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09.05.2022 | 05:10

Nel ASA, dynaCERT, Plug Power – Wasserstoff gefragter denn je

  • Wasserstoff
  • erneuerbare Energien
Bildquelle: Plug Power Inc.

Beschlossen war der Umstieg von fossilen Brennstoffen auf Erneuerbare Energien bereits, um dem Klimawandel zu begegnen. Durch den Ukraine-Konflikt und den Einmarsch Russlands gewinnen die „Friedensenergien“ noch eine gewichtigere Bedeutung hinzu und sind inzwischen zu einer Frage der nationalen Sicherheit geworden. Große Hoffnungen liegen dabei auf grünem Wasserstoff, der als Puzzleteil der grünen Transformation gilt. Bereits seit Anfang des Jahrzehnts galten die Aktien der Branche als die neuen Sterne an der Börse. Inzwischen sind viele wieder gefallen und bauten die horrenden Überbewertungen ab. Nun steht die Branche vor einer neuen Welle.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

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Inhaltsverzeichnis:


    Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE
    "[...] Wir können Busse und LKW vollständig klimaneutral umbauen. Dabei gehen wir modular und inkrementell vor. So können wir mit allen gängigen Fahrzeugtypen arbeiten und zudem auf neue Technologie und Innovation reagieren [...]" Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE

    Zum Interview

     

    Nel ASA – Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

    Eines der bekanntesten Unternehmen der Wasserstoff-Branche ist der norwegische Spezialist Nel ASA, der trotz einer Korrektur von über 60% noch eine stattliche Börsenbewertung von 1,81 Mrd. EUR aufweist. Im Vergleich zu den Analystenprognosen von 0,12 Mrd. EUR für das Gesamtjahr 2022 ist die Bewertung jedoch immer noch mehr als ambitioniert. Verschoben wurden zudem die Zahlen zum ersten Quartal. So gaben die Norweger ohne Angabe von Gründen bekannt, dass die zunächst für den 05. Mai angesetzte Quartalskonferenz nun auf den 11. Mai verschoben wurde.

    Von operativer Seite konnte ein Auftrag des Tochterunternehmens Nel Hydrogen Electrolyser AS für einen alkalischen Elektrolyseur durch eine indische Raffinerie vermeldet werden. Dabei soll der Wasserstoff für die Produktion im Bereich der Palmölraffination und der Produktion von Oleochemikalien benutzt werden. Insgesamt beträgt das Auftragsvolumen rund 2 Mio. EUR. Die Auslieferung der Anlage ist auf Mitte des folgenden Geschäftsjahres terminiert.

    Aus charttechnischer Sicht ist die Marke von 1,30 EUR ein markanter Unterstützungsbereich. Sollte dieser, auch aufgrund des schwachen Gesamtmarktes, gebrochen werde, stünde der nächste Test bei 1,20 EUR an. Ein Investment drängt sich demnach aktuell eher nicht auf.

    Warten auf die Zahlen

    Ebenfalls am 11.5. vermeldet der Pionier der Brennstoffzellentechnologie, das US-Unternehmen Plug Power Quartalszahlen. Wie in einem ausführlichen Report berichtet, sind die Ziele um den umtriebigen CEO Andy Marsh ambitioniert. Für das Gesamtjahr 2022 werden Umsätze zwischen 900 bis 925 Mio. USD erwartet. Im Jahr 2024 könnte es dann zu einem historischen Ereignis kommen. Dann soll zumindest beim EBITDA zum ersten Mal in der langen Firmengeschichte eine schwarze Null stehen. Für 2025 ist dann der ganz große Durchbruch geplant. Hier liegt das Umsatzziel bei 3 Mrd. USD, einer Bruttomarge von 30% und einem Betriebsergebnis von mindestens 17%.

    Dabei liegt der Börsenwert bereits aktuell bei 11,87 Mrd. USD. Charttechnisch ist der Unterstützungsbereich bei 20,50 USD von höchster Bedeutung. Sollte dieser gebrochen werden, winkt das Jahrestief bei 17,51 USD. Die Indikatoren divergieren weiterhin negativ, so dass ein Unterschreiten dieses Bereichs, was ein Auslösen von mehreren Stopp-Loss-Orders zur Folge hätte, nicht auszuschließen ist. Somit ist Plug Power aktuell auf der Beobachtungsliste bestens aufgehoben.

    CEO erklärt sich auf dem IIF

    Hinter sich hat dynaCERT die Vorlage der Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr 2021. Dabei war das vergangene Jahr weiterhin durch die weltweiten COVID-19-Restriktionen und die Beschränkungen der Händler des Unternehmens, Installationsdienste anzubieten, erheblich beeinträchtigt. Der Umsatz im Gesamtjahr belief sich deshalb auf lediglich 757.002 CAD. Insgesamt betrug der Kassenbestand zum Jahresende 8,34 Mio. CAD.

    Seit mehr als 15 Jahren setzen die Kanadier auf die Vorteile der Wasserstofftechnologie und haben mit Hydragen eine hochinnovative und patentierte Technologie entwickelt, die aufgrund der vorgeschriebenen CO2-Reduktionsziele im Verkehrssektor deutliches Potenzial besitzt. Allein in Deutschland müssten bis zum Jahr 2030 ca. 250.000 der ca. 340.000 zugelassenen LKW klimaneutral sein, in Europa sind es 2,3 Mio. Einheiten.

    dynaCERT verfügt mit der Carbon Emission Reduction Technology und fünf global gesicherten Patentfamilien den Schlüssel. Eingesetzt wird das daraus entstandene Produkt Hydragen in Verbrennungsmotoren vor allem bei schweren Fahrzeugen. Dabei produziert die Elektrolyseeinheit Wasser- und Sauerstoff und optimiert so die Kraftstoffverbrennung, wodurch sowohl eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs, und was noch wichtiger ist, eine drastische Reduzierung der Emissionen von bis zu 19% zur Folge hat.

    Zudem wurde mit HydraLytica eine intelligente Software entwickelt, die den Verbrauch aufzeichnet und analysiert. Das eingesparte CO2 können die Fuhrparkunternehmen in entsprechende Zertifikate umwandeln und verkaufen. Dadurch dass der Vertrieb inzwischen weltweit auf knapp 40 Länder ausgebaut wurde, könnte dynaCERT operativ positiv überraschen. Der Kurs kannte in den vergangenen Monaten nur den Gang Richtung Süden, so dass erste Erfolgsmeldungen in Hinblick auf einen Rollout einen Short-Squeeze produzieren könnte.

    Auf dem virtuellen International Investment Forum IIF stellt sich der CEO von dynaCERT, Jim Payne, den Fragen der Anleger. Anmelden können Sie sich hier.


    Aufgrund der Ukraine-Krise wird der Umstieg von fossilen Energieträgern auf alternative Energien noch beschleunigt. Wasserstoff gilt als das Puzzleteil der Energiewende. Jedoch sind Marktführer wie Plug Power oder Nel ASA bereits ambitioniert bewertet. Dagegen könnte dynaCERT bei positivem Newsflow für eine Überraschung sorgen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen
    2. Software – Oberbegriff für unterschiedliche Arten von Programmen, die für den Betrieb von Computern notwendig sind.

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    Kommentar von Armin Schulz vom 23.04.2024 | 06:00

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    • RWE
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    • Elektrolyseur

    Deutschland geht seinen eigenen Weg in der Energiepolitik und setzt in Zukunft komplett auf Erneuerbare Energien. Robert Habeck betonte, dass man jetzt unabhängig von russischem Gas ist. Doch von Unabhängigkeit kann keine Rede sein, denn Deutschland ist zum Nettostromimporteur geworden, der indirekt Gas aus Russland und auch Atomstrom importiert. Denn die Stromspeicher in Deutschland für die Erneuerbaren Energien reichen nicht einmal für eine Stunde. Dazu hat Deutschland mit die höchsten Strompreise, was die Industrie schon heute teilweise dazu veranlasst, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Atomkraft ist eine Alternative, die emissionsfrei ist. Weltweit werden viele Kraftwerke gebaut. Hier könnte das Uran knapp werden. Ob Wasserstoff das Stromspeicherproblem lösen kann ist derzeit fraglich.

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    • Rüstung
    • Verteidigung
    • Wasserstoff
    • Energiewende

    Nach einer ausgedehnten Rally an der NASDAQ, im DAX-40 und zuletzt beim Nikkei 225 setzen nun Branchen-Rotationen ein. Ob der KI-Sektor bereits gedreht hat, zeigt sich in den nächsten Wochen. Nur einmal in der Börsengeschichte gab es ein stärkeres erstes Quartal für eine bestimmte Branche. Es war der Wasserstoff-Hype im Übergang von 2020 auf 2021. Plug Power schaffte damals eine Verzwanzigfachung im Kurs. Kaum zu glauben, was liquiditätsverwöhnte Börsen leisten können. Nun sollten Anleger aber die Augen offenhalten, denn die Sektoren Künstliche Intelligenz und Rüstung sind ähnlich überinvestiert, wie die H2-Titel vor einigen Jahren. Die Zeit für Umschichtungen ist wohl gekommen.

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    In der Welt der Finanzmärkte gilt die zeitlose Maxime: "Der Gewinn liegt im Einkauf". Diese bewährte Börsenweisheit, die auf den ersten Blick trivial wirken mag, birgt tatsächlich den Angelpunkt für finanziellen Erfolg. In der Tat entscheidet oft der Preis beim Kauf einer Anlage über den späteren Triumph oder Misserfolg einer Investition, lange bevor der Verkauf überhaupt in Betracht gezogen wird. Trotz des Fortschritts in der Technologie und der Komplexität der Märkte bleibt die Grundlehre bestehen – wer mit Bedacht und zu einem wohlüberlegten Preis einkauft, legt das Fundament für Gewinne. Wir haben uns drei interessante Kandidaten herausgesucht.

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