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07.11.2025 | 05:30

BYD und Graphano Energy treiben die Energiespeicher-Revolution voran - so profitiert sogar Nordex indirekt

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Bildquelle: pixabay.com

Die Energielandschaft befindet sich im radikalen Wandel. Der Schlüssel liegt nicht mehr nur in der Erzeugung von Ökostrom, sondern in seiner intelligenten Speicherung und Nutzung. Elektrofahrzeuge mutieren zu rollenden Stromtanks, die Netze stabilisieren können, während stationäre Großspeicher die fluktuierende Einspeisung von Wind und Sonne ausgleichen. Diese Revolution eröffnet massive Einsparpotenziale für Verbraucher und reduziert den Bedarf an teuren Netzausbauten. Wir sehen uns an, ob BYD, Graphano Energy und Nordex von diesem boomenden Ökosystem profitieren können.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , Graphano Energy Ltd. | CA38867G2053 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

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Inhaltsverzeichnis:


    Jerre Foo, Corporate Development Executive, Silkroad Nickel
    "[...] China hat sich zur Produktionshauptstadt der Welt entwickelt, und aufgrund seiner Infrastruktur, Expertise und Fähigkeiten hat sich Silkroad Nickel strategisch positioniert, um mit chinesischen Unternehmen aus der Edelstahl- und Elektrofahrzeugindustrie zusammenzuarbeiten [...]" Jerre Foo, Corporate Development Executive, Silkroad Nickel

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    BYD - Energiespeicher als Leuchtturm, E-Mobilität unter Druck

    BYD setzt im netzgebundenen Energiespeichermarkt weiterhin auf großvolumige Projekte und technologische Führerschaft. Ein Leuchtturmprojekt ist der Bau der derzeit größten Anlage der Welt in Saudi-Arabien mit einer Gesamtkapazität von 12,5 GWh. Dieses Vorhaben festigt die langjährige Partnerschaft mit der Saudi Electricity Company. Kern der Technologie ist das Haohan-Batteriespeichersystem, das durch eine herausragende volumetrische Energiedichte von 233 kWh pro Kubikmeter besticht, eine Steigerung von über 50 % gegenüber branchenüblichen Werten. Ein Standard-Container speichert so bis zu 10 MWh. BYD expandiert parallel in Schlüsselmärkte wie Europa. Das größte Projekt dort steht in Deutschland mit 103,5 MW Leistung und 238 MWh Kapazität.

    Im Kerngeschäft Elektromobilität zeigt sich ein zwiespältiges Bild. Zwar erzielte BYD im Oktober 2025 mit 441.706 verkauften Fahrzeugen die höchste monatliche Zahl des Jahres, musste jedoch einen Rückgang von rund 12 % im Jahresvergleich hinnehmen. Besonders der Abschwung bei Plug-in-Hybriden belastet die Bilanz. Die finanzielle Seite untermauert diese Herausforderung. Im 3. Quartal sank der Nettogewinn um gut 33 % auf 7,82 Mrd. RMB. Getrieben von einem aggressiven Preiswettbewerb im Heimatmarkt fiel die Bruttomarge auf nur noch 17,6 %, ein Rückgang von etwa 6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

    BYD reagiert auf den Margendruck mit einer verstärkten Internationalisierung und Diversifizierung. Der Ausbau von Produktionsstandorten in Übersee, etwa in Ungarn, Thailand und Brasilien, schreitet voran. Parallel bleibt die technologische Innovation ein zentraler Hebel. Die vertikale Integration von der Batterieherstellung bis zur Fahrzeugproduktion soll Kostenvorteile sichern. Das Unternehmen bleibt ein wichtiger Player und technologischer Taktgeber, doch der Wettbewerbsdruck wächst stetig. Für Investoren ist die Entwicklung der Margen und das internationale Expansionstempo entscheidend, um die Attraktivität der Aktie in den kommenden Quartalen bewerten zu können. Derzeit ist die Aktie für 10,945 EUR zu haben.

    Graphano Energy - neues Bohrprogramm bestätigt Graphit-Potenzial

    In der Welt der Batterierohstoffe führt an Graphit kaum ein Weg vorbei. Als essenzieller Bestandteil der Anode in Lithium-Ionen-Batterien ist das Material unverzichtbar für die Elektromobilität und stationäre Energiespeicher. Graphano Energy treibt aktuell die Exploration seines zu 100 % gehörenden Black Pearl-Projekts in Québec voran. Die Liegenschaft umfasst 4.149 ha und verfügt über nachgewiesene Graphitvorkommen auf 300 m Breite und 1.200 m Streichenlänge. Das erste Bohrprogramm auf der Liegenschaft zielte darauf ab, das umfassende Potenzial des Vorkommens zu bewerten und die geologische Struktur besser zu verstehen. Die jüngst veröffentlichten Endergebnisse liefern hierfür vielversprechende Indizien.

    Die Ergebnisse des neun Bohrungen umfassenden Programms zeigen durchgängig oberflächennahe Mineralisierung entlang mehrerer leitfähiger Zonen. So erbrachte etwa Bohrloch BP25-06 einen Gehalt von 4,81 % an graphitischem Kohlenstoff (Cg) über 12,25 m, inklusive einer Zone von 6,63 % Cg über 7,07 m in einer Tiefe von nur etwa 25 m. In der Spitze lag der Wert bei 15,95 % Cg. Die Mineralisierung bleibt in alle Richtungen offen. Dies unterstreicht das erweiterungsfähige Potenzial der Lagerstätte. Die Bohrungen bestätigten zudem, dass alle getesteten leitfähigen Trends auf Graphitmineralisierung zurückzuführen sind.

    Black Pearl liegt in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Bergbauinfrastruktur. Ein entscheidender strategischer Vorteil ist die Option, das Material bei Northern Graphite aufbereiten zu lassen, die selbst die Lac-des-Iles-Mine betreiben. Diese Mine ist derzeit die einzige aktive Graphitmine in Nordamerika mit einer funktionierenden Aufbereitungsanlage. Dieser Zugang zu vorhandener Verarbeitungskapazität könnte die Kapitalkosten für Graphano Energy erheblich senken und den Weg zur möglichen Produktion deutlich beschleunigen, ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber Projekten in abgelegeneren Regionen. Neben dem Black Pearl Projekt hält das Unternehmen die Rechte an 2 weiteren Projekten, namens Lac Aux Bouleaux und Standard Property. Aktuell notiert die Aktie bei 0,19 CAD.

    Nordex - warum der Windkraft-Profi vom Speicherboom profitiert

    Auf diesen Zug springt Nordex nun gezielt auf. Das Unternehmen setzt vermehrt auf Projekte und Partnerschaften, bei denen Windkraft und Speicherlösungen Hand in Hand gehen. Ein echtes Flaggschiff ist hier die Zusammenarbeit mit Vattenfall und dem Competence Center für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Norddeutschland. Dort wird getestet, wie sich ein Lithium-Ionen-Batteriespeicher direkt in einen Windpark integrieren lässt. Die Windenergie wird durch die Energiespeicher nicht nur netztauglicher, sondern auch insgesamt attraktiver. Für Nordex ergeben sich daraus neue Geschäftsfelder und damit lukrative Einnahmequellen, die über den reinen Turbinenbau hinausgehen.

    Die jüngsten Quartalszahlen untermauern die operative Stärke von Nordex. Im 3. Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,7 Mrd. EUR, nahezu auf Vorjahresniveau. Die eigentliche Überraschung lag beim Gewinn. Das EBITDA verdoppelte sich nahezu und erreichte 135,9 Mio. EUR bei einer Marge von 8,0 %. Durch diesen deutlichen Sprung in der Profitabilität konnte das Management seine Jahresprognose anheben. Die EBITDA-Marge für 2025 wird nun mit 7,5 bis 8,5 % veranschlagt, nach bisher 5,0 bis 7,0 %. Ein solider freier Cashflow von 149 Mio. EUR und ein kräftiger Auftragseingang von 2.170 MW, ein Plus von 25,7 %, komplettieren das Bild einer sich fundamental verbessernden Gesellschaft.

    Der Ausblick für Nordex bleibt positiv. Das Unternehmen baut sein Geschäftsmodell systematisch aus, wobei der wachsende Servicebereich und die Integration von Speicherlösungen für stabile Erträge sorgen. Partnerschaften, wie der erweiterte Rahmenvertrag mit der EnBW AG, der erstmals die Lieferung der leistungsstarken N175/6.X Turbinen umfasst, schaffen langfristige Perspektiven. Der globale Markt für Energiespeicher wächst rasant. Prognosen für 2025 erwarten ein weltweites Wachstum von 23 % bei neuen Speicherkapazitäten. Momentan handelt die Aktie am Jahreshoch bei 27,88 EUR.


    Die Energiewende wird erst durch leistungsstarke Speicher komplett. BYD festigt mit globalen Großprojekten wie in Saudi-Arabien seine Führungsposition im Bereich der netzgebundenen Energiespeicher. Graphano Energy bestätigt mit seinem vielversprechenden Bohrprogramm auf dem Black Pearl-Projekt in Québec das Potenzial als künftiger Lieferant des essenziellen Batterierohstoffs Graphit. Nordex profitiert indirekt, da Speicherlösungen die Netztauglichkeit von Windkraft erhöhen und dem Turbinenbauer neue Geschäftsfelder jenseits des reinen Anlagenbaus eröffnen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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