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19.01.2026 | 05:45

Nachfragetrends bei Energie sind ungebrochen, aber am Ende entscheidet der Preis - American Atomics, Siemens Energy und RWE profitieren!

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Bildquelle: pixabay.com

Aktien aus den Bereichen Energie und Rohstoffe waren im letzten Jahr gute Investments. Dieser Trend setzt sich in den ersten Wochen des neuen Jahres fort. Die stark wachsende Stromnachfrage, u. a. getrieben durch KI und Elektromobilität ist strukturell und anhaltend. Wichtige Aspekte in diesem Zusammenhang sind Verfügbarkeit von Energie samt Infrastruktur und ganz entscheidend: der Preis. Der Strompreis als Wettbewerbsfaktor gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wer verfügt über die überzeugendsten Antworten auf die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , RWE AG INH O.N. | DE0007037129

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Inhaltsverzeichnis:


    American Atomics – Gekommen, um zu bleiben

    Auf den Stromhunger der Welt gibt es unterschiedliche Antworten. Dass allein grüne Energie keine Antwort ist, ist hinlänglich bekannt. American Atomics hat sich an einer überaus wichtigen Schnittstelle positioniert, was die Aktie zu einer spannenden Investmentstory macht.
    Der Paradigmenwechsel hin zu mehr CO2-armer und grundlastfähiger Atomenergie ist unübersehbar. Schon 2024 verdeutlichte der zwischen dem US-Softwareriesen Microsoft und einem inländischen Energieversorger geschlossene langjährige Vertrag zur Lieferung von Atomstrom für KI-Rechenzentren die Gangbarkeit neuer Wege.
    Geopolitische Spannungen und Exportrestriktionen verstärken die Herausforderungen. Russland und Kasachstan besitzen bei Uran ein großes Gewicht. Die Analysten der Bank of America prognostizieren einen Uranpreis von bis zu 135 USD je Pfund im laufenden Jahr, das wäre ein deutlicher Zuwachs vom aktuellen Niveau von 80 USD. Die westliche Welt benötigt dringend neue und Vorkommen und sichere Lieferketten. Hier kommt die American Atomics ins Spiel.
    Die Kanadier verfolgen einen integrierten, vom „Erz zum Reaktor“-Ansatz und haben sich zum Ziel gesetzt, die ganze Wertschöpfungskette der Brennstoffversorgung in Nordamerika abzubilden und die Branche mitzugestalten. Der Ansatz erstreckt sich von der Exploration über die Aufbereitung bis hin zu weiteren technologischen Lösungen für Konversion und Anreicherung.
    Es ist geplant zusammen mit dem Partner CVMR eine Aufbereitungsanlage zu errichten, welche neue Maßstäbe bei der umweltschonenden Veredelung setzen soll. Generell gilt, eine Weiterverarbeitung verspricht höhere Margen und senkt somit auch die Abhängigkeit vom Uran-Preis. American Atomics plant zudem die Produktion des hochangereicherten Brennstoffs HALEU, der derzeit im Westen nur schwer verfügbar ist.
    Die Region Nordamerika als Aktionsfeld ist aus einer Reihe von Gründen vorteilhaft, da sie Bergbauhistorie, Rechtssicherheit, Zugang zu Fördermitteln und Investoren sowie große Absatzmärkte vereint. Kern der Aktivitäten ist das Flaggschiff-Projekt Big Indian, welches innerhalb des historischen Lisbon-Valley im US-Bundesstaat Utah lokalisiert ist. Die große Liegenschaft verfügt durch den bislang wenig erforschten Bereich auf der Ostseite des Tals über signifikantes Potenzial. Vorteilhaft ist zudem die geografische Nähe zu einer Region die historisch bereits 78 Mio. Pfund Triurandioxid (U₃O₈) lieferte.
    Zudem verfügt die Gesellschaft über zwei weitere Projekte, das Nuvemco-Projekt im US-Bundesstaat Colorado und das Kenora-Projekt in der kanadischen Provinz Ontario. Strategie, Geografie, Timing und Größe des adressierbaren Marktes sprechen für American Atomics. Demgegenüber steht lediglich eine Marktkapitalisierung von 12 Mio. CAD.

    https://youtu.be/NZEQ7_2MUgA

    Siemens Energy – Neues Allzeithoch markiert

    Die Aktie des Konzerns gehörte bereits 2025 zu den Top-Performern des deutschen Leitindex. Auch im laufenden Jahr kennen die Anteilsscheine anscheinend nur eine Richtung: Aufwärts. Mit 136 EUR markierte der Titel Ende der vergangenen Woche ein neues Allzeithoch, damit steigt die Unternehmensbewertung auf 117 Mrd. EUR.
    Die Deutschen profitieren von wichtigen strukturellen und sich fortsetzenden Nachfragetrends in den Bereichen KI-Rechenzentren, Energiesicherheit und Elektrifizierung. Zuletzt beflügelten die Perspektiven der Deutschen Kraftwerksstrategie.
    Da die Geschäfte bei Siemens Energy durch die Bank weg, von Gasturbinen bis Netztechnik, exzellent laufen, erhöhte der Konzern Ende 2025 seine Mittelfristziele deutlich. Insbesondere die in Aussicht gestellte Steigerung der operativen Marge bis 2028 auf 14 bis 16 % kam an der Börse gut an. Zudem legte die Gesellschaft ein Aktienrückkaufprogramm von 6 Mrd. EUR auf und stellte höhere Dividenden in Aussicht.
    Trotz der guten Performance der zurückliegenden Monate sind Analysten weiterhin bullish und formulieren zunehmend Kursziele zwischen 160 und 170 EUR. Die Experten prognostizieren im laufenden Jahr einen Umsatz von über 43 Mrd. EUR bei einem Gewinn von 3,1 Mrd. EUR. Für das Folgejahr erwarten die Experten einen Umsatzanstieg um rund 14 % und einen deutlich überproportionalen Gewinnzuwachs um fast 40 % auf 4,3 Mrd. EUR.

    RWE – Nach langer Zeit Marke von 50 EUR übersprungen

    Operative Erfolge und der sich abzeichnende Durchbruch für neue Gaskraftwerke in Deutschland sorgten auch bei der Aktie von RWE für positive Impulse. Insbesondere die nationale Karte, die deutsche Kraftwerksstrategie, könnte den Anteilsscheinen weiterhin einen guten Lauf bescheren. Der Konzern plant drei Standorte in Deutschland mit einer Kapazität von insgesamt drei Gigawatt.
    Mehrheitlich halten Analysten den Titel jedoch für ausgereizt. Die Experten erwarten 2026 im Durchschnitt einen Umsatzanstieg auf 24,1 Mrd. EUR nach 23,2 Mrd. EUR im Vorjahr. Der Gewinn soll von 1,6 Mrd. EUR auf 1,8 Mrd. EUR zulegen. Aktuell ist die Gesellschaft mit knapp 37 Mrd. EUR bewertet und weist ein 2026er KGV von 20 auf.
    Angesichts der jüngsten Entwicklungen könnten sich die Einschätzungen als zu konservativ herausstellen. Die Analysten von Bank of America und des Bankhauses Metzler stufen RWE als großen Gewinner der Ausschreibungsrunde ein und formulierten ein Kursziel von 59 EUR. Mit dem aktuellen Sprung über die 50 EUR Marke befinden sich die Anteilsscheine erstmals seit 2011 wieder auf diesem Niveau. Bis zu den ausgesprochenen Kurszielen der Experten besteht ein auskömmliches Upside.

    Fazit

    Energie ist ein anhaltend wichtiges und zentrales Investmentthema. Strukturelle Nachfragetrends sind gesetzt, die Antworten der Akteure sind unterschiedlich. Siemens und RWE gehören zu den großen und etablierten Playern. Analysten bescheinigen den Aktien weiteres Aufwärtspotenzial. American Atomics geht einen komplett anderen Weg, der zweifelsfrei über viel Potenzial verfügt. Mit dem verfolgten integrierten „Erz zum Reaktor“-Ansatz kann die Gesellschaft in Zukunft einen spürbaren Beitrag zur Brennstoffversorgung in Nordamerika leisten. Angesichts dieser Potenziale ist mit der Marktkapitalisierung von aktuell 12 Mio. CAD noch lange nicht die Fahnenstange erreicht.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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