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04.09.2025 | 05:00

KI erreicht die Medizin – hier gibt’s den größten Hebel: NetraMark, Siemens Healthineers, Intuitive Surgical

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Bildquelle: KI

KI krempelt immer mehr Branchen um. Ein aktueller Artikel im Handelsblatt zeigt nun die großen Potenziale in der Medizin auf und nennt Siemens Healthineers und Intuitive Surgical als Profiteure. KI würde die oftmals fehlende Effizienz in der Branche deutlich steigern. Wie das Handelsblatt die Analysten von Fortune Business Insights zitiert, könnte der Markt für KI im Gesundheitswesen bis 2032 jährlich um 44 Prozent auf 504 Mrd. USD wachsen. Wir zeigen, in welchem Bereich die größten Hebel vorhanden sind und welches Unternehmen noch klein genug ist, um überproportional von den Entwicklungen der nächsten Jahre zu profitieren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: NETRAMARK HOLDINGS INC | CA64119M1059 , SIEMENS HEALTH.AG NA O.N. | DE000SHL1006 , INTUITIVE SURGIC. DL-_001 | US46120E6023

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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Healthineers punktet mit KI in der Radiologie

    In der Radiologie ist das Potenzial von KI besonders groß: Smarte Assistenten erkennen bereits heute Anomalien der Haut oder analysieren Gewebeproben. Der Clou: KI greift auf einen nie endenden Datenschatz zurück und arbeitet immer gleich zuverlässig. Während selbst der beste Hautarzt wegen müder Augen oder schlechter Lichtverhältnisse mal bessere und mal schlechtere Ergebnisse bei der Hautkrebsvorsorge erzielt, liefert die KI konstant zuverlässig ab. Laden Sie zum Test doch mal ein Foto einer Hautunregelmäßigkeit bei ChatGPT und Co. hoch und fragen Sie nach der Einschätzung der Hautanomalie aus der Sicht eines Hautarztes – die analytischen Fähigkeiten selbst nicht spezialisierter Sprachmodelle sind schon heute atemberaubend.

    Noch bessere Ergebnisse liefern etwa spezialisierte Plattformen wie der AI-Rad Companion von Siemens Healthineers, die etwa auf Thorax-Röntgenbildern Lungenknoten markieren oder einen Confidence Score für einen Pneumothorax, also die Ansammlung von Luft zwischen Lunge und Brustwand, angeben können. Mit derartigen Innovationen hat sich Siemens Healthineers das Image als First Mover im Bereich KI und Radiologie gesichert. Das gefällt auch Analysten: Nach den Zahlen zum dritten Quartal Ende Juli 2025 bekräftigten viele Häuser ihr „Kaufen“-Rating. So sieht etwa die Bank of America ein Kursziel von 65 EUR. Ähnlich bullish äußerten sich Kepler Cheuvreux und Barclays. Die deutsche Institute Deutsche Bank und DZ Bank liegen mit Kurszielen zwischen 58 und 62 EUR leicht darunter aber noch immer deutlich über dem aktuellen Kursniveau von rund 48 EUR.

    Intuitive Surgical: OP-Roboter schauen dank KI genau hin

    Auch der Chirurgie-Roboter-Spezialist Intuitive Surgical setzt zunehmend auf KI. Zwar kommt es bei den oft mehrere Millionen EUR teuren Robotern in erster Linie auf hochpräzise Mechanik an, doch hilft KI inzwischen beispielsweise dabei, um die integrierte endoskopische Kamera optimal zu positionieren oder kritische Strukturen während der OP besonders zu kennzeichnen. Die Idee dahinter: Wenn Operateure mehr sehen und kritisches Gewebe schon bei der ersten OP entfernen, sinken Folgekosten der Behandlung. Das rechtfertigt eine satte Bewertung: Rund 170 Mrd. EUR ist die Aktie von Intuitive Surgical inzwischen schwer und Analysten bleiben weiterhin überwiegend zuversichtlich.

    NetraMark krempelt die Pharmaforschung um – KI spart Zeit und Geld

    Ein Wert, der ebenfalls enorme Effizienzsteigerungen im Gesundheitswesen zu Tage fördern kann, aber bislang noch nicht in die Liga der Milliarden-Unternehmen aufgestiegen ist, ist NetraMark. Das Unternehmen bietet eine KI-Lösung an, um medizinische Studien zur Zulassung von Medikamenten besser zu gestalten. Bevor innovative Wirkstoffe auf den Markt kommen, sind Medikamentenstudien nötig. Wer die dazu nötigen Probanden vorab geschickt auswählt, erhält bessere Ergebnisse und reduziert das Risiko, dass die Studie scheitert. Das kann etwa sein, wenn eine gewisse Zahl an Probanden die Studie verlassen muss. Dabei muss nicht einmal der jeweilige Wirkstoff ursächlich sein – sinkt die Zahl der Probanden unter ein gewisses Niveau, müssen forschende Pharmaunternehmen und Biotechs bei der Studie nacharbeiten. Das kostet Zeit und Geld und führt zu Verzögerungen. Gerade im Wettlauf um die besten Wirkstoffe von morgen können einige Monate entgangene Gewinne in Milliardenhöhe bedeuten.

    NetraMark unterstützt bei der Patientenrekrutierung bis zur Auswertung von Wirksamkeit und Nebenwirkungen und kann dazu etwa prädikative Modelle erstellen, die vorhersagen, welche Patienten am wahrscheinlichsten auf eine Therapie ansprechen und viele im Forschungsprozess nützliche Funktionen mehr. Im April 2025 schloss NetraMark eine strategische Partnerschaft mit dem Auftragsforschungsinstitut Worldwide Clinical Trials. Gemeinsam wollen die Partner klinische Studien in Phase II und III effizienter gestalten und die Erfolgswahrscheinlichkeit steigern. Worldwide bringt drei Jahrzehnte Erfahrung in der klinischen Forschung ein, während NetraAI für die präzise Auswahl von Probanden sorgt, indem es unerwartete Subgruppen in komplexen Datensätzen erkennt. Weiterhin arbeitet NetraMark mit einem der fünf größten Pharmaunternehmen der Welt zusammen, um seine KI-Lösung NetraAI bei der Entwicklung von Medikamenten gegen Autoimmunerkrankungen zu testen.

    NetraMark-Aktie hat den größten Hebel

    Während Siemens Healthineers und Intuitive Surgical bereits mit Milliarden bewertet werden, steht NetraMark trotz operativer Erfolge noch am Anfang seiner Börsen-Story. Sobald das Unternehmen erste Erfolge im Zusammenhang mit einem neuen Wirkstoff vermelden kann oder aber mit einem der großen Biotechs zusammenarbeitet, dürfte die Aktie erneut Rückenwind bekommen. Zuletzt ging es für die NetraMark-Aktie nach oben, auf Sicht von einem Jahr tendiert der Wert jedoch eher seitwärts. Noch bewegt sich die Aktie unter dem Radar vieler Anleger. Das kann sich jedoch schnell ändern.

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    Der Autor

    Nico Popp

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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