Menü schließen




23.09.2022 | 05:20

Nel Asa, Steinhoff Aktie, Viva Gold: Was ist da los?

  • Gold
  • Rohstoffe
  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Kommt bei der Nel Aktie der Rebound oder brechen alle Dämme? Dies ist derzeit die Situation beim beliebten Wasserstoff-Spezialisten. Nach den Quartalszahlen senkte unter anderem die Credit Suisse den Daumen und auch charttechnisch ist die Aktie deutlich angeschlagen. Letzteres gilt auch für Viva Gold. Dabei läuft es operativ für die Kanadier rund. Kann ein sich stabilisierender Goldpreis den Blick der Anleger auf die niedrige Bewertung lenken? Ob Steinhoff günstig bewertet ist oder nicht, diskutieren Anleger seit Jahren. Zuletzt machte die Aktie einen deutlich Kurssprung. Was ist da los?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019 , VIVA GOLD CORP. | CA92852M1077

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Viva Gold: Auch beim aktuellen Goldpreis ein spannendes Projekt

    Entgegen aller Erwartungen konnte sich der Goldpreis nach der Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank FED stabilisieren. Zuvor hatte er noch den tiefsten Stand seit fast 2,5 Jahren erreicht. Die Erleichterungsrallye setzte ein, nachdem die Zinserhöhung um 75 Basispunkte erfolgte und negative Überraschungen ausblieben. Auch die Kommentare des FED-Vorsitzenden Powell auf der anschließenden Pressekonferenz wurden als nicht aggressiv bewertet. Außerdem sorgten in Russland die Ankündigung einer Teilmobilisierung und nukleare Drohungen für Nachfrage nach Gold und Silber als sichere Häfen. Von einer Entspannung beim Abverkauf von Gold sollten Aktien von Explorationsunternehmen überdurchschnittlich profitieren. Zum Beispiel die Aktie von Viva Gold. Der kanadische Explorer hat sich von seinem Tiefstand bei 0,65 CAD noch nicht erholt und wird derzeit mit nur rund 6 Mio. CAD bewertet. Die Aktie notiert auch an der Börse Frankfurt.

    Operativ läuft es bei den Kanadiern rund. Viva Gold entwickelt im Westen des US-Bundesstaates Nevada eine spannende Gold-Mine. Das hochgradige Tonopah Projekt umfasst ein 4.250 Hektar großes Grundstück und befindet sich zu 100% im Eigentum von Viva Gold. Geografisch liegt es günstig innerhalb der für ihre Goldfunde bekannten Walker Lane. Dort sind unter anderem auch Kinross, Coeur Mining, Augusta und Centerra erfolgreich aktiv. Seit dem Kauf konnte Viva Gold jedes Jahr die Mineralressource vergrößern. Die aktuelle Mineralressourcenschätzung liegt bei 394.000 Unzen Gold gemessen und abgeleiteten zusätzlichen 206.000 Unzen. Eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) mit einem angenommenen Goldpreis von 1.400 USD ist positiv ausgefallen. Damit wäre die Mine sogar bei dem aktuell niedrigen Goldpreis profitabel.

    Zuletzt wurden Zwischenergebnisse für das laufende Bohrprogramm gemeldet. Identifiziert wurde eine verdeckte Goldlagerstätte mit Vererzungen von bis zu 19,9 g/t AU auf 1,5m, die unter dem Schotter des Talbodens liegt. Eine Vormachbarkeitsstudie (PFS) ist für 2023 geplant. CEO James Hesketh zeigte sich zufrieden: „Dieses Bohrprogramm, das auf die Erfassung geotechnischer Informationen abzielt, war sehr erfolgreich und konnte die Breite der mineralisierten Zone im Zentrum des westlichen Lappens der Ressourcengrube erheblich erweitern. Es wurde eine beträchtliche Menge an strukturellen und geotechnischen Daten erfasst, die bei der Minenplanung und bei der Lokalisierung von Bohrlöchern für ein 3.000m langes Reverse-Circulation-Bohrprogramm, das nächsten Monat beginnen soll, verwendet werden.“

    Nel: Setzt sich das Kursdesaster fort?

    Für die Aktie von Nel ASA sieht es derzeit nicht gut aus. Zunächst stufte unter anderem die Credit Suisse die Aktie nach schwachen Halbjahreszahlen von "Neutral" auf "Underperform" ab. Das Kursziel senkten die Analysten von 15 auf 10 NOK. Es sei zu viel Hoffnung auf den Durchbruch im Wasserstoffsektor eingepreist. Zudem seien die hohen Verkäufe vom Ex- Vorstandschef bedenklich. Jon Lokke hat in diesem Jahr rund 73% seiner Nel-Aktien veräußert. Gestern erhöhte nun auch die norwegische Notenbank die Zinsen. Dies dürfte die Finanzierungskosten der operativ hoch defizitären Nel weiter erhöhen. Auch charttechnisch sieht es derzeit düster aus. Gestern fiel die Nel-Aktie unter 12 NOK. Damit droht ein Abrutschen auf 10 NOK. Übrigens: Nel wird immer noch mit stolzen 18,6 Mrd. NOK bewertet. Da kann man die Meinung der Credit Suisse durchaus nachvollziehen.

    Steinhoff: Auf +20% folgen -10%

    Heftige Kursausschläge sind derzeit auch bei der Steinhoff-Aktie zu beobachten. Zunächst hatte die Aktie seit Januar zwei Drittel ihres Wertes verloren und notierte nur noch bei 0,093 EUR. Am Mittwoch folgte dann die Kursexplosion um über 20% auf 0,125 EUR. Doch schon gestern ging es wieder um über 10% auf 0,105 EUR nach unten. Gründe für die Kursausschläge sind bisher nicht bekannt – weder positive, noch negative. Damit wird die Aktie ihrem Ruf als Zockerpapier erneut gerecht. Der Konzern schiebt weiterhin einen massiven Schuldenberg vor sich her. Und ähnlich wie bei Nel nehmen mit den steigenden Leitzinsen auch die Sorgen über die künftigen Zinsbelastungen zu. Hoffnungsschimmer bleibt das operative Geschäft. So konnte Steinhoff den Umsatz im vergangenen Quartal um 12% auf rund 7,8 Mrd. EUR steigern. Wachstumsmotor war der Bereich Pepco mit einem Plus von 18%. Doch sollten Europa und die USA tatsächlich in eine Rezession schlittern, darf die Fortsetzung des Wachstums zumindest bezweifelt werden. Damit wäre dann auch die laufende Sanierung gefährdet.


    Nel ist auch nach dem Kursrutsch ambitioniert bewertet und die steigenden Zinsen werden den Weg zur Profitabilität weiter verlängern. Die jüngsten Kursausschläge zeigen, dass die Steinhoff-Aktie nur etwas für Zocker ist. Spekulativ ist auch Viva Gold. Doch die niedrige Bewertung und der planmäßige Projektfortschritt machen die Aktie interessant.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 26.05.2026 | 05:30

    Mit Rio Tinto, Power Metallic Mines und Freeport-McMoRan den Kupfer-Superzyklus für sich arbeiten lassen

    • Rio Tinto
    • Power Metallic Mines
    • Freeport McMoRan
    • Rohstoffe
    • kritische Rohstoffe
    • Kupfer
    • PGE
    • Gold
    • Silber
    • Nickel

    Die rasante Elektrifizierung trifft auf leere Kupferlager. Stromtrassen, KI-Farmen und E-Fahrzeuge saugen das Leitermetall auf, während Minenprojekte in Behördenlabyrinthen versanden. Diese Divergenz erzeugt keinen kurzen Hype, sondern einen langen Superzyklus. Anleger sehen ein dreistufiges Feld: den finanzstarken Global Player, den polymetallischen Explorer mit verborgenen Schätzen und den reinen Produzenten, der direkt am Kupferpreis partizipiert. Wer diese Rollen versteht, verwandelt Knappheit mühelos in Rendite. Cleveren Anlegern bietet sich eine Chance. Die drei Protagonisten heißen Rio Tinto, Power Metallic Mines und Freeport-McMoRan.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 26.05.2026 | 04:30

    Jetzt: HighTech-Revival und Gold mit 500 % Chance! SAP, Oracle, Desert Gold, Deutsche Telekom und T-Mobile US

    • HighTech
    • Künstliche Intelligenz
    • Cloud-Dienste
    • Gold
    • Telekommunikation

    Die Börsen fahren weiter Achterbahn. Kein Wunder, denn bei der bestehenden, teils verwirrenden Nachrichtenflut wird oft übersehen: Kriege und geopolitische Spannungen kosten wirtschaftliches Wachstum und verunsichern Konsumenten. Denn obwohl die Kriegsindustrie sich kaum vor Aufträgen retten kann, die restliche Wirtschaft hat mit den Folgen der Auseinandersetzungen zu kämpfen: Hohe Energiepreise, Unsicherheit, fragile Lieferketten. Mit dem explodierenden Kreditbedarf der Staaten und sinkender Steuereinnahmen, steigen nun auch die Zinsen spürbar, das heizt die Inflation immer weiter an. In diesem Umfeld kann Gold gut gedeihen, rein technisch scheint bei 4.500 USD nun auch ein veritabler Boden gefunden zu sein. Vergessen von der großen KI- und HighTech-Welle sind bislang SAP und Oracle, auch die Deutsche Telekom stand schon 30 % höher. Ein guter Grund für ein paar tiefere Einblicke.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 25.05.2026 | 05:00

    Übernahmefieber in Westafrika: Schwindende Reserven fordern Perseus Mining und Barrick Mining – Kobo Resources mit Rückenwind

    • Westafrika
    • Gold
    • Elfenbeinküste
    • Reserven

    Der Goldpreis bleibt trotz kurzzeitiger Korrekturen auf einem hohen Niveau, was im westafrikanischen Goldgürtel für eine Konsolidierung sorgt. Große Bergbaukonzerne stehen aufgrund schwindender Rohstoffreserven, steigender operativer Kosten und politischer Reibungen in traditionellen Jurisdiktionen unter Zugzwang. Die Notwendigkeit, bestehende Infrastruktur wie etwa Verarbeitungsanlagen profitabel auszulasten und die Lebensdauer von Minen zu verlängern, zwingt die etablierten Akteure dazu, etwas zu verändern. In dieser Phase suchen Konzerne vermehrt nach hochgradigen Projekten für Übernahmen, um ihre Produktion abzusichern und dem wachsenden Druck seitens kapitalstarker asiatischer Wettbewerber standzuhalten.

    Zum Kommentar