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06.01.2025 | 06:00

Volkswagen unterbewertet! Wie sieht es bei European Lithium und BYD aus?

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Bildquelle: pixabay.com

Schaut man in Deutschland auf den Markt für Elektroautos, so scheinen die Aussichten düster zu sein. Blickt man aber auf das große Bild, sieht die Welt ganz anders aus. Die weltweiten Verkäufe von Elektrofahrzeugen steigen Quartal für Quartal an. Auch die Batterieproduktion steigt konstant an. Das bringt auch einen wachsenden Bedarf an Lithium mit sich. Aktuell reicht die Lithium Versorgung noch aus, aber Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2030 die Nachfrage das Angebot überschreiten wird. Grund dafür ist nicht nur die Automobilindustrie, sondern auch der Bedarf an Energiespeichern für die Erneuerbaren Energien. Wir sehen uns drei Unternehmen an und schauen auf die aktuelle Situation.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , EUROPEAN LITHIUM LTD | AU000000EUR7 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

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Inhaltsverzeichnis:


    Volkswagen – kaufen, wenn die Kanonen donnern

    Volkswagen befindet sich mitten im Wandel. Die Wolfsburger haben die Transformation hin zum Elektrofahrzeugproduzenten nicht ohne Probleme hinbekommen. Der Fokus auf Elektroautos bedingt gute Akkus in den Fahrzeugen und eine Software die ausgereift ist. Während die Batterien nicht das ganz große Problem sind, scheint die Software an etlichen Kinderkrankheiten zu leiden. Das sorgt für zusätzliche Absatzschwierigkeiten. In Europa ist der Absatz reiner Elektrofahrzeuge im 1. Halbjahr um 69 % eingebrochen. In Deutschland sind die Förderungen ausgelaufen und das belastete die Verkäufe deutlich. Auch die Marktanteile auf einem der wichtigsten Absatzmärkte, China, sind geschrumpft.

    Trotz dieser Schwierigkeiten scheint die Volkswagen Aktie aus fundamentaler Sicht günstig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 3,75. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei gerade einmal 0,26. Im Vergleich zu den Mitbewerbern wie BMW oder Mercedes-Benz ist die Aktie der Wolfsburger am günstigsten. Das zeigt, wie viele Risiken bereits eingepreist sind. Man darf die Marktmacht von Volkswagen auch nicht vergessen. Zu den Marken gehören Skoda, Seat, Audi, Bentley, Lamborghini, Porsche, Bugatti und auch die Motoradmarke Ducati sowie die Nutzfahrzeug-Sparte mit MAN und Scania.

    Das Management hat die Zeichen der Zeit erkannt und damit begonnen Gegenmaßnahmen zu treffen, um sich für die Zukunft zu rüsten. Bis 2030 sollen 35.000 Arbeitsplätze abgebaut und die Produktionskapazität um 734.000 Einheiten zurückgefahren werden. Zusätzlich wird es Gehaltseinschnitte geben. Mit diesen Kostensenkungen steigen die Margen und man kann in Digitalisierung und die Entwicklung neuer Technologien für die Elektromobilität investieren. Im Dezember empfahlen die Analysten mehrheitlich das Kaufen oder Halten der Aktie und sehen Kursziele zwischen 100 und 140 EUR. Lediglich die UBS setzt die Aktie auf Verkaufen mit einem Kursziel von 75 EUR. Aktuell handelt die Aktie bei 86,82 EUR.

    European Lithium – unentdeckte Aktien-Perle

    Sprechen wir über unterbewertete Aktien, sollte man sich auch European Lithium genauer ansehen. Das Unternehmen hat sich auf die Identifizierung, die Übernahme und die Entwicklung von kritischen Mineralien spezialisiert. Derzeit besitzt die australische Firma insgesamt 6 Lithiumvorkommen. Dazu zählen ein hochgradiges Lithium Vorkommen in Irland, das 761 km² groß ist und auf dem bis zu 3,75 % Lithiumoxid (Li2O) gefunden wurde. Hinzu kommen 2 Liegenschaften in der Ukraine für die 20 Jahres-Genehmigungen für den Abbau und die Produktion beantragt sind. Sollte der Krieg in der Ukraine enden, könnten diese Grundstücke im Wert deutlich steigen. Zu guter Letzt gibt es 3 Projekte in Österreich, die sich in direkter Nachbarschaft zum Wolfsberg Lithium Projekt befinden.

    Das letztgenannte Projekt gehört nach einer Ausgliederung der Tochtergesellschaft Critical Metals Corp (CM), bei dem European Lithium mit 74,3 % der Mehrheitsaktionär ist. Diese Beteiligung hat bei einem derzeitigen CM-Aktienkurs von 6,78 USD an der NASDAQ einen Wert von 450 Mio. USD. Das Wolfsberg Projekt, das mit 12,88 Mio. t JORC-Ressource mit 1 % Li2O aufwartet, hat eine Finanzierung über 15 Mio. USD von BMW erhalten. Im Gegenzug haben sich die Münchener eine langfriste Abnahmevereinbarung für Lithiumhydroxid gesichert. Zur Veredelung des Lithiums wurde eine strategische Partnerschaft mit der saudi-arabischen Obeikan Group eingegangen, die die Lithiumhydroxid-Anlage in ihrem Land aufbauen wollen. Dadurch sollen Kosteneinsparungen von mehr als 80 % realisiert werden. Eine positive Vorabmachbarkeitsstudie (PFS) für das Projekt liegt bereits vor und die Produktion soll 2027 starten.

    European Lithium besitzt eine weitere Beteiligung in Höhe von 7,5 % am Tanbreez Seltene Erden Projekt in Grönland und Critical Metals noch einmal 42 %. Zur Erinnerung: Donald Trump erneuerte zuletzt seinen Wunsch Grönland zu kaufen. Die 3. Beteilung von 10,4 % an Cyclone Metals hat zuletzt deutlich an Wert gewonnen nachdem Cyclone Metals ein Memorandum of Unterstanding mit Vale S.A. unterzeichnet hat, nach der Vale bis zu 200 Mio. AUD in das Iron Bear Projekt in Kanada investieren wird. Die Liegenschaft beherbergt ein Eisenerzvorkommen von 16,6 Mrd. t mit einem Gehalt von 29,3 %. Die Aktie von Cyclone Metals stieg von 0,025 AUD auf zuletzt 0,056 AUD. Trotz all dieser Assets kommt die Aktie von European Lithium noch nicht richtig vom Fleck und kommt bei einem aktuellen Kurs von 0,04 AUD auf eine Marktkapitalisierung von gerade einmal 58 Mio. AUD.

    BYD – neues Rekordjahr

    Während die europäischen Automobilhersteller im vergangenen Jahr Schwierigkeiten hatten sieht es bei BYD ganz anders aus. Mit 514.000 verkauften NEVs im Dezember konnte der Konzern zum 3. Mal in Folge die Marke von 500.000 abgesetzten Elektrofahrzeugen pro Monat überspringen. Im Jahr 2024 wurden demnach rund 4,27 Mio. Fahrzeuge verkauft, was einem Anstieg von rund 41 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Einer der Gründe für die hohen Absatzzahlen liegt vor allem daran, dass die Chinesen lieber nationale Produkte kaufen. Das zeigt aber auch wie gut die Fahrzeuge von BYD sind, denn ohne Qualität wäre ein solches Ergebnis nicht zu erreichen.

    Die Expansion nach Europa und Nordamerika sind die nächsten logischen Schritte. Um hohe Zölle zu umgehen, plant das Unternehmen Werke in Mexiko für den US-Markt und ein Werk in Ungarn für Europa zu errichten. In Europa soll die lokale Produktion bereits Ende 2025 beginnen. Um die Kunden in Europa zu ködern, soll der neue SUV Sealion 7 eingeführt und zusätzlich 3 Hybridmodelle speziell für die europäische Kundschaft angepasst werden. Langfristig sollen bis zu 12 unterschiedliche Modelle angeboten werden. Die Fabrik in Ungarn wird die die Lieferketten des Konzerns optimieren.

    Für das kommende Jahr sind die Analysten optimistisch gestimmt und erwarten einen neuen Rekord. Der Umsatz soll 2025 um 19 % wachsen und der Gewinn je Aktie um 15 % zulegen. Um weiter so zu wachsen muss die Expansion erfolgreich sein. Das Ziel von BYD ist bis 2030 rund die Hälfte seiner Fahrzeuge außerhalb Chinas zu verkaufen. Ob die Pläne tatsächlich aufgehen bleibt abzuwarten, denn der europäische Markt für Elektroautos wächst langsamer als erwartet. Vor allem in Deutschland sind die hohen Stromkosten ein Problem. Die Aktie von BYD konnte im vergangenen Jahr rund 34 % zulegen. Aktuell notiert die Aktie bei 32,76 EUR. Unterbewertet ist die Aktie nicht.


    Volkswagen steht vor Herausforderungen bei der Transformation hin zum Elektrofahrzeugproduzenten. Trotzdem zeigen die Fundamentaldaten, dass die Aktie im Vergleich zu Wettbewerbern günstig bewertet ist. Zudem plant das Management Kostensenkungen, um die Margen zu steigern. European Lithium, spezialisiert auf kritische Mineralien, hat vielversprechende Lithium-Vorkommen in Irland, der Ukraine und Österreich. Noch interessanter sind die Beteiligungen, deren Wert um ein Vielfaches über der aktuellen Marktkapitalisierung liegt. BYD zeigt der europäischen Konkurrenz wie es gemacht wird und verzeichnete Rekordverkäufe und plant eine Expansion nach Europa.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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