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14.07.2021 | 04:49

Enapter, NEL, PlugPower, FuelCell – Wasserstoff im Kreuzverhör!

  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Der kräftige Anstieg der Preise für Heizenergie und Kraftstoffe hält die Inflationsrate in Deutschland auf hohem Niveau. Mit einem Aufschlag von 2,3% im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich die Teuerung im Juni zwar leicht abgeschwächt, aber in den fünf Monaten zuvor war sie jeweils gestiegen und hatte im Mai mit 2,5% den höchsten Stand seit fast zehn Jahren erreicht. Die effiziente Herstellung von Wasserstoff und dessen industrielle Verwertung würde unsere Energieversorgung langfristig bezahlbar und umweltverträglich machen. Leider sind die aktuellen Technologien noch sehr teuer und besitzen keine Massentauglichkeit. An der Börse bleibt Wasserstoff aber ein heißes Thema. Wir blicken auf die Hauptdarsteller im H2-Krimi.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ENAPTER AG INH O.N. | DE000A255G02 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , FUELCELL ENERGY DL-_0001 | US35952H6018

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Inhaltsverzeichnis:


    Nel ASA – Kurz vor dem Ausbruch gedreht

    Nel ASA ist und bleibt einer der Lieblinge im Segment Wasserstoff. Bislang war die Börse bereit, jeglichen kleinen Fortschritt oder Auftrag entsprechend zu feiern. Nun ist allerdings bekannt, dass die Umsätze des Unternehmens noch nicht ganz reichen, um die enormen Entwicklungskosten zu decken. Der Ertragsdruck bleibt daher hoch und belastet die Kursentwicklung an der Börse. Sie zeigt seit zwei Wochen schon wieder nach unten, nachdem es charttechnisch zu keinem Ausbruch an der 2,00 EUR-Linie kam.

    Nun schaut das Publikum wieder auf die operative Seite: Nachdem das Vattenfall Joint-Venture im Stahlbereich für Nel ASA einiges an Perspektiven eröffnet hatte und frischer Wind bei Hyon weht, fehlen jetzt eigentlich nur noch die Aufträge. Jon Andre Løkke, frischgekürter Präsident der „Hydrogen Europe“ Initiative, trommelt kräftig für die Produkte der Norweger.

    Die weltweit aufgelegten Milliardenprogramme wie Energy Earth Shot oder H2 Global Initiative stellen den Rahmen für eine positive Entwicklung, aber neben den öffentlichen Geldern braucht es eben auch private Investoren. Die Schweiz wird bis 2023 ein grünes Wasserstofftankstellennetz aufbauen, da sind die Norweger bereits gesetzt.

    Solange die Boomphase also andauert, bleibt Nel wegen seiner Markenbekanntheit auf der Liste der Anleger. Achten Sie aber auf einen Stop bei 1,70 EUR, um im Falle einer weiteren Abkühlung im H2-Segment noch Gewinne zu sichern.

    Enapter AG – Mit neuen Fördermitteln schneller zum Ziel

    Die Enapter AG aus Saerbeck in Nordrhein-Westfalen ist in Deutschland einer der wenigen auffälligen Werte im H2-Segment. Dennoch gilt das Thema in der Politik als eines der wichtigen aus dem Bereich der Zukunftstechnologien. Das Unternehmen hat sich vor einigen Monaten via Kapitalerhöhung 17,8 Mio. EUR besorgt und erhält nun vom Bundesforschungsministerium eine Förderung über 5,6 Mio. EUR für seine neuen Megawatt-Elektrolyseure.

    Gemeinsam mit der FH Münster will das Startup so die Entwicklung der neuen „AEM Multicore“-Elektrolyseure vorantreiben. Diese in Reihe geschalteten Kernmodule sollen etwa 450kg grünen Wasserstoff pro Tag produzieren. Mit dem neuen Produkt will man das Potenzial der Anionaustauschmembran-Technologie (AEM) weiter ausschöpfen und gegenüber den herkömmlichen Elektrolyseuren der Megawatt-Klasse eine kostengünstige Alternative schaffen. Die Entwicklungsarbeit übernimmt weitgehend Enapter, während die FH Münster die Produkte mit Labortests unterstützt.

    Enapter steht für CO2-Reduktion und Klimaneutralität, der wachsende weltweite Energiebedarf spielt dem deutschen Unternehmen klar in die Karten. Die überbewertete Peergroup hat bereits stark korrigiert, doch an Enapter besteht seitens der Anleger weiterhin großes Interesse. Unser Votum: Weiter Bestände aufbauen!

    FuelCell – Der Kurs bleibt im Keller

    Eine kurze Erholung von 6,5 auf 10,2 EUR war den Anlegern gegönnt, als der Titel ganze 70% vom Hoch bei 23 EUR nach unten rauschte. Nun schlägt er schon wieder den Weg nach Süden ein, obwohl FuelCell ein paar operative Fortschritte melden kann.

    Das 1,4-MW-Biobrennstoffzellenprojekt SureSource 1500™ von FuelCell Energy ist jetzt in Kalifornien, USA, in Betrieb gegangen. Der Standort bietet die einzige Brennstoffzellen-Plattform, die vom California Air Resources Board (CARB) für den Einsatz von Biokraftstoffen vor Ort zugelassen ist. Jason Few, Präsident und CEO von FuelCell Energy, kommentierte die Nachricht: "Wir lösen unser Versprechen gegenüber dem städtischen Wasserwirtschaftsamt von San Bernardino ein, liefern 1,4 MW sauberen Strom und tragen zu einer sauberen Luftqualität in der Region bei, indem wir das Methangas, das sonst abgefackelt würde, auffangen und nutzen.“ Mit dem kommerziellen Betrieb der kalifornischen Anlagen erweitert FuelCell Energy sein Kraftwerksportfolio um 1,4 MW auf insgesamt 34 MW.

    Der eingeschlagene Weg von FuelCell ist richtig. Schade nur, dass der Kurs trotzdem im Keller bleibt. Die „Zeit der Kaufwütigen“ ist wohl vorüber, damit bleibt nur die utopische Bewertung der Aktie.

    PlugPower – Steigende Konkurrenz auch für den Platzhirsch

    Nun kommt auch noch Druck auf die PlugPower-Aktie. Viele Anleger befürchten offenbar Konkurrenz im Transportgeschäft durch eine neue Partnerschaft zweier bekannter Player, nämlich Chart Industries und Hyzon Motors. Diese Unternehmen kooperieren fortan und haben eine Sensations-Meldung im Gepäck. Nach Verlautbarungen möchte man einen Lkw mit flüssigem H2-Brennstoffzellenantrieb mit einer Reichweite von 1.000 Meilen entwickeln.

    Natürlich kann auch PlugPower mit guten Meldungen aufwarten. Renault und der Brennstoffzellen-Spezialist haben das angekündigte Joint Venture namens Hyvia gegründet und Details zu ihren H2-Plänen für die leichten Nutzfahrzeuge genannt. Das Hyvia-Ökosystem soll die Produktion, Speicherung und Verteilung von grünem Wasserstoff umfassen.

    Beide Themen sind sehr interessant, denn die Transportbranche bietet viel Raum für ökologische Verbesserungen. Ob es der Aktie von PlugPower helfen wird, ist aus charttechnischer Sicht fraglich, denn hier hätte die 29 EUR-Marke fallen müssen, Aktuell bietet nur noch die 24 EUR-Linie signifikante Unterstützung. Bricht diese, steht das Ziel 17 EUR im Raum – minus 30% vom heutigen Kurs.


    Derzeit weht der Wind den großen Wasserstoffwerten kalt ins Gesicht. Alle betrachteten Unternehmen stehen vor der gleichen Thematik: Wie bekommt man das operative Wachstum und die hohe Bewertung in Einklang? Schwierig, aber bei Enapter finanziert man immerhin eines der größten industriellen Wasserstoff-Projekte in Deutschland.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power

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