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19.04.2022 | 05:30

Nel, dynaCERT, Daimler Truck – Klimaziele: Wasserstoff ist die Schlüsseltechnologie!

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Bildquelle: pixabay.com

Schon im Sommer 2020 hat die Bundesregierung mit der Verabschiedung der „Nationalen Wasserstoffstrategie“ einen wichtigen Punkt gesetzt, der angesichts des Ukraine-Kriegs nochmals schlagartig an Bedeutung gewonnen hat. Nach Überzeugung der Politik und Experten wird Wasserstoff als vielfältig einsetzbarer Energieträger beim Erreichen der Energie- und Klimaziele eine Schlüsselrolle einnehmen. Wichtig ist nun, dass der definierte, zusammenhängende aber oft noch zu theoretische Handlungsrahmen schnell mit Leben gefüllt wird. Mit den richtigen Aktien können Anleger von diesen Entwicklungen profitieren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013

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Inhaltsverzeichnis:


    Infrastruktur als Wachstumsbasis

    Der Aktionsplan im Rahmen der „Nationalen Wasserstoffstrategie“ soll entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette, von der Erzeugung über den Transport bis zur Nutzung sowie dessen Weiterverwendung greifen. Derzeit kommt der Infrastruktur, als Basis für Vernetzung und Wachstum, eine bedeutende Rolle zu.

    H2 MOBILITY Deutschland ist ein führender Betreiber von Wasserstofftankstellen, der bereits über 90 Stationen betreibt und dieses Netz bis 2030 auf 300 ausbauen will. Dazu investierte jüngst der Fonds Hy24, als weltweit größte Investitionsplattform für sauberen Wasserstoff, zusammen mit Anteilseignern aus der Industrie wie Air Liquide, Daimler Truck, Hyundai, Linde, OMV, Shell und TotalEnergies eine weitere Tranche in Höhe von 110 Mio. EUR.

    Nel – Neue Auftragseingänge

    Das große Bild stimmt. Europa ist weltweit führend in der Wasserstoffproduktion. Die Europäische Kommission strebt an, spätestens im Jahr 2030 jährlich 20 Mio. t Wasserstoff produzieren zu wollen. Um dieses Ziel zu erreichen ist eine Elektrolyseur-Kapazität zwischen 120 und 200 GW erforderlich. Die derzeitige globale Kapazität beträgt laut Expertenschätzungen jedoch lediglich 0,2 GW und müsste bis zum Ende des Jahrzehnts um den Faktor 1000 zulegen!

    Nel ist der größte Elektrodenhersteller der Welt mit Produkten in 80 Ländern und sollte vom enormen Wachstum des Sektors profitieren. Zuletzt konnten die Norweger eine Reihe von Auftragseingängen vermelden. Ebenso wurde die vollautomatische Elektrolyseuranlage auf der norwegischen Halbinsel Herøya in Betrieb genommen. Anfänglich ist eine Produktion von 500 MW pro Jahr möglich, die auf eine Kapazität von 2 GW erhöht werden kann.

    Die guten Aussichten veranlassten den RBC-Analysten Erwan Kerouredan dazu, die Kaufempfehlung für die Nel-Aktie zu bestätigen und das Kursziel auf 24 NOK zu erhöhen. Somit errechnet sich ein Aufwärtspotenzial von gut 50% für die Anteilsscheine. Die Gesellschaft ist derzeit mit umgerechnet 2,5 Mrd. EUR bewertet.

    dynaCERT – Brückentechnologie auf dem Vormarsch

    Das kanadische Unternehmen bietet eine chancenreiche Brückentechnologie an. Mittels des proprietären Elektrolysesystems „HydraGEN“ wird eine geringe Menge von Wasserstoff erzeugt, womit der CO2-Ausstoß von großen Dieselmotoren signifikant gesenkt werden kann, ohne dass ein Leistungsverlust eintritt.

    Das patentierte System ist bereits bei nordamerikanischen Fuhrparks im Einsatz. Diese sparen hohe Umrüstkosten, steigern die Effizienz und profitieren durch die Verwendung der angeschlossenen Telematik-Software. Damit kann die CO2-Einsparung gemessen und später auch monetarisiert werden.

    Die jüngsten Pläne der kanadischen Regierung sollten schon bald zu einer steigenden Nachfrage nach dynaCERT-Produkten führen. Hintergrund sind die für den jetzigen Haushaltangekündigten Steuergutschriften von 30% für Investitionen in saubere Technologien. Nach deutlichen Kursverlusten in den letzten Monaten, könnte sich so auf einem Bewertungsniveau von rund 60 Mio. CAD allmählich eine Gegenbewegung für den Titel abzeichnen.

    Daimler Truck – Innovativer Riese

    Der weltweit größte Nutzfahrzeug-Hersteller mit seinen rund 100.000 Beschäftigen blickt noch auf eine kurze Börsenhistorie zurück. Erst im Dezember 2021 wurde die Gesellschaft von der Daimler AG abgespalten. Die Meinung der Analysten ist durchweg positiv: Die Experten trauen der Aktie des mit mit knapp 20 Mrd. EUR bewerteten Unternehmens ein Aufwärtspotenzial von 53% zu.

    Wie sieht die Zukunft von LKWs aus? Die Kosten der verschiedenen Antriebssysteme analysierte die Boston Consulting Group (BCG) zuletzt detailliert. Die Unternehmensberatung rechnet vor, dass bereits ab 2025 Elektro-Lastwagen die Diesel-Pendants in Bezug auf Gesamtkosten unterbieten könnten. Ab 2030 soll der Brennstoffzellenantrieb wettbewerbsfähig sein.

    An anderer Stelle technologisch vorausschauend, plant Daimler Truck noch in diesem Jahrzehnt einen selbstfahrenden Serien-Lkw für den Fernverkehr auf den Markt zu bringen. Wie der Konzern mitteilte, arbeite das Tochterunternehmen Torc Robotics daran, in den USA zusammen mit großen Logistikunternehmen autonome Lastwagen zu erproben.


    Der Wasserstoffmarkt bietet enorme Wachstumspotenziale. Nel wird von dieser Entwicklung sicherlich profitieren. Auch dynaCERT dürfte mit seiner Brückentechnologie auf der Gewinnerseite stehen, zusätzlich ist das Unternehmen niedrig bewertet. Analysten trauen der Aktie von Daimler Truck steigende Kurse zu.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Fonds – Fonds werden von Kapitalanlagegesellschaften gegründeten, um Anlegern themenspezifisch Investitionsinstrumente zu bieten.
    3. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    4. Software – Oberbegriff für unterschiedliche Arten von Programmen, die für den Betrieb von Computern notwendig sind.

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    • Klimaschutz
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    Hitzerekorde, Überschwemmungen und Energienotstand. Im Sommer kommen alle Themen der Klimawende auf den Tisch. Seit Abschaltung der Kernkraftwerke fehlt es in Deutschland an einer grundlastfähigen Stromversorgung. Ausgeprägte Netzschwächen häufen sich, eine Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Wirtschaftsminister Habeck möchte so schnell wie möglich Gaskraftwerke bauen, die später mit Wasserstoff betrieben werden können. Nette Idee! Um vorhandene Löcher zu stopfen, kaufen die Berliner Wirtschaftsexperten derweil französischen Atomstrom zu. Den klimatechnischen Unterschied zwischen Hüben und Drüben kann wissenschaftlich niemand belegen, der deutsche Verbraucher bezahlt diesen Unsinn aber gerne über seine Stromrechnung. So funktioniert die EU-Energiepolitik. Die Ausgabenseite steigt also unaufhörlich, wir kümmern uns deshalb um einen höheren Einnahmenstrom. Im Folgenden einige Ideen für ihr Energie-Portfolio.

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    • Erneuerbare Energien
    • Emissionen
    • Mobilität
    • Netzausbau
    • Wasserstoff

    Im Wasserstoffbusiness setzen Länder staatliche Anreize, um diese innovative Technologie weiter zu fördern. So stellen z. B. die USA durch ihr Energieministerium rund 750 Mio. USD für 52 Projekte in 24 Bundesstaaten bereit. Das Ziel ist klar: sauberen Wasserstoff erschwinglich machen und darüber hinaus die internationale Führungsrolle in diesem Sektor gewinnen. Das kanadische Unternehmen dynaCERT hat eine emissionsreduzierende Technologie entwickelt, um herkömmliche Dieselmotoren nachzurüsten und so emissionsfreier zu machen. Diese Brückentechnologie verbindet das Beste aus beiden Welten: die Effizienz von Dieselmotoren und die nachrüstbare und zuschaltbare CO2-reduzierende Antriebsform. Der Motor selbst bleibt in seiner Funktionsweise unberührt. Ein Grund für das schleppende Vorankommen von großen Wasserstoffprojekten ist die noch fehlende Infrastruktur. Hier kann sich Siemens Energy über einen Vorstoß freuen. In seiner Sparte Grid Technologies verzeichnen sie in Zukunft enormes Wachstum. Dass Subventionen nicht immer zum Vorteil sind, merkt Volkswagen in puncto Elektroautos. Das Werk in Brüssel steht auf der Kippe. Und dann ist da noch eine Schadensersatzforderung in Millionenhöhe aus einem ganz anderen Bereich.

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    Kommentar von Stefan Feulner vom 09.07.2024 | 05:10

    ITM Power, Saturn Oil + Gas, Aixtron – Langfristige Weichenstellung

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    Nicht nur in der Politik, nachdem am Wochenende die Parlamentswahlen in Frankreich über die Bühne gingen, müssen die Weichen für die Zukunft neu gestellt werden. Auch beim Ölproduzenten Saturn Oil & Gas gab es kürzlich Neuigkeiten, wonach dieser einen großen Schritt in Richtung „Midsize-Produzent“ gegangen ist. Mehrere Analysten hoben im Anschluss an diese bedeutende Transaktion den Daumen und sehen in der Aktie eine Vervielfachungschance. Auch in den Wasserstoffsektor kommt neue Bewegung, so dass hier auf lange Sicht ein Rebound anstehen könnte.

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