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10.10.2025 | 05:00

Krieg immer wahrscheinlicher? Dieser Zulieferer macht Drohnen besser: AeroVironment, Neo Battery Materials, Kratos Defense

  • Rüstung
  • Rüstungsindustrie
  • Batterien
Bildquelle: KI

„Ist Krieg gegen Putin unausweichlich?" Mit dieser Frage titelte die BILD gestern als Reaktion auf Aussagen des Militärhistorikers Sönke Neitzel in der ARD-Talkshow Maischberger. Für Neitzel hat Putin mit seinen jüngsten Eskalationen den Weg zum Krieg bereits geebnet. Der Militärhistoriker fragt: „Wenn Putin dazu entschlossen ist - in der NATO sagen das viele und ich würde das auch sagen - wird er so lange warten, bis wir sagen können, auch die Bundeswehr hat jetzt genug Drohnen? Nein, wahrscheinlich nicht." Neitzel glaubt, dass es aufgrund der aktuell schlechten Ausrüstung vieler NATO-Länder schon innerhalb der nächsten drei Jahre zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen NATO und Russland kommen könnte. Investitionen in Drohnen sind daher dringend geboten. Wir stellen einen Batterie-Zulieferer vor, der passgenaue Technologie für Drohnen im Angebot hat und die Abhängigkeit westlicher Militärs von Batterien aus China drastisch senken kann.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: NEO BATTERY MATERIALS LTD | CA62908A1003 , AEROVIRONMENT DL -_0001 | US0080731088 , KRATOS DEF.+SEC.NEW DL001 | US50077B2079

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Inhaltsverzeichnis:


    Drohnen-Lieferketten: AeroVironment und Co. benötigen Batterien

    Unternehmen, die Drohnen herstellen oder entwickeln, wurden an der Börse zuletzt gefeiert. Doch auch die Lieferketten für Drohnen-Bauteile sind keinesfalls stabil. Gerade Akkutechnologie stammt noch immer überwiegend aus China. Da es bei Drohnen auf das Zusammenspiel aus Leistung, Gewicht und Zuverlässigkeit ankommt, ist bei vielen aktuell verbauten Akkus noch viel Luft nach oben. Hinzu kommt, dass Unternehmen wie AeroVironment immer komplexere Drohnen herstellen. Der wichtige Zulieferer des US-Militärs setzt auf weit entwickelte Aufklärungsdrohnen ebenso wie auf Kamikaze-Drohnen sowie autonome Systeme für Land und See. AeroVironment erlebt seit einigen Quartalen einen Boom und profitiert auch davon, dass chinesische Drohnen im Westen aus Sicherheitsgründen weitgehend tabu sind und sich die großen Rüstungs- und Luftfahrtunternehmen wie Lockheed oder Boeing auf große unbemannte Flugzeuge fokussieren.

    NEO Battery Materials: Hochleistungs-Batterien feiern kommerziellen Durchbruch - folgen weitere Aufträge?

    Während Unternehmen wie AeroVironment oder auch Kratos stellvertretend für den Drohnen-Boom im Rüstungssektor stehen, adressiert NEO Battery Materials gezielt den anderen Teil der Gleichung: die Versorgung mit auf den Einsatz in Drohnen optimierten Batterien. Das kanadische Unternehmen hat erkannt, dass leistungsfähige Batterien heute der limitierende Faktor für Drohnen sind. NEO fokussiert sich auf die Entwicklung und Produktion von Silizium-basierten Anodenmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien. Diese Technologie verspricht deutlich höhere Energiedichten und schnellere Ladezeiten als herkömmliche Graphit-Anoden. Konkret hat NEO einen patentierten Werkstoff namens NBMSiDE® entwickelt - eine Art Hybridanode, bei der Silizium gezielt in die Anode eingebracht wird, ohne die Lebensdauer drastisch zu verkürzen. Mit einem eigenen, kostengünstigen Herstellungsverfahren sollen Batteriezellen damit länger laufen und ultraschnell laden können. Im militärischen Einsatz sind diese verbesserten Eckdaten entscheidend - schließlich führen längere Laufzeiten zu größeren Reichweiten und kürzeren Ladezeiten für mehr Sicherheit für die eigenen Kameraden.

    Da die meisten fortschrittlichen Energiezellen heute aus China kommen, positioniert sich NEO Battery Materials als End-to-End-Lieferant für westliche Drohnen-Lieferketten. Schon im vergangenen Jahr hat das Unternehmen Prototypen seiner Anoden erfolgreich getestet und kürzlich sogar einen ersten kommerziellen Durchbruch erreicht: Erst Anfang Oktober 2025 meldete das Unternehmen den Abschluss eines mehrjährigen Abnahme- und Entwicklungsabkommens mit einem nordamerikanischen Batteriehersteller, der sich auf Drohnen- und Verteidigungsanwendungen spezialisiert hat. Im Rahmen dieses Deals verpflichtet sich der Kunde, über vier Jahre 50 t von NEOs Silizium-Anodenmaterial abzunehmen. Zugleich wollen beide Seiten gemeinsam angepasste Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Zellen für unbemannte Systeme entwickeln und in Feldtests optimieren. Dabei stehen eine höhere Energiedichte, ein höherer Energiedurchsatz beim Laden und Entladen sowie hohe Sicherheitsansprüche im Fokus. Mit der Vereinbarung hat NEO Battery Materials zweierlei unter Beweis gestellt: Erstens scheint sich das Anodenmaterial für den anspruchsvollen Einsatz in Drohnen zu eignen und zweitens scheint das Entwicklungsteam des Unternehmens ein guter Partner zu sein, um Innovationen voranzubringen. Auch NEO selbst dürfte vom Feedback des neu gewonnenen Kooperationspartners profitieren. Am Donnerstag meldete NEO zudem, sich eine Liegenschaft zur Herstellung von Batterien in Südkorea gesichert zu haben.

    Kratos Defence macht's vor: Agil zur Milliarden-Pipeline

    Wie groß das Potenzial für agile Defence-Tech-Unternehmen ist, zeigt unter anderem der Erfolg von Kratos Defence. Obwohl das Unternehmen auf staatliche Förderungen zurückgreift, besticht Kratos durch Innovation und Schnelligkeit. Beispiele sind die Wingman-Drohnen, die Kampfflugzeuge begleiten sollen, oder die Erfolge bei der Entwicklung kostengünstiger Hyperschallwaffen. Mit seinen Innovationen hat es Kratos geschafft, eine riesige Deal-Pipeline aufzubauen - im Juni dieses Jahres waren es satte 13 Mrd. USD und damit ein Vielfaches des aktuellen Umsatzes. Auch für Drohnen-Unternehmen und ihre Zulieferer sprudeln in Nordamerika inzwischen die Fördergelder. NEO Battery Materials könnte es also dem US-Unternehmen Group14 Technologies gleichtun, das vom US-Energieministerium 200 Mio. USD Zuschuss für den Bau einer Fabrik für Silizium-Anodenmaterial in den USA erhalten hat. Auch Kanada fördert heimische Unternehmen in diesem Bereich.

    Neo Battery Materials: Drohnen „Made in North America" als Verkaufsargument

    Als Komplettanbieter für hochwertige Drohnenbatterien ist NEO Battery Materials zu etablierten Drohnen-Unternehmen wie AeroVironment oder Kratos Defence anschlussfähig. Diese Unternehmen sitzen aktuell auf großen Auftragsbeständen und können für den Einsatz in Drohnen maßgeschneiderte Batterien aus Nordamerika gut gebrauchen. So könnten künftige Generationen von Aufklärungsdrohnen oder Loitering-Munition mit NEOs Silizium-Anoden ausgestattet werden, um etwa Flugzeiten zu verlängern oder die Leistungsabgabe zu erhöhen. Damit ließe sich ein wichtiger Wettbewerbsvorteil erzielen - längere Einsatzdauer bei gleicher Drohnengröße kann im militärischen Einsatz entscheidend sein. Ein Drohnenhersteller, der Batterien „Made in North America" mit verbaut, könnte außerdem bei Ausschreibungen oder politischen Entscheidungen Vorteile haben. Die Aktie von NEO Battery Materials ist in den vergangenen sechs Monaten volatil seitwärts gelaufen, die Marktkapitalisierung beträgt lediglich rund 50 Mio. EUR. Angesichts der Perspektive des Unternehmens und des jüngsten Auftrags könnte die Aktie einer der vielversprechenden Nachzügler im Drohnen-Boom an der Börse sein.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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