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19.05.2022 | 06:00

Barrick Gold, Barsele Minerals, Newmont – warum Gold Aktien unter Druck sind

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Bildquelle: pixabay.com

Mit Beginn der Ukraine Krise kam es zu einer Rallye beim Goldpreis, der nahe an die Allzeit-Hochs heranführte. Doch im Anschluss wurde Gold wieder abverkauft. Der Grund dafür könnte darin liegen, dass die russische Währung mit Gold gedeckt ist. Will man Russland sanktionieren, muss man für einen fallenden Goldpreis sorgen. Fehlt es Russland an Geld, müsste das Land sein Gold verkaufen, was ebenfalls für Druck auf den Goldpreis sorgen würde. Gegen die zweite These spricht die Tatsache, dass die russische Zentralbank Ende März weiter Gold gekauft hat, allerdings unter dem damaligen Marktpreis. Mit Ende des Ukraine Konflikts sollte sich die Lage auf dem Goldmarkt entspannen. Daher ist es schon jetzt an der Zeit, sich das passende Goldunternehmen zu suchen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , BARSELE MINERALS | CA0688921083 , NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066

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Inhaltsverzeichnis:


    Brodie Sutherland, CEO, Tocvan Ventures
    "[...] Ein Fokus wird dabei auf Vorkommen in der Nähe der Oberfläche liegen. Das wären gute Argumente für eine schnelle Produktionsentscheidung mit dem kostengünstigen Verfahren der Haufenlaugung. [...]" Brodie Sutherland, CEO, Tocvan Ventures

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    Barrick Gold – vorgesorgt für eine mögliche Krise

    Barrick Gold ist die beliebteste Goldaktie in Deutschland. Die Aktie profitierte von der Rallye beim Goldpreis, verlor aber auch wieder deutlich bei der Korrektur. Am 4. Mai legte der Konzern die Zahlen für das erste Quartal vor. Dabei konnten die Analystenerwartungen übertroffen werden und das, obwohl die Produktion im Vergleich zum Vorjahr sank. Besser sah es da bei Kupfer aus, das im Vorjahresvergleich bei der Produktion zulegen konnte. Das Unternehmen hat aufgrund der Ukraine Krise seine Vorräte für den Minenbetrieb verdoppelt, um mögliche Störungen auffangen zu können.

    Das Management hat also frühzeitig für mindestens fünf Monate vorgesorgt, um die Aussage, dass das 2. Halbjahr deutlich besser ausfallen wird, wahr zu machen. Während es also bei der Goldproduktion im ersten Quartal schwierig war gibt es Fortschritte beim Genehmigungsprozess in Pueblo Viejo. Außerdem konnte ein Rahmenvertrag für Reko Diq mit Pakistan geschlossen werden. Das ebnet den Weg für die Erschließung einer neuen potentiellen Tier-1 Mine. Auch die Explorationen konnten mit guten Ergebnissen in Nevada, Argentinien und dem Loulo Distrikt aufwarten.

    Erste Analysten haben daraufhin ihre Erwartungen für das 2. Quartal nach oben geschraubt. KeyCorp erwartet für das kommende Quartal einen Gewinn von 0,30 USD je Aktie. Die Aktie bildete ein Doppel-Top aus bei rund 26 USD. Von dort fiel die Aktie bis auf knapp 20 USD zurück und notiert aktuell bei 20,47 USD. Größere Verluste konnten durch die hohe Dividende und das Aktienrückkaufprogramm vermutlich verhindert werden. Charttechnisch wurden dabei sowohl der 50er als auch der 200er gleitende Durchschnitt nach unten durchbrochen. Mutige Anleger können hier eine erste Position aufbauen.

    Barsele Minerals – warten auf den Durchbruch

    2021 war nicht das leichteste Jahr für Barsele Minerals. Das Unternehmen besitzt gemeinsam mit Agnico Eagle das Barsele Projekt in Schweden, das über 34.500 Hektar groß ist. Teile des Projektgebiets wurden 2021 zum Gebiet von nationalem Interesse erklärt und es gibt seit 2019 eine Mineralressourcenschätzung über 2,4 Mio. Unzen Gold nach NI 43-101. Barsele Minerals hat versucht Agnico Eagle seine 55% abzukaufen. Als Kaufpreis waren 45 Mio. USD ausgemacht, doch die Investoren wollten am Ende nicht zusammenarbeiten und der Deal platzte. CEO Gary Cope machte aber zuletzt in einem Interview deutlich, dass die Verhandlungen im Hintergrund noch immer laufen.

    Im vergangenen Jahr wurden 7.000m auf dem Projekt gebohrt. Allerdings nicht um die hochgradigen Entdeckungen des vorherigen Bohrprogramms zu erweitern, sondern lediglich um die Konzessionen zu erhalten. Agnico Eagle legt seinen Fokus komplett auf Nordamerika. Dabei gilt Schweden als eine der besten Jurisdiktionen weltweit mit der günstigsten Energie. Barsele Minerals würde gerne ein Bohrprogramm über 35.000m durchführen, um die Ressourcen auf 4-5 Mio. Unzen Gold zu erweitern. Von einem Projektleiter bei Agnico Eagle wurde dazu bereits ein detaillierter Plan mit Bohrzielen angefertigt.

    Vergleicht man Rupert Resources in Finnland, die 3,9 Mio. Unzen bei einem geringeren Goldgehalt gemeldet haben mit Barsele Minerals, so gibt es eine extreme Unterbewertung bei Barsele. Rupert kommt auf eine Marktkapitalisierung von 952 Mio. Kanadische Dollar (CAD), während es bei Barsele momentan nur 40,1 Mio. CAD sind. Dabei sind die Konzessionskosten in Finnland dreimal so hoch wie in Schweden und auch die Steuern sind höher. Die Aktie von Barsele notiert aktuell auf einem Jahrestief bei 0,31 CAD. Gelingt es dem Management eine Lösung mit Agnico Eagle zu finden, wird die Aktie schnell anspringen.

    Newmont – hohe Investition in Peru

    Newmont ist der größte Goldproduzent, exploriert aber auch Kupfer, Silber, Zink und Blei. Die letzten Quartalszahlen ähneln stark denen des Konkurrenten Barrick Gold. Auch hier ging die Goldproduktion zurück und sank auf 1,34 Mio. Unzen, ein Minus von 8% im Jahresvergleich. Der Umsatz kletterte jedoch um 5,2% auf rund 3 Mrd. USD aufgrund des gestiegenen Goldpreises. Wegen Sonderbelastungen wurden die Erwartungen der Analysten verfehlt und der Konzern verdiente nur 0,54 USD je Aktie nach 0,67 USD im Vorjahr. Trotzdem erwartet das Management seine Ziele für 2022 wie geplant zu erreichen.

    Am Rande einer Bergbaukonferenz in Lima, Peru, ließ CEO Tom Palmer durchblicken, dass der Konzern beabsichtigt 2 Mrd. USD in das Yanacocha Projekt in Peru zu investieren. Im ersten Schritt wurden 500 Mio. USD zugesagt. Werden die 2 Mrd. komplett investiert, erhöht sich die Lebensdauer der Goldmine über das Jahr 2040 hinaus. Da auf der Liegenschaft auch Kupfervorkommen existieren, plant man auch hier eine Ausweitung. Diese Aussagen überraschen, da es nach der Wahl des neuen Präsidenten Pedro Castillo immer wieder zu Protesten kam. Präsident Castillo hatte vor der Wahl versprochen den Reichtum aus den Minen umzuverteilen.

    Die Aktie von Newmont wurde vom fallenden Goldpreis mit nach unten gezogen. Hinzu kamen die verfehlten Erwartungen der Analysten und so verlor das Papier gut 25% vom Hoch bei 86,37 USD in diesem Jahr. Aktuell notiert die Aktie bei 65,50 USD. Obwohl die Dividende konstant bei 0,55 USD liegt und die Rendite somit gut 3,3% auf dem aktuellen Niveau beträgt, erscheint aktuell ein Investment schwierig. Es gibt nicht nur die Ukraine Krise, sondern auch Unsicherheiten in Peru.


    Auch wenn der Goldpreis momentan konsolidiert, so sind die Rahmenbedingungen mit der hohen Inflation eigentlich ideal für Gold. Mögliche Fesseln aufgrund der Ukraine Krise könnten mit Beendigung des Krieges wegfallen. Barrick Gold hat sich gut für die Zukunft aufgestellt. Bei Barsele Minerals muss der Knoten zerschlagen werden. Die Aktie ist aktuell bei den Mineralressourcen deutlich unterbewertet. Newmont schüttet mehr Dividende aus als verdient wurde, das ist kein gutes Zeichen. Hinzu kommen die Unsicherheiten in Peru. Man sollte abwarten.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Dividende – Die Ausschüttung an Aktionäre einer Aktiengesellschaft wird Dividende genannt.

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    Fußball war schon immer geeignet, die Massen etwas abzulenken. Menschen lieben den Sport, weil er selbst beim Zuschauen entspannt. Ein probates Mittel gegen die Multikrisen, die sich immer weiter in unser Gemüt schrauben. Zum Glück handeln die Aktienmärkte so weit oben, so dass sich die anbahnende Bankenkrise alla China und Japan medial nicht bis nach Europa durcharbeitet. Die EU-Finanzmärkte haben seit der Wahl ordentlich Federn gelassen, denn während die NASDAQ von Top zu Top eilt, legt der EuroStoxx eine fast unbemerkte 5 % Korrektur aufs Parkett, Frankreich sogar 10 %. Die EU-Spreads zu Bundesanleihen dehnen sich weiter aus, ein Szenario, dass seit 2008 vergessen schien. Und im Fußball geht Deutschland hoffnungsvoll ins Achtelfinale, auch unsere Aktienauswahl strotzt vor Stärke.

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