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09.02.2022 | 05:45

Infineon, BrainChip, AMD – Chipbranche mit Riesenpotential

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Bildquelle: pixabay.com

Die Chipbranche kommt nicht mal ansatzweise mit der Produktion hinterher und das wird auch 2022 so bleiben. Insgesamt stiegen die Umsätze der Branche um rund 25%, was zum Teil auf die Preiserhöhungen der Hersteller zurückzuführen ist. Um die Nachfrage zu befriedigen, investieren die Unternehmen in ihre Produktion. Micron will 150 Mrd. USD investieren, Intel 20 Mrd. USD. Aufgrund der neuen Entwicklungen bei Elektrofahrzeugen, der Künstlichen Intelligenz, Cloud Computing und den laufend wachsenden Rechenzentren wird die Nachfrage auch in den kommenden Jahren eher steigen. Blick auf drei Chiphersteller.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004 , BRAINCHIP HOLDINGS LTD | AU000000BRN8 , ADVANCED MIC.DEV. DL-_01 | US0079031078

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Inhaltsverzeichnis:


    Infineon – hilft die EU?

    Am 8. Februar wird die EU den „Chips Act“ präsentieren. Die EU will unabhängiger vom Chipmarkt in Asien und den USA werden. Dort werden mit Abstand die meisten Chips produziert. Insgesamt sollen in Europa 40 Mrd. EUR in das Programm investiert werden. Einen großen Anteil davon kann voraussichtlich Infineon in Anspruch nehmen. Der Chipkonzern ist der einzige größere Player, der in Europa fertigt. Man darf gespannt sein, was Ursula von der Leyen präsentiert und ob damit die Lieferschwierigkeiten der Mikrochips wirklich der Vergangenheit angehören.

    Die Infineon-Aktie kam trotz der guten Quartalszahlen und Prognoseanhebung am 3. Februar unter Druck, da der Konzern auf Lieferengpässe hinwies, die die Produktion negativ beeinflussen könnten. Dabei konnte der Umsatz im Vorjahresvergleich um 20% auf rund 3 Mrd. EUR zulegen und auch der Gewinn lag mit 717 Mio. EUR über Schätzung der Experten. Der Auftragsbestand liegt bei etwa 31 Mrd. EUR und hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. CEO Dr. Ploss sagte: „Unsere Kapazitäten sind stark ausgelastet und wir bauen sie schrittweise aus.“

    Obwohl das Geschäft brummt und die Nachfrage voraussichtlich hoch bleiben wird, fällt die Aktie seit den Quartalszahlen stetig. Dabei hatten Goldman Sachs und die UBS die Aktie nach der Meldung auf Buy gesetzt. Vor den Geschäftszahlen lag der Kurs noch bei 36,60 EUR. Aktuell ist die Aktie nur noch 32,71 EUR wert. Bei 32,47 EUR liegt die Supportmarke, die am 8. Februar getestet wurde. Bei Schlusskursen darunter ist ein Test der 30,21 EUR Marke wahrscheinlich.

    BrainChip – Mercedes testet den Akida Chip

    Für Aufsehen hat in den vergangenen Wochen BrainChip gesorgt, deren Aktie Anfang 2022 um über 230% bis auf 2,34 Australische Dollar (AUD) nach oben geschossen ist. Die Australier haben einen hochleistungsfähigen und stromsparenden Chip für künstliche Intelligenz entwickelt, der völlig autark ohne CPU oder Internetverbindung arbeitet. Der sogenannte Akida Chip ahmt dabei das menschliche Gehirn nach und reagiert auf Impulse oder Ereignisse. Dieser Ansatz macht den Chip für den Einsatz in bestimmten Bereichen, wie beispielsweise IoT-Geräten, interessant. Auch Mercedes ist interessiert am Chip und wird ihn in seinem Vision EQXX Konzeptfahrzeug einsetzen.

    Das ist einer der Gründe für den Höhenflug der Aktie. Ein weiterer Grund sind die zuletzt erhaltenen Patente. Am 2. Februar konnte das Unternehmen den Erhalt eines weiteren US-Patents verkünden, das die grundlegende Struktur und Funktion eines digitalen Neurons schützt. Insgesamt verfügt das Unternehmen jetzt über acht erteilte Patente in den USA und eines in China. 21 weitere Patente sind weltweit angemeldet. Mit diesen kann das Unternehmen seine Vorreiterrolle im Feld der neuromorphen künstlichen Intelligenz untermauern. Firmengründer Peter van der Made sagte: „Diese Anerkennung schützt uns außerdem vor anderen, die ähnliche Angebote entwickeln, die unsere Arbeit verletzen würden.“

    Weitere Informationen können sich interessierte Anleger auf dem International Investment Forum aus erster Hand von CFO Ken Scarince holen, der dort das Unternehmen präsentiert. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die Aktie, die bis zum 19. Januar ein neues Allzeit-Hoch erreicht hatte, befindet sich seitdem in der Konsolidierung und notiert aktuell bei 1,63 AUD. Seit dem 3. Februar ist der Handel an der Depository Trust Company (DTC) in den USA möglich. Ein weiterer Schritt die Sichtbarkeit und Attraktivität der Aktie zu steigern. Wobei schon längst namhafte Investoren an Bord sind wie beispielsweise Merril Lynch, BNP Paribas, JP Morgan, die UBS und noch einige mehr.

    AMD – gute Wachstumsaussichten für 2022

    Advanced Micro Devices (AMD) ist vom NASDAQ mit nach unten gezogen worden. In der Spitze hat die Technologiebörse etwa 18% verloren, AMD kommt dabei sogar auf über 39%. Die Volatilität ist momentan sehr groß in diesem Segment. Dabei läuft es für den Hersteller von CPUs und GPUs operativ sehr gut. Auch im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) ist das Unternehmen aktiv, bezeichnet diese aber eher als 'Maschinelles Lernen' bzw. 'Deep Learning'. Als Hauptbeitrag entwickelt AMD Hochleistungscomputer für diese Bereiche und bietet gleichzeitig dazugehörige Software, um die Entwicklung und Tests von KI-Systemen zu beschleunigen.

    Wie gut das Unternehmen aufgestellt ist, wurde durch die Zahlen 2021 deutlich, die am 1. Februar vorgelegt wurden. Es wurde ein Rekordumsatz von 16,4 Mrd. USD erzielt, was einem Plus von 68% entspricht. Die Bruttomarge stieg auf 48%. Das operative Ergebnis betrug 3,6 Mrd. USD und der freie Cashflow erreichte auch einen neuen Spitzenwert mit einem Plus von 314% im Jahresvergleich auf 3,2 Mrd. USD. Das Unternehmen kündigte außerdem eine strategische Investition von 1 Mrd. USD an für langfristige Lieferkapazitäten und ein Aktienrückkaufprogramm über 1,8 Mrd. USD. Für das kommende Jahr erwartet das Management einen weiteren Umsatzrekord in Höhe von 21,5 Mrd. USD und das bei weiter steigender Bruttomarge.

    Mit diesem Ausblick unterstreicht das Unternehmen die anhaltende Stärke des Chipmarkts. Die Aktie hat mit der Meldung ihren Abwärtstrend zunächst einmal gestoppt. Um den Trend zu brechen, werden Schlusskurse oberhalb von 141,25 USD benötigt. Die Supportmarke von 100 USD entwickelt sich zu einer wichtigen Unterstützungslinie. Aktuell notiert das Wertpapier bei 123,67 USD. Die Analysten von Barclays Capital und Goldman Sachs sehen die Aktie als Kauf, mit Kurszielen zwischen 148 und 159 USD.


    Der Chipmangel wird uns noch einige Zeit begleiten. Neben den vollen Auftragsbüchern kann Infineon zudem auf Fördergelder aus dem EU Paket hoffen. BrainChip hat mit seinem autarken KI-Chip ein sehr spannendes Eisen im Feuer. Überzeugt der Chip Mercedes, winkt ein Großauftrag. Bei AMD stehen die Zeichen auf Wachstum. Nach dem Rekordjahr 2021 ist vor dem Rekordjahr 2022. Der Chipmarkt sieht sehr vielversprechend aus in den nächsten Jahren.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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