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26.10.2022 | 05:10

BioNTech, Defence Therapeutics, Morphosys – Der Rebound steht an

  • Biotech
  • Märkte
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Bildquelle: pixabay.com

Der Biotech-Sektor ist ein Wachstumsmarkt und dadurch extrem kapitalintensiv. Durch die striktere Geldpolitik der Notenbanken zeigten Investoren der zukunftsträchtigen Branche in den vergangenen Monaten die kalte Schulter. So verloren Branchenindizes rund 30% ihres Wertes, bei Einzelaktien mit voller Entwicklungspipeline halbierten sich die Kurse. Dass die Panik übertrieben ist, zeigt die Tatsache, dass mehrere langfristig aussichtsreiche Unternehmen bereits unter ihrem Cash-Bestand notieren. Aktuell deutet sich eine Bodenbildung an, die die nächste Aufwärtswelle einläuten könnte.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003

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Inhaltsverzeichnis:


    Morphosys – Umsatzwarnung bei Monjuvi

    Die negativen Schlagzeilen beim biopharmazeutischen Unternehmen mit Sitz in Planegg nahe München reißen nicht ab. Nun sorgte eine Prognoseanpassung für das Krebsmedikament Monjuvi für einen weiteren Ausverkauf an den Börsen. Neben der Bekanntgabe des vorläufigen Nettoproduktumsatzes des Präparates in den USA, der sich im dritten Quartal auf 22,2 Mio. USD beläuft und für die ersten neun Monate 64,1 Mio. USD erreichte, passte das Unternehmen die Gesamtjahresprognose für den Netto-Produktumsatz auf 90 Mio. USD nach unten an. Bisher wurde mit Erlösen zwischen 90 und 110 Mio. USD gerechnet. Weitere Zahlen zum dritten Quartal wird das Unternehmen am 16. November veröffentlichen.

    „Wie bereits im letzten Quartal angedeutet, sehen wir die Auswirkungen des verstärkten Wettbewerbs mit zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffusem großzelligem B-Zell-Lymphom. Dies führte im dritten Quartal zu einem sequenziellen Umsatzrückgang für Monjuvi", sagte Dr. Jean-Paul Kress, Vorstandsvorsitzender von MorphoSys. „Unsere Teams arbeiten weiterhin mit großem Einsatz daran, die Bekanntheit und den Einsatz von Monjuvi als eine vom National Comprehensive Cancer Network bevorzugte Option für geeignete Patienten sicherzustellen. Dennoch war es mit Blick auf die Umsatzentwicklung in diesem Jahr wichtig, unsere Erwartungen für das Gesamtjahr 2022 auf rund 90 Mio. USD zu senken.“

    Neben dem Ausverkauf der Aktie, der Kursverlust beträgt seit der Veröffentlichung mehr als 12%, traten auch diverse Analystenhäuser mit Abstufungen auf den Plan. So senkte Deutsche Bank Research das Kursziel für Morphosys von 30,00 EUR auf 18,00 EUR. Das Anlageurteil wurde ebenfalls von „halten“ auf „verkaufen“ heruntergestuft.

    Defence Therapeutics – Trendwende in Sicht

    Auch beim Biotech-Unternehmen Defence Therapeutics könnte nach einer heftigen Korrektur von annähernd 80% der Rebound einsetzen, zumindest war der News Flow der letzten Wochen vielversprechend. Die Marktkapitalisierung beträgt 57,75 Mio. CAD, die Potenziale der firmeneigenen Plattform sind langfristig jedoch umso größer.

    Durch die Accum-Technologie hat sich das kanadische Biotechnologie-Unternehmen Defence Therapeutics breit aufgestellt. Das therapeutische Verfahren dient sowohl der Krebsbekämpfung als auch bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten wie Covid-19. Als Basis dient die ADC-Wirkstoffentwicklung. Antikörper-Wirkstoff-Konjugate versprechen großes Potenzial in der Krebstherapie, weil sie gezielt Krebszellen vernichten können. Das therapeutische Fenster von ADCs, das heißt das Verhältnis von Wirksamkeit und Sicherheit, ist im Vergleich zu anderen Therapieformen vorteilhaft. Da die Technologie sehr spezifisch ist, also direkt an der Krebszelle wirkt, können Nebenwirkungen vermindert werden. Die neuartige Accum-Methode ermöglicht einen präzisen Transport von Impfantigenen oder Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten in intakter Form zu den Zielzellen, was eine bessere Effizienz und Wirksamkeit zur Folge haben soll.

    Mit dem Start eines neuen präklinischen Programms unter Einsatz seiner neuen zum Patent angemeldeten Technologie AccuTOX, einer Accum-Variante, wurde nun ein weiterer bedeutender Abschnitt erreicht. Die neuartige Formulierung ist für die Behandlung von Lungenkrebs konzipiert, einschließlich verschiedener Typen bösartiger Tumore der oberen und unteren Atemwege. Der globale Markt für Lungenkrebs-Therapeutika wurde 2021 auf einen Wert von 24.667,82 Mio. USD taxiert und wird bis zum Jahr 2029 voraussichtlich auf 54.475,11 Mio. USD mit einem jährlichen Wachstum von 10,41% ansteigen.

    AccuTOX wird für eine effektive transmukosale Anwendung intranasal verabreicht und wirkt in den Lungen. Künftige Programme könnten zudem auf verschiedene bösartige Tumore der oberen und unteren Atemwege ausgeweitet werden. „Mit Hilfe der AccumTM-Technologie beabsichtigt Defence Therapeutics, durch die Bereitstellung einer neuen Produktlinie, die sich in den Zielzellen akkumulieren kann und zugleich ungekannte pharmakologische Eigenschaften aufweist, Weltmarktführer zu werden", so der CEO von Defence Therapeutics, Sebastien Plouffe.

    Die Aktie von Defence Therapeutics arbeitet im Bereich von 1,50 CAD an der Bodenbildung. Mit dem Ausbruch über den seit November 2021 ausgebildeten Abwärtstrend bei 1,68 CAD würde ein markantes Kaufsignal generiert werden.

    BioNTech – Auf Messers Schneide

    Rebound-Chance oder weiterer Abverkauf? Die Aktie des Mainzer Impfstoffherstellers BioNTech steht charttechnisch vor einer wichtigen Entscheidung. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr wurde die vertikale Unterstützung um 131,00 USD erfolgreich verteidigt. Mit dem Sprung über die Marke von 142,09 USD würde sich das Chartbild deutlich aufhellen. Das nächste kurzfristige Kursziel wäre dann die 200-Tagelinie bei 155,67 USD. Rückenwind bekommt der Börsenstar des vergangenen Jahres von Seiten der Indikatoren. So verbuchte der RSI bereits ein Kaufsignal, der Trendfolger MACD steht kurz davor.

    Von Unternehmensseite stehen die geplanten Produktionsstätten für mRNA-Impfstoffe in in Afrika ganz oben auf der Agenda. In Ruanda plant BioNTech für 2024 sein erstes Werk, weitere sind im Senegal und eventuell in Südafrika geplant. Zunächst wird in Kigali mit zwei „BioNTainern" geplant, in denen dann pro Jahr etwa 50 Mio. Dosen des Covid-19-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer produziert werden können. Langfristig plane BioNTech eine Verdopplung der Produktion. Neben COVID-Impfstoffen könnten in der Anlage auch mRNA-Vakzine gegen Tuberkulose und Malaria hergestellt werden. Hierzu sind bereits klinische Studien in der Vorbereitung.

    In ihrer neuesten Analyse senkte die US-Bank JP Morgan das Kursziel für die Mainzer von 183 USD auf 132 USD deutlich, wiederholte jedoch das Anlageurteil mit „Neutral“.


    Die kapitalintensive Biotech-Branche litt in den vergangenen Monaten unter der strikteren Geldpolitik der Notenbanken und verlor überproportional. Aktuell findet nicht nur in den breiten Indizes eine Bodenbildung statt. Auch bei BioNTech und Morphosys könnte sich eine Trendwende herauskristallisieren. Durch die breit anwendbare Accum-Technologie verbirgt sich hinter Defence Therapeutics langfristig enormes Wachstumspotenzial.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.
    3. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    4. RSI – Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist ein oszillierender Indikator und wir häufig bei der technischen Analyse verwendet.
    5. Patent – Der rechtliche Schutz einer technischen Erfindung ist ein Patent.

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