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07.07.2025 | 05:00

Ist dieser Trend der nächste Prozente-Bringer? Hensoldt, BASF, Antimony Resources

  • Antimon
  • China
  • Rüstung
  • Feuerschutz
Bildquelle: pexels.com

Antimon ist Bestandteil vieler Hightech-Anwendungen – es steckt unter anderem im F-35 Kampfjet. Doch wie schon bei Wolfram dominiert China auch den Markt für Antimon. Das einzigartige Halbmetall steckt in den Produkten vieler deutscher Industrieunternehmen. Ein junges Rohstoffunternehmen aus Kanada schickt sich jetzt an, Antimon außerhalb Chinas zu produzieren und Versorgungssicherheit herzustellen. Nach herausragenden Bohrergebnissen zuletzt dürften potenzielle Industrie-Partner bereits hellhörig werden. Wie abhängig Hensoldt und BASF von Antimon sind und ob Antimony Resources die nächste Almonty werden kann.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014

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Inhaltsverzeichnis:


    China dominiert Antimon-Markt – Versorgungssicherheit in Gefahr

    China dominiert die Welt dank strategischer Rohstoffpolitik. Nach Seltenen Erden und Wolfram rückt jetzt Antimon in den Fokus. Rund 78 % der weltweiten Antimon-Aufbereitung erfolgen in China. Das schafft enorme Abhängigkeitsrisiken. Schon jetzt decken die USA ihren Antimonbedarf zu über 50 % durch Importe aus China. Lieferengpässe und Exportbeschränkungen Chinas haben jüngst zu einer Angebotsknappheit und sprunghaft steigenden Preisen geführt. 2024 verdreifachte sich der Antimonpreis zeitweise auf über 38.000 USD pro Tonne und nähert sich aktuell Rekordniveaus um 60.000 USD. Die Folge: Industrie und Regierungen suchen händeringend nach Alternativquellen außerhalb Chinas. So stammen mittlerweile etwa 26 % der Weltproduktion aus Tadschikistan, der Rest aus der Türkei und Russland. Doch oft werden auch diese Vorprodukte zur Verhüttung wieder nach China geliefert. Die Lösung könnte ein Antimon-Produzent mit einer herausragenden Mine sein, der für lange Zeit Versorgungssicherheit bietet und auch die Raffinierung des für Verteidigung und Elektronik begehrten Stoffs übernimmt.

    Antimony Resources: First Mover mit beeindruckenden Bohrergebnissen

    Das kanadische Unternehmen Antimony Resources verfügt in der kanadischen Provinz New Brunswick über zwei Projekte mit historischen Antimon-Vorkommen. Im Frühling startete ein Bohrprogramm über anfangs 2.500 Meter, um bis Ende des Jahres eine Ressourcenschätzung zusammenstellen zu können. Die Gehalte waren außerordentlich – unter anderem erbohrte Antimony Resources 4,5 Meter mit einem Gehalt von 11,7 %. Innerhalb der Branche ist man bei produzierenden Lagerstätten oft schon bei Gehalten zwischen 2 und 3 % zufrieden. Am Mittwoch folge dann die Meldung, wonach ein weiteres Bohrloch über eine Strecke von 7,40 Meter Gehalte von 4,17 % gezeigt habe – in einzelnen Abschnitten kletterte der Gehalt gar auf über 20 %.

    Innerhalb der kommenden Wochen werden nach Angaben des Unternehmens weitere Bohrergebnisse folgen, die noch in diesem Jahr in eine Ressourcenschätzung münden sollen. Dieser standardisierte Prozess dürfte dafür sorgen, dass Antimony Resources seine Pläne, die Liegenschaften weiterzuentwickeln und in Produktion zu bringen, noch glaubhafter gegenüber Investoren und potenziellen Partnern vertreten kann. Aktuell gilt Antimony Resources als First Mover – die Förderung von Antimon rechnete sich in der Vergangenheit nicht. In den vergangenen Jahren hat sich der Preis für Antimon aber vervielfacht und die USA haben die Abhängigkeit von Antimon-Importen aus China als Risiko identifiziert. Die Lage von Antimonys Projekten im US-nahen Distrikt New Brunswick spricht ebenfalls für das Potenzial.

    BASF und Hensoldt – ohne Antimon geht’s nicht

    Doch nicht nur in den USA ist Antimon gefragt. Die deutschen Industrieunternehmen BASF und Hensoldt setzen beide auf das Halbmetall. BASF ist vor allem in der Kunststoff- und Flammschutz-Sparte auf Antimon angewiesen. BASF setzt Antimonoxide als Flammschutz-Synergisten ein, die zusammen mit halogenierten Verbindungen Kunststoffe schwer entflammbar machen. Ohne Antimon würden viele High-Tech-Materialien die strengen Brandschutzvorschriften nicht erfüllen. So sorgt BASF mit antimonhaltigen Additiven dafür, dass Kunststoffe in Autos, Elektronikgehäusen, Kabelisolierungen oder Baustoffen die nötige Feuerfestigkeit erreichen.

    Auch Rüstungs-Schmiede Hensoldt kommt nicht ohne Antimon aus. Mehr als 70 % des Umsatzes erzielt Hensoldt im Segment Sensorik. Die Produkte, wie etwa das Fliegerabwehr-Radar TRML-4D oder moderne Infrarot-Kameras, sind essenziell für militärische Fähigkeiten und derzeit stark nachgefragt. Doch die High-Tech-Sensorik hängt auch von kritischen Materialien ab. Viele Hensoldt-Systeme nutzen Halbleiterverbindungen mit Antimon, um höchste Empfindlichkeit zu erreichen. So schreiben die Rohstoff-Analysten von Argus, dass antimonhaltige Infrarot-Detektoren eine 10-fach höhere Sensitivität und 50 % mehr Reichweite ermöglichen, als herkömmliche Siliziumsensoren.

    Militärische Nachfrage dürfte rapide steigen – Antimony Resources gut positioniert

    Die Beispiele von Hensoldt und BASF zeigen, dass Antimon in vielen Bereichen gefragt ist. Gerade der Feuerschutz wird bei Dämmstoffen, aber auch dem Interieur von Autos zu Recht großgeschrieben. Hinzu kommt die militärische Nachfrage nach dem einzigartigen Halbmetall – schon heute verschlingen militärische Anwendungen laut der Marktforscher von Discovery Alert allein fast ein Fünftel der Weltproduktion. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen – die vielen Rüstungs-Milliarden sind bislang erst angekündigt, aber noch nicht ausgegeben. Junge Unternehmen wie Antimony Resources haben diese Entwicklung rechtzeitig erkannt und treiben die Exploration von Antimon im sicheren Kanada voran. Zwar befindet sich das Unternehmen in einem frühen Stadium, doch wäre es nicht das erste Mal, dass Prozesse in Zeiten großer Knappheit zügiger als erwartet vonstattengehen. Die für dieses Jahr angestrebte Ressourcenschätzung könnte Antimony Resources Türen öffnen – der Bedarf an Antimon ist offensichtlich. Die Parallele zu Almonty Industries liegt auf der Hand.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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