Menü schließen




05.05.2025 | 06:00

Lithium Made in Europe: European Lithium, SQM, Stellantis und die Lieferketten der Zukunft

  • Lithium
  • Lieferketten
Bildquelle: pexels.com

Die Elektromobilität boomt – doch ohne Lithium keine Batterien, ohne Batterien keine Mobilitätswende. Während große Konzerne wie SQM aus Chile den Markt dominieren, arbeitet European Lithium daran, Europa unabhängiger zu machen. Gleichzeitig bauen Hersteller wie Stellantis lokale Lieferketten auf, um sich vom globalen Versorgungsrisiko zu entkoppeln. Wir skizzieren die Situation auf dem Lithium-Markt und nehmen eine europäische Perspektive ein.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: EUROPEAN LITHIUM LTD | AU000000EUR7 , SQM | US8336351056 , STELLANTIS NV | NL00150001Q9

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    European Lithium will ab 2026 in Österreich fördern

    Lithium gibt es nur in Südamerika? Weit gefehlt! Auch in Europa finden sich nennenswerte Vorkommen! Das ambitionierte Unternehmen European Lithium fokussiert sich auf Entdeckung, Erschließung und Entwicklung von Lithium-Vorkommen. Das Wolfsberg-Projekt in Österreich umfasst 22 Explorationslizenzen und eine unbefristete Abbaulizenz. Insgesamt bietet das Wolfsberg-Projekt 6,3 Mio. t Gestein (measured & indicated) mit einem Lithiumgehalt von 1,17 %. Die Produktion soll 2026 starten. Wolfsberg könnte eine wichtige Rolle dabei spielen, Europa von Lithiumimporten unabhängiger zu machen: Aktuelle Medienberichte gehen davon aus, dass Wolfsberg allein für rund 4,5 % der weltweiten Lithiumproduktion stehen könnte. Auch die Verarbeitung des Materials zu einem Vorprodukt in Batteriequalität ist bereits geregelt: Dazu will das Unternehmen ab 2027 in Saudi-Arabien die dortigen niedrigen Energiepreise nutzen und so im Vergleich zu Europa Kostenvorteile ausspielen. Das Unternehmen spricht von Verarbeitungskosten rund 80 % unter europäischem Niveau.

    Zwar ist die Nachfrage nach E-Autos aktuell auch aufgrund der schwierigen ökonomischen Lage eher gedämpft, doch zeigen aktuelle Entwicklungen, dass die Zeit für Verbrenner bald vorbei ist – Unternehmen wie BYD und CATL arbeiten daran, dass ein Ladevorgang bei E-Autos bald genauso lange dauert, wie herkömmliches Tanken inklusive Bezahlen an der Kasse. Auch bei European Lithium ist man optimistisch und glaubt daran, dass der europäische Bedarf an Lithium bis Ende dieses Jahrzehnts deutlich steigen wird – auf der Website des Unternehmens ist von einem Anstieg um 1.200 % die Rede. Auch wenn derartige Schätzungen immer vage sind, besteht kaum ein Zweifel daran, dass European Lithium mit seinem Wolfsberg-Projekt 270 km südlich von Wien in der heutigen Zeit einen Nerv trifft. Mit BMW besteht schon heute eine Vereinbarung über die Lieferung von Lithium aus der Wolfsberg-Mine.

    SQM: Branchenprimus in der Kritik

    Während Wolfsberg als Hoffnungsträger für Europas Unabhängigkeit von Lithium-Importen gilt, agiert Branchen-Primus SQM überwiegend in Südamerika. SQM ist der weltweit größte Lithiumraffineriebetreiber mit über 25 Jahren Erfahrung in der Salzlaugenverarbeitung im chilenischen Salar de Atacama. Das Unternehmen produziert jährlich über 200.000 Tonnen Lithiumcarbonat und -hydroxid und deckt damit rund 20 % des globalen Bedarfs ab. Weiterhin ist SQM über ein Joint-Venture mit Covalent Lithium auch an der Produktion von Spodumene-Konzentrat in Australien beteiligt und hält auch Anteile an europäischen Projekten zur Entwicklung nachhaltiger Batterietechnologien. 2024 machte SQM einen Umsatz von 8,9 Mrd. USD und spielt aufgrund seiner Größe Skaleneffekte aus. Nachdem der Preis für Lithium in den vergangenen Jahren stark gefallen ist und der hohe Verbrauch von Wasser bei der Lithium-Produktion in Südamerika stark in der Kritik steht, suchen immer mehr Unternehmen aus der Autobranche nach Alternativen zu Lithium aus Chile oder Argentinien.

    Stellantis richtet Lieferketten nachhaltig aus – Europa dürfte profitieren

    Eines dieser Unternehmen ist neben BMW, das bereits eine Vereinbarung mit European Lithium geschlossen hat, auch Stellantis. Der Autokonzern will bis 2030 massiv in Elektromobilität investieren. Dazu gehört das Ziel, bis Ende des Jahrzehnts 60 E-Modelle konzipiert zu haben und dafür satte 50 Mrd. EUR in die Hand zu nehmen. Auch setzt Stellantis auf nachhaltige Lieferketten und belastbare Lieferverträge und richtet seine strategische Planung daran aus. Da bis 2030 alle in Europa ausgelieferten Neufahrzeuge von Stellantis elektrisch fahren sollen, bietet sich eine Kooperation mit einem Produzenten innerhalb der EU an.

    Dass der europäische Lithium-Stern steigt, während Investoren bei Südamerika zunehmend skeptisch werden, zeigen auch die Aktienkurse der vergangenen sechs Monate. Die Aktie von SQM verlor rund 18,5 %. Für European Lithium ging es dagegen im selben Zeitraum um satte 66 % nach oben. Schwach auch die Entwicklung des Autobauers Stellantis an der Börse – die allgemeine Wirtschaftsschwäche und Zoll-Unsicherheit schickte den Wert im letzten halben Jahr um rund 34 % nach unten. Zwar dürfte bei European Lithium wenige Monate vor der Produktion noch vieles im Fluss sein, doch deuten die Zusammenarbeit mit BMW und die Pläne für eine kostengünstige Weiterverarbeitung des österreichischen Lithiums in Saudi-Arabien bereits an, dass Europa zumindest bei Lithium schon bald unabhängiger von Importen werden könnte.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 07.01.2026 | 05:30

    Friedensdividende: So kassieren Antimony Resources, die RENK Group und Lockheed Martin die Rendite der Aufrüstung

    • Antimony Resources
    • RENK Group
    • Lockheed Martin
    • Antimon
    • Lieferketten
    • China
    • Rüstung
    • Rüstungsindustrie

    Die neue Ära der Sicherheit wird in der Tiefe der Bergwerke entschieden. Der unverzichtbare Rohstoff für moderne Verteidigungssysteme ist Antimon, ein Metall, das vom Weltmarkt zu verschwinden droht und dessen Preis steil ansteigt. Diese strategische Knappheit schafft eine historische Chance, direkt an der Quelle zu investieren. Das größte Potenzial bietet dabei das Explorationsunternehmen Antimony Resources, dessen Erfolg wiederum Schlüsselzulieferer wie die RENK Group und Systembauer wie Lockheed Martin antreibt.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 02.01.2026 | 05:30

    Chinas Batterie-Bremse: Warum sich Fortune 500 Konzerne aus den USA und Asien jetzt bei NEO Battery Materials eindecken

    • NEO Battery Materials
    • Hochleistungsbatterien
    • Pouch-Zellen
    • prismatische Zellen
    • zylindrische Zellen
    • Lieferketten
    • Exportbeschränkungen
    • China
    • KI
    • Robotik
    • Drohnen
    • Elektromobilität
    • Rechenzentren

    Die Landkarte der globalen Batterieproduktion bebt. Chinas jüngste Exportbeschränkungen für Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterien und Schlüsselmaterialien haben bei Technologiekonzernen und Regierungen weltweit eine kalte Dusche ausgelöst. Plötzlich ist die Suche nach verlässlichen, leistungsstarken Alternativen außerhalb Chinas kein Nice-to-have mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. In diese Bresche springt nun ein ungewöhnlicher Player. NEO Battery Materials, ein kanadisches Unternehmen, das sich genau zum richtigen Zeitpunkt eine produktionsbereite Fabrik in Südkorea geleast hat. Die ersten Kunden, zwei globale Fortune 500 Automobilriesen, geben bereits die Richtung vor.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 30.12.2025 | 05:30

    Geopolitischer Zündstoff: Warum Rio Tinto, Globex Mining und BHP von Handelskriegen profitieren werden

    • Rio Tinto
    • Globex Mining
    • BHP
    • kritische Rohstoffe
    • Handelskriege
    • Eisenerz
    • Edelmetalle
    • Spezialmetalle
    • Basismetalle
    • Mineralien
    • Lithium
    • Kali
    • Kupfer

    Der globale Wettlauf um kritische Ressourcen ist in eine explosive Phase getreten. Getrieben durch Dekarbonisierung und technologischen Fortschritt herrscht strukturelle Knappheit. Doch nun heizen geopolitische Machtkämpfe die Lage weiter an: Protektionistische Handelsbarrieren und strategische Kontrolle über Versorgungsketten verknappen das Angebot künstlich und katapultieren die Bedeutung unabhängiger Förderer in neue Sphären. In diesem Umfeld rücken die Strategien von Rohstoffgiganten und aufstrebenden Playern in den absoluten Fokus. Vor diesem Hintergrund lohnt ein genauer Blick auf die Positionierungen von Rio Tinto, Globex Mining und BHP.

    Zum Kommentar