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24.10.2022 | 05:55

Daimler Truck, First Hydrogen, Plug Power – Transportbranche im Umbruch: Welche Aktie profitiert?

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Bildquelle: pixabay.com

In der EU sind ein Viertel aller CO2-Emissionen durch den Straßenverkehr verursacht. Hier spielt die Transportbranche mit ihren Dieselmotoren eine große Rolle. Will man die hoch gesteckten Klimaziele bis 2030 erreichen, muss die Branche einen großen Umbruch vollziehen. Allein der Straßengüterverkehr soll den Emissionsausstoß um 26% bis zum Ende des Jahrzehnts reduzieren. Lange galt die Elektromobilität als Lösung, doch es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass auch Wasserstoff eine Option sein wird. Es kommt immer auf den Anwendungsfall an und gleichzeitig muss die Infrastruktur für die jeweilige Technologie stehen. Wir sehen uns daher heute drei Unternehmen an, die von der Modernisierung der Fahrzeugflotten profitieren könnten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

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Inhaltsverzeichnis:


    Daimler Truck – Partnerschaft mit Gehring Technologies

    Lange Zeit war man bei Daimler Truck der Ansicht, dass E-LKW die Zukunft sind. Mittlerweile fährt das Unternehmen zweigleisig und plant in den kommenden Jahren auch LKW mit Wasserstoff-Brennstoffzellen. Warum ist relativ schnell ersichtlich, wenn man sich die jüngsten Tests des eActros 300 Sattelschleppers anschaut, der zuletzt auf der IAA Transportation in Hannover vorgestellt wurde. Der E-LKW hat den Arlbergpass in Österreich überquert, der eine Gesamtstrecke von 111km hat. Dabei konnten 180 kWh Energie zurückgewonnen werden. Am Ende hatten die Akkus noch 40% Leistung. Doch will man nach 200km seinen LKW wieder stundenlang laden?

    Schon an dem Beispiel sieht man, dass es immer auf das Einsatzgebiet und die jeweilige Aufgabe ankommt und entsprechend die Antriebstechnologie ausgewählt werden sollte. Am 18. Oktober gab der Konzern eine strategische Partnerschaft mit Gehring Technologies bekannt. Ziel ist es, den Prototypenbau von Elektromotoren und Produktionsprozesse zu optimieren. Das gilt sowohl für die LKW- als auch die Bus-Sparte. Im Bereich Bus will man vor allem das Reisebusgeschäft in den USA ankurbeln. Von etwa 5% Marktanteil will man auf 20% kommen.

    In Deutschland konnte man zuletzt 75 Mercedes e-Citaro G mit BZ-Range-Extender an die Verkehrsbetriebe Rhein-Neckar-Verkehr verkaufen. Diese sollen bis 2027 in Stufen geliefert werden. Die Aktie hat mittlerweile dreimal den Bereich von 23 EUR getestet und ist jedes Mal nach oben abgeprallt. Den oberen Widerstand konnte die Aktie aber auch nicht brechen und ist momentan in einer Seitwärtsphase gefangen. Für einen Anteilsschein zahlt man aktuell 25,39 EUR. Von acht Analysten sehen sieben die Aktie als Kauf an. Die DZ Bank hat den Titel auf Halten gestuft und das Kursziel von 30 EUR herausgegeben.

    First Hydrogen – Vans bekommen Straßenzulassung

    Begonnen hat das kanadische Unternehmen First Hydrogen mit der Entwicklung von wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen nach dem Best-Of-Ansatz. Das Unternehmen vereinte Ballard Power, einen führenden Hersteller von Brennstoffzellen und AVL Powertrain UK, die zu den Besten im Bereich Produktdesign gehören sowie eine MAN-Karosserie, um in Rekordgeschwindigkeit einen Wasserstoff-Van zu entwickeln. Da First Hydrogen einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, entwickelt man ebenfalls Wasserstoff-Tankstellen und plant in Zukunft auch grünen Wasserstoff selbst zu produzieren. Damit deckt das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette ab und kann seinen Kunden schlüsselfertige Lösungen zur Verfügung stellen.

    Am 12. Oktober wurde ein Meilenstein erreicht. Die Vehicle Certification Agency erteilte den beiden leichten Nutzfahrzeugen die Straßenzulassung für Großbritannien. Damit können die Testfahrzeuge ab Januar 2023 von den Kunden auf Herz und Nieren getestet werden. Die Nachfrage der Flottenbetreiber ist groß. Insgesamt 13 Unternehmen aus der Transportbranche werden die Fahrzeuge 24 Monate lang im Einsatz haben. Der Hauptvorteil gegenüber den Elektrofahrzeugen ist die geringe Tankzeit, die nur wenige Minuten in Anspruch nimmt und wodurch das Fahrzeug bis zu 600km zurücklegen kann. Neben Kanada und Großbritannien soll nun auch der europäische Raum sowie die USA erschlossen werden. Durch die erhaltene Straßenzulassung in UK sollte dieses Vorhaben schnell umzusetzen sein.

    Laut Prognosen von Allied Research soll der weltweite Markt für leichte Nutzfahrzeuge bis zum Jahr 2030 auf 786,5 Mrd. USD anwachsen. Auch die jüngste Ankündigung des Ausschusses für Verkehr und Fremdenverkehr des Europäischen Parlaments, das Wasserstoff Tankstellennetz deutlich engmaschiger aufzubauen, ist Rückenwind für First Hydrogen. Wer mehr Details zum aktuellen Stand des Unternehmens lesen möchte, der sei auf researchanalyst.com verwiesen. Die Aktie, die Ende August ihr Jahreshoch bei 5,30 CAD hatte, musste zuletzt etwas Federn lassen, sprang aber nach der Meldung zur Straßenzulassung wieder an. Aktuell notiert die Aktie bei 3,72 CAD und sollte als nächstes den Widerstand bei 4,35 CAD testen. Der nächste Support liegt bei 3,42 CAD.

    Plug Power – gute Nachrichten verpuffen

    Plug Power ist der führende Anbieter von Wasserstofflösungen in Nordamerika und wird vom 375 Mrd. USD großen Klimapaket mit profitieren. Doch das ist Zukunftsmusik. Am 14. Oktober musste das Unternehmen eingestehen, dass die Umsatzprognose für 2022 nicht erreicht werden kann. Jetzt sollen die Umsätze 5-10% unter dem angepeilten Ziel liegen. Die Erlöse sind nicht weggebrochen, sondern die Projekte werden, aufgrund von Problemen mit Lieferketten, erst im kommenden Jahr fertig. Für die Aktie war diese Nachricht blankes Gift und die Investoren stießen ihre Anteile ab.

    Obwohl in der darauffolgenden Woche zwei positive Meldungen bekanntgegeben werden konnten bleibt die Aktie unter Druck. Am 19. Oktober wurde das Joint-Venture mit der Olin Corporation öffentlich gemacht. Gemeinsam wird eine Wasserstoffanlage mit einer Kapazität von 15t pro Tag in Louisiana gebaut. Damit sollen bis 2028 täglich 1.000t Flüssigwasserstoff produziert werden. Am gleichen Tag erhielt das Unternehmen einen Folgeauftrag von FreezPak Logistics, die Brennstoffzellen für neun weitere Standorte bestellten. Insgesamt wird Plug Power fast 400 Gabelstapler sowie zugehörige Betankungsinfrastruktur und Wasserstoffspeicher liefern.

    Am Sonntag geht der Pariser Autosalon zu Ende, auf dem Hyvia, das Joint Venture mit Renault seinen Master Van H2-Tech, sowie weitere Prototypen und neue Produkte vorstellt. Um den Kurssturz zu beenden, bedarf es weiterer positiver Aussichten für die Aktionäre, zumal der Aufwärtstrend zuletzt gebrochen wurde. Die Aktie notiert aktuell bei 16,49 USD. Der nächste Support befindet sich bei 14,75 USD, allerdings ist der größere Support bei 13,90 USD zu finden. Die reinen Wasserstofftitel bleiben volatil.


    Das Ende der Verbrennermotoren ist beschlossene Sache. In der Transportbranche zeichnet sich ab, dass sich am Ende zwei Technologien, Strom und Wasserstoff, das Feld je nach Anwendungsgebiet teilen werden. Daimler Truck hat darauf reagiert und kann ab 2028 neben dem Elektroantrieb für LKW und Busse auch Wasserstoff als Alternative anbieten. First Hydrogen ist da schon weiter und setzt voll auf Wasserstoff. Mit der Straßenzulassung können die Kunden die Vans testen und das Unternehmen kann auf diese Art Aufträge generieren. Plug Power ist der größte Player am Wasserstoffmarkt, aber auch hier werden Fehltritte wie Prognosekappungen nicht verziehen. Nach dem Bruch des Aufwärtstrends sollte man hier abwarten.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    • Übergangstechnologie
    • Industrie
    • Klimawende
    • Transformation

    Der Markt für wasserstoffbetriebene Logistik erreicht im Jahr 2026 ein Volumen von 32,47 Mrd. USD und steht vor einem Wachstum auf voraussichtlich 204,9 Mrd. USD bis zum Ende der Dekade. Die Internationale Energieagentur (IEA) berichtet, dass die globale Nachfrage nach Wasserstoff im abgelaufenen Jahr bei fast 100 Mio. t lag, wovon jedoch weniger als 1 % aus emissionsarmen Quellen stammte. In den USA zwingen Zölle auf Elektrolyseure und Brennstoffzellen, die sich im Bereich von 10 % bis 30 % bewegen, die Industrie zum Aufbau lokaler Lieferketten. In Europa schafft der REPowerEU-Plan zusammen mit der EU-Wasserstoffstrategie einen stabilen Rahmen für Investitionen in Infrastruktur. Ein sofortiger und flächendeckender Austausch der weltweiten Schwerlastflotten gegen komplett emissionsfreie Fahrzeuge wäre jedoch schwer zu realisieren und zudem ökonomisch unsinnig. Stattdessen schicken sich Unternehmen an, Bestandsflotten nachzurüsten oder auf anderen Wegen die Wasserstoff-Wende voranzubringen.

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    • Kernenergie
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    Versorgung mit Strom aus Erneuerbaren Energien und Klimaschutz sind nicht nur auf der politischen Bühne wichtige Themen, sondern auch am Kapitalmarkt. Nationale und internationale Vorgaben stellen entscheidende Leitplanken dar, die zu strukturellen Veränderungen führen. Wenn es um Wasserstoff und Brennstoffzellen geht, treten Nel und SFC Energy in Augenschein. Ein bislang völlig vernachlässigtes Unternehmen ist dagegen A.H.T. Syngas Technology. Als Anbieter von Syngas-Lösungen verbindet die Gesellschaft Klimaschutz und Versorgungssicherheit. A.H.T. befindet sich momentan in einem richtungsweisenden Transformationsprozess. Analysten bescheinigen der Aktie Verdopplungspotenzial. Was können Anleger erwarten?

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