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22.11.2023 | 05:10

Bayer, Cardiol Therapeutics, K+S AG – Deutliche Chancen nach der Bodenbildung

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Bildquelle: pixabay.com

Einen rabenschwarzen Montag mussten die Aktionäre des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer nach dem Abbruch einer Phase-III-Studie hinnehmen. Dadurch fiel die Bayer-Aktie auf den tiefsten Stand seit 2009. Dagegen herrscht bei anderen Unternehmen Zuversicht auf einen starken Rebound. Vor allem im Biotechsektor scheint der Boden gelegt. Hier besteht vor allem bei Unternehmen aus der zweiten Reihe eine langfristige Chance auf eine Outperformance.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888

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Inhaltsverzeichnis:


    Bayer AG - Bye Bye Bayer

    Es war wohl einer der schwärzesten Tage in der jüngeren Geschichte der Leverkusener. Mit einem Minus von zeitweise 20 % riss die Bayer-Aktie nicht nur sämtliche Unterstützungs-Linien, sondern markierte auch mit einem Kurs von 32,60 EUR die niedrigste Notierung seit dem März 2009.
    Grund für den starken Ausverkauf war zum einen, dass ein US-Geschworenengericht den Chemieriesen in einem Glyphosat-Prozess zur Zahlung von mehr als 1,5 Mrd. USD an 3 frühere Anwender des Unkrautvernichtungsmittel verdonnerte.

    „Das Urteil wird so keinen Bestand haben, wir werden auf jeden Fall Rechtsmittel dagegen einlegen“, teilte Bayer am Wochenende mit. Schon allein die Höhe des Strafschadenersatzes verstoße gegen die amerikanische Verfassung. „Im Unterschied zu früheren Verfahren haben die Gerichte in den jüngsten Fällen den Klägern unzulässigerweise erlaubt, die regulatorischen und wissenschaftlichen Fakten falsch darzustellen", hieß es weiter.

    Die zweite Schockmeldung folgte dann am Sonntagabend. Demnach kündigte der Konzern an, eine Phase-III-Studie zur Untersuchung von Asundexian im Vergleich zu Apixaban bei Patienten mit Vorhofflimmern und Schlaganfallrisiko vorzeitig zu stoppen. Die Entscheidung traf jedoch nicht das Management des DAX-Konzerns, sondern gründete auf der Empfehlung des unabhängigen Data Monitoring Committee (IDMC) im Rahmen der laufenden Studienüberwachung. Ursprünglich, so war der langfristige Plan, sollte Asundexian der Nachfolger des Blockbuster-Medikamentes Xarelto werden.

    Aufgrund des Rückschlages stufte die US Bank J.P. Morgan den Chemie- und Pharmariesen zwar weiter mit „Neutral“ ein und wiederholte das Kursziel von 47 EUR. Jedoch äußerte Analyst Richard Vosser, dass die Beendigung der Studie eine herbe Enttäuschung darstelle. Dadurch sinke das Umsatzpotenzial des Mittels, das bisher mit 11,70 EUR im Bewertungsmodell enthalten war.

    Cardiol Therapeutics – Die 600 % - Chance

    Mit lediglich 77,76 Mio. CAD ist der Spezialist für die Erforschung und klinische Entwicklung von innovativen Therapiemethoden für die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bewertet. Im Vergleich zur Peer Group dürfte jedem erfahrenen Anleger die Unterbewertung ins Auge springen. Vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Kanadier per Ende September über Barmittel in Höhe von 40,5 Mio. CAD verfügen, was ausreicht, um die Entwicklung der verschiedenen Programme bis ins Jahr 2026 zu finanzieren.

    Zum anderen laufen die beiden klinischen Programme nach Plan und sogar schneller. Anfang des Monats gab Cardiol Therapeutics bekannt, dass die Rekrutierung für die Phase II MAvERIC-Pilotstudie zur Behandlung von wiederkehrender Herzbeutelentzündung 50 % erreicht hat. In die Pilotstudie MAvERIC werden aus verschiedenen medizinischen Forschungszentren in den Vereinigten Staaten, die auf die Behandlung der Perikarditis spezialisiert sind, insgesamt 25 Patienten aufgenommen. Der primäre Endpunkt für die Wirksamkeit ist die Veränderung der von den Perikarditispatienten selbst angegebenen Schmerzen zwischen dem Ausgangswert und dem Wert nach acht Wochen anhand einer elfstufigen numerischen Bewertungsskala.

    Zudem gab das Biowissenschaftsunternehmen Studienergebnisse bekannt, die belegen, dass in einem experimentellen Modell der Perikarditis eine sogenannte mesothelial-mesenchymale Transition, einem Übergang von Mesothelzelle zu Mesenchymzelle, induziert wird und dass dieser Prozess durch die Behandlung mit Cannabidiol, dem aktiven pharmazeutischen Wirkstoff in CardiolRx™, gehemmt wird. Eine Zusammenfassung dieser Ergebnisse wurde von den internationalen Forschungspartnern für den Jahreskongress der European Society of Cardiology Working Group on Myocardial and Pericardial Diseases 2023, der in der Serbischen Hauptstadt Belgrad stattfand, eingereicht.

    Auch aus charttechnischer Perspektive läuft alles in die richtige Richtung. Nachdem der Aktienkurs Anfang August nach einer starken Aufwärtsbewegung ein neues Jahreshoch bei 1,24 USD erreichte, bildete der Wert schulmäßig einen Boden im Bereich von 0,75 USD. Aktuell steht die Cardiol-Aktie mit 0,87 USD kurz vor dem Test des seit August etablierten Abwärtstrends. Ein Durchbruch nach oben würde kurzfristig Kurspotenzial bis zum bisherigen Jahreshoch generieren. Unterstützung erhält die Aufwärtsbewegung von Seiten der Indikatoren. Sowohl der MACD als auch der RSI bildeten mehrere positive Divergenzen, die als klar bullishes Zeichen zu werten sind. A propos Kursziele! Die Analysten von Cannacord Genuity sehen in ihrer aktuellen Studie ein Kursziel von 6,00 USD, was einer Kurschance von knapp 600 % zum aktuellen Niveau bedeutet.

    K+S AG – Analysten skeptisch

    Das Umfeld bleibt schwierig, dennoch könnte das dritte Quartal eine Trendwende beim Anbieter von kali- und magnesiumhaltigen Produkten für landwirtschaftliche und industrielle Anwendungen eingeläutet haben. Positiv ist zumindest die Tatsache, dass sich die Kalipreise im wichtigen brasilianischen Markt im Vergleich zum ersten Halbjahr stabilisieren. Aufgrund des schwachen Gesamtmarktes musste K+S bereits im Juni wegen schwacher Kalipreise das Jahresgewinnziel senken.
    Dieses wurde nach Bekanntgabe der Zahlen zum dritten Quartal bestätigt.

    Demnach erwartet das Unternehmen um CEO Dr. Burkhard Lohr für das Gesamtjahr 2023 weiterhin ein EBITDA zwischen 600 und 800 Mio. EUR. Damit liegt die K+S AG weit hinter dem Rekordjahr von 2022, bei dem ein EBITDA in Höhe von 2,4 Mrd. EUR eingebucht werden konnte. Der bereinigte Cashflow soll sich in einer breiten Spanne zwischen 300 und 450 Mio. EUR bewegen. Im Vorjahr lag dieser bei 932 Mio. EUR.

    Im Anschluss an die Zahlenveröffentlichung meldeten sich mehrere Analystenhäuser. So wiederholte die Schweizer Großbank UBS ihr Urteil „Sell“ mit einem Kursziel von 13 EUR. Das Analysehaus Jefferies stufte K+S dagegen von „Buy“ auf „Hold“ zurück. Das Kursziel wurde von 25 EUR auf aktuell 15 EUR zurückgeschraubt. Analyst Chris Counihan reduzierte seine Schätzungen für 2024 deutlich, womit er beim operativen Ergebnis 20 % unter den Konsensschätzungen der Analysten liegt.

    Am 5. Dezember präsentiert die K+S AG anlässlich des 9. IIF – International Investment Forum. Anmelden können Sie sich hier


    Die Aktionäre von Bayer erlebten einen schwarzen Montag. Dagegen brachte die K+S AG solide Quartalsergebnisse hervor. Dennoch ist der Analystenkonsens skeptisch. Deutlich positiver sehen die Finanzexperten die Entwicklung des Biotechunternehmens Cardiol Therapeutics.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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