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29.11.2021 | 06:10

Morphosys, Osino Resources, Bayer – Gewinne durch Übernahmen

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Bildquelle: pixabay.com

Die teuerste Übernahme der Welt fand mit 190 Mrd. EUR in Deutschland statt, als Vodafone im Jahr 2000 den Mannesmann Konzern übernahm. Anfangs bot Vodafone lediglich 100 Mrd. EUR. Wenn eine Firma ein börsennotiertes Unternehmen übernehmen möchte, muss es den Aktionären ein öffentliches Angebot machen. Zu diesem Zeitpunkt ist der aufkaufende Part meist schon selbst Großaktionär des Übernahmeobjekts. In der Regel liegen diese Angebote deutlich höher als der aktuelle Aktienpreis, um den Anteilseignern das Geschäft schmackhaft zu machen. Gezahlt wird in bar, in Aktien des übernehmenden Unternehmens oder mit einem Mix aus beidem. Wir sehen uns heute drei Unternehmen an, um die sich Übernahmegerüchte ranken.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003 , OSINO RESOURCES CORP. ON | CA68828L1004 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

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Inhaltsverzeichnis:


    Morphosys – von einem Tief zum nächsten

    Erst im August dieses Jahres brachte das Manager Magazin eine Übernahme von Morphosys ins Spiel. Wenn man sich die aktuellen Zahlen ansieht, versteht man schnell wieso. Das Unternehmen und einstiger Biotech-Liebling zahlte selbst 1,7 Mrd. USD für die Übernahme von Constellation Pharmaceuticals. Damals lag der Aktienkurs von Morphosys noch bei über 79 EUR und hatte da schon mit der Transformation von einem Biotech- zu einem Pharma-Unternehmen zu kämpfen. Am vergangenen Freitag lag der Preis je Aktie bei lediglich 35,18 EUR. Die Marktkapitalisierung des Gesamtkonzerns liegt somit bei 1,2 Mrd. EUR und damit etwa 300 Mio. EUR unter dem Kaufpreis für Constellation.

    CEO Jean-Paul Kress sagte dem Manager Magazin: „Der Markt braucht Zeit, um die neue Ausrichtung zu verstehen“. Allerdings versteht der Markt vor allem die Finanzierung der Transaktion nicht, denn ein Großteil der sicheren Lizenzeinnahmen wurden verpfändet. Aber auch positive Nachrichten, wie das Übertreffen der Analystenerwartungen im dritten Quartal oder positive Ergebnisse aus Studien, konnten den anhaltenden Abwärtstrend nicht bremsen. Je tiefer der Aktienpreis fällt, umso attraktiver wird eine Übernahme von Morphosys.

    Die Aktie markierte am 23. November ein neues Mehrjahrestief und damit ein Verkaufssignal. Immerhin konnte die Marke von 32,90 EUR bisher zurückerobert werden. Um den Abwärtstrend zu brechen, wird ein Schlusskurs von über 43,29 EUR benötigt. Aktuell sollte man den Bruch des Abwärtstrends abwarten, bevor man ein Investment in Betracht zieht.

    Osino Resources – erfolgreiche Kapitalerhöhung

    Das Management von Osino Resources hat bereits Erfahrung mit Übernahmen. 2011 wurde Auryx Gold Corp. für 160 Mio. USD an B2 Gold verkauft. Ein ähnliches Szenario könnte auch bei Osino eintreten. Aktuell notiert die Aktie nur bei dem 0,3-fachen seines Nettoinventarwertes und stellt damit ein attraktives Übernahmeziel für die großen Goldproduzenten dar. Selbst ohne eine Übernahme hat die Aktie aufgrund der aktuellen Unterbewertung ein hohes Nachholpotential im Vergleich mit seiner Peer Group.

    Der kanadische Goldexplorer hat seinen Fokus auf dem Twin-Hills Projekt in Namibia, wo sehr gute Bedingungen für Bergbauprojekte herrschen. Die erste Ressourcenschätzung im April ging von 430.000 Unzen Gold und abgeleiteten Ressourcen in Höhe von 1,47 Mio. Unzen Gold aus. Die wirtschaftliche Erstanalyse (PEA) aus Juli bescheinigte dem Projekt eine 15-jährige Lebensdauer bei einer durchschnittlichen jährlichen Produktion von 99.000 Unzen Gold. Das Unternehmen untersucht das Gebiet laufend weiter und konnte am 1. November erfolgreich 10,5 Mio. Kanadische Dollar (CAD) mittels einer Privatplatzierung zu 1,10 CAD einnehmen. Mit diesen Mitteln werden die kommenden Explorationen auf dem Gebiet finanziert.

    Im September hat das Unternehmen eine Bergbaulizenz beantragt und ein Update zum Projekt bereitgestellt. Es gab große Fortschritte bei der Planung der Infrastruktur für eine Mine und man hat aktuell acht Bohrgeräte im Einsatz. Bis Dezember sollen 110.000m gebohrt sein und es stehen noch Ergebnisse aus Bohrungen aus. Die Aktie hat ihren Abwärtstrend am 9. November gebrochen und einen Aufwärtstrend gebildet, der erst unter 1,08 CAD auf Schlusskursbasis gebrochen wird. Die Aktie hat mit dem fallenden Goldpreis in den letzten Tagen auch nachgegeben und notiert aktuell bei 1,20 CAD. Analysten von Sprott Equity Research sehen den fairen Wert der Aktie bei aktuell 2,55 CAD.

    Bayer – Aufwärtstrend gebrochen

    Der DAX-Konzern Bayer hat aufgrund seiner Monsanto Übernahme, die 63 Mrd. USD kostete, noch heute Probleme. Es war die größte Übernahme eines deutschen Unternehmens im Ausland. Einer der Gründe für die damalige Übernahme war die Angst, selbst übernommen zu werden. Die vermeintliche Rettung durch Monsanto könnte sich nun als Bumerang erweisen, denn die seit Jahren laufenden Klagen aufgrund von Glyphosat und PCB bringen den Konzern immer mehr unter Druck. Erst am 11. November musste Bayer eine erneute Pleite vor US-Gerichten einstecken.

    Die aktuelle Marktkapitalisierung des gesamten Bayer Konzerns liegt aktuell bei 44,7 Mrd. EUR. Addiert man die Nettofinanzverschuldung von rund 34 Mrd. EUR hinzu, kommt man auf einen Gesamtwert von 78,7 Mrd. EUR. Vor nicht allzu langer Zeit lag der Marktwert ohne Monsanto noch bei über 100. Mrd. EUR. Kein Wunder, dass immer wieder Gerüchte aufkommen, dass Hedgefonds Interesse daran haben, das Ruder beim Konzern zu übernehmen und ihn in seine drei Sparten aufzuspalten. Bislang sind es aber Gerüchte.

    Die Aktie, die seit dem 20. September einen leichten Aufwärtstrend ausbilden konnte, wurde seit der Meldung zum PCB-Urteil am 11. September abverkauft. Mit der Nachricht bezüglich einer neuen Corona-Mutante am vergangenen Freitag brach die Aktie den gerade gebildeten Aufwärtstrend. Der nächste Support liegt bei 44,47 EUR. Hält der nicht, wird ein Test der 40 EUR Marke immer wahrscheinlicher.


    Bei allen drei Unternehmen sind Übernahmen möglich. Bayer als auch Morphosys haben sich mit ihren Übernahmen keinen Gefallen getan und könnten nun ihrerseits zur Zielscheibe werden. Osino Resources hat dagegen Goldvorkommen nachweisen können und entwickelt das Projekt stetig weiter. Anleger können dort auf die nächste Ressourcenschätzung warten, die voraussichtlich höher liegen wird als die aus April.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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