Welle von Patentabläufen ihrer Schlüsselprodukte stehen, die zwischen 2025 und 2030 anrollen wird. Die Unternehmen sind daher auf der Suche nach neuen Wirkstoffen, oft durch den Erwerb oder die Lizenzierung von Entwicklungen kleinerer Biotech-Firmen, um potenzielle Einnahmeausfälle zu kompensieren. Auch in den letzten Monaten ist es zu größeren Übernahmen gekommen. Wir sehen uns Übernahmeziele und Käufer an.

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    Kommentar von Stefan Feulner vom 11.03.2024 | 05:10

    Novo Nordisk, Defence Therapeutics, Bayer – Rally nach dem Ausbruch?

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    Die Biotechnologie wurde nach einem enttäuschenden Börsenjahr 2023 zu neuem Leben erweckt. Neben der Zinssenkungsphantasie, durch die besonders der kapitalintensive wie innovative Sektor profitieren dürfte, sollte die aktuelle Akquisitionswelle zu weiteren Kurssprüngen führen. Der breite Nasdaq Biotech-Index konnte seit Jahresanfang zwar lediglich eine Kurssteigerung von 3 % vorweisen, steht aber aktuell vor entscheidenden Widerstandsmarken. Sollten diese durchbrochen werden, könnte sich die Dynamik gen Norden beschleunigen.

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