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28.07.2021 | 05:10

Commerzbank, Aztec Minerals, Morphosys – Rette sich, wer kann!

  • Inflation
  • Gold
Bildquelle: pixabay.com

Die Angst vor schnell steigenden Zinsen wurde den Anlegern bei den vergangenen Sitzungen der Zentralbanken genommen. Neben dem geldpolitischen Strategiewechsel der EZB, bei dem man das Inflationsziel von „unter oder nahe 2%“ beiseiteschob, geht auch bei der Federal Reserve das Gelddrucken munter weiter. Trotz einer Preissteigerung von 5,4% im Juni konzentrieren sich die US-Währungshüter weiter auf eine wachsende Wirtschaft, einen robusten Arbeitsmarkt und lassen mit einer geldpolitischen Reaktion auf sich warten. Durch diese zögerlichen Maßnahmen ist die Geldwertstabilität in Gefahr. Beste Voraussetzungen für ein Investment in Edelmetalle.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: AZTEC MINERALS CORP. | CA0548271000 , COMMERZBANK AG | DE000CBK1001 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003

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Inhaltsverzeichnis:


    Goldminen mit Hebel

    Im Endeffekt haben die Notenbanken keine andere Wahl. Seit Jahren wurden durch die ultralockere Geldpolitik riesige Spekulationsblasen an Aktien- und Anleihemärkten als auch bei Immobilien gebildet. Zudem sind die Staaten, noch einmal befeuert durch die Konjunkturpakete, historisch hoch verschuldet. Bei größeren Zinserhöhungen wäre die Krise mit Firmenpleiten und Staatsbankrotten vorprogrammiert. Die beste Möglichkeit, sich gegen dieses drohende Szenario abzusichern, ist ein Investment in Gold. Das Edelmetall gilt seit jeher als Inflationsschutz und Krisenwährung. Eine alte Banker-Regel lautet, zumindest einen Teil seines Vermögens, 10%, in Gold oder Goldminenaktien zu investieren. Papiere von Minenunternehmen haben den Vorteil, dass sie bei einem dauerhaft steigenden Basispreis besser performen und Anleger dadurch überproportional profitieren können.

    Beste Voraussetzungen

    Erfolgversprechend gestartet ist das Explorationsunternehmen Aztec Minerals, das von einem erfahrenen Management mit vorzeigbaren Track Record geführt wird. Hervorzuheben ist der Geologe Allen David v. Heyl, der in der Vergangenheit für die Entdeckung und Bewertung von mehr als 30 Mio. Unzen Gold und 25 Mio. Tonnen Kupfer bei Unternehmen wie Barrick Gold und Zijin Mining verantwortlich zeichnete.

    Der Fokus von Aztec Minerals liegt auf Liegenschaften in Nord-, Mittel- und Südamerika. Am Haupt-Asset, das in einem Joint Venture gebündelt ist, hält der Juniorexplorer 65%. Hier handelt es sich um das aussichtsreiche Porphyr-Gold-Kupfer-Vorkommen Cervantes in Sonora (Mexiko). Daneben besteht eine 75%-Beteiligung an den historischen Tombstone-Liegenschaften in Cochise County in Arizona, in denen man hochgradige Mineralisierungen mit Silber, Blei, Zink und Gold vermutet.

    Bereits Anfang Juli wurden erste Ergebnisse aus dem zweiphasigen Bohrprogramm, das mit 20 Bohrlöchern und 2.900m für das Gesamtjahr 2021 beim Tombstone-Projekt geplant ist, veröffentlicht, die die Erwartungen weit übererfüllen konnten. Am gestrigen Nachmittag liefen weitere Ergebnisse über die Ticker, die die hochgradige oxidierte Gold-Silber-Mineralisierung nahe der Oberfläche bestätigten und erweitern.

    Die fünf Bohrlöcher wurden an zwei Bohrgittern als 'Infill'-Bohrungen zwischen den früheren beiden Bohrlöchern und als 'Step-Out' zu den am 7. Juli 2021 berichteten Bohrlöchern im nordzentralen Teil der Tagebaustätte Contention ausgeführt. Jedes der fünf Bohrlöcher durchteufte oberflächennahe, oxidierte Gold-Silber-Mineralisierung, und alle fünf Bohrlöcher endeten in Mineralisierung in der Tiefe. Als nächste Schritte sind sowohl Step-Out- als auch Zwillingsbohrungen zu drei historischen Bohrlöchern geplant, um die alten Daten für die Verwendung in einer zukünftigen Ressourcenschätzung zu verifizieren.

    Aztec Minerals liegt beim diesjährigen Bohrprogramm weit über Plan. Durch die Attraktivität der Projekte dürften die Kanadier schnell in den Fokus einer Übernahme durch große Player kommen. Aktuell liegt der Börsenwert bei lediglich 15 Mio. EUR. Ein langfristig aussichtsreiches Investment, das zur spekulativen Depotbeimischung dient.

    Daumen runter bei Coba

    Ein Hagel an schlechten Analystenstimmen belastete den Kurs der Commerzbank-Aktie. Mit einem Minus von über 2% nähert sich das Finanzinstitut der wichtigen Unterstützung bei 5,00 EUR. Im Vorfeld der Zahlen zum zweiten Quartal verlieren die Analystenhäuser den Glauben an die Rentabilität der Frankfurter. Die Schweizer Großbank UBS ließ die Einstufung bei „sell“ mit einem Kursziel von 4,80 EUR. Laut den Experten dürften Sonderbelastungen das zweite Quartal bestimmt haben.

    Auch die britische Barclays hat die Einstufung für die Commerzbank vor Zahlen auf "Underweight" mit einem Kursziel von 5,00 EUR belassen. Die Gebühreneinnahmen der Commerzbank sollten sich im zweiten Quartal ebenso wie das Handelsergebnis normalisiert haben, ebenso sollten die Nettozinserträge stabil gewesen sein. Die Analystin Jun Yang rechnet damit, dass die Rückstellungen für Kredite geringer gewesen seien, als im ersten Quartal. Aktuell drängt sich kein Investment in die Commerzbank auf, vielmehr erwarten wir die Zahlen mit Spannung.

    Morphosys im freien Fall

    Analysten der Commerzbank zeigen sich bei dem Biotechnologie-Unternehmen Morphosys skeptisch. Commerzbank-Analyst Daniel Wendorff nennt das vorsichtigere Umsatzziel eine "negative Überraschung". Noch schwerer aber wiege die Senkung der Bilanzposition "Finanzielle Verbindlichkeiten aus Kooperationen, ohne kurzfristigen Anteil" um rund 102 Mio. EUR. Darin enthalten sind die Erwartungen für das Medikament Monjuvi. Dadurch dürfte laut dem Analysten die Skepsis zunehmen, was die Profitabilität des Medikaments betrifft. Als Folge wurde die Kaufempfehlung gestrichen, das Urteil lautet ab jetzt „halten“.


    Inflationsängste nehmen nicht ab und werden durch die weiter lockere Gelpolitik von Zentralbanken befeuert. Die Präferenzen Wachstum und Arbeitsmarkt und das Unterschätzen der Inflation sind optimale Voraussetzungen, um in Goldminenaktien wie Aztec Minerals zu investieren. Bei Morphosys und Commerzbank sehen wir aktuell hingegen von einem Einstieg ab.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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