29.06.2026 | 04:50
Physical AI stellt alles in den Schatten! First Hydrogen, XPeng und Schaeffler profitieren vom “Next Big Thing”
Experten sind sich einig, dass humanoide Roboter zu den größten technologischen Zukunftsmärkten der nächsten Jahrzehnte gehören. Physical AI bezeichnet KI-Systeme, die nicht nur Informationen verarbeiten, sondern auch Maschinen dazu befähigen ihre Umgebung wahrzunehmen, Entscheidungen zu treffen und eigenständig in der realen Welt zu handeln. Dies bildet die technologische Grundlage für Anwendungen wie humanoide Roboter, autonome Fahrzeuge, Drohnen und eine neue Generation intelligenter Produktionssysteme. Physical AI ist somit ein Ökosystem, das Halbleiter, Software, Sensorik, Robotik und Automatisierung verbindet. Aber nicht nur Hersteller von humanoiden Robotern profitieren, sondern auch zahlreiche Zulieferer entlang der Wertschöpfungskette. Was bedeutet das konkret für die genannten Gesellschaften?
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Carsten Mainitz
ISIN:
First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 | TSXV: FHYD , XPeng Inc ADR | US98422D1054 , SCHAEFFLER AG INH. VZO | DE000SHA0159
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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First Hydrogen: Strategiewechsel mit Signalwirkung
Die Wurzeln der Gesellschaft liegen im Wasserstoffbereich. Hier verfolgen die Kanadier einen integrierten Ansatz und konzentrieren sich nicht nur auf die Produktion leichter Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen sondern auch auf den Aufbau einer Infrastruktur für die Produktion und Versorgung mit grünem Wasserstoff.
Im Wasserstoffgeschäft kann First Hydrogen auf eine Reihe von Erfolgen zurückblicken. Aussichtsreich sind außerdem die Aktivitäten zusammen mit Forschungspartnern im Bereich Small Modular Reactors (SMRs). Diesen modularen Reaktoren wird eine große Zukunft angesichts des rapiden, u. a. durch KI-Rechenzentren, getriebenen Anstiegs des Stromverbrauchs prophezeit.
Jüngst kündigte die Gesellschaft einen richtungsweisenden Strategiewechsel an und setzt konsequent die Transformation von einem Wasserstoffunternehmen zu einem Technologieunternehmen mit mehreren Zukunftsfeldern um. Ganz konkret geht es um den Milliardenmarkt der humanoiden Robotik.
Im Mittelpunkt steht die geplante Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung von 60 % an der Gesellschaft Exodus Actuation Solutions. Das Unternehmen entwickelt hochpräzise Aktuatoren, Elektromotoren, Antriebssysteme und Bewegungssteuerungen, welche essenzielle Bestandteile humanoider Roboter sind und verfügt über mehr als 30 erteilte und angemeldete Patente.
Die Transaktion sieht die Ausgabe von 2 Mio. Aktien sowie eine Investition in Höhe von 2 Mio. USD in mehreren Schritten vor. Damit schaffen sich die Kanadier bei einer sehr moderaten Unternehmensbewertung Zugang zu dem riesigen Markt. Ebenso gründete First Hydrogen die Tochtergesellschaft “First Humaid” mit dem Ziel sich auf geistiges Eigentum, Robotik und KI-Anwendungen zu konzentrieren.
Humanoide Roboter bestehen aus dutzenden von Gelenken. Jedes dieser Gelenke benötigt einen Aktuator. Aktuatoren vereinen Elektromotor, Getriebe, Sensorik und Steuerungselektronik in einem kompakten System. Erst durch Aktuatoren kann sich ein Roboter flüssig bewegen. Aktuatoren sind mit den Muskeln des menschlichen Körpers zu vergleichen.
Die US-Investmentbank Morgan Stanley schätzt, dass der Markt für humanoide Roboter bis 2050 ein Volumen von 5 Billionen USD erreichen wird und dann rund 1 Milliarde humanoide Roboter im Einsatz sein werden. Die Aktie hat noch nicht auf die enormen Wachstumschancen reagiert und notiert bei 0,45 CAD, womit die Gesellschaft eine Marktkapitalisierung von 41 Mio. CAD aufweist.
XPeng: Chinas Antwort auf Tesla
Tesla zählt zu den zentralen Akteuren im Bereich Physical AI und will seinen humanoiden Roboter “Optimus” auf den Markt bringen. Das Unternehmen nutzt seine bestehende Expertise in den Bereichen autonomes Fahren und KI-Software, um Robotik und Fahrzeugtechnologie in einer gemeinsamen Plattform zu verbinden.
Das Gegengewicht zu den US-Amerikanern ist XPeng aus China. XPeng entwickelt nicht nur Elektrofahrzeuge, sondern investiert auch massiv in autonomes Fahren, eigene KI-Chips und humanoide Roboter. Mit “IRON” arbeiten die Chinesen an einem humanoiden Assistenten, der zunächst in den eigenen Produktionsstätten eingesetzt werden soll.
Besonders spannend und chancenreich ist die Entwicklung einer technologischen Plattform, die Sensoren, Kameras, Rechenleistung und KI-Modelle kombiniert und für autonomes Fahren konzipiert wurde. Diese Plattform lässt sich auch für humanoide Roboter nutzen, wodurch erhebliche Synergien entstehen.
Die Aktie notiert aktuell bei rund 12 USD und hat damit seit Jahresbeginn um rund 40 % korrigiert. Analysten prognostizieren, dass die Gesellschaft im laufenden Geschäftsjahr letztmalig rote Zahlen schreiben wird und sich daran an dynamisches Gewinnwachstum anschließen wird. Die Experten errechnen für die Anteilsscheine im Durchschnitt ein Aufwärtspotenzial von über 80 %.
Schaeffler – Zulieferer mit vielen Partnerschaften
Der deutsche Industriekonzern verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in Präzisionsmechanik und elektrischen Antriebssystemen. Dieses Know-how überträgt das Unternehmen nun gezielt auf den Robotikmarkt. Mit einer modularen Aktuatorplattform entwickelt Schaeffler intelligente Gelenke für humanoide Roboter. Diese vereinen Elektromotor, Getriebe, Sensorik und Steuerungselektronik in einem kompakten System.
Zudem arbeitet der Konzern mit über 40 Robotikunternehmen zusammen und plant diese mit den produzierten Komponenten zu beliefern. Als Zulieferer profitiert die Gesellschaft somit von dem erwarteten breiten Marktwachstum, unabhängig davon, wer das Rennen macht. Außerdem will Schaeffler die Roboter später in der eigenen Produktion einsetzen. Die Gesellschaft hat bis 2030 einen Auftragsbestand im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich im Segment humanoide Roboter in Aussicht gestellt.
Der Hauptfokus als Automobilzulieferer und die damit verbundene schwierige Branchensituation setzten die Aktie zuletzt unter Druck. Aktuell werden an der Börse knapp 8 EUR je Papier bezahlt, womit die Gesellschaft mit 7,5 Mrd. EUR bewertet ist. 2026 werden laut Analystenprognosen Verluste erwartet. 2027 soll sich das Bild ändern, das 2027er KGV liegt bei 12. Die Experten veranschlagen das Upside für den Titel auf rund 20 %.
Fazit
Mit humanoiden Robotern entsteht ein riesiger Wachstumsmarkt. XPeng positioniert sich hier mit einem eigenen Modell und einer Technologieplattform. Nach den jüngsten Kursrückgängen sehen Analysten deutliches Aufwärtspotenzial. Schaeffler hat über 40 Partnerschaften im Bereich Robotik geschlossen, und damit früh eine gute Ausgangsbasis geschaffen, um vom Markttrend zu profitieren. Mit dem strategischen Schwenk, der geplanten Übernahme einer Gesellschaft sowie der Gründung einer Tochtergesellschaft, verfügt First Hydrogen über Chancen ebenso vom starken Marktwachstum zu profitieren. Die aktuelle Marktkapitalisierung hat angesichts der Robotik-Potenziale weiterhin Luft nach oben.
Interessenskonflikt
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