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22.06.2022 | 05:55

Goldene Zeiten für Nel und Varta? Bei First Hydrogen steigt die Spannung

  • Elektromobilität
  • Wasserstoff
  • Batterie
  • Technologie
Bildquelle: pixabay.com

Die Preise für Öl, Gas & Co. bleiben auch in dieser Woche auf hohem Niveau. Nicht zuletzt auch, weil Russland die Gas-Lieferungen nach Europa reduziert hat. In Deutschland arbeitet Wirtschaftsminister Robert Habeck unter Hochdruck an Notfallplänen für den Winter und ruft zum Energiesparen auf. Langfristig wird kein Weg an Erneuerbaren Energien vorbeiführen. Analysten erwarten goldene Zeiten für Unternehmen wie Nel Asa und Varta. Aber auch kleinere innovative Unternehmen wie Wasserstoff-Pure-Play First Hydrogen sind interessant. Denn Analysten erwarten, dass die Nachfrage nach Wasserstoff das Angebot massiv übersteigen wird. Im Batterie-Sektor empfiehlt Goldman Sachs die Aktie von Varta zum Kauf. Der Umsatz des MDAX-Konzerns soll sich dank der Elektromobilität in den kommenden Jahren mehr als verdoppeln. Gestern fand die Hauptversammlung statt.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

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Inhaltsverzeichnis:


    Terry Lynch, CEO, Power Nickel
    "[...] Nickel profitiert also gleich doppelt: Erstens von der wachsenden Bedeutung innerhalb von Batterien und zweitens von der allgemein wachsenden Nachfrage nach derartigen Speichern. [...]" Terry Lynch, CEO, Power Nickel

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    First Hydrogen: Ab September wird es spannend

    First Hydrogen ist noch eher unbekannt, verfügt aber über eine spannende Technik und starke Partner. Das kanadische Unternehmen hat das Ziel, der führende Hersteller von emissionsfreien wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen mit großer Reichweite in Großbritannien, der EU und Nordamerika zu werden. Dieser Markt entwickelt sich sehr dynamisch. Allein zwischen 2020 und 2027 erwarten die Experten von Allied Market Research ein Wachstum von 21,4% pro Jahr. In dieser Zeit soll das Marktvolumen auf 41,2 Mrd. USD pro Jahr zulegen. Um dieses Potenzial zu erschließen, setzt First Hydrogen auf eine hersteller- und technologieneutrale Best-of-Strategie. Durch die Integration von bestehenden Technologien und eines bewährten Fahrgestells – können sowohl erhebliche Kosten- als auch Zeitvorteile genutzt werden.

    Derzeit entwickelt First Hydrogen mit seinem „Utility Van“ ein leichtes Nutzfahrzeug und setzt auf die Integration von bestehenden Technologien und eines bewährten Fahrgestells von MAN. Ab September sollen die ersten Fahrzeuge für den Straßenbetrieb zugelassen sein und können von potenziellen Kunden getestet werden. Durch die Kooperation mit zwei globalen Marktführern soll anschließend die Produktion hochgefahren werden, um künftig zwischen 10.000 und 20.000 Einheiten des Utility Van pro Jahr ausliefern zu können. Bei den Partnern handelt es sich um zwei Weltmarktführer: Ballard Power, einer der weltweit führenden Brennstoffzellen-Spezialisten, unterstützt bei der der Technologie. Für das Design arbeitet First Hydrogen mit AVL Powertrain Limited zusammen. Aufgrund des spannenden zweiten Halbjahres hat sich die Aktie im Börsenbeben der vergangenen Wochen gut gehalten und liegt sogar noch knapp über dem Kurs vom Jahresanfang bei 1,60 EUR. Erst im April wurde ein Allzeit-Hoch bei 2,50 EUR erreicht. Derzeit wird das Unternehmen mit rund 100 Mio. EUR bewertet. Sollten die Testfahrten im zweiten Halbjahr überzeugen und in Aufträge münden, sollten deutlich höhere Kurse möglich sein.

    Setzt Varta bald über 2 Mrd. EUR um?

    Leider haben Anleger auch auf der gestrigen Hauptversammlung von Varta vergeblich auf neue Detailinformationen über die Pläne im Bereich der Batterien für Elektroautos gewartet. Doch immerhin stärkt Goldman Sachs dem MDAX-Konzern den Rücken. Die US-Investmentbank sieht in Varta einen Profiteur der Elektrifizierung der Autobranche. Insbesondere die europäischen Hersteller geben derzeit bei dem Wechsel auf Elektrifizierung Gas. Entsprechend werde auch die Batterieproduktion in Europa hochgefahren. Denn bisher kommen die Batterien noch überwiegend aus Asien. Dies soll sich deutlich ändern. So sollen bis 2030 40 Fabriken errichtet werden. Damit dürfte die europäische Produktion bei nahezu 100% liegen und den wesentlichen Teil des in 2035 bei mehr als 900 Mrd. USD umfassenden Marktes ausmachen. Von diesem Kuchen werde sich Varta ein gutes Stück abschneiden können, so die Goldman-Analysten. Dagegen ist man bei der Einstufung von Newcomern wie dem norwegischen Unternehmen Freyr zurückhaltender. Varta verfüge über jahrelange Erfahrung in der Batterieproduktion, mache mit der V4Drive-Technologie bereits den ersten Schritt in den Markt für E-Auto-Batteriezellen und mit Porsche habe man einen ersten Kunden. So erwarten die Analysten, dass Varta den Umsatz zwischen 2025 und 2030 um 14% pro Jahr auf 2,5 Mrd. EUR steigern könnte. Dies wäre mehr als doppelt so viel als in 2021. Daher empfiehlt Goldman Sachs die Varta-Aktie zum Kauf. Das Kursziel liegt bei 102 EUR. Derzeit notiert die Aktie knapp unter 90 EUR.

    Nel-Aktie ein Kauf, aber wann kommen die Großaufträge?

    Auch Nel Asa wird von Analysten gelobt. Und nicht nur das, der gesamte Wasserstoffsektor müsste deutlich stärker wachsen als bisher angenommen, um die Nachfrage decken zu können. Bis 2030 würden weltweit mehr als 400 GW an Elektrolyseuren zur Wasserstoffproduktion benötigt. Die Kapazität werden bis dahin jedoch nur bei 79 GW liegen. Dies sind die Schätzungen von Jefferies. Entsprechend empfehlen die Analysten die Nel-Aktie zum Kauf. Insbesondere in China und Indien würden allerdings zunehmend Wettbewerber entstehen. Doch mit Blick auf den riesigen Markt bleiben die Analysten für Nel positiv gestimmt und erneuern ihre Kaufempfehlung. Laut Bloomberg Intelligence könnte grüner Wasserstoff im Jahr 2030 allein in Europa rund 12% des Gasverbrauchs decken. Die Chancen sind also groß. Allerdings muss Nel endlich wieder größere Aufträge an Land ziehen – wie es Plug Power bereits getan hat. Zuletzt meldeten die Norweger eher kleinere Orders wie diesen: So hat die norwegische Metall-Raffinerie Glencore Nikkelverk bei Nel einen Elektrolyseur für grünen Wasserstoff geordert. Das alkalische Elektrolyseursystem soll Mitte kommenden Jahres errichtet werden, um künftig grünen Wasserstoff für die Produktion von Salzsäure zu liefern. Das Auftragsvolumen liegt bei 3 Mio. EUR.


    Wasserstoff und Elektromobilität sind Märkte mit riesigem Potenzial. Um davon zu profitieren, ist Nel in einer guten Position. Mit rund 2 Mrd. EUR sind die Norweger aber auch bereits sportlich bewertet. Davon ist First Hydrogen noch weit entfernt. Daher werden die Straßentests ab September umso spannender für Anleger. Varta kann eine wichtige Rolle bei der Batterieproduktion in Europa spielen.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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