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20.12.2022 | 05:10

Analysten optimistisch für Öl-Aktien – Totalenergies, Saturn Oil + Gas, BP

  • Öl
  • Energie
Bildquelle: pixabay.com

Hohe Schwankungsbreiten prägten das Bild der Ölmärkte im bald zu Ende gehenden Börsenjahr 2022. Während nach dem Ausbruch des Ukraine-Konfliktes bei der Ölsorte West Texas Intermediate, WTI, Kurse von über 130 USD je Barrel erreicht wurden, korrigierte das schwarze Gold im Anschluss aufgrund erhöhter Rezessionsängste um mehr als 40%. Langfristig, so sind sich Analysten einig, dürften die Ölpreise aufgrund erhöhter Nachfrage und eines knappen Angebots erneut deutlich anziehen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: TOTALENERGIES SE | FR0000120271 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , BP PLC DZ/1 DL-_25 | DE0008618737

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Inhaltsverzeichnis:


    Anstieg des Ölpreises erwartet

    Äußerst positive Stimmen für den Ölpreis kommen aus den USA. So geht die US-Investmentbank JPMorgan von einem Anstieg des WTI-Preises auf 90 USD je Barrel für 2023 aus. So sehen die Analysten in der aktuellen Korrektur eine Übertreibung aufgrund der Null-Covid-Strategie in China. Laut der Finanzseite „forexlive“ sehen die Experten von JPMorgan zudem eine „Normalisierung der russischen Produktion auf das Niveau vor Beginn des Angriffskrieges“. Demnach besitze der Ölpreis für 2023 ein Potenzial bis 90 USD je Barrel, für 2024 wird ein Preis von 98 USD geschätzt.

    Deutlich bullisher zeigen sich die Kollegen von Goldman Sachs. In einem Interview des Nachrichtensenders CNBC geht Jeff Currie, Global Head of Commodities, weiterhin von hohen Schwankungen aus, rechnet jedoch bis Ende des kommenden Jahres mit Kursen um 110 USD je Barrel. Der in den letzten Wochen erfolgte Kursrückgang sei aufgrund der strikten Corona-Strategie und dem schwachen USD erfolgt. Überdies habe Russland vor dem Ablauf der Frist für das Exportverbot für ein höheres Angebot gesorgt. All diese negativen Effekte dürften sich jedoch im Jahr 2023 wieder normalisieren.

    Aktien von Totalenergies, Saturn Oil & Gas sowie BP im Zweijahresvergleich mit dem WTI Cushing Price. Quelle: Refinitiv

    Saturn Oil & Gas – Aktie mit Aufholpotenzial

    Nicht nur beim Basispreis ist sich der Analystenkonsens einig, auch bei kleineren und mittleren Ölproduzenten sehen die Experten enormes Aufholpotenzial. So nahm First Berlin Equity Research bei Saturn Oil & Gas die initiale Coverage auf und setzte das Unternehmen aus Calgary auf „kaufen“ mit einem Kursziel in Höhe von 7,00 CAD. Dadurch ergibt sich in Relation zum derzeitigen Aktienkurs ein Kurspotenzial von rund 230%.

    Analyst Simon Scholes merkte an, dass sich die Produktion von Saturn in weniger als zwei Jahren um mehr als das 50-fache auf 12.000 Barrel Öläquivalent (boepd) pro Tag dank zweier transformativer Akquisitionen in den Gebieten Oxbow und Viking in Saskatchewan gesteigert hat. Die Produktion, die sich derzeit im Verhältnis von ca. 60:40 zwischen Oxbow und Viking aufteilt und zu über 95% aus Öl besteht, sei in beiden Gebieten äußerst lukrativ. Für die Zukunft plant Saturn jährlich 35-40 neue Bohrungen im Viking-Gebiet und 40 neue Bohrungen in Oxbow. Die Analysten gehen davon aus, dass Saturn bis 2025 eine Fördermenge von über 15.400 boepd (ca.+ 50% gegenüber 2022E) erreichen wird und sich die derzeitige Nettoverschuldung von ca. 220 Mio. CAD in eine Netto-Cash-Position von über 200 Mio. CAD verwandeln wird.

    Auch andere Analystenhäuer sehen die deutliche Unterbewertung im Vergleich zur Peer-Group. So sieht das Analystenhaus Velocity Trade Capital in den Kanadiern einen „Outperformer“ mit einem Kursziel von 7,19 CAD, während Eight Capital den aufstrebenden Öl-Produzenten mit einem „Buy“-Rating und einem Kursziel von 7,50 CAD versieht.

    Totalenergies – Weiter mit relativer Stärke

    Im Gegensatz zum Basispreis Öl zeigt sich die Aktie des französischen Energieunternehmens äußerst stark. So verlor der Kurs nach dem Höchststand Anfang Dezember gerade einmal 5% und kämpft aktuell um das Verteidigen des Jahreshochs von 2019 bei 56,82 EUR. Bei einem Unterschreiten des Niveaus droht der Rückfall an den seit August 2021 ausgebildeten Aufwärtstrend bei rund 49 EUR. Wahrscheinlich machen einen Test des Trends die frisch ausgebildeten Verkaufssignale im MACD sowie RSI.

    Für die Zukunft planen die Franzosen zusammen mit Partner Aramco eine petrochemische Anlage mit einem Investitionsvolumen von umgerechnet 10,4 Mrd.EUR. Die Anlage, die von einem Gemeinschaftsunternehmen betrieben werden soll, soll laut dem Unternehmen 2027 die Produktion aufnehmen und die Umwandlung von Gas und Kondensat in Chemikalien mit höherer Wertschöpfung ermöglichen. Langfristig soll um den Komplex weitere Anlagen zur Produktion von Kohlefasern, Schmierstoffen, Spezialflüssigkeiten, Autoteilen und Reifen errichtet werden.
    Die kanadische Bank RBC hatte jüngst das Kursziel für Totalenergies von 65 auf 70 EUR angehoben und die Einstufung auf "Sector Perform" belassen.

    BP – Kursziel gesenkt

    Auch das britische Mineralölunternehmen BP wurde von der kanadischen Bank RBC mit dem Urteil „outperform“ bewertet, das Kursziel wurde jedoch von 600 auf 550 GBP gesenkt. Obwohl die Öl- und Gasindustrie in den vergangenen zwei Jahren von positiven Gewinnrevisionen getragen worden sei, berge sie noch Aufwertungspotenzial, schrieb Analyst Biraj Borkhataria. Es werde immer offensichtlicher, dass die Energiewende nicht linear oder gar geordnet verlaufen wird, und der Sektor gut aufgestellt ist, um davon zu profitieren, wenn sich die Kapitalkosten normalisieren.

    Zum aktuellen Kurs bedeutet dies immerhin noch ein Kurspotential von knapp 18%. Charttechnisch steht die Aktie mit dem Widerstand bei 476 GBP vor einer schweren Aufgabe. Sollte die Schallmauer nicht nachhaltig durchbrochen werden, dürfte der Wert noch einmal in Richtung seines seit februar 2021 ausgebildeten Aufwärtstrend bei 426,15 GBP korrigieren. Nach oben würden nach dem erfolgreichen Bruch der markanten Widerstandszone bereits Kurse jenseits der 500 GBP-Marke winken.


    Trotz der aktuell noch laufenden Korrektur sind die Analysten aufgrund der erwartet steigenden Nachfrage optimistisch für einen weiter steigenden Ölpreis. Die Aktie von Saturn Oil & Gas besitzt dabei laut den Analystenhäusern ein Kurspotential von über 200%.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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