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27.08.2021 | 05:40

Alibaba, AdTiger, Baidu – Werbemarkt im digitalen Wandel

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Bildquelle: pixabay.com

Mit dem Erfolg des Internets kam es zu zahlreichen Verschiebungen bei der analogen Werbung. Printverkäufe nehmen stetig ab, weil sich die Menschen mehr und mehr im Internet informieren. Heutzutage schauen gerade Jüngere mehr auf ihr Smartphone bzw. Tablet als auf den Fernseher. Es gibt Bestrebungen, das Fernsehprogramm besser mit den Inhalten aus dem Internet zu verzahnen, denn dort wo die Leute die meiste Zeit verbringen, lohnt sich Werbung auch am meisten. In Asien sind die Unternehmen im Bereich der digitalen Werbung besonders fortschrittlich. Wir schauen uns daher drei Unternehmen aus Fernost an, die den Werbemarkt ins Internet gebracht haben.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , ADTIGER CORP.LTD. | KYG009701064 , BAIDU INC.A ADR DL-_00005 | US0567521085

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Inhaltsverzeichnis:


    Alibaba – wann ist der Boden erreicht?

    1999 wurde Alibaba gegründet und besitzt einen Online-Marktplatz wie Amazon, aber auch Bezahldienste, Messengerdienste oder Auktionshäuser. Das Unternehmen platziert seine Werbung auf all seinen E-Commerce-Webseiten und dem Streaming-Videodienst. Die Händler bezahlen das Unternehmen, um ihre Produkte bei den Suchergebnissen weiter oben gelistet zu bekommen. Das Geschäft boomt, wie man seit Jahren an den Wachstumszahlen ablesen kann.

    Die letzten Quartalszahlen waren wieder sehr ordentlich. Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um 34% auf 31,9 Mrd. USD. Der Gewinn ging auf 6,6 Mrd. USD zurück. Das ist einerseits der Integration von Sun-Art geschuldet. Auf der anderen Seite hat das Management betont, weiterhin in mögliche Wachstumsmärkte zu investieren. Diese Aussage kann man durchaus positiv werten, zumal die Kundenzahl ebenfalls um 45 Mio. gewachsen ist. Insgesamt verfügt das Unternehmen über 1,18 Mrd. Nutzer, denen man Werbung präsentieren kann.

    Den Anlegern gefielen die Zahlen dennoch nicht und so wurde die Aktie einmal mehr auf Talfahrt geschickt, die erst bei 152,80 USD gestoppt wurde. Mit Blick auf Fundamentaldaten steht die Aktie hervorragend da. Der Druck auf den Aktienkurs bringt die Unsicherheit, die durch die chinesische Regierung hineingetragen wird. Die schlechten Nachrichten werden irgendwann abebben und dann sollten hier wieder höhere Kurse zu sehen sein. Aktuell sollte man abwarten, ob das Tief bereits erreicht ist. Die Aktie hat immerhin um etwa 14% zugelegt.

    AdTiger – baut Standort in China auf

    AdTiger ist an der Hongkong Exchange gelistet und bietet seinen Kunden eine Online-Werbeplattform. Dabei bietet das Unternehmen Online-Werbedienstleistungen im In- und Ausland an. Diese Dienstleistungen greifen auf Big Data und Künstliche Intelligenz zurück um die Werbeinhalte ihrer Kunden optimal auf den richtigen Plattformen und Apps wie Facebook, Google, Twitter, Yahoo, Baidu etc. zu platzieren und dabei die maximale Reichweite zu erzielen. Diese Daten werden in Echtzeit ausgewertet, um den Werbenutzen entsprechend zu erhöhen.

    Am 23. August meldete das Unternehmen eine Gewinnwarnung und zwei Tage später wurden die Halbjahreszahlen bekannt gegeben. Der Umsatz stieg um 16,7% auf 143,45 Mio. Renminbi (RMB). Der Gewinn für das erste Halbjahr brach um 40,9% auf 13,76 Mio. RMB ein. Dieser Einbruch sollte jedoch nur von kurzfristiger Natur sein, denn die Gesellschaft hat Ende März eine Tochtergesellschaft gegründet, die in der Entwicklungszone der Provinz Shandong den chinesischen Markt besser abdecken soll. Der Aufbau des Standortes dürfte die hohen Kosten verursacht haben.

    Insgesamt hat sich das Geschäft im letzten Jahr sehr positiv entwickelt und wenn die Einmalkosten für den neuen Standort wegfallen, wird auch der Gewinn der Gesellschaft wieder steigen. Die Aktie besitzt aktuell eine Marktkapitalisierung von rund 68 Mio. EUR. Wenn man davon ausgeht, dass das Weihnachtsgeschäft immer das größte des Jahres ist, sollte AdTiger im zweiten Halbjahr etwa 27 Mio. RMB verdienen, umgerechnet also etwa 3,5 Mio. EUR, wenn keine weiteren Belastungen dazukommen. Damit ist das Unternehmen auf dem aktuellen Niveau von 0,102 EUR günstig bewertet.

    Baidu – Geschäftsbereiche werden erweitert

    Baidu ist das asiatische Pendant zu Google. Es ist die größte chinesische Suchmaschine und zeigt Werbeanzeigen bei den Suchergebnissen an. Mittlerweile sind die Geschäftsfelder aber deutlich erweitert worden. Es werden verschiedene Online-Communities betrieben, Landkarten bereitgestellt, Cloud-Services angeboten, Künstliche Intelligenz eingesetzt um autonomes Fahren zu ermöglichen und seit neuestem wird sogar Hardware hergestellt.

    Das Brand „Xiaodu“ steht für den Hardwarebereich und dort wurde gerade am 24. August bekannt gegeben, dass eine Finanzierung mit einer Bewertung von 5,1 Mrd. USD abgeschlossen wurde. Die Sparte zählt mittlerweile zu den größten Verkäufern von Smart-Displays. Schaut man auf die letzten Quartalszahlen, sieht man ein Wachstum von insgesamt 20% auf 4,86 Mrd. USD. Der Umsatz beim Online-Marketing stieg dabei auf 2,95 Mrd. USD, ein Plus von 18% im Jahresvergleich. Der Gesamtgewinn lag bei 1,13 Mrd. USD im Quartal.

    Die Aktie markierte ihr Allzeithoch Ende Februar bei 354,82 USD und wurde wie fast alle großen chinesischen Tech-Firmen bis auf 135,89 USD in der letzten Woche abverkauft. Momentan ist die Angst vor Eingriffen der chinesischen Regierung zu groß und bekannte Short-Seller wie Carson Block warnen vor Investments in chinesische Titel. Oberhalb von 170 USD wird das Chartbild freundlicher. Aktuell versucht die Aktie die Abwärtstrendlinie zu brechen. Das wäre ein erstes positives Signal.


    Ob man nun wie Alibaba und Baidu Anzeigen auf seinen Seiten verkauft, oder ob man Werbedienstleistungen wie AdTiger anbietet, man sieht, dass der Markt deutlich steigt. Somit sind alle drei Unternehmen interessant. AdTiger sticht heraus, weil es dem Druck der chinesischen Regierung anders als Alibana und Baidu nicht unmittelbar ausgesetzt ist.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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