Menü schließen




22.12.2020 | 05:50

Enapter AG, Plug Power, Nel ASA - Jetzt in Wasserstoff einsteigen!

  • Wasserstoff
Bildquelle: Enapter AG

In der Skala der Börsenlieblinge ganz oben stehen die Wasserstofftitel. Wir haben es hier mit einer Zukunftsbranche zu tun – die Verfechter der H-Technologie wollen eine revolutionäre Energieerzeugung und -Speicherung anbieten, die eine wirkliche Alternative zur Lithium-Ionen-Batterie darstellt. Nach aktuellen ökologischen Gesamtbilanz-Rechnungen schneidet die H-Technologie deutlich besser ab, als die sehr bedenkliche Produktion hochgiftiger metallbasierten Energiespeicher. In einigen Jahren könnte die Forschung soweit sein, Wasserstoff als weiteren Standard in der Mobilität und Energieerzeugung zu definieren. Die Bundesregierung hat schon mal Fördermittel von 9 Mrd. EUR für grünen Wasserstoff beschlossen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DE000A255G02 , US72919P2020 , NO0010081235

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Bernd Krüper, President & Director, dynaCERT Inc.
    "[...] dynaCERT hat mit dem Gerät HydraGEN eine Lösung auf den Markt gebracht, die zur Nachrüstung von Dieselmotoren entwickelt wurde, um die Umwelt zu schützen und die zugleich wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. [...]" Bernd Krüper, President & Director, dynaCERT Inc.

    Zum Interview

     

    Enapter AG – Dezentrale Energiespeicher gefragt

    Die Enapter AG (vormals S&O Beteiligungen) erblickte erst kürzlich das Rampenlicht der Börse. In eine bereits notierte Hülle geschlüpft, präsentiert sie das Reverse-IPO Enapter AG als dynamisches Mitglied der hochgefeierten Wasserstoff-Aktien auf dem Kurszettel. Als die neue Aktie erstmals angekündigt wurde, ging es mit dem alten Mantel S&O rasant nach oben. Da die leere Hülle aber kein Cash zur Verfügung stellte, führte man in den letzten Monaten eine Barkapitalerhöhung um etwa 7 Mio. EUR durch sowie eine Sachkapitalerhöhung über die Einbringung des operativen Geschäftes. Die Aktien sind nun frei handelbar, aber wegen des geringen Freefloats noch sehr kursanfällig.

    Nicht so die Story der Enapter selbst. Die Technologieschmiede hat ihre operativen Einheiten derzeit noch im italienischen Pisa angesiedelt, demnächst auch im deutschen Saerbeck. In Pisa stehen die Forschungseinheiten, welche die Kerntechnologie der Anion-Exchange-Membrane (AEM)-Elektrolyse vorantreiben. Es gibt auch schon ein vermarktungsfähiges Gerät mit dem Kürzel EM 2.1, das die dezentrale Energie-Erzeugung ermöglicht und steuert. Wer in Wasserstoff-Kategorien denkt, der sollte sich von herkömmlicher Energieerzeugung im großen Stil gedanklich trennen, denn Wasserstoff ist eine Vor-Ort-Technologie, die es beispielsweise ermöglicht, in Afrika die grüne Energie aus Sonne & Wind zu nutzen, um eine Elektrolyse-Einheit zur Wasserstofferzeugung zu betreiben. Als Energiespeicher fungiert der so erzeugte Wasserstoff, welcher wiederum für alle Verbraucher in einem Dorf später wieder zur Verfügung steht z.B. nachts. Das Energie-Speicherproblem ist somit elegant und umweltschonend gelöst – lokal, schnell und effizient.

    Heute wird Wasserstoff als Energiespeicher unter anderem in der chemischen Industrie, in der Forschung sowie für Mobilitätslösungen eingesetzt. In den meisten Anwendungsbereichen könnte der heute vorherrschende graue durch den grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien ersetzt werden. Diesem wachsenden Bedarf werden die flexiblen AEM-Elektrolyseure gerecht. Enapter ist somit ein Enabler einer neuen Energiespeicher-Generation deren Zweck im Zuge der kritischen E-Mobilitätsdiskussion immer transparenter wird. Die Enapter-Aktie ist eine Investitionsmöglichkeit in dieses Zukunftsthema, das gerade von der Startrampe rollt. Enapter ist daher im Gegensatz zur überspekulierten Peergroup ein klarer Langfrist-Kauf mit starken Wachstums-Perspektiven.

    Plug Power Inc. – US-Konjunkturpaket voraus

    Ein amerikanisches Pendant der Branche ist Plug Power, ein Hersteller von Brennstoffzellen. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Brennstoffzellen für Anwendungen in der Elektromobilität, den Betrieb von Flurfördergerät und den stationären Einsatz in Notstromanlagen. Weiterhin beliefert Plug Power seine Kunden mit Wasserstoff, konstruiert Anlagen zur Wasserstoffspeicherung und Wasserstoff-Zapfanlagen. Plug Power wurde 1997 als ein Joint Venture zwischen dem Energieversorger DTE Energy und dem Messtechnikhersteller Mechanical Technology Inc. gegründet. Seit 1999 ist das Unternehmen börsennotiert.

    Die Ähnlichkeit zu Enapter ist partiell gegeben, die Amerikaner konnten mit ihrer Technologie immerhin schon 290 Mio. USD Umsatz in 2020 generieren. Frischer Wind könnte nochmals mit dem neuen Grünpaket der US-Regierung entstehen: Im Zuge eines insgesamt 900 Mrd. USD schweren Hilfspakets an die Bevölkerung und die gebeutelte Wirtschaft will der US-Kongress offenbar auch eine Verlängerung der Steuererleichterungen für Wind- und Solarenergie auf den Weg bringen. Einen Teil davon wird sicherlich in die Wasserstoff-Forschung fließen.

    Die geschätzten Zahlen für das nächste Jahr sind alles andere als euphorisch, denn es gibt noch zu wenig herausstechende Anwendungsfelder, um die noch junge Technologie flächendeckend einzusetzen. Die Umsätze werden zwar ca. 400 Mio. USD erreichen, die operative Gewinnschwelle soll jedoch erst weit im Jahr 2022 erreicht werden können. Für den Aktionär heißt es deshalb noch einige Jahre ausharren, man darf annehmen, dass die Zukunft bereits sehr stark in der heutigen Bewertung von 13,9 Mrd. USD abgebildet ist.

    Nel ASA – Geld von der EIB für Everfuel

    Das dänische Wasserstoff-Unternehmen Everfuel, an dem Nel aus Norwegen beteiligt ist, befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Daher ist Everfuel stark auf externe Geldgeber angewiesen. Nun hat die Gesellschaft Rückendeckung von der Europäischen Investitionsbank (EIB) erhalten, sie hat dem Unternehmen ein Darlehen über 20,7 Mio. EUR gewährt. Gefördert wird die Entwicklung von Wasserstoffproduktions- und -verteilungsinfrastrukturen für den öffentlichen Nahverkehr in vornehmlich in Skandinavien.

    Das Projekt wird im Rahmen des Programms "Mobilität der Zukunft" finanziert, das von der Connecting Europe Facility (CEF) und dem NER300-Programm der Europäischen Kommission unterstützt wird, einem gemeinsamen Topf für zukunftsweisende Forschungen. Partnerschaften mit starken europäischen Institutionen spielen eine Schlüsselrolle, um grünen Wasserstoff für emissionsfreie Mobilität kommerziell verfügbar zu machen. Everfuel wird Wasserstoff aus bestehenden und neuen Quellen nutzen, um Tankstellen für Busse und schwere Nutzfahrzeuge zu versorgen, zunächst in Dänemark und später in ganz Europa.

    Ob das der völlig aus dem Band gelaufenen Nel-Aktie helfen wird, ist fraglich, denn der Chart hat gestern einen erheblichen Schlag von oben bekommen. Mit einer Eröffnung bei 2,39 EUR ging es bis 2,26 EUR nach unten. Ein möglicher Vorbote für eine größere Konsolidierung?


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 18.08.2025 | 06:00

    Wasserstoff Renaissance – Plug Power, Pure Hydrogen und Nel ASA wollen ein Stück vom 680 Mrd. USD Kuchen

    • Plug Power
    • Pure Hydrogen
    • Nel ASA
    • Wasserstoff
    • grüner Wasserstoff
    • Elektrolyseure
    • Wasserstoffantrieb
    • Wasserstoff-LKW
    • Nutzfahrzeuge

    Die globale Wasserstoffwirtschaft steht vor dem Durchbruch. Dieser wird getrieben von milliardenschweren Dekarbonisierungszielen, Unabhängigkeitsstreben von fossilen Brennstoffen und sinkenden Ökostromkosten. Das könnte die Nachfrage bis 2050 verfünffachen. Schon 2035 sollen 60 % des Energiebedarfs aus sauberer Produktion stammen, gestützt durch über 1.500 Großprojekte weltweit. Trotz Lücken zwischen Planung und Umsetzung signalisieren Investitionen von bis zu 680 Mrd. USD in den kommenden Jahren und bahnbrechende Industrieverträge einen irreversiblen Wandel. In diesem Momentum positionieren sich drei Schlüsselplayer strategisch: Plug Power, Pure Hydrogen und Nel ASA.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 18.08.2025 | 04:45

    Wasserstoff versus Kernkraft – 300 % mit Plug Power und dynaCERT, Vorsicht bei Oklo und NuScale

    • Wasserstoff
    • Kernkraft
    • Klimawende
    • Transport & Logistik
    • ESG
    • Nachhaltigkeit

    Die Brennstoffzelle gilt seit Jahren als Hoffnungsträger im Antriebsbereich, konnte sich im Automobilsektor aber bislang nur begrenzt etablieren. Während Batterien den Massenmarkt prägen, punkten Brennstoffzellen vor allem im Schwerlast- und Fernverkehr mit Reichweite und kurzen Tankzeiten sowie in stationären Systemen. Plug Power arbeitet an Infrastrukturprojekten, während dynaCERT mit Wasserstoffsystemen bestehende Antriebe effizienter macht und so als Brücke in die nächste Ära dienen kann. Parallel gewinnen Small Modular Reactors (SMRs) von Anbietern wie Oklo und NuScale an Bedeutung, da sie eine stabile, CO2-arme Energieversorgung für die Industrie sowie Wasserstoffproduktion versprechen. Für Anleger eröffnen sich Chancen in zwei Zukunftsmärkten: Nachhaltige Mobilität und Skalierbare Energielösungen – beide mit politischem Rückenwind und hohem Wachstumspotenzial. Wie sollten Anleger mit ihrem Depot verfahren?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 07.08.2025 | 05:00

    Wasserstoff-Wende? Schlechte Nachrichten aus Afrika: First Hydrogen, thyssenkrupp nucera, BASF

    • Wasserstoff
    • Industrie

    Wie der Spiegel berichtet, könnte die Herstellung grünen Wasserstoffs in Afrika für den Export nach Europa teurer sein als gedacht. Darauf deuten Untersuchungen von Forschenden der TU München, Oxford und der ETH Zürich hin. Demnach könnten 2030 nur 2 % von rund 10.000 untersuchten Standorten in 31 afrikanischen Ländern zu wettbewerbsfähigen Kosten produzieren. Der Grund liegt in der Finanzierung. Die Finanzierungskosten liegen je nach Land in Afrika zwischen 8 und 27 % - zu viel, um konkurrenzfähig zu sein. Statt der geplanten Preisgarantien von 3 EUR je kg Wasserstoff müsste die EU 5 EUR garantieren, damit Wasserstoff zuverlässig aus Afrika nach Europa fließt. Was bedeutet das jetzt für die europäische Wasserstoff-Wirtschaft?

    Zum Kommentar