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30.03.2023 | 04:45

Knappheit gefährdet die Energiewende - BYD, Canadian North Resources, Encavis

  • energie
  • Kritische Metalle
Bildquelle: pixabay.com

In Anbetracht der globalen Herausforderung des Klimawandels und der Notwendigkeit, den Übergang zu erneuerbaren Energien voranzutreiben, gewinnen kritische Rohstoffe zunehmend an Bedeutung. Diese Rohstoffe, die für die Herstellung von Technologien wie Solarzellen, Batterien und Elektromotoren unerlässlich sind, sind jedoch begrenzt und oft schwer zugänglich. Die Sicherung einer stabilen und nachhaltigen Versorgung mit kritischen Rohstoffen ist daher eine der zentralen Herausforderungen der Klimawende.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CANADIAN NORTH RESOURCES INC | CA1364271017 , ENCAVIS AG INH. O.N. | DE0006095003 , BYD ELECTRONIC | HK0285041858

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Inhaltsverzeichnis:


    Canadian North Resources – Großprofiteur der Energiewende

    Durch die Invasion in der Ukraine und der damit verbundenen Abhängigkeit Europas von russischem Öl und Gas wurde die Transformation zu erneuerbaren Energien als größten Teil des Energiemixes noch einmal deutlich forciert. Jedoch benötigen Windkraft- und Photovoltaikanlagen sowie Elektroautomobile deutlich mehr kritische Rohstoffe. Dadurch entstehen bereits neue Probleme. Zum einen besitzt China bei vielen dieser elementaren Metalle den Löwenanteil, zum anderen liegen bereits heute deutliche Nachfrageüberhänge vor. Nicht umsonst subventioniert vor allem die USA und Kanada heimische Lagerstätten, um die Lieferketten zukünftig zu sichern.

    Eines der Unternehmen, das in Zukunft mehrfach profitieren dürfte, ist Canadian North Resources. Das Explorations- und Erschließungsunternehmen fokussiert sich auf Metalle für die Branchen saubere Energie, Elektrofahrzeuge, Batterien und High-Tech und treibt sein zu 100 % unternehmenseigenes Nickel-, Kupfer-, Kobalt-, Palladium- und Platinprojekt in Nunavut, Kanada, voran. Die 253,8 qkm große Liegenschaft Ferguson Lake beherbergt hochgradige, große Tagebau- sowie unterirdische Mineralressourcen mit Basismetallen. In das seit 1950 bestehende Projekt wurden über 160 Mio. CAD in umfangreiche Explorationen mit mehr als 200.000 Bohrmeter und 650 Bohrlöchern sowie in den Ausbau der erstklassigen Infrastruktur investiert.

    Das Potenzial für Lithiummineralien wurde im Gebiet Ferguson Lake bislang noch nie erkundet, jedoch wurden umfangreiche granitischer Pegmatite identifiziert, die möglicherweise lithiumhaltige Mineralien enthalten. Canadian North Resources will nun im laufenden Jahr seine ersten lithiumspezifischen Explorationsprogramme durchführen. Die Entdeckung einer möglichen Lithium-Ressource würde das ohnehin schon hochgradige Projekt noch einmal deutlich aufwerten.

    Der Börsenwert von Canadian North Resources liegt bei rund 280 Mio. CAD. Positive Ergebnisse bei der anstehenden Ressourcenerweiterung sowie die immer näher rückende vorläufig abschließende Untersuchung zur Wirtschaftlichkeit und die Vormachbarkeitsstudie dürften den Kurs, aktuell notiert die Aktie bei 2,75 CAD, weiter befeuern.

    BYD – Deutlicher Gewinnsprung

    Der führende chinesische Elektroautomobilbauer BYD schloss mit den endgültigen Zahlen eine fantastisches Jahr 2022. Der Nettogewinn des Unternehmens belief sich auf 2,4 Mrd. USD und stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 445,86%. Der Umsatz des in Shenzhen niedergelassenen Unternehmens wuchs im vergangenen Jahr um 96,2% auf rund 61,59 Mrd. USD. 2022 verzeichnete der Verkauf von Autos und Autoprodukten ein starkes Wachstum im Vergleich zum Vorjahr, was nach Angaben des Unternehmens zu einer deutlichen Verbesserung der Ergebnisse führte.

    Das von Warren Buffett finanzierte Unternehmen setzte insgesamt 1,86 Mio. Einheiten ab, mehr als in den vier davorliegenden Jahren zusammen. BYD wird dem Bericht zufolge weltweit den ersten Platz bei den NEV-Verkäufen einnehmen. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr einen inländischen NEV-Marktanteil von 27%, fast 10% mehr als 2021. Zudem beschleunigte BYD die Entwicklung seiner Überseemärkte, indem es seine NEV-Pkw in Märkte wie Australien, Japan und Brasilien brachte.

    Auch 2023 geht das BYD-Management von einer weiter starken Wachstumsdynamik aus. Das Unternehmen will Investitionen in den Kernbereichen der Industriekette tätigen und sich mit den strategischen Partnern in den vor- und nachgelagerten Bereichen der Industriekette stärken. Punkten will die BYD Company zudem in Bereichen wie Smart-Home-Geräten, Spiele-Hardware und Drohnen, wobei der Konzern zu einem "hundertjährigen Industrieunternehmen" in China gemacht werden soll.

    Encavis – Verzicht auf Dividende

    Um die bis 2027 angepeilten Kapazitäts- und Umsatzziele aus eigener Kraft zu erreichen, soll der Gewinn des vergangenen Jahres in voller Höhe im Haus bleiben. Aufsichtsrat und Vorstand schlagen daher vor, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten, wie das im MDAX notierte Unternehmen am Dienstag nachbörslich bei der Vorlage detaillierter Zahlen für das vergangene Jahr sowie der neuen mittelfristigen Prognose mitteilte. Aktienanalysten hatten damit gerechnet, dass die Ausschüttung vom Vorjahreswert in Höhe von 0,30 EUR je Anteil leicht überschreiten wird. Bei 161 Mio. ausstehenden Aktien hätte dies eine Ausschüttung von rund 50 Mio. EUR bedeutet.

    Unter dem Strich verdiente Encavis vergangenes Jahr zwar nur fast halb so viel wie 2021, bereinigt um nicht-zahlungswirksame Bewertungs- und Zinseffekte, die Abschreibungen nach sich ziehen, sowie latente Steuern stieg der Gewinn jedoch um über 30% auf 101 Mio. EUR. Im vergangenen Jahr hatten die hohen Strompreise Encavis Rückenwind verliehen. So wurden bereits die eigentlich erst für 2025 avisierten operativen Gewinnziele erreicht, wie bereits seit den Mitte-Februar vorgelegten vorläufigen Zahlen bekannt war. Allerdings musste der Konzern auch einen Teil seiner Einnahmen wegen der in verschiedenen europäischen Staaten etablierten Strompreisbremse abgeben.

    Dieses hohe Niveau wird nach Einschätzungen des Vorstands dieses Jahr nicht zu halten sein, bis 2027 soll es aber deutlich übertroffen werden. Mittelfristig erwartet das Management um den seit Anfang des Jahres amtierenden neuen Unternehmenschef Christoph Husmann einen Umsatz von 800 Mio. EUR. Als um Sondereffekte bereinigter operativer Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sollen davon 520 Mio. EUR stehen. Bis dahin will ENCAVIS zudem mit 5,8 GW mehr als das Zweieinhalbfache seiner heutigen Erzeugungskapazitäten ans Netz angeschlossen haben. Die Prognose für dieses Jahr sieht einen Umsatz von etwas mehr als 460 Mio. EUR vor, nach über 487 Mio. EUR im Vorjahr. Davon müssten jedoch noch fast 25 Mio. EUR durch die Strompreisbremse abgezogen werden. Diese wird auch 2023 Anwendung finden, sodass die Erlöse nach Abzug der Strompreisbremse bei 440 Mio. EUR erwartet werden.

    Das operative Ergebnis soll von 350 auf rund 310 Mio. EUR zurückfallen. Den operativen Barmittelfluss erwartet Encavis bei mehr als 280 Mio. EUR, nach 327 Mio. EUR im abgelaufenen Jahr. Das operative Ergebnis je Aktie soll den Vorjahreswert von 0,60 EUR je Aktie jedoch übertreffen. Aufgrund der Enttäuschung über ausbleibende Ausschüttungen fiel die Aktie um rund 6% auf 15,02 EUR. Das Analysehaus Warburg Research hat die Einstufung für Encavis nach Zahlen auf „hold" mit einem Kursziel von 21,10 EUR belassen.


    Encavis will durch die Einbehaltung der Gewinne die mittelfristigen Umsatz- und Ertragsziele erreichen und enttäuschte seine Aktionäre. BYD konnte ein Rekordjahr abschließen. Canadian North Resources profitiert die die Knappheit an kritischen Basismetallen für die Energiewende mehrfach.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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