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31.08.2022 | 05:10

JinkoSolar, Alpha Copper, Rheinmetall – Grüne Revolution pusht den Markt

  • Kupfer
  • Klimawende
  • erneuerbare Energien
Bildquelle: pixabay.com

Über 10.800 USD wurden im vergangenen Jahr für eine Tonne Kupfer aufgerufen. Die steigende Nachfrage aufgrund des Erreichens der Klimaneutralität hievte das rote Metall auf neue Höchststände. Das als Konjunkturindikator bekannte Metall befindet sich jedoch aktuell aufgrund steigender Rezessionsängste in der Korrektur und verlor seit Jahresanfang rund ein Viertel seines Wertes. Langfristig ist der Bedarf jedoch wegen des Erreichens der Klimaziele enorm. So prognostizieren Experten, dass in den nächsten 25 Jahren mehr Kupfer abgebaut wird als in der ganzen bisherigen Menschheitsgeschichte. Somit bieten sich bei Kupferunternehmen auf korrigiertem Niveau attraktive langfristige Investitionsmöglichkeiten.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , ALPHA COPPER CORP | CA02074D1087 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

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Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall AG – Am Scheideweg

    „Schwere Waffen für den Weltfrieden!“ Die Strategie der NATO-Mitglieder und ihrer Verbündeten stellt nicht nur bei dem härtesten Pazifisten die Nackenhaare auf. Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine plant die westliche Welt zusätzliche Investitionen in die jeweiligen Wehretats. Wie bereits bekannt, segnete die Bundesregierung ein Sondervermögen über 100 Mrd. EUR ab, um die seit Jahren vernachlässigte Bundeswehr wieder auf Hochglanz zu bringen. Einer der Hauptlieferanten sollte dabei die Düsseldorfer Rheinmetall AG sein, die auch kurz nach Veröffentlichung ihren Hut mit einem Angebotsvolumen von 42 Mrd. EUR, darin enthalten waren Munition, Hubschrauber sowie Ketten- und Radpanzer, in den Ring warf.

    Die Folge der Verkündung des Sondervermögens war eine Explosion der Kurse der Rüstungsunternehmen. Mit einem Eröffnungskurs von über 30% und 129,20 EUR startete die Rheinmetall-Aktie am Folgetag der Verkündung. Die Kursrallye reichte bis zu einem Niveau von 227,90 EUR. Anschließend ging dem MDAX-Unternehmen jedoch die Munition aus. Seither bildet der Chart ein fallendes Dreieck aus, das als Unterkante die Marke von 159,80 EUR nicht unterschreiten sollte. Durch den steilen Anstieg wäre die nächste Unterstützung bei 152,25 EUR zu finden. Eine Etage weiter unten käme es verheerend für den Haus- und Hoflieferanten der Bundeswehr. Denn dann wartet bereits die noch weit offene Kurslücke bei 107,35 EUR. Wie in den Lehrbüchern zu lesen ist, nehmen Aktienkurse Ereignisse meist vorweg. Man darf nur hoffen, dass dann die Zeichen auf Deeskalation der Geopolitik stehen und unsere Politiker eine neue Strategie verfolgen: „Ohne Waffen für den Weltfrieden!“

    Der Vergleich der Rüstungsaktien Rheinmetall, Hensoldt, Raytheon und Northrop Grumman seit Anfang Februar. Quelle: S&P CapitalIQ Pro, Stand: 30.08.2022

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    Kupfer wird knapp

    Folgt man einer Studie der Internationalen Energie Agentur IEA, könnte die Nachfrage nach Kupfer bis 2030 um rund 600% steigen. Einer der Hauptgründe ist die Transformation des Verkehrs sowie der Wechsel von fossilen Brennstoffen wie Erdöl und Erdgas auf Erneuerbare Energien. Hier ist das rote Metall aufgrund seiner Leitfähigkeit eines der Schlüsselelemente der Klimawende. Der Bedarf ist enorm. So benötigt ein mit Batterie betriebenes Elektroauto bis zu viermal mehr Kupfer als ein Wagen mit Verbrennungsmotor. Bei der Produktion einer Windkraftanlage werden 30t Kupfer je Anlage inkl. Anschluss an das Stromnetz verbraucht. Dagegen dürfte der Nachfrageanstieg auf ein angespanntes Angebot treffen. Der Ausbau der Kupferproduktion braucht Zeit: Die Erweiterung bestehender Minen dauert etwa drei Jahre, ein komplett neues Projekt acht Jahre. Somit dürfte sich trotz der aktuellen Rezessionsängste langfristig ein erhebliches Defizit ergeben.

    Einer der Hauptprofiteure des Mangels an Kupfer könnte das kanadische Explorationsunternehmen Alpha Copper werden, verfügt es doch bereits heute über zwei aussichtsreiche Liegenschaften. Das fortgeschrittenste Projekt ist Indata mit einer Gesamtfläche von 3.189 Hektar. Es enthält bisher 16 Claims und liegt in erstklassiger Lage umgeben von hochgradigen Minen wie das Kwanika-Projekt von Northwest Copper. Die Central Zone des Kwanika-Projekts weist in der Kategorie angezeigt bereits jetzt 57,7 Mio.t mit 0,48% Kupfer und 0,55 g/t Gold auf. Alpha Copper zielt vor allem auf den bekannten Kupferporphyr in der so genannten Lake-Zone ab, die rund 500m westlich eines Gebiets mit polymetallischen Adern liegt. Insgesamt wurden auf Indata bislang vier Kupfervererzungs-Zonen entdeckt, wobei historische Bohrergebnisse unter anderem 148m mit 0,2% Kupfer, davon 24,1m mit 0,37% Kupfer erbrachten. Insgesamt sind auf der Liegenschaft für dieses Jahr rund 5.000 Bohrmeter geplant. Alpha Copper hält eine Earn-in-Option auf eine 60%-Beteiligung.

    Daneben explorieren die Kandier im 4.613 Hektar großen Kupfer- und Molybdänprojekt Okeover, das an der Südküste British Columbias, in nur 25km Entfernung zu den Tiefwasserhafenanlagen von Powell River liegt und 11 Claims enthält. Alpha Copper kann hier bis zu 100% erwerben, indem nach der Unterzeichnung Aktien im Wert von 250.000 CAD, weitere Aktien für 500.000 CAD innerhalb von zwölf Monaten und für 750.000 CAD innerhalb von zwei Jahren übergeben werden.

    Eine Qualitätssteigerung des Portfolios könnte nun in Kürze anstehen, denn Alpha Copper beabsichtigt die Verschmelzung mit dem Branchenkollegen CAVU Energy Metals Corp. Bisher wurde eine nicht verbindliche Absichtserklärung unterzeichnet. Mit der Akquisition könnte Alpha Copper Zugriff auf das hochgradige Star Projekt im berühmten Golden Triangle von British Columbia erhalten. Historisch wurden auf Star 106,98m mit 0,77% Kupfer in einem Bohrloch entdeckt, das bis in eine Tiefe von 700m vererzt und für eine Erweiterung offen ist. Bislang, so das Unternehmen weiter, wurden mehr als 13.000m an modernen Bohrungen auf dem Projektgebiet durchgeführt, das bis 2026 für fortgeschrittene Explorationsarbeiten genehmigt ist und bereits 200 Bohrstandorte aufweist.

    Neben Star befindet sich im Portfolio von CAVU Energy Metals das 74 qkm große Hopper-Projekt im Yukon, das über zahlreiche, porphyrische Kupfer-, Molybdänziele verfügt. Außerdem weist das Projekt eine signifikante periphere Kupfer-Gold-Silber-Skarn-Mineralisierung auf.

    Mit dem Abschluss des Deals würde Alpha Copper deutlich Qualität ins Portfolio bekommen. Der Börsenwert von Alpha Copper liegt im Moment bei 23,87 Mio. CAD. Bei einem nachhaltig steigenden Kupferpreis ist das Unternehmen mehr als interessant.

    JinkoSolar – Umsatz hoch mit Verlust

    Der Umsatz des chinesischen Produzenten von Solarzellen, Solarmodule und Montagesysteme ist im zweiten Quartal des Jahres 2022 auf Kosten des Gewinns explodiert. Insgesamt wurden in den Monaten April bis Juni 10,5 GW Solarmodule ausgeliefert, was einen Umsatz von 2,81 Mrd. USD entspricht. Gegenüber dem ersten Quartal bedeutet dies eine Erlössteigerung um knapp 26%, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte JinkoSolar den Umsatz sogar um knapp 138% steigern. Ebenfalls um ein Viertel stieg der Bruttogewinn auf 414,00 Mio. USD, beim operativen Ergebnis rutschte das chinesische Unternehmen jedoch mit 43,2 Mio. USD in den roten Bereich.

    Unsicherheit besteht bei der Erstellung der Jahresprognosen aufgrund der Stromrationierungsmaßnahmen in der Provinz Sichuan. „Wir sind derzeit nicht in der Lage zu beurteilen, inwieweit unser Geschäftsbetrieb und unser finanzielles Ergebnis für das Gesamtjahr 2022 dadurch beeinträchtigt werden, da es ungewiss ist, wie lange die Stromrationierungsmaßnahmen andauern werden und wann unsere Produktionsanlagen in Sichuan ihre volle Produktion wieder aufnehmen können“, so Xiande Li, CEO von JinkoSolar.

    So waren angesichts der Unsicherheiten hinsichtlich der Prognosen die Stimmen der Analysten unterschiedlich. Credit Suisse sieht in der Aktie von JinkoSolar weiterhin einen Kaufkandidaten mit einem Kursziel von 71 USD. Dagegen hält Analyst Brian K Lee von Goldman Sachs, der auf „Verkaufen“ stuft und ein Ziel von 35 USD für realistisch hält. Der aktuelle Kurs liegt bei 62,12 USD.


    Die Rheinmetall-Aktie kämpft aktuell mit einer wichtigen Unterstützungslinie. Dagegen wartete der Solarmodulhersteller JinkoSolar mit hohen Umsatzsteigerungen auf, jedoch auch mit dem Rutsch in die Verlustzone. Alpha Copper könnte aufgrund seines wachsenden qualitativ guten Portfolios ein Outperformer am Kupfermarkt werden.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Erdöl – Fossiler Energieträger, welcher als ein Gemisch aus Kohlenwasserstoffen in der Erdkruste vorkommt.

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    • erneuerbare Energien

    Durch die globale Aufrüstung und die Zeitenwende sind Rüstungsaktien wie Rheinmetall oder Hensoldt aktuell der letzte Schrei an der Börse. Leider, so muss man es ausdrücken, wird dieser Trend wohl durch weiter steigende Aufträge in den nächsten Jahren anhalten. Dagegen findet ein weiteres elementares Thema, die Klimawende, zumindest an den Märkten, aktuell kaum Beachtung. Unternehmen der erneuerbaren Energien korrigieren seit Monaten, arbeiten aktuell jedoch vermehrt an der Bodenbildung. Langfristig bieten sich hierbei antizyklische Einstiegsgelegenheiten.

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    Die Rufe nach einem Salto rückwärts in der Kernenergiefrage werden lauter in Deutschland. Allen voran die AfD, die CDU/CSU sowie die FDP als Mitglied der Ampelregierung sprechen sich für eine Wiederaufnahme der Energiegewinnung durch Atomkraft aus. In Europa hat die Energiepolitik der Deutschen ohnehin für viel Kopfschütteln gesorgt. Denn die Atomkraft kann die Grundlast schultern, kommt ohne CO2 Emissionen aus und ist kostengünstiger und weniger flatterhaft als die Erneuerbaren Energien. In einem sind sich viele Staaten einig, es braucht eine Abkehr von den fossilen Energien. In Tschechien will man 4 neue Atomkraftwerke bauen und auch in Polen, den Niederlanden oder Schweden will man von einen Ausstieg nichts mehr wissen. Man darf gespannt sein, wie sich das Ringen um Energie in Deutschland entwickelt.

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