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06.01.2022 | 04:44

Nvidia, BrainChip, Daimler, Infineon – Nicht nur Tesla kann E-Autos bauen!

  • Automotive
  • E-Mobilität
  • Chipindustrie
Bildquelle: pixabay.com

Intelligente und leistungsfähige Chips bleiben gefragt wie Streusalz im tiefsten Winter. Noch hapert es mit den Lieferketten und die knappen Rohstoffe erhöhen die Einstandspreise. Das heißt im neuen Jahr wohl weiterhin explodierende Preise für Hightech-Materialien. Am stärksten trifft es wohl die Automobilhersteller, denn gerade in Europa wird man die Preise wegen der ausländischen Konkurrenz nicht beliebig anheben können. Ein probates Mittel gegen den Margenverfall könnte Innovation sein. Wir stellen ein paar innovative Ideen für den Anleger vor.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BRAINCHIP HOLDINGS LTD | AU000000BRN8 , DAIMLER AG NA O.N. | DE0007100000 , NVIDIA CORP. DL-_001 | US67066G1040 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004

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Inhaltsverzeichnis:


    Nvidia – Mit intelligenten Chips zum Jahresgewinner 2021 avanciert

    Die Aktionäre von Nvidia konnten sich im Jahr 2021 entspannt zurücklehnen. Ihre Aktien gewannen über einen 12-Monats-Horizont ganze 135%, das haben nur ganz wenige NDX-Werte geschafft. Der Hersteller von leistungsstarken Grafikkarten hat sich damit sein Anfang 2020 fast vervierfacht.

    Ein noch junger Geschäftsbereich befasst sich mit der Simulation virtueller Realität, er wies mit plus 144% das höchste Sektor-Wachstum in 2021 auf. Die Fantasie der Nvidia-Anleger erregte kürzlich eine Ankündigung von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, sein Unternehmen voll auf ein sogenanntes "Metaverse" auszurichten - eine virtuelle Umgebung, in der Arbeiten, Freizeitaktivitäten und andere Dinge des realen Lebens möglich sein sollen. Dazu braucht es in der Breite sehr viel Rechenkraft. Der Facebook-Mutterkonzern Meta setzt bei den Chips für die eigenen Serverfarmen auf den Nvidia-Rivalen AMD, doch Nvidia hat bereits seine eigene Plattform namens "Omniverse" an den Start gebracht, um vom aktuellen Hype der „Welten-Simulation“ zu profitieren.

    Zum Jahresstart gab es in der Nvidia-Aktie nun leichte Gewinnmitnahmen. Kein Beinbruch, denn die Aufstellung des Unternehmens ist hervorragend. Hightech-, Virtuell Reality- und die Automobil-Industrie buhlen derzeit um die rationierten Auslieferungen der begehrten Chips.

    BrainChip Holdings – Schon zu Jahresanfang stark gefragt

    Der Jahresstart glich für Brainchip Holdings einer Jubelwoche. Ganze 37% ging es mit dem Kurs in den ersten Handelstagen nach oben. Begleitende Nachricht war die Ernennung von Pia Turcinov als nicht-geschäftsführender Direktor des Unternehmens. Pia Turcinov bringt eine 30-jährige Industrieexpertise mit, sie ist Innovator und Mentor zugleich und kümmert sich künftig um die Weiterentwicklung und Kommerzialisierung von Brainchips Produktportfolien.

    BrainChip Holdings ist ein australisches Halbleiterunternehmen, das einen revolutionären neuromorphen Prozessor mit dem Namen „Akida“ herstellt. Der Akida-Prozessor kann auch während des Einsatzes selbständig lernen, denn er verbessert die Gesamtleistung von Systemen mit künstlicher Intelligenz, indem er die Latenzzeit und den Stromverbrauch reduziert. Der neue Chip mit KI-Fähigkeiten steht für ein breites Spektrum an Anwendungsbereichen, darunter die Steuerung von autonomen Fahrzeugen, IoT-Geräten und Drohnen. In 2021 ist BrainChip Holdings eine Partnerschaft mit der japanischen MegaChips eingegangen, um ihre Edge-basierte künstliche Intelligenz weiter zu entwickeln.

    Die BRN-Aktie hat mittlerweile eine Marktkapitalisierung von 1,3 Mrd. Australische Dollar (AUD) erreicht. Der Wert wird an der NASDAQ und in Deutschland aktiv gehandelt. Die Reise sollte weiter nach oben gehen, auch das Researchhaus Pitt Street sieht weitere 55% Potenzial und gibt in ihrer Kaufstudie ein 12-Monats-Kursziel von 1,45 AUD aus.

    Daimler – 1.000km Reichweite mit dem EQXX

    Momentan gibt es noch Vorbehalte gegenüber Elektromobilität: Zu wenig Ladestationen und zu geringe Reichweite. Zumindest letzteres Problem scheint jetzt im Hause Daimler gelöst. Unter dem etwas sperrigen Namen Vision EQXX stellte Mercedes nun ein E-Mobil vor, dass durch hohe Energie-Effizienz punktet und angeblich bis zu 1.000 km mit einem Ladezyklus schafft. Damit wären Fernreisen per E-Auto kein Problem mehr und auch das nach wie vor nicht optimale Netz an Ladestationen fällt nicht mehr so sehr ins Gewicht.

    Die frohe Kunde für alle E-Mobilität-Fans teilte der Daimler-Vorstand und CTO Markus Schäfer am 3. Januar 2022 per Telefonkonferenz mit. Zum weiteren Zeitplan: Schon in ein paar Monaten sollen erste Probefahrten mit dem Prototypen stattfinden, in etwa zwei bis drei Jahren könnte das Modell dann in Serie gehen. Die noch geheime Batterie verfügt über eine neue Zellstruktur, verbesserte Chemie und ein Gehäuse aus Karbon statt Aluminium. Das Ergebnis: Halb so viel Bauraum und nur ein Drittel des üblichen Gewichts. Das gesamte Auto wiegt damit nur 1.750 kg, ein sehr guter Wert für ein Elektroauto.

    Die Aktie von Daimler jubiliert und zieht zum Jahresbeginn um 7% nach oben. Der deutsche Premium-Hersteller hat nun die Tesla-Jagd aufgenommen, der US-Konkurrent ist immerhin 15mal so viel wert wie die Stuttgarter!

    Infineon – Mit neuen Sensoren weiter nach vorne

    Infineon (IFX) ist der größte Chiphersteller aus Deutschland. Auch für das laufende Fiskaljahr zeichnet sich ein stürmisches Wachstum ab. Auf der Technik-Messe CES in Las Vegas kündigte das Unternehmen zu Jahresbeginn neue CO2-Sensoren an, die die Energieeffizienz in Gebäuden erhöhen und ein Tool zur Belüftung im Zusammenhang mit der Pandemie-Bekämpfung liefern sollen. Der Sensor mit dem Namen Xensiv PAS funktioniert mit photoakustischer Spektroskopie. Dabei wird Licht mit einer bestimmten Wellenlänge in eine Kammer mit Umgebungsluft geleitet.

    In den Medien wird über die Knappheit an Chips schon seit längerer Zeit intensiv diskutiert und der Megatrend E-Mobilität spielt IFX voll in die Karten. Der Chart der IFX-Aktie hat zum Jahresende wieder nach oben gedreht, nachdem es im November um 10% leicht nach unten ging. Aktuell muss noch die Widerstandslinie bei 41,60 EUR fallen, dann kann es wieder auf das Alltime-High von 43,80 EUR gehen.


    Das Jahr 2022 wird entscheidende Weichenstellungen in der Hightech- und Automobilindustrie liefern. Nach wie vor belasten die hohen Rohstoffpreise und die Knappheit an Chips. Nvidia, Infineon und Daimler sind bekannte Standardwerte, mit der australischen BrainChip kommt gerade eine neue Technologie mit Blockbuster-Potenzial auf den Markt.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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