Menü schließen




10.10.2022 | 05:45

Plug Power, Pathfinder Ventures, Varta – welche Aktien sind ein Schnäppchen?

  • Plug Power
  • Pathfinder Ventures
  • Varta
  • Wasserstoff
  • Elektrolyseur
  • Camping
  • Wohnmobil
  • Campingplatz
  • grüner Wasserstoff
  • Batterie
  • Akku
  • V4Drive
  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Am vergangenen Freitag konnte man erneut die Nervosität der Anleger an den Aktienmärkten spüren. Große Teile der Gewinne von Anfang der Woche wurden wieder abgegeben. Noch überwiegt die Angst vor Rezession, steigenden Zinsen und Inflation. Aus diesem Grund gibt es auch gut performende Unternehmen, deren Aktien trotzdem vom Gesamtmarkt mit nach unten gerissen werden. Teilweise kommt es zu echten Übertreibungen und als Investor kann man derzeit Schnäppchen machen. Wir sehen uns drei Unternehmen an, die zuletzt Federn lassen mussten, aber Potential für einen Rebound haben.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , PATHFINDER VENTURES INC | CA70323P1071

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE
    "[...] Wir können Busse und LKW vollständig klimaneutral umbauen. Dabei gehen wir modular und inkrementell vor. So können wir mit allen gängigen Fahrzeugtypen arbeiten und zudem auf neue Technologie und Innovation reagieren [...]" Dirk Graszt, CEO, Clean Logistics SE

    Zum Interview

     

    Plug Power – Produktion von grünem Wasserstoff auf dem Wasser

    Plug Power ist ein Platzhirsch im gehypten Wasserstoffmarkt. Spätestens seit dem Gesetzentwurf der Demokraten in den USA, der rund 375 Mrd. USD in die Bekämpfung des Klimawandels bis 2030 pumpen soll, sind die Aussichten für Wasserstoff noch besser als vorher. Bis zu 3 USD soll der grüne Wasserstoff pro Kilogramm subventioniert werden. So wollten die USA ihre Emissionen bis 2030 um etwa 40% reduzieren. Weiteren Rückenwind bringt der Ukraine Konflikt, der vor allem in Europa zu einer Energieknappheit und damit explodierenden Preisen geführt hat. Auch hier könnte grüner Wasserstoff eine Lösung darstellen.

    Am 25. August gab Plug Power bekannt, dass die Zusammenarbeit mit Amazon intensiviert wird. Die Konzerne wollen gemeinsam Brennstoffzellen-Elektro-LKW und Brennstoffzellen-Stromerzeugungsanlagen, die Amazon-Gebäude mit Strom versorgen könnten, sowie den Einsatz von Elektrolyseuren in Fullfillmentzentren entwickeln. Ab 2025 wird Plug Power Amazon pro Jahr mit knapp 11.000 t grünem Flüssigwasserstoff versorgen. Zudem kann Amazon seine Beteiligung an Plug Power um 16 Mio. Aktien erhöhen. Am 23. September konnte Plug Power gemeinsam mit seinem Partner Lhyfe die weltweit erste Produktion von grünem Wasserstoff auf einer schwimmenden Plattform vermelden. Das Projekt wird jetzt 18 Monate getestet.

    Die Aktie von Plug Power bleibt hoch volatil. In diesem Jahr hat sich die Aktie bereits halbiert, um sich anschließend wieder zu verdoppeln. Vom letzten Hoch am 25. August ging es zuletzt über 36% nach unten. Dabei bringt der Amazon Deal das Unternehmen seinem Ziel, 2025 einen Umsatz von 3 Mrd. USD zu generieren, einen großen Schritt näher. Momentan zahlt man für einen Anteilsschein 19,90 USD. Insgesamt 27 Analysten haben sich die Aktie angesehen und kommen im Schnitt auf ein Kursziel von 35 USD. Wobei selbst der pessimistische Analyst ein Kursziel von 25 USD ausruft. Wer auf Wasserstoff setzt, ist mit Plug Power gut beraten.

    Pathfinder Ventures – Buchungszahlen legen weiter zu

    Schaut man auf die Zulassungszahlen für Reisemobile aus 2021, so verkündete der Caravaning Industrie Verband e.V. einen neuen Rekord. Die Zahlen lagen 7,3% über denen des alten Rekordjahres 2020. Selbst die Corona Pandemie konnte der Branche nichts anhaben. Während immer mehr Menschen campen gehen und dabei Freiheit sowie Natur genießen, gibt es trotzdem nicht mehr bzw. neue Campingplätze. Ähnlich sieht es in Nordamerika aus, wo viele Campingplätze noch familiengeführt sind und nicht auf dem neuesten Stand der Technik sind. Hier will sich Pathfinder den Boom zunutze machen und hat damit begonnen, Campingplätze aufzukaufen und zu modernisieren. Dabei spielt Familienfreundlichkeit und Digitalisierung bei den aktuell drei Plätzen eine große Rolle. Für die Kleinen gibt es Spielplätze und Aktivitäten, für die Großen WLAN und ein Online-Buchungssystem.

    Das Unternehmen baut die Marke „Pathfinder Camp Resorts“ auch durch spezielle Wochenendprogramme für Familien aus. Die Kunden danken es mit vielen 5 Sterne Rezensionen auf Google. Die modernen Campingplätze ziehen schon jetzt mehr Kunden an. Das Unternehmen konnte am 4. Oktober eine 17%ige Steigerung der Belegung im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr bekanntgeben. Die Finanzergebnisse werden am 28. November veröffentlicht, aber schon im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 81% im Vorjahresvergleich und das trotz eines strengen Winters in Kanada. Um das Wachstum voranzutreiben, wurde bereits im April ein 1.892 Hektar großes Grundstück zur Erweiterung des Campingresorts Agassiz erworben. Die Genehmigungen für die Nutzung werden in Kürze erwartet.

    In Zukunft sollen weitere Campingplätze zum Portfolio hinzugefügt werden. Neue Projekte profitieren dann von den Synergieeffekten, die sich aus dem Betrieb der ersten drei Resorts ergeben. Außerdem plant das Unternehmen zukünftig Stellplätze für die Wohnmobile ihrer Kunden anzubieten. Aktuell notiert die Aktie bei gerade einmal 0,07 CAD und kommt damit auf eine Marktkapitalisierung von 3,9 Mio. CAD. Dabei lagen die Einnahmen im zweiten Quartal bei rund 916.000 CAD. Das EBITDA war nach Verlusten im Vorjahr positiv. Momentan investiert das Unternehmen in den Ausbau seiner Parks, was langfristig zu mehr Buchungen und höheren Einnahmen führen wird.

    Varta – Herbert Schein soll V4Drive großmachen

    Nach einer Reduzierung der Umsatzprognose von Varta an einem Samstag im August folgte im September die Streichung sämtlicher Prognosen. Die Anleger kehrten der Aktie scharenweise den Rücken und ließen sie abstürzen. Die Gründe reichen von Lieferkettenproblemen bei den Varta Kunden über steigende Energie- und Rohstoffkosten bis hin zur Konsumzurückhaltung von Endkunden, die durch die Inflation zum Sparen gezwungen werden. Der Kassenschlager, die Knopfzellen für kabellose Kopfhörer, hat aktuell Absatzprobleme. Es wurde gemeldet, dass die 3. Generation der AirPods von Apple weniger nachgefragt werden als erwartet. Dazu passt, dass sich zwei große Aufträge von OEMs bei Varta verzögern.

    Für zusätzliche Verunsicherung bei den Anlegern sorgten größere Aktienverkäufe vom einstigen Varta-Retter Dr. Tojner. Sowohl vor der Prognosekürzung, als auch vor dem Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Herbert Schein stieß der Großaktionär und Chef des Aufsichtsrates Aktien ab. Er sollte eigentlich von dem Unternehmen überzeugt sein. Vor allem, weil Herbert Schein das Unternehmen nicht verlässt, sondern sich um den Aufbau der Elektromobilitätssparte kümmern soll. Die Batteriezelle V4Drive, die große Hoffnung bei den Investoren aufkommen ließ, benötigt mehr Zeit. Aufsichtsratschef Dr. Tojner kommentierte: „Herbert Schein ist ein international renommierter Technologieexperte und hat in seinen knapp drei Jahrzehnten bei VARTA mehrfach bewiesen, dass er neue Geschäftsbereiche erschließen und bis zur Marktführerschaft entwickeln kann.“

    Eine Aktie kostet aktuell 30 EUR und nun kommt es darauf an, ob der Support bei 28,66 EUR auf Schlusskursbasis hält. Gelingt dies, wäre ein doppelter Boden ausgebildet und die Aktie könnte sich auf den langen Weg machen, das Gap bei 58,62 EUR zu schließen. Die meisten Analysten raten zum Halten und sehen Kursziele zwischen 39 und 50 EUR. Warburg Research hat mit ihrer jüngste Studie eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 53 EUR ausgegeben. Zuletzt war Varta auf dem International Investment Forum vertreten. Eine Aufzeichnung findet sich hier.


    Warren Buffets Maxime „kaufen, wenn alle Angst haben und verkaufen, wenn alle gierig sind“ hat sich bewährt. Anhand der drei Beispiele sieht man, dass Kurse teilweise Übertreibungen nach unten haben. Plug Power ist die Aktie, wenn man an den Erfolg von Wasserstoff glaubt. Dabei muss man die Volatilität aushalten. Pathfinder Ventures hat ein gutes Konzept, das aufgeht, wie man anhand der Zahlen sieht. Trotzdem sind initiale Investitionen nötig, um die Cash Cow zu erschaffen. Varta wurden unter anderem ihre großen Vorschusslorbeeren zum Verhängnis. Gelingt der Durchbruch mit V4Drive, hätte das Unternehmen nach den Knopfzellen den nächsten Blockbuster geschaffen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 18.08.2025 | 06:00

    Wasserstoff Renaissance – Plug Power, Pure Hydrogen und Nel ASA wollen ein Stück vom 680 Mrd. USD Kuchen

    • Plug Power
    • Pure Hydrogen
    • Nel ASA
    • Wasserstoff
    • grüner Wasserstoff
    • Elektrolyseure
    • Wasserstoffantrieb
    • Wasserstoff-LKW
    • Nutzfahrzeuge

    Die globale Wasserstoffwirtschaft steht vor dem Durchbruch. Dieser wird getrieben von milliardenschweren Dekarbonisierungszielen, Unabhängigkeitsstreben von fossilen Brennstoffen und sinkenden Ökostromkosten. Das könnte die Nachfrage bis 2050 verfünffachen. Schon 2035 sollen 60 % des Energiebedarfs aus sauberer Produktion stammen, gestützt durch über 1.500 Großprojekte weltweit. Trotz Lücken zwischen Planung und Umsetzung signalisieren Investitionen von bis zu 680 Mrd. USD in den kommenden Jahren und bahnbrechende Industrieverträge einen irreversiblen Wandel. In diesem Momentum positionieren sich drei Schlüsselplayer strategisch: Plug Power, Pure Hydrogen und Nel ASA.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 18.08.2025 | 04:45

    Wasserstoff versus Kernkraft – 300 % mit Plug Power und dynaCERT, Vorsicht bei Oklo und NuScale

    • Wasserstoff
    • Kernkraft
    • Klimawende
    • Transport & Logistik
    • ESG
    • Nachhaltigkeit

    Die Brennstoffzelle gilt seit Jahren als Hoffnungsträger im Antriebsbereich, konnte sich im Automobilsektor aber bislang nur begrenzt etablieren. Während Batterien den Massenmarkt prägen, punkten Brennstoffzellen vor allem im Schwerlast- und Fernverkehr mit Reichweite und kurzen Tankzeiten sowie in stationären Systemen. Plug Power arbeitet an Infrastrukturprojekten, während dynaCERT mit Wasserstoffsystemen bestehende Antriebe effizienter macht und so als Brücke in die nächste Ära dienen kann. Parallel gewinnen Small Modular Reactors (SMRs) von Anbietern wie Oklo und NuScale an Bedeutung, da sie eine stabile, CO2-arme Energieversorgung für die Industrie sowie Wasserstoffproduktion versprechen. Für Anleger eröffnen sich Chancen in zwei Zukunftsmärkten: Nachhaltige Mobilität und Skalierbare Energielösungen – beide mit politischem Rückenwind und hohem Wachstumspotenzial. Wie sollten Anleger mit ihrem Depot verfahren?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 07.08.2025 | 05:00

    Wasserstoff-Wende? Schlechte Nachrichten aus Afrika: First Hydrogen, thyssenkrupp nucera, BASF

    • Wasserstoff
    • Industrie

    Wie der Spiegel berichtet, könnte die Herstellung grünen Wasserstoffs in Afrika für den Export nach Europa teurer sein als gedacht. Darauf deuten Untersuchungen von Forschenden der TU München, Oxford und der ETH Zürich hin. Demnach könnten 2030 nur 2 % von rund 10.000 untersuchten Standorten in 31 afrikanischen Ländern zu wettbewerbsfähigen Kosten produzieren. Der Grund liegt in der Finanzierung. Die Finanzierungskosten liegen je nach Land in Afrika zwischen 8 und 27 % - zu viel, um konkurrenzfähig zu sein. Statt der geplanten Preisgarantien von 3 EUR je kg Wasserstoff müsste die EU 5 EUR garantieren, damit Wasserstoff zuverlässig aus Afrika nach Europa fließt. Was bedeutet das jetzt für die europäische Wasserstoff-Wirtschaft?

    Zum Kommentar